Wie du dein Gehirn durch die H-E-A-L- Methode positiv programmieren kannst

In dieser Episode lernst du, warum wir Menschen einen evolutionär eingebauten Hang zur Negativität haben und wie wir diesen überwinden. Du wirst lernen dein Gehirn umzuprogrammieren und den Prozess verstehen, wie das Gehirn Glück aber auch negative Gedanken konstruiert. Doch eines möchte ich dir vergewissern bzw. trotzdem mitgeben, falls du dich dagegen entscheidest den Beitrag zu lesen:

Du kannst dein Gehirn (positiv) programmieren, sobald du die neurowissenschaftlichen Prozesse dahinter verstehst und anwendest. Das heißt nicht, dass du nie wieder negative Emotionen haben wirst. Das wäre nämlich auch nicht zielführend, weil besonders negative Emotionen dir wertvolle Signale senden.

In diesem Beitrag geht es eher darum, wie du die Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft nutzen kannst, um dein Leben mit mehr Positivität und guten Gefühlen zu füttern.

Vielleicht gleichen wir uns in dieser Hinsicht? Wir haben einen vollen Terminplan und nehmen uns nur wenig Zeit einmal stehen zu bleiben und 10 Sekunden die positiven Ereignisse wirklich zu genießen. Doch wenn wir es uns zur Gewohnheit machen würden, ein paar Extrasekunden in diesem Gefühl zu verharren, würden wir nicht nur einen kurzfristigen Effekt spüren, sondern unser Gehirn auch langfristig auf Glück programmieren.

Genau davon soll dieser Beitrag handeln: von der versteckten Macht alltäglicher positiver Erfahrungen dein Gehirn zu programmieren. Es muss kein Lottogewinn sein, sondern es kann auch die Freude des Morgenkaffees, die Beendigung einer Aufgabe oder der Anruf von einem Freund oder einer Freundin sein.

Es geht aber nicht um stumpfes positives Denken oder eine unwissenschaftliche New-Age-Methode, sondern darum flüchtige Erfahrungen zu nutzen, um langanhaltende Verbesserungen in deinem neuronalen Netzwerk vorzunehmen. Die innere Stärke, die wir für unser Wohlbefinden und unser Leben allgemein gut gebrauchen können, entsteht nämlich alleine in unserem Gehirn.

Eine Geschichte: Über die beiden Wölfe, die in deinem Kopf kämpfen

Ein weiser Indianerhäuptling sitzt eines Abends am Lagerfeuer erzählt seinem Enkel eine Geschichte:

Indianer

„Im Leben eines jeden Menschen gibt es zwei innere Wölfe, die ständig miteinander ringen und kämpfen.
Der eine Wolf ist böse. Er arbeitet mit Trennung, Angst, Schuld, Verleugnung, Unterdrückung, Zwietracht, Eifersucht, Neid, Gier, Habsucht, Überheblichkeit, Feindschaft und Hass.

Der andere Wolf ist gut. Er nutzt Verbindung, Vertrauen, Offenheit, Liebe, Wohlwollen, Güte, Verständnis, Mitgefühl, Freundschaft, Friede, Rücksicht, Gelassenheit, Wahrhaftigkeit, Hoffnung und Freude.“

Der Enkel schaut nachdenklich in die Flammen des auflodernden Feuers. Nach einer langen Weile fragt er seinen Großvater:

„Und welcher der beiden Wölfe wird gewinnen, Großvater?“
Und der alte Häuptling schaut ihn eindrücklich an und entgegnet:
„Derjenige, den du fütterst!"

Neuroplastizität als Möglichkeit um das Gehirn zu programmieren

Neuroplastizität

Jahrhunderte lang galt es als wissenschaftlich akzeptiert, dass unser Gehirn, sobald es einmal im Erwachsenenalter angekommen ist, nicht mehr formbar ist und das weitgehend keine neuen neuronalen Verbindungen mehr unserem Gehirn entstehen. Dies hielt sehr lange an, bis die Wissenschaftler einen erstaunlichen Prozess namens Neuroplastizität entdeckten.

Neuroplastizität ist die Fähigkeit des Gehirns sich selbst zu ändern. Das Präfix "neuro" bezieht sich auf die Neuronen in unserem Gehirn- die Nervenzellen in unserem Hirn und Nervensystem. Und das Suffix "Plastizität" meint, dass es veränderbar ist. Wir sind also in der Lage durch Gedanken und Übung unsere Gehirnstruktur zu beeinflussen und zu formen.

Diese Erkenntnis ist einer der revolutionären Durchbrüche der Wissenschaft gewesen und gibt Einblicke in das unglaubliche Potenzial des menschlichen Gehirns. Du brauchst aber keinen Hintergrund in der Neurowissenschaft oder Psychologie um diese Schritte zu verstehen. Alles ist in einen simplen 4- Schritte- Prozess runter gebrochen.

Erfahrungs-bedingte Neuroplastizität

Neuroplastizität

Ich muss es einfach immer wieder betonen, weil ich von der Möglichkeit begeistert bin unser Gehirn nach unseren eigenen Vorstellungen formen zu können: Was auch immer wir wiederholt erfahren, denken und fühlen, erschafft langsam aber sicher eine neuronale Skulptur.

Im Englischen sagt man " Neurons that fire together wire together." Übersetzt: Neuronen, die zusammen feuern, verdrahten/verknüpfen sich auch. Tag für Tag bilden wir unser Gehirn durch intensives und wiederholtes Denken und Fühlen neue Strukturen. Andere nicht so aktive neuronale Pfade dagegen werden geschwächt. Diesen Prozess nennt man neuronalen Darwinismus - das Überleben der Beschäftigsten. Wenn wir diese neuronalen bahnen nicht trainieren, verlieren sie an Stärke, so wie auch ein Muskel an Stärke verliert, wenn er nicht trainiert wird.

Beispielsweise stärkt auch Meditation und Achtsamkeit gewisse Bereiche des Gehirns und findet damit auch immer mehr Anhänger, die mit Buddhismus und Spiritualität nichts am Hut haben. Die Datenlage ist einfach zu revolutionär um sie zu ignorieren.

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Auf der einen Seite passt sich dein Gehirn an, wenn du permanent in einem Zustand des Sorgens, des Stresses und der Selbstkritik verharrst, aber auf der anderen Seite wird dein Gehirn auch von Positivität, Dankbarkeit und Freude geformt und du kannst lernen eine optimistische Weltsicht, eine positive Stimmung und einen hohen Selbstwert zu entwickeln, wenn du das Gehirn positiv programmierst.

Eine Studie zur Neuroplastizität und Umprogrammierung des Gehirns

Das Gehirn ändert sich sogar mit jeder Erfahrung, die wir haben. Beispielsweise fand die Neurowissenschaftlerin Eleanor Maguire heraus.

Londoner Wissenschaftler haben sich dieses harte Gedächtnistraining für ihre Hirnforschung zunutze gemacht. Sie fanden heraus, dass Taxifahrer in London einen unfassbaren Zuwachs von Neuronen im Hippocampus haben, da sie das komplexe Londoner Straßennetz auswendig kennen müssen. Das war einer der ersten Beweise dafür, dass auch das Gehirn von Erwachsenen sich noch zum Positiven ändern kann und es sogar jederzeit tut.

Die Wissenschaftler gehen auch davon aus, dass das Training die Verbindungen zwischen bestehenden Nervenzellen stärken kann. Das ist nicht nur ermutigend für die Idee des lebenslangen Lernens, sondern auch für die Reha nach Hirnverletzungen, heißt es im Bericht des Instituts für Neurologie am UCL.

Zusammenfassung: Neuroplastizität nutzen um dein Gehirn zu ändern

Unsere Gehirne sind auf beeindruckende Art und Weise veränderbar. Wir können neue Neuronen bilden und durch Änderung unseres Verhaltens und durch Denkprozesse die Verbindung zwischen gewissen anderen Neuronen ändern. Neuroplastizität gibt uns die Fähigkeit psychologische Probleme zu überkommen und sogar körperliche Einschränkungen (wie zum Beispiel Phantomschmerz) zu heilen.

Wir haben jeden Tag die Chance aktiv durch Training dafür zu sorgen, dass unser Gehirn nach unseren Vorstellungen geformt wird.

Warum du dein Gehirn umprogrammieren kannst und solltest?

Wenn du einige ältere Podcasts von mir gehört hast, weißt du, dass ich nicht immer so glücklich und positiv war, wie ich bin und mit meinem eigenen Wolf (siehe Anfangsgeschichte) zu kämpfen hatte. Doch Schritt für Schritt habe ich durch eine bestimmte Methode Tag für Tag die empfundene Leere, die gar nicht existierte, gefüllt bzw. erkannt, dass es keine gibt.

Schritt für Schritt habe ich mehr Glück und innere Stärke nicht erlangt, sondern kreiert.

Das Gehirn als Garten- eine Metapher

Stell dir deinen Verstand wie einen Garten vor. Du kannst das Unkraut entweder wachsen lassen ohne dich darüber aufzuregen, du kannst das Negative ausreißen, aber dir bewusst sein, dass es nachwachsen wird oder du entscheidest dich dazu Blumen wachsen zu lassen.

Kurz gesagt gibt es 3 primäre Wege unseren Verstand zu managen: Loslassen, sich um die negativen Emotionen kümmern und sie bekämpfen oder den Garten der inneren Stärken zu pflegen. Dieser Beitrag behandelt ausschließlich den 3. Pfad.

Warum wir einen Fokus aufs Negative haben (Negativity bias )

negativity bias

Unsere menschlichen Vorfahren mussten, um ihr Überleben zu sichern besonderen Wert auf lebensdienliche Dinge, wie Unterkunft, Nahrung und Fortpflanzung Acht geben. Was aber noch wichtiger war, war es von den Dingen weg zu kommen, die das Leben bedrohen könnten (Fressfeinde, Unterernährung und Aggression von anderen Menschen).

Diese Dinge haben von einem evolutionären Standpunkt aus gesehen eine höhere Dringlichkeit. Logisch ! Wenn du heute keine Nahrung findest, kannst du das morgen nachholen, aber wenn du heute einen Fressfeind unterschätzt, bekommst du morgen keine zweite Chance mehr.

So haben diejenigen, die sich vorsichtiger verhalten haben eher überlebt und haben sich eher reproduziert. Und Voilà: Viele Tausende Generationen später sucht unser Gehirn immer noch eher nach Gefahren um zu überleben anstatt die positiven Aspekte des Lebens zu betrachten.

Der einzige Psychologe, der jemals einen Nobelpreis gewonnen hat, Daniel Kahneman, fand sogar heraus, dass in intimen Beziehungen die Rate von positiven zu negativen Ereignissen eine Rate von 5:1 haben muss, damit ein negative Ereignis ausgeglichen wird.

Es macht also aus evolutionärer Sicht Sinn eine Tendenz zur Negativität zu haben. Doch in unserer modernen Zeit, die beinahe frei von wirklich lebensbedrohlichen Situationen ist, ist dieser negativity bias eher negativ, wenn es um unser Glücksempfinden geht.

Der Fokus auf Negative ist also nicht deine Schuld, sondern ein evolutionärer Prozess. Trotzdem können wir etwas daran etwas ändern und das Gehirn positiv umprogrammieren.Zum Glück können wir eine gewisse Grundfixierung auf Positivität und Glück wieder erlernen. Wiederholte Übung kann die Struktur deines Gehirns positiv programmieren, indem es immer wieder positiv bestärkt wird.

Wie kleine Stressfaktoren von unserem Gehirn wahrgenommen werden

Stress burnout

Wenn du früher in der Schule einmal vom Lehrer ohne Vorwarnung dran genommen wurdest, kennst du das Phänomen: Dein Körper wird mit Stresshormonen geflutet, deine Herzschlagrate erhöht sich drastisch und es fühlt sich an, als es um Leben und Tod geht, obwohl niemand einen Tag später auch nur einen Gedanken daran verschwenden wird. Diese Panikreaktionen gehen auf eine Zeit zurück, als diese übertriebenen Reaktionen noch dein Leben retten konnten.

Es klingt zwar verrückt, aber Soldaten in den beiden Weltkriegen hatten eine höhere Chance zu überleben als ihre Jäger und Sammler- Vorfahren. Vor 10.000 Jahren starb 1 von 8 einem gewaltsamen Tod. Unsere Gehirne sind jedoch noch für diese Zeiten optimiert und sind darauf ausgelegt Gefahren um jeden Preis zu vermeiden.

So aktiviert der moderne Stress unseres Alltags manchmal sogar Todesgefahr und aktiviert dieselben neuronalen Verbindungen.

Die Gehirne unser Vorfahren waren damals eher großen punktuellen Stressperioden ausgesetzt, wenn ihr Leben beispielsweise von einem Fressfeind bedroht war. Doch daraufhin folgte dann ein langer Zustand der Ruhe und Entspannung.

Doch unser modernes Leben verletzt dieses alte Muster mit moderatem aber nie endendem Stress. So wird der gestresste Zustand zum normalen Zustand, was zu einer chronischen inneren Obdachlosigkeit führt und enorm negative Effekte auf unsere Gesundheit, Emotionen und unsere Beziehungen hat.

Die HEAL- Methode zur Umprogrammierung deines Gehirns

Herz heilen

Hast du jemals eine schöne Landschaft oder einen Sonnenuntergang angesehen und das Bedürfnis gehabt diesen für immer anzuhalten? Das sollten wie laut den neurowissenschaftlichen Erkenntnissen auch tun- selbst bei den kleinsten positiven Erfahrungen, da diese uns helfen können dem angeborenen Hang zur Negativität entgegen zu wirken.

Auch wenn positives Denken allein nicht reicht, kann das aktive und bewusste wahrnehmen eine langanhaltende Fokussierungsänderung in unserem Leben bewirken.

Die 4 Schritte um das Positive im Leben zu nutzen um dein Gehirn positiv programmieren zu können

1. Habe eine positive Emotion
2. Energetisieren
3. Absorbieren
4. Link zu positiven Gedanken

Stufe 1 um dein Gehirn auf Positivität zu programmieren

H -abe eine positive Emotion :

Bemerke eine positive Erfahrung, die schon präsent ist oder im Hintergrund deiner Aufmerksamkeit- so wie körperliche Freude, ein Sinn von Entschlossenheit oder die Nähe einer anderen Person. Denk hier beispielsweise an Dinge, für die du dankbar sein könntest und tauche mental in diese emotional lohnenswerten Erfahrungen ein und halte mehrere Sekunden daran fest. Es geht nicht darum nur positive Gedanken zu denken, sondern wirklich in diese Emotion ein zu tauchen.

Stufe 2 um dein Gehirn auf Positivität zu programmieren

E- nergetisieren :

Energetisiere diese positive Erfahrung bewusst und bleibe in dieser positiven Erfahrung mindestens 10 Sekunden. Es geht darum diese Gefühle möglichst bewusst in Körper und Verstand zu erleben. Erkenne die persönliche Relevanz dieses Ereignisses in deinem Leben, wie es dich nährt, dir hilft und einen Unterschied in deinem Leben macht. Du merkst förmlich, wie die Neuronen, die zusammen feuern sich auch verknüpfen.

Stufe 3 um dein Gehirn auf Positivität zu programmieren

A- bsorbieren:

Auch wenn dieser Schritt sich etwas unwissenschaftlich anhören mag: Visualisiere, wie die Erfahrung ein Teil, von dir wird. Wir Menschen denken häufig in Bildern und nicht in abstrakten Theorien. Deshalb kann es Sinn machen ein Bild im Kopf zu haben, wie du es beispielsweise, wie Energie oder ein Lichtball aufnimmst.

Stufe 4 um dein Gehirn auf Positivität zu programmieren

Gehirn programmieren

Die 3 Bedingungen

Im Allgemeinen hat der vierte Schritt 4 Bedingungen.

  • Du musst die Fähigkeit haben zwei Dinge gleichzeitig im Verstand halten zu können
  • Es ist wichtig, dass du dich in diesen Momenten nicht von negativen Emotionen wegtragen lässt.
  • Deshalb empfehle ich diesen vierten Schritt erst zu benutzen, wenn du dich nicht gerade unmittelbar innerhalb eines Traumas oder eines schwarzen Lochs befindest.

  • Es ist essentiell das positive Material im Vordergrund zu halten
  • Klingt erst einmal kompliziert, aber nach dem du den vierten Schritt ein paar Mal geübt hast, wird es dir sogar einfach fallen.

    L- ink zu positiven Gedanken:

    Oft sind negative Emotionen mit einem neutralen Auslöser verbunden. Angenommen, dass dich in der Kindheit ein menschlicher Sportlehrer angeschrien hat, der laut, kritisch und vielleicht sogar ein bisschen gruselig war. So kann es passieren, dass du mit dem neutralen Reiz/ Auslöser der männlichen Autorität mit einer negativen Erfahrung verknüpfst. So kann es sein, dass du heute noch Angst vor männlichen Autoritäten hast und eventuell gar nicht mehr den Grund verstehst. Du hast also eine Überreaktion des limbischen Systems und der Amygdala, die Stress und Angst in deinem Körper erwecken.

    Nun geht es darum positive Emotionen und Gedanken neuronal zu verknüpfen. Während du das nächste Mal eine positive Erfahrung im Vordergrund deiner Aufmerksamkeit hast (zum Beispiel ein starkes Gefühl von Selbstwert), halte im Hintergrund deiner Aufmerksamkeit einen ungelösten Schmerz oder eine negative Erfahrung. Das ist nicht so einfach, wie es sich anhört. Wenn die negative Emotion übernimmt, lass sie fallen und fokussiere dich ausschließlich aufs Positive.

    Wenn du dir das Ganze wie ein Glas Wasser vorstellst und einen Tropfen Öl in das Wasser tropfen lässt, schwimmt es an der Oberfläche. Wenn du jedoch einen Tropfen Lebensmittelfarbe in ein anderes Wasserglas tropfen lässt, bahnt dieser sich langsam, aber sicher seinen Weg durch das Wasser und verfärbt das Wasser ein klein wenig. Je mehr Tropfen folgen, desto mehr nimmt das Wasser die eingeträufelte Farbe an.

    Die richtige Medizin um dein Gehirn umzuprogrammieren

    Wenn du beispielsweise einen Vitamin C-Mangel hast, macht es auch Vitamin C Sinn einzunehmen. Klingt logisch, aber in Bezug auf unsere Emotionen handeln wir häufig anders. Wir stopfen unser Bedürfnis nach Liebe und Verbindung mit der Anhäufung von Erfolgen. Ich muss vermutlich nicht sagen, dass das nicht klappen wird.

    Hier nochmal zwei kleine Beispiele, wie du diese positive Verstärkung nutzen kannst um bedürfnisspezifisch Veränderung im Gehirn und in der Wahrnehmung vorzunehmen. So haben wir beispielsweise die Panikattacken eines guten Freundes von mir geheilt. Jeden Tag auf einem Spaziergang an einem warmen Sommertag fühlte er ein ungekanntes Gefühl von Sicherheit und Unbeschwertheit- das perfekte Gegenmittel für Panik und Unsicherheit.

    Eines Tages, als ich mit ihm die Route abging, fanden wir eine kleine alte Bronzemünze. Da kam mir eine Idee. Mir war die H-E-A-L- Methode damals schon bekannt und berichtete ihm davon. Jeden Tag, wenn er den Spaziergang machte, hielt er nun wenige Sekunden an um in den 10 bis 15 Sekunden wirklich in dieses Gefühl einzutauchen, während er die Bronzemünze fest in der Hand hielt.

    Jedes Mal, wenn in der Folgezeit Angst hochkam, hielt er die Münze, die er seitdem immer in seiner Jackentasche trug, in der Hand und erinnerte sich an die Sicherheit, die er während des Spaziergangs gefühlt hatte und konnte so langfristig die Panikattacken abschwächen und beruhigen, da er die Münze als Anker der Sicherheit neuronal mit den positiven Emotionen des Spaziergangs im Sommer verknüpft hatte.

    Es gibt weitere machtvolle Werkzeuge um negative Erinnerungen abzumildern. Beispielsweise war ich letztens bei einem Kumpel zuhause zu Besuch. Als ich die Tür aufmachte, kamen mir direkt zwei Hund entgegen gesprungen mit einer solchen Freude und Herzlichkeit, als ob ich der verlorene Sohn, wäre, den sie Jahre lang nicht gesehen haben. Natürlich habe ich angefangen zu lachen und habe diese erstaunliche unkonditionierte Liebe der Hunde wert geschätzt.

    In diesem Moment kam mir in den Kopf kurz mental in diesem Moment zu bleiben und es nutzen um eine unangenehme und schmerzvolle Zurückweisung aus meiner Vergangenheit zu heilen. Mittlerweile kann ich immer, wenn ich an diese Zurückweisung denke gleichzeitig auf diesen Moment der Freude zurückgreifen und durch häufige Wiederholung habe ich mir dies positive Erfahrung ankonditioniert, sodass die Erinnerung an die damals schmerzvolle Konditionierung abgemindert ist.

    Es kann sich zunächst seltsam anfühlen zwei Dinge gleichzeitig im Kopf zu halten. Wie zu Beginn erwähnt: Halte das positive intensive Bildmaterial im Vordergrund und das negative nur im Hintergrund. Wenn das Negative zu stark wird, lass es fallen wie ein heiße Kartoffel. Wir wollen diesen Prozess zu unserem Vorteil nutzen. Gerade deshalb ist es wichtige Erinnerungen zu wählen, die dich stärken, unterstützen und nähren.

    Mein Ziel ist es nicht zu dieser Technik zu überreden. Keineswegs. Probiere es aus und entscheide selbst, ob du langfristig Vorteile davon hast- wenn nicht kannst du jederzeit mit dieser Gewohnheit aufhören.

    Wenn wir ehrlich sind, läuft das Leben nicht immer so, wie wir es uns vorstellen und kann manchmal echt grausam sein. Menschen, wie ich, die noch nie ein Kindheitstrauma oder den Verlust eines Kindes erlebt haben, können sich nicht vorstellen, wie schmerzhaft diese Ereignisse sind, aber trotzdem muss das nicht das Ende der Geschichte sein.

    Trivial, aber wahr: Neue positive Erfahrungen können uns helfen alte Traumata hinter uns zu lassen- selbst solche, die uns seit der Kindheit verfolgen. Selbst in den schlimmsten Momenten und Situationen können kurze Momente des Glücks den Schmerz heilen. Das klingt zwar nach einem esoterischen Versprechen, aber ist durch die Neurowissenschaft belegt.

    Glück auf Abruf, um das Gehirn positiv zu programmieren

    Freude

    Es gibt immer etwas für das wir dankbar sein können und dessen Gegenwart wir zu unserem Vorteil nutzen können. Hier ein paar Beispiele:

  • Was ist gerade im Moment gut, wenn du dich wirklich darauf fokussierst und etwas finden müsstest?
  • Teile das Glück mit anderen
  • Erinnere dich an Momente aus deiner Vergangenheit, für die du extrem dankbar bist
  • Schreibe 3 Dinge auf, die diese Woche gut gelaufen sind
  • Wünsche anderen Menschen (gedanklich) von Herzen, dass sie glücklich sind
  • Sieh das Leben und jeden Tag als Möglichkeit und Chance
  • Gute Dinge sind überall um uns herum- auch wenn das Leben hin und wieder schwierig zu sein scheint. Jeden Tag geht die Sonne auf, lächelt uns jemand an oder riecht das Essen gut. Jeden Tag hast du zum Großteil die Wahl, mit welchen Gedanken wir uns beschäftigen und auf was wir unseren Fokus richten.

    Genauso wie du in Freunden und Leuten, die dir wichtig sind, positive Emotionen hervorrufen kannst, kannst du dir auch selbst die Möglichkeit und die Macht geben den positiven Emotionen mehr Raum zu lassen.

    Selbst inmitten von harten Zeiten und Schmerz ist es gewöhnlich die innere Macht einen positiven Gedanken, eine andere Wahrnehmung, Emotion und Aktion zu entflammen, die Treibstoff gibt.

    Mehr dazu kannst du dir auch in meiner Episode mit dem Namen" Freude auf Abruf" anhören:

    Die Hauptnachricht dieses Beitrags ist: Wir können unser Gehirn durch Neuroplastizität auf das Positive programmieren und damit unsere Lebensqualität drastisch erhöhen. Auch wenn es evolutionär in uns verankert ist einen negativity bias zu haben, können wir lernen die ganzen positiven Dinge in unserem Leben wahrzunehmen und zu genießen. Es geht nicht darum negative Emotionen loszuwerden- das ist gar nicht zielführend- sondern darum mehr Freude und Dankbarkeit in unser Leben zu lassen.

    Das Gehirn, auf das umprogrammieren, was gut für uns ist

    Ein Schlüssel ist es das lieben zu lernen, was gut für uns ist, obwohl du sie vielleicht nicht gerne machst. Objektiv gesehen ist es Schmerz im Fitnessstudio oder bei einem anderen Sport zu schwitzen und sich anzustrengen, aber trotzdem verknüpfen viele Menschen ein positives Gefühl daran sich und ihren eigenen Schweinehund besiegt zu haben und auch die Hormone, die nach dem Sport ausgeschüttet werden, verstärken diesen Effekt.

    Klar könntest du Willenskraft nutzen und dich jedes Mal quälen, aber das ist eher schwer durchzuhalten.

    Wenn du beispielsweise lernen möchtest das Piano zu spielen, kannst du ebenso die HEAL- Methode anwenden um ein gewisses positives Gefühl daran zu knüpfen. Während du spielst, macht es Sinn deine Aufmerksamkeit immer wieder darauf zu fokussieren, was sich gut anfühlt und ein Gefühl von Erfüllung, Selbstwertgefühl, Genugtuung und Spaß zu fokussieren. Wenn du dann das Piano spielst und dabei gleichzeitig die Aufmerksamkeit darauf richtest, welche Erfüllung und Belohnung du davon bekommst, beginnst du beides neuronal zu verknüpfen.

    Das Wissen allein reicht nicht. Nur die Umsetzung gibt die Ergebnisse. Hier noch ein paar Übungen für deine Umsetzung.

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    2 Comments

    1. […] davon handelt die H-E-A-L- Methode. Es muss kein Lottogewinn sein, sondern es kann auch die Freude des Morgenkaffees, die Beendigung […]

    2. […] Damit hilft die Psychotherapie vielen Menschen mit ihren Problemen umzugehen und das Gehirn dann mittels der Neuroplastizität zu programmieren, so dass die Patienten weniger Ängste oder andere negative Gefühle mit einer bestimmten […]

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