Warum Glück VOR dem Erfolg kommt- 6 bahnbrechende Erkentnisse der positiven Psychologie, die wir nie in der Schule lernen durften

Eine Geschichte über die erstaunlichen Erkenntnisse der positiven Psychologie

Im antiken Ägypten gab es Malereien und Schriften, die von einer mystischen Kreatur sprachen- halb Zebra und halb Giraffe. Als britische Forscher diese Malereien fanden bezeichneten sie dieses Geschöpf als afrikanisches Einhorn- ein Fabelwesen, das biologisch unmöglich ist.

Auch kongolesische Ureinwohner berichteten so ein Tier im Wald entdeckt zu haben. Westliche Wissenschaftler reagierten jedoch nur mit Spott und Arroganz auf diese Entdeckung. Eine Paarung von Giraffen und Zebras sei biologisch unmöglich.

Im Jahre 1901 stieß Sir Harry Johnston auf ein Volk vom pygmäischen Ureinwohnern, die von einem deutschen Forscher gefangen halten wurden. Er kaufte sie frei, woraufhin sie ihm aus Dankbarkeit Schädel des „afrikanischen Einhorns“ schenkten. Als Johnston nach Europa zurückkam wurde er für seine Entdeckungen bloß verspottet.

Doch dann im Jahr 1918 wurde ein sogenanntes Okapi (eine Mischung aus Giraffe und Zebra ) auch in europäische Zoos gebracht. Und diese mystischen afrikanischen Einhörner waren gar nicht mehr so mystisch. Es war einfach eine bisher noch nicht bekannte Spezies gewesen.

Okapi

Du wirst dir jetzt vielleicht sagen : Interessante Geschichte, aber wie zur Hölle hilft mir das weiter und was soll ich daraus lernen ?

In den 1970- ern behauptete der Dalai Lama, dass pure Gedanken die Gehirnstruktur ändern kann. Auch diese Theorie wurde von westlichen Wissenschaftlern nur belächelt. Im Verlauf des ganzen 20. Jahrhundert blieb die These bestehen, dass unsere Gehirne weitgehend nach der Kindheit keine größere Veränderung mehr zeigen.

Doch mittlerweile ist die Studienlage eindeutig. Es gibt einen Prozess namens Neuroplastizität, der besagt, dass sich das Gehirn permanent im Wandel befindet und jederzeit Änderung des Gehirns vorgenommen werden- abhängig von den Umweltreizen.

Neben den neusten Erkenntnissen aus der Neurowissenschaft, dass wir unser Gehirn nach unseren Vorstellung formen können und positive Änderungen vornehmen können, sind auch die Ergebnisse aus der positiven Psychologie fast revolutionär.

Genau wie das mystische "afrikanische Einhorn- das Okapi" blieb oder bleibt es den meisten verborgen. Du fragst dich wahrscheinlich, warum solche revolutionären Ergebnisse, die uns helfen unsere Glückslevel langfristig anzuheben und eine deutlich bessere Lebensqualität zu haben, nicht an die Öffentlichkeit gelangen.

Es ist nicht so, als ob die Erkenntnisse vor der Öffentlichkeit versteckt gehalten werden. Nur wenige nehmen sich jedoch die Zeit die zugegebenermaßen langweiligen Studien durchzuarbeiten und auch die Medien fokussieren sich eher auf die Verbreitung von Angst und Terror als uns über die neusten und positiven Ergebnisse aus der Neurowissenschaft zu informieren.

Neuroplastizität

Ich werde dir aber nicht erzählen, dass du einfach nur fröhliche Smileys malen und negative Gedanken und Schwierigkeiten weg wünschen kannst bzw. vorspielen sollst, dass sie nicht existieren. Es geht nicht darum eine Illusion zu glauben, sondern wirklich auf wissenschaftlicher Basis zu verstehen, warum Glück und Optimismus vor dem Erfolg kommt.

Erfolg ohne Erfüllung ist die höchste Form der Niederlage.- Tony Robbins

Warum wir einen Fokus aufs Negative haben (Negativity bias )

negativity bias

Unsere menschlichen Vorfahren mussten, um ihr Überleben zu sichern besonderen Wert auf lebensdienliche Dinge, wie Unterkunft, Nahrung und Fortpflanzung Acht geben. Was aber noch wichtiger war, war es von den Dingen weg zu kommen, die das Leben bedrohen könnten (Fressfeinde, Unterernährung und Aggression von anderen Menschen).

Diese Dinge haben von einem evolutionären Standpunkt aus gesehen eine höhere Dringlichkeit. Logisch ! Wenn du heute keine Nahrung findest, kannst du das morgen nachholen, aber wenn du heute einen Fressfeind unterschätzt, bekommst du morgen keine zweite Chance mehr.

So haben diejenigen, die sich vorsichtiger verhalten haben eher überlebt und haben sich eher reproduziert. Und Voilà: Viele Tausende Generationen später sucht unser Gehirn immer noch eher nach Gefahren um zu überleben anstatt die positiven Aspekte des Lebens zu betrachten.

Der einzige Psychologe, der jemals einen Nobelpreis gewonnen hat ,Daniel Kahneman, fand sogar heraus, dass in intimen Beziehungen die Rate von positiven zu negativen Ereignissen eine Rate von 5:1 haben muss, damit ein negative Ereignis ausgeglichen wird.

Es macht also aus evolutionärer Sicht Sinn eine Tendenz zur Negativität zu haben. Doch in unser modernen Zeit, die beinahe frei von wirklich lebensbedrohlichen Situationen ist, ist dieser negativity bias eher negativ, wenn es um unser Glücksempfinden geht.

Die Tendenz zum Negativen (negativity bias) in der Psychologie

Das spiegelt sich auch im Bereich der Psychologie wieder. Der Fokus wird fast ausschließlich darauf gesetzt Ausnahmefälle, wie Schizophrenie und co. zu erforschen anstatt sich darauf zu fokussieren, wie man positive Denk- und Handlungsgewohnheiten in seinem Leben integrieren kann und die Lebensqualität damit anheben kann.

Denn nur, weil jemand keine Panikattacken, Depressionen oder Angstanfälle hat, heißt es noch lange nicht, dass er wirklich glücklich ist. 1998 gab es 17 Mal so viele Studien zur Depression und psychischen Krankheiten im Gegensatz zu Studien zu Glück, Wohlbefinden und Freude. Die Nachrichten betonen diesen Fokus aufs Negative zusätzlich.

Doch wir wollen heute in die Fußstapfen von Martin Seligman (dem Vater der positiven Psychologie) und co. treten und uns darauf fokussieren, welche Denkmuster und Maßnahmen in den Leben der Menschen einen wirklichen Unterschied machen und sie ein erfüllteres und glücklicheres Leben führen lässt.

Gerade weil unsere Gehirne darauf ausgelegt sind in einem positiven Zustand die besten Leistungen zu vollbringen, haben wir beinahe schon die Verantwortung die Ergebnisse aus der positiven Psychologie zu verbreiten und damit ein erfüllteres und glücklicheres Leben zu führen.

Warum Erfüllung VOR Erfolg kommt - Die 7 unbekannten Prinzipien der positiven Psychologie

Erkenntnis #1 der positiven Psychologie : Der Glücks- Vorteil- Wie Glück dir und deinem Gehirn einen unfairen Vorteil gibt

erfolg glück

Psychologen haben schon lange vermutet und auch bewiesen, dass negative Emotionen unsere Fähigkeit zu denken und zu handeln negativ beeinflusst. Doch es ist deutlich wenig verbreitet, dass alleine eine positive und glückliche Grundeinstellung ungeahnte Kräfte in unserem Gehirn freisetzt und dafür sorgt, dass wir deutlich mehr Chancen und Möglichkeiten in unserem Leben erkennen.

Logisch! Denn wenn wir positive Emotionen empfinden wird ein Cocktail aus Dopamin und Serotonin ausgeschüttet, der nicht nur dafür sorgt, dass wir uns gut fühlen, sondern auch unsere Leistungsfähigkeit enorm anhebt und sich in jedem Bereich unseres Lebens positiv manifestiert.

Heute ist die Hoffnung weit verbreitet, dass wir nur genug Erfolg und Geld anhäufen müssen und dann eines Tages das Glück folgt. Das Motto ist häufig: Arbeite hart und du wirst erfolgreich sein und dann- erst dann folgt das Glück.

Kognitiv wissen wir alle, dass diese Formel nicht aufgeht, aber wir handeln trotzdem so, weil viele den Erfolg mehr wertschätzen als ihr Glück.

Was ist, wenn ich dir sage, dass es sogar genau anders herum ist. Mehr als 10 Jahre Recherche in der Neurowissenschaft und der positiven Psychologie belegen sogar, dass Erfolg sogar von Glück und Optimismus gefördert wird.

Auch die Studienlage ist in Bezug auf dieses Thema eindeutig. Beispielsweise wurden die Level und die Anzahl an positiven Emotionen bei insgesamt 272 Angestellten derselben Firma über einen Zeitraum von 18 Monaten gemessen. Diejenigen, die ein höheres Level an als positiv empfundenen Emotionen hatten, waren deutlich erfolgreicher in ihrem Beruf und haben auch signifikant mehr verdient.

Ganz wichtig ist jedoch zu wissen, dass diese erfolgreichen Leute Glück nicht als Belohnung für ihren Erfolg und ihre Errungenschaften ansahen, sondern, dass sie gerade wegen ihrem empfunden Glück die Fähigkeit hatten auch ihren Erfolg auf die nächste Stufe zu bringen.

Doch dieses Glück ist nicht etwas, das nur für Auserwählte bestimmt ist, sondern einfach nur eine Einstellungs- und Übungssache ist. Dadurch kann jeder lernen sein Leben auf die nächste Stufe zu bringen.

Wie messen Wissenschaftler Glück ?

Es ist im Prinzip vereinfacht gesagt die Kombination von positiven Emotionen und einem tieferen Sinn und einer tieferen Bedeutung. Martin Seligman greift als Vater der positiven Psychologie greift Aristoteles Prinzip eudaimonia auf und vergleicht menschliches Glück ebenfalls mit einer Art des menschlichen Wachstums und Aufblühens auf.

Das Ganze ist auch von der Studienlage gestützt. Glück und Erfüllung hat nicht nur mit lächelnden gelben Smileys und Regenbögen zu tun, sondern ist deutlich komplexer. Es beeinhaltet ebenfalls das Streben das eigene Potenzial auszuleben.

Barbara Fredrickson erklärt in ihrer “Broaden and Build Theory ", dass geprimete- das heißt vorher durch eine positive Emotion stimulierte Menschen eine größere Bandbreite an Gedanken und Emotionen zeigten als die andere Gruppe, die auf Angst oder Wut geprimet war.

Das Glück gibt uns sogar einen Vorteil durch die Ausschüttung von Dopamin und Serotonin, die uns nicht nur gut fühlen lassen, sondern auch die Zentren im Gehirn, die mit dem Lernen neuer Informationen assoziiert sind, deutlich stärker aktiviert. Das Ergebnis sind deutlich mehr neuronale Verbindungen, die uns erlauben komplexere Denkprozesse auszuführen.

Bessere Leistungsfähigkeit durch Wackelpudding zum Frühstück

Auch bei Kindern ist dieser Primingeffekt sehr hilfreich : Der ersten Gruppe von Kindern wurde die neutrale Aufgabe gegeben verschieden förmige Blöcke zusammen zu setzen.

Die zweite Gruppe dagegen wurde gebeten kurz vorher an etwas zu denken, das sie glücklich macht. Da sie vermutlich weniger auf Beförderung in ihrer Karriere und den Hochzeitskuss zurückblicken konnten, haben sie sich vermutlich an das letzte Mal erinnert, als es Wackelpudding zum Frühstück gab.

Fakt ist, dass diese die Aufgabe deutlich schneller und mit weniger Fehlern lösten. Dieselben Ergebnisse lassen sich aber auch in zahlreichen Studien mit Erwachsenen wiederfinden.

Laut Barbara Fredrickson - einer der führenden Köpfe in ihrem Forschungsbereich - ist es zwar ein gutes Ziel die Zukunft zu planen und langfristiges Glück zu verfolgen, aber das Verrückte dran ist, dass wir gerade das erreichen, wenn wir uns darauf konzentrieren, wie wir uns von Tag zu Tag fühlen.

Erkenntnis #2 der positiven Psychologie: Der Angelpunkt und der Hebel- Warum das Mindset eine Rolle spielt

Ich habe mich in die Psychologie schon in meiner Kindheit verliebt. Du musst wissen, dass ich ein enorm ungeschicktes Kind war, das immer wieder versehentlich mit Leuten beim Sport zusammengestoßen bin und sie beim Fußball aus Versehen über den Haufen gerannt habe.

Das hat mir später auch den Namen Terrier eingebracht. Auch heute werde ich von einigen Leuten noch ausschließlich mit diesem Namen angesprochen, die vermutlich schon meinen echten Vornamen vergessen haben. Aber ich schweife ab.

Der Punkt ist, dass mir schon damals aufgefallen ist, dass ich die Wahrnehmung ihres Schmerzes verändern kann, indem ich ihren Fokus verändere.

Du hast es vermutlich auch schon einmal gesehen, dass ein Kind das andere zum Lachen bringen möchte, um es vom Schmerz abzulenken, um nicht in den Konflikt mit den Eltern zu geraten.

Was ich dir damit eigentlich sagen will ist, dass wir Individuen sind, die nur ein begrenzten Teil unser Ressourcen brauchen um die Welt um uns herum wahrzunehmen. Gerade weil die Ressourcen unseres Gehirns limitiert sind, können wir durch unseren Fokus zwar nicht verändern, wie die Welt ist, aber doch, wie wir sie wahrnehmen.

Auch beim Glück geht es nicht darum uns selbst zu belügen und die Augen vom Negativen abzuwenden, sondern unsere Wahrnehmung so zu formen, sodass wir aus allen Umständen etwas Positives herausziehen können.

Unser Gehirn muss sich also entscheiden, ob es unsere limitierten Kapazitäten also auf Stress und Negativität oder auf Optimismus und Glück lenkt. Beides geht nicht.

Was Archimedes Hebelgesetz mit unserem Glück und Erfolg zu tun hat

Archimedes Hebelgesetz

Dieses Prinzip lehrt uns, wie wir unser Mindset (Angelpunkt) auf eine Art und Weise anpassen können, die uns die Macht (Hebel) gibt, erfüllter und erfolgreicher zu sein.

Gebt mir einen festen Punkt im All, und ich werde die Welt aus den Angeln heben.

- Archimedes

In der Technik werden Hebel als mechanische Kraftwandler genutzt. Dabei gibt es immer einen Dreh- und Angelpunkt, der bei einer Wippe auf dem Spielplatz auffällig ist. Übergewichtige Kinder können sich näher an den Drehpunkt setzen und dadurch mit leichteren Kameraden ins Gleichgewicht kommen.

Je länger Hebelarme werden, desto brachialer sind mögliche Anwendungen.
Das Verrückte ist, dass unsere Gehirne genau so funktionieren. Unsere Macht unser Potenzial zu maximieren it primär von 2 Faktoren abhängig: 1. die Länge unseres Hebels (d.h. wie viel potenzielle Macht wir in uns selbst für möglich halten) und 2. unser Mindset , mit dem wir die Macht generieren können uns zu ändern.

Wenn wir den Angelpunkt (unser Mindset) zu einem negativen Punkt verschieben, wird es deutlich schwieriger vom Boden ab zu heben. Indem wir den Hebel unser Möglichkeiten verändern, können wir auch verändern, was für uns möglich ist. Um die Metapher zu vollenden : Es ist nicht unser Gewicht (unser Talent), was zum Erfolg und zur Erfüllung führt, sondern nur der Hebel und der Angelpunkt, auf die wir beide Einfluss haben.

Warum dein Mindset und dein Glaubenssystem eine Rolle spielt

In einem Experiment von 1979 wurde eine Gruppe von 75 Jährigen in einem Umfeld isoliert, das darauf abzielte das Gefühl zu rekreieren im Jahr 1959 zu leben. Die Gruppe der alten Menschen wurde gebeten sich so zu verhalten als ob sie wirklich 20 Jahre jünger wären.

Jetzt das Verrückte. Sie zeigten enorme Verbesserungen in der physischen Stärke, Haltung, Wahrnehmung, kognitiven Leistungsfähigkeit und dem Kurzzeitgedächtnis.

Kurz gesagt: Durch die Änderung des Glaubenssystems änderten sich auch ihre Fähigkeiten im Alltag. Das Mindset spielt also eine entscheidene Rolle in unser Selbstwahrnehmung und unser Rolle in dieser Welt.

Auch das lässt sich wieder 1:1 auf das Glück übertragen. Ein positives Glaubenssystem zu haben, kann auch zu wirklichem Glück und verbesserter Performance führen. Die erfolgreichsten, glücklichsten und erfülltesten Menschen nehmen beispielsweise ein Mindset an, das sie ihre Arbeit wertschätzen lässt und sie dadurch fokussierter und mit mehr Leidenschaft arbeiten lässt, was sich zweifelsohne in den Leistungen und dem Erfolg widerspiegelt.

Früher hatte ich eher das andere Problem. Zeit, die nicht mit der Arbeit verwendet wurde, habe ich beinahe schon als Zeitverschwendung angesehen. Es mag verrückt klingen, aber selbst Zeit mit Freunden, bei meinen Hobbies oder Ruhe konnte ich nicht genießen, weil e in meinem Kopf als "unproduktiv bewertet wurde.

Wenn mein Gehirn Dinge, die mir gut tun- wie Schlaf, soziale Kontakte und Sport" als unproduktiv wahrnimmt, beraube ich mir selbst der eigenen Vorteile. Doch wenn wir den Angelpunkt (wie eben beschrieben) versetzen, können wir Freizeit als etwas ansehen, das uns hilft unseren Tank neu auf zu laden und mit anderen wertvolle Beziehungen einzugehen. So können wir diesen Hebel der Macht wieder nutzen um ausgeruht und voller Stärke zurück zu kehren.

Glück kreieren statt nach Glück streben

Wenn wir den Studien Glauben schenken dürfen, können wir unsere Leistung dramatisch verbessern, wenn wir die Art und Weise verändern, wie wir uns und unsere Arbeit wahrnehmen.

Stell dir einmal folgende Situation vor: Zwei Hausmeister arbeiten an einer Grundschule. Währende der erste sich darauf fokussiert, dass er den ganzen Müll der Kinder beseitigen muss, glaubt der andere, dass er zu einer sauberen und gesünderen Umwelt für die Kinder und allgemein für die Stadt beiträgt. Beide tun den ganzen Tag dieselben Dinge, aber ziehen eine vollkommen andere Erfüllung aus dem Alltag.

Versuche einmal folgende Übung: Drehe ein Stück Papier horizontal und schreibe auf die linke Seite eine Aufgabe, die du regelmäßig machen musst und die für dich wenig Sinn und Bedeutung hat. Frage dich dann: Was ist der Sinn hinter dieser Aufgabe ? Zu was wird sie führen ?

Mach nun einen Pfeil nach rechts und schreibe deine Antwort auf. Wenn es für dich immer noch nicht zu einer sinnvollen Bedeutung führt, mache es so lange, bis du das größere Bild sehen kannst und eine Persönliche Bedeutung daraus schöpfen kannst.

Du kannst dir sogar damit eine gewisse Motivation für die Steuererklärung geben. Du unterstützt im weiteren Sinne Menschen, die wirklich Hilfe brauchen und rettest damit Leben, sorgst für den Bau von Schulen und damit für eine bessere Zukunft für die nachfolgende Generation.

Du kannst den besten Beruf der Welt haben, aber wenn du aus diesem keine Bedeutung gewinnen kannst, wird es schwer Spaß daran zu haben- egal ob du Fußballprofi oder Supermodel bist.

Erkenntnis #3 der positiven Psychologie: Der Tetris- Effekt - Wie du dein Gehirn darauf trainierst die Chancen und Möglichkeiten zu sehen

Tetris Effekt

Vielleicht konntest du dich schon mit dem Fakt anfreunden, dass unser Mindset große Macht besitzt. Unser Verstand such permanent nach Mustern um die Wellt zu verstehen und es sich einfach zu machen.

In einer Harvardstudie bezahlten Forscher beispielsweise 27 Leute um mehrere Stunden am Tag über mehrere Tage Tetris zu spielen. Ein Traum mit erstaunlichen Ergebnissen.

Nach einen paar Tagen entwickelten die Teilnehmer beinahe Zwangsneurosen und hatten den Drang die Müsliboxen im Supermarktregal zu ordnen und stellten sich vor wie sie die Gebäude in ihrer Umgebung bewegen müssten, um sie in eine Linie zu bringen und anzuordnen- wie bei Tetris.

Der positive und der negative Tetriseffekt

Es lässt sich innerhalb dieses Effektes aber auch noch einmal eine Unterscheidung vornehmen. Man unterscheidet zwischen dem positiven und dem negativen Tetriseffekt.

  • Der negative Tetriseffekt

  • Dieser tritt ein, wenn das Gehirn in bestimmten Mustern feststeckt, die deine Erfolgschancen mindern. Dieser ist auch dafür verantwortlich, dass einige Leute selbst in den schönsten Momenten noch einen Grund finden sich zu beschweren.

  • Der positive Tetriseffekt

  • Im Gegenteil dazu steht der positive Tetris- Effekt, der dafür sorgt, dass das Gehirn nach Chancen und Möglichkeiten scant. Um es kurz zu sagen: Je mehr positive Emotionen dein Gehirn erfährt, desto optimistischer wirst du. Optimistischere Personen stecken mehr Zeit und Aufwand in die Erreichung der Ziele als ihre pessimistischen Gegenparts und setzen mehr um, wie Studien belegen. Und mehr Handeln heißt im Umkehrschluss oft mehr Erfolg.

    Heißt das, dass Tetris kurzfristig abhängig macht ? Absolut nicht. Der Tetris-Effekt stammt von einem ganz natürlichen Prozess unseres Gehirns, der immer wieder bestimmte Auslöser und Reize verarbeitet. Wir bleiben mental in einem Zustand namens “cognitive afterimage” stecken.

    Das gilt aber nicht nur für Videospiele, sondern auch für die Modelle, mit denen wir die Realität sehen. Wir alle stecken der einen oder anderen Tetris-Matrix fest- einem bestimmten Muster des Denkens und Verhaltens.

    Der eine Freund, der sich immer beschwert unabhängig davon, wie gut es ist => Tetrismatrix

    Der Fußballverrückte, der jede Dose auf dem Boden nutzt um sei Bedürfnis nach dem Sport aus zu leben => Tetrismatrix

    Aber auch derjenige, der immer gut gelaunt ist und die beeindruckende Fähigkeit hat au jedem Übel etwas Positives zu ziehen => Tetrismatrix

    Die Welt dauernd nach negativen und bösen Muster zu scannen, kostet uns häufig ein Großteil unseres Glücks. Es unterdrückt unsere Lebensqualität und Kreativität und vermindert unsere Chancen unsere Ziele zu erreichen, indem sie unsere Motivation unterdrückt.

    Beispielsweise haben Juristen eine 3,6 Mal höhere Wahrscheinlichkeit eine Depression oder eine andere psychologische Krankheiten zu entwickeln,weil sie auch in ihrem Job immer nach Fehlern suchen müssen.

    Dein Gehirn als Spamfilter

    Wir werden auf täglicher Basis mit einer Vielzahl von Aufgaben bombardiert, die um unsere Aufmerksamkeit kämpfen. Deshalb hat unser Körper vereinfacht gesagt eine Art Filter (RAS), das ähnlich wie beim E-Mailpostfach alle Spamnachrichten blockt.

    Wissenschaftler gehen davon aus, dass nur eine von 100 Informationen, die wir empfangen, behalten wird. Der Rest wird einfach ausgefiltert. Alles schön und gut, aber leider können wir diesem neuronalen Filter nicht immer anvertrauen zu wissen, was gut für uns ist.

    Er eliminiert nur das, auf was er programmiert ist. Wenn wir unser Gehirn darauf programmiert haben das Positive zu eliminieren, haben wir eines Tages nur Kettenbriefe und Rechnungen in unserem Postfach.

    Die Macht des positiven Tetris-Effekts

    Wenn unsere Gehirne auf die positiven Dinge ausgerichtet sind, profitieren wir von 3 extrem wertvollen Werkzeugen : Glück, Dankbarkeit und Optimismus. Der Mechanismus und die Wirkung von Glück ist uns bekannt. Je mehr Positives wir wahrnehmen, desto besser fühlen wir uns und desto besser performen wir auch bei der Arbeit.

    Der zweite Mechanismus, der hier an der Arbeit ist, ist Dankbarkeit. Dankbarkeit ist das Gegengift gegen alle Gefühle des Hasses, der Angst und der Verknappung. Auch die Studien belegen, das sich diese Dankbarkeit ebenfalls auch auf andere Lebensbereiche überträgt und positiv auf unser allgemeines Wohlbefinden und unsere zwischenmenschlichen Beziehungen überträgt.

    Die dritte Säule ist der Optimismus. Neben den offensichtlichen Vorteilen zeigt die Forschung auch, dass Optimismus sich auch in großem Maße auf die Arbeitsleistung auswirkt. Optimisten setzen sich mehr Ziele und erreichen sie auch eher, da sie mehr Aufwand investieren, um die gewünschten Resultate zu erhalten.

    Besonders eine Studie geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Eine Studie von Richard Wiseman, den wir schon aus dem Beitrag " Glücklicher in 59 Sekunden" kennen, zeigt das es sogar unser Glück- Glück im Sinne von einem Lottogewinn- beeinflusst.

    In der Studie lasen Freiwillige eine Zeitung und sollten die Anzahl der Fotos zählen. Diejenigen, die im Vorhinein behaupteten Glück zu haben, erfüllten diese Aufgabe in wenigen Sekunden, während die anderen ungefähr 2 Minuten brauchten. Aber warum ?

    Auf der zweiten Seite war eine sehr Große Nachricht : " Hör auf zu zählen. Es sind 43 Bilder in dieser Zeitung." Das Erstaunliche war, dass diejenigen, die sich selbst als Pechvögel bezeichneten deutlich seltener diese Nachricht fanden.

    Und auch die zweite Nachricht in der Zeitung : " Hör auf zu zählen. Sag den Wissenschaftlern, dass du das gesehen hast und du gewinnt 250 $.” Auch diese Chance wurde von den selbst bezeichneten Pechvögeln seltener gesehen.

    Jeder hatte dieselben Möglichkeiten auf große Gewinne in ihrem Leben, aber manche hatte der Pessimismus blind gemacht.

    Der Harvardprofessor, der einen Polizeiwagen klauen wollte

    Der Hardvardprofessor Shawn Anchor berichtet ziemlich ähnliche Befunde aus eigener Erfahrung. Nachdem er in der Nacht davor bis 4 Uhr in der Nacht aufgeblieben war um ein Spiel namens Grand Theft Auto zu spielen, in dem es üblich war Autos zu stehlen, verspürte er in sich am folgenden Morgen einen extrem starken Drang das Auto zu stehlen.

    Wie im Spiel war sein Gehirn in dem Muster gefangen, das es aus dem Spiel kannte : Auto klauen, einen illegales Rennen fahren und dann die Belohnung in Form von Geld (im Spiel) erhalten. Obwohl es nur ein blödes Videospiel war, fühlte er sich doch stark dazu verleitet.

    Er packte sogar den Griff der Beifahrertür an. Die Tatsache, dass auf dem Sitz ein Polizeibeamter saß, störte ihn nicht. Schließlich hätte er einfach nur x drücken müssen, um ihn aus dem Wagen zu zerren.

    Zum Glück schaltete sich sein rationaler Verstand vorher ein und er ging nicht dem Muster nach, das vorher so lange geübt hatte. Damit entging der Zeitung eine Schlagzeile, wie : " Harvardprofessor stiehlt Polizeiauto und beteuert Unschuld, weil sein Gehirn in dem Muster eines Videospiels steckte ".

    Wie du von diesem Wissen profitieren kannst

    Genau wie der Verstand durch einige Tage konzentrierten Trainings ein Videospiel meistern kann, können wir im Gleichen Maße auch unser Gehirn darauf programmieren mehr Möglichkeiten und Chancen in unserem Umgebung wahr zu nehmen.

    Der schnellste Weg um dies zu erreichen, ist es jeden Tag 3 Dinge in dein Journal zu schreiben, die du an diesem Tag gut gemacht hast oder die allgemein gut waren. Man findet immer drei Dinge- selbst wenn es nur das Lächeln des Apothekers war.

    Es mag einfach und banal klingen, aber hat enorme Auswirkungen, da unser Gehirn die letzten 24 Stunden nach Positivem scant und so die neuronalen Verbindungen stärkt, wie die Studienlage beweist.

    In nur 5 Minuten am Tag können wir unser Gehirn darauf trainieren eher den Fokus auf Möglichkeiten zum persönlichen Wachstum zu richten anstatt auf Angst, Hass und Wut. Selbst Probanden, die nach einigen Wochen und Monaten stoppten, konnten noch immer signifikante Steigerungen des Glücks und des Optimismus vorfinden.

    Das ist natürlich kein Aufruf die rosa rote Brille auf zu setzen und sich vor Problemen zu erschließen oder deren Existenz zu verleugnen. Obwohl genereller Optimismus Vorteile hat, sollten wir aufpassen, dass er uns nicht blind macht.

    Erkenntnis #4 der positiven Psychologie: Wie Rückschläge dir positives Momentum geben

    Die geistigen Landkarten, die wir erschaffen

    Landkarte

    Das menschliche Gehirn kreiert konstant mentale Landkarten um uns zu helfen unseren Weg durch diese komplexe und sich ständig verändernde Welt zu navigieren. Diese Fähigkeit ist evolutionärer Natur.

    Als ich das erste einmal von diesen Studien gehört habe, war ich beinahe schon ein wenig sauer. Warum hatte ich bisher noch nie von diesen Ergebnissen gehört, obwohl sie so wertvoll sind. Ich bin ehrlich zu dir : Das Wissen darüber könnte Millionen von Menschenleben enorm verbessern.

    An sich ist diese Idee: "Was uns nicht umbringt, macht uns stärker!" antik und schon von den Stoikern gepredigt worden, aber erst in den letzten 25 Jahren kam dieses Phänomen zutage. Die Möglichkeit, dass aus einem Hindernis etwas Gutes hervorgehen kann, ist erst seit Kurzem auch durch Studien belegbar.

    Beispielsweise berichten viele Traumapatienten einen enormen Anstieg an Selbstbewusstsein und persönlicher Stärke und eine größere Dankbarkeit, nachdem sie eine schwierige Zeit in ihrem Leben hatten.

    Natürlich gilt das nicht für alle. Resilienz ist der entscheidene Faktor. Es geht um die positive Reinterpretation, von dem, was geschehen ist. Anstatt sich der Hilflosigkeit hin zu geben und das Problem und die Realität zu verneinen, blühen diejenigen, die die Situation akzeptieren und uminterpretieren, die einen enormen Wachstumsschub aus diesen vermeintlich schlechten Situationen gewinnen.

    Mehr zur zeitlosen Kunst Hindernisse in Chancen zu verwandeln, erfährst du in dieser Podcastepisode:

    Tal Ben-Shahar, ein Professor für positive Psychologie in Hardvard sagt so treffend:" Einige Dinge spielen uns nicht immer in die Karten, aber einige Menschen sind in der Lage das Beste aus dem Blatt an Karten zu machen, die ihnen ausgeteilt wurden."

    Eine einzige Situation kann immer von mehreren Standpunkten betrachtet werden. Nach einer Krise oder einer Niederlage verfolgt der Verstand meistens einem dieser Pfade.

    1. Unser Lieblingspfad ist es meistens mit einer Niederlage noch mehr negative Konsequenzen zu assoziieren und uns zu sorgen und beinahe in eine Negativschleife zu denken.

    2. Ein negatives Ereignis produziert keine Veränderung und alles bleibt beim Alten

    Doch der dritten Weg ist bei uns extrem unbekannt bzw. niemand hat uns jemals diese Chance eröffnet.

    3. Wir können Widerstand nutzen um stärker und fähige zu werden als wir jemals waren

    Den dritten Pfad zu finden ist der Unterschied zwischen den Leuten, die von einer Niederlage gelähmt sind und denen, die sich darüber erheben. Das liegt daran, dass wir nicht von den Ereignissen definiert werden, sondern selbst entscheiöden, welchen Wert wir ihnen beimessen.

    Beim Erfolg geht es nicht darum nie hin zu fallen, sondern eher um das Gegenteil- dich zu deinem höchsten Potential zu erheben und sogar durch die Rückschläge besser zu werden.

    Michael Jordan schaffte es nicht in das High School Basketballteam und ist als der beste Basketballspieler aller Zeiten in die Geschichte eingegangen. Walt Disney wurde aus seinem Job entlassen, weil er nicht kreativ genug war und baute ein bis heute bestehendes Imperium auf. Thomas Edison scheiterte 1000 Mal bevor er die Glühbirne erfand. Und das sind nur einige wenige Beispiele derer, die den 3. Weg gegangen sind.

    Oft ist es einfach uns vorzustellen, dass es da den Teufel gibt, der uns Schwierigkeiten bereitet anstatt zu realisieren, dass wir uns häufig selbst im Weg stehen.

    teufel

    Diabolos ist das antike, altgriechische Wort für Teufel. Wortwörtlich heißt es: Derjenige, der Schwierigkeiten / Widerstände in den Weg legt.

    Überprüfe deine Evaluierung

    Stell dir einmal folgendes Szenario vor: Du bist in einer Bank und dabei Geld abzuholen. Mit dir sind ungefähr 50 andere Leute in der Bank. Plötzlich betritt ein Räuber die Bank und feuert seine Waffe exakt einmal ab und trifft dich an der Schulter.

    Wenn du dieses Ereignis am nächsten Tag deinen Freunden beschreibst, würdest du es als glücklich oder unglücklich beschreiben. Meistens teilt es sich in einem Verhältnis von 70/30 auf. 70 % beschreiben das Ereignis als Pech, während die anderen 30 % es als extremes Glück bezeichnen.

    Es geht um dasselbe Event, aber die Interpretation sind jedoch sehr verschieden. Die 70 % sagten so etwas wie: Ich habe die Bank gesund betreten und wurde angeschossen. Das ist echt nicht das, was ich mir unter einer schönen Zeit vorstelle. Warum passiert das immer mir ?

    Und einer sagte sogar: " Dort waren mindestens 50 andere Menschen in der Bank und ausgerechnet ich wurde angeschossen. Dort war bestimmt einer, der es mehr verdient hätte angeschossen zu werden."
    Ich will mir kein Urteil erlauben, aber bei einer Antwort wie dieser bin ich mir da nicht so sicher.

    Die zu den 30 % gehörigen sagten dagegen etwas wie: " Das ist echt ein Glück, dass niemand anderes verletzt wurde. Da waren bestimmt 50 Leute in der Bank- sogar Kinder. und "Zum Glück wurde nur meine Schulter getroffen und nicht mein Kopf. Ich hätte Tod sein können."

    Im Englischen nennt man das einen "counterfact.” Dieser counterfact ist ein Alternativszenario, das unser Verstand entwickelt um der Situation eine Bedeutung zu geben. Das Interessante ist, dass diese counterfacts beide hypothetisch sind. Wir wählen aber, ob dieser Fakt uns hilflos macht oder uns ein Gefühl von Dankbarkeit und Stärke gibt.

    Erkenntnis #5 der positiven Psychologie: Kleine Kreise- Wie Fokus auf die kleinen Dinge dir ungeahnte Macht geben kann

    Einer der Hauptfaktoren, wenn es um unser Glück und unseren Erfolg geht, ist es, dass wir eine gewisse Kontrolle über unsere Zukunft haben. Diejenigen, die glauben, dass sei Einfluss auf das Endergebnis haben, zeigen erhöhte Glückslevel und haben auch mehr Erfolg in ihrem Beruf.

    Wahrscheinlich jeder kennt Zorro- ja ich meine den Typ mit der Maske. Zorro war nicht immer der harte Typ, der von Kronleuchter zu Kronleuchter gesprungen ist und 10 Männer mit einem einzigen Schwerthieb besiegt hat.

    Zu Beginn des Films sieht man ihn als jungen und ungestümen Alejandro, dessen "Temperament" eindeutig das Level seiner Geduld und Disziplin übersteigt. Doch obwohl er gute und edle Absichten hat, verliert er immer wieder die Kontrolle und scheitert aufgrund dessen.

    Eines Tages trifft der hilflose Alejandro jedoch auf den alten Schwertmeister Don Diego, welcher ihn unter seine Fittiche nimmt. Er verspricht, dass die Meisterung mit der Triumph mit der Zeit kommen wird. Er beginnt Alejandro’s Training, indem er einen kleinen Kreis in den Sand zieht und zwingt ihn Stunden um Stunden nur in diesem kleinen Kreis zu kämpfen.

    Don Diego sagt seinem Schützling: " Dieser Kreis ist deine Welt.- deine ganze Welt. Bis ich dir etwas anderes sage, existiert nichts außerhalb davon. ” Immer wenn Alejandro einen kleinen Kreis meistert, erlaubt Don Diego ihm größere und größere Freiräume.

    Er begann mit einem kleinen Kreis, aber wurde schließlich im Verlauf der Zeit zu Zorro- der Legende.

    Dein Zirkel der Kontrolle

    Es geht jedoch nicht um Zorro, sondern um dich ! Jedoch ist das Konzept von Zorros Kreis eine machtvolle Metapher wie wir unsere Ziele und Bedürfnisse in jedem Lebensbereich erreichen. Einer der wichtigsten Triebfedern in unserem Leben ist nämlich der Glaubenssatz, dass unser Verhalten eine positive Auswirkung zeigen kann und bildet damit einen Gegensatz zur gelernten Hilflosigkeit, die schnell zu einer Depression führen kann.

    Mehr dazu gibt es hier:

    Durch die Konzentration auf unseren Bereich der Kontrolle, gewinnen wir ein Gefühl von Kontrolle zurück, das wie eine Studie aus 2002 (durchgeführt mit 3000 Angestellten der National Study of the Changing Workforce ) berichtet, einen höheren Grad an Erfüllung in jedem Lebensbereich aufzeigen konnte.

    Um diesen schiere Menge an psychlogischen Studien zusammen zu fassen : Diese Zuwächse in Produktivität, Glück und Gesundheit kommen nicht ausschließlich daher, wie viel Kontrolle wir wirklich haben, sondern eher daher, wie viel wir glauben zu haben

    Denk daran: Die Art und Weise, wie wir die Welt erleben, wird enorm von unserem Mindset (VERWEIS) geformt. Kurz gesagt: Die meisten glücklichen und erfolgreichen Leute haben eher einen internen Locus der Kontrolle. Sie glauben, dass ihre Handlungen eine direkte Auswirkung auf die Ergebnisse haben.

    Neben den Befunden, dass Angestellte, die fanden, dass sie etwas Kontrolle über Deadlines hatten, eine 50 % geringere Chance von Herzkrankheiten hatten, sticht eine Studie besonders heraus :

    Es beschränkt sich nicht nur auf die Arbeitswelt. Alleine das tägliche Wässern einer Pflanze, das den Menschen in einem Altersheim ein gewisses Gefühl von Kontrolle gab, erhöhte bei Senioren nicht nur das Glückslevel, sondern ließ auch die Sterblichkeitsrate auf die Hälfte absinken.

    Verrückt! Es wird schwierig einen kleineren Kreis der Kontrolle zu finden als das Sorgen um eine Pflanze und trotzdem hat diese kleine Gewohnheit einen enormen psychologischen Effekt.

    Um heraus zu finden, warum müssen wir in unser Gehirn schauen.

    Der lärmende Affe und der Denker

    monkey mind

    Um diesen Beitrag nicht in eine Einführung in die Neurowissenschaft ausarten zu lassen, vereinfachen wir das Ganze einmal und nennen das limbische, emotionale System in unserem Gehirn den lärmenden Affen. Aber auch die
    Amygdala, die für die "Fight or flight"- Reaktion des Körpers verantwortlich ist und oft als Reptiliengehirn bezeichnet wird, ist beteiligt.

    Um die Funktion in zwei Sätzen zu beschreiben: Dieses System hat die primäre Funktion unser Überleben zu sichern. Wenn damals ein Säbelzahntiger aus dem Gebüsch gesprungen ist, hatten wir keine Zeit rational über die Lösung nachzudenken, sondern die Amygdala schlägt Alarm. Als Folge dessen wird unser Körper mit Adrenalin und Stresshormonen geflutet, die eine sofortige Reaktion hervorrufen.

    Die meisten täglichen Herausforderungen werden vermutlich besser vom rationalen Teil gelöst, aber unter Stress übernimmt der Affe unterbewusst, der bei einer Stressreaktion auf den Panikknopf drückt.

    Einer der führenden Psychologen im Bereich der emotionalen Intelligenz Daniel Goleman hat diese emotionale Überreaktion in unserem Körper studiert und deren Auswirkung auf unsere Arbeit und unser Glück. Selbst ein Fall der Wirtschaft kann ein enorm heftiger Auslöser für diese Reaktion sein und laut Neurowissenschaftlern sogar im Gehirn einen ähnlichen Effekt wie Todesangst haben.

    Gerade deshalb ist es wichtig einen starken internen Locus der Kontrolle zu haben. Eine Übung um diese Kontrolle zu gewinnen, ist es direkt nach dem Aufstehen das Bett machen um den Tag auf Erfolg zu primen.

    Kaizen

    Egal, wie oft du es von mir, Motivtionsredern oder Coaches gehört hast : Ausschließlich nach den Sternen zu greifen ohne unseren Kontrollbereich langsam, aber sicher zu erweitern, ist ein Rezept für Frustration.

    In Japan gibt es das Konzept des Kaizen. Während Kai für Wandel steht, heißt Zen so viel wie „zum Besseren“. Es geht also darum sich immer wieder neu zu erfinden und zu versuchen jeden Tag ein Stückchen besser zu werden. Ich bitte dich darum, dass du dich einmal auf diese Metapher einlässt.

    Wenn du jeden Tag auch nur einen Zentimeter vorankommen würdest, hättest du innerhalb eines Jahres schon mehr als 3,5 Meter hinter dich gebracht. Ist es nicht ein befreiender Gedanke, dass du dein Glück selbst in der Hand hast und eigentlich so einfach steuern kannst? Du wirst zwar niemals Perfektion erreichen , aber du glaubst nicht, was du mit kleinen Taten jeden Tag für Veränderungen schaffen kannst!

    Auch inspirierende Personen wie Anthony Robbins haben sich diesem Prinzip des lebenlangen Lernens verschrieben. Er nennt dieses Prinzip: CANI-Constant And Never Ending Improvement. Auch im Deutschen haben wir dafür kein passendes Äquivalent.

    Erkenntnis #6 Die 20 Sekundenregel - Wie du schlechte Gewohnheiten in gute verwandelst, indem du die Barriere verringerst

    Kognitiv wissen wir es alle : Wir sollten regelmäßig zum Sport gehen und uns nicht regelmäßig vom Smartphone beim Lernen ablenken lassen.

    Doch Allgemeinwissen ist nicht immer die Allgemeinpraxis. Warum scheitern wir also häufig, obwohl wir wissen, was wir zu tun haben ? Die Antwort ist: Wir verlassen uns auf unsere Willenskraft. Das Problem daran ist, dass Willenskraft immer begrenzt ist. Mit jeder Nutzung dieser schwindet diese.

    Unser Gehirn ist faul- sehr faul- und versucht, wo auch immer es kann Energie zu sparen.
    Für jede ungewohnte Tätigkeit. die wir noch nie gemacht haben, muss das Gehirn hochkonzentriert sein und braucht daher viel mehr Energie und Willenskraft. Das bedeutet : Je mehr du deine wertvolle Willenskraft anzapfst, desto weniger Willenskraft bleibt dir zur freien Verfügung für wichtige Dinge.

    Das ist auch ein Grund, warum wir die meisten irrationalen Entscheidungen, die wir später bereuen, abends bzw. nachts treffen. Unsere Willenskraft ist aufgebraucht und wir durchdenken unsere Pläne nicht mehr im Detail. Vielleicht ist es aber auch nur bei mir so.
    Kurz gesagt: Unsere Batterie der Willenskraft ist leer!

    Experiment zur Willenskraft- darum brauchen wir Gewohnheiten

    Eine Studie von Baumeister zeigt, wie leicht es ist, unsere Willenskraft zu schwächen.
    Die eigentliche Untersuchung wurde als Geschmackstest getarnt und die Teilnehmer sollten mit leerem Magen erscheinen. Auf dem Tisch im Versuchsraum stand sowohl eine Schale mit Radieschen als auch eine Schale mit duftenden Keksen.

    Nur einem Drittel der Teilnehmer wurde es gestattet, die dampfenden Kekse zu essen, während ein weiteres Drittel lediglich die Radieschen verputzen durfte. Das übrige Drittel der Teilnehmer diente als Kontrollgruppe.

    Das unlösbare Rätsel und die Rolle der Willenskraft

    Anschließend wurden die getesteten Personen in einen weiteren Raum geführt, wo sie ein Rätsel lösen sollten. Die Gemeinheit : Das Rätsel war unlösbar, weshalb die Teilnehmer zwangsläufig irgendwann aufgaben.
    Die Forscher stellten ja nach Gruppe jedoch einen großen Unterschied in der durchschnittlichen Versuchszeit fest. Woran lag das ?
    Wirklich bemerkenswert war folgende Beobachtung:

    Die Probanden der Keksfraktion hielten durchschnittlich 19 Minuten durch.
    Doch die Teilnehmer der Radieschen-Gruppe, denen der Genuss der Kekse verwehrt blieb, gaben schon nach durchschnittlich 8 Minuten auf.

    Roy Baumeister Studie

    Fazit

    Die Theorie, dass mentale Anstrengung unsere Willenskraft negativ beeinflussen kann, wird Selbsterschöpfung ( Ego Depletion) genannt:

    Wenn Baumeister mit seiner Theorie recht hat, dann ist unsere Fähigkeit zur Selbstkontrolle beschränkt. Sie ist abhängig davon, in wieweit unsere mentale Energie zum jeweiligen Zeitpunkt aufgebraucht ist.

    Wenn unsere Willenskraft einmal erschöpft ist, weil wir aktiv einer Versuchung widerstehen mussten, dann fehlt diese Willenskraft an anderer Stelle.

    Die Liste der Situationen und Aufgaben, die bekanntermaßen die Selbstkontrolle erschöpfen, ist lang und vielfältig. Bei allen geht es um Konflikte und die Notwendigkeit, eine natürliche Neigung zu unterdrücken. – Nobelpreisgewinner Daniel Kahneman

    Wie Aristoteles schon sagte, müssen wir um exzellent zu sein, nicht nur exzellent denken, sondern wir auch exzellent handeln. Nachdem du nun weißt, dass unsere Willenskraft begrenzt ist und du sie schützen solltest, können wir uns der viel interessanteren Frage widmen, wie wir das Wissen über die Willenskraft zu unserem Vorteil nutzen.

    Wir wollen ja nicht enden, wie die belgische Gesundheitsministerin, die zwar jahrelanges fundiertes Fachwissen im Bereich Ernährung hat, aber enorm übergewichtig ist. Vision ohne Aktion bleibt eine Illusion.

    belgische Gesundheitsministerin

    Der Schlüssel ist, wie wir schon so oft gehört haben, eine Gewohnheit . Wir unterschätzen häufig die enorme Wichtigkeit der Gewohnheiten in unserem Leben. Stell dir vor, dass du jeden Morgen aufs Neue entscheiden müsstest : Will ich Zähneputzen, oder nicht ? Will ich mir Klamotten anziehen, oder nicht ? Du musst bei diesen Dingen nicht die Pro und Contra Argumente abwägen. Zum Glück ! Das spart dir wertvolle Willenskraft.

    Wir sind das was wir wiederholt tun. Vorzüglichkeit ist daher keine Handlung, sondern eine Gewohnheit. - Aristoteles

    Wenn wir uns die heutigen Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft angucken wissen wir, dass Aristoteles Recht hatte. Elektrische Signale wandern die Bahnen entlang von Neuron zu Neuron und liefern eine gewisse Handlung oder einen gewissen Gedanken. Je häufiger und je regelmäßiger wir bestimmte Handlungen oder Denkmuster durchführen, desto stärker wird die neuronale Verknüpfung. Kurz gesagt: Das, was schwer war, wird einfach.

    Neuronen, die gemeinsam feuern, bilden eine gemeinsame Verbindung. (Hebb'sche Regel ) https://de.wikipedia.org/wiki/Hebbsche_Lernregel

    Willenskraft ist nicht der Weg

    Der Grund, warum Willenskraft so inaktiv ist, ist die Tatsache, dass sie wie eben erwähnt bei häufigem Gebrauch abnimmt. Auch wenn es intuitiv klingt, brauchte Roy Baumeister hunderte von Schokoladenkeksen um es wirklich auch wissenschaftlich nach zu weisen.

    Der Grund, warum wir nicht handeln, ist die Tatsache, dass Inaktivität die einfachste Option ist. Studien belegen, dass die Amerikaner sogar größere Schwierigkeiten haben Erfüllung und Glück in der Freizeit im Vergleich zur Arbeit zu finden. Auch wenn es auf den ersten Blick seltsam klingt, gebrauchen wir bei der Arbeit unsere Fähigkeiten, zeigen Engagement, bringen unseren Verstand an Grenzen und verfolgen unsere Ziele- alles Dinge, die laut Studien zum Glück beitragen.

    Auch passives Zeit verbringen wie fernsehen oder auf Facebook zu surfen, mag einfacher oder bequemer sein, aber erfüllt uns lange nicht mit einem so guten inneren Gefühl, wie bedeutungsvolle Arbeit oder das Nachgehen eines Hobbies. Beides braucht jedoch mehr Energie und das ist der Knackpunkt.

    Du erinnerst dich an den Vergleich der Willenskraft mit einer Batterie ? Unser Gehirn ist evolutionär darauf ausgelegt Energie zu sparen, weil unnötiger Energieverlust vor Millionen von Jahren in unseren Gehirnen , mit Tod assoziiert war. Auch wenn wir mittlerweile Raketen auf den Mars schießen, sind unsere Gehirne doch noch an uralte Überlebensmechanismen angepasst. Wir fühlen uns also magisch von Dingen angezogen, die einfach und bequem sind.

    Willenskraft

    Aktive Anstrengung mag uns mit deutlich mehr Spaß erfüllen, aber braucht deutlich mehr Aktivierungsenergie. In der Physik bezeichnet man Aktivierungsenergie als den ersten Funken, der eine Reaktion auslöst. Das selbe gilt für mentale und körperliche Energie, die wie ein Kick-Start für eine positive Gewohnheit ist. Wenn wir nicht genug Willenskraft aufgebaut haben, neigen wir Menschen dazu den Pfad des geringsten Widerstands zu nehmen- wieder und wieder.

    Eine interessante Lindstrom- Studie zeigt auch welche enorme Zugkraft der Pfad des geringsten Widerstandes auf uns hat. Durch den Gebrauch von fMRI- Scans hat er die Gehirne einige Menschen beim Abspielen des extrem nervigen Nokia Klingeltons aufgenommen. Dieser wurde fast ausschließlich als negativ wahrgenommen. Trotzdem hatten 80 Millionen Nokianutzer diesen Ton als Standardton behalten.

    Aber warum würde ein Mensch sich tagtäglich diesem unangenehmen Gefühl aussetzen ? Weil es der Standardklingelton ist und damit der Pfad des geringsten Widerstandes.

    Besonders am Arbeitsplatz oder beim Lernen ist dieser Pfad nicht wirklich hilfreich, weil er die Produktivität einschränkt und Prokrastination fördert. Und die Technologie macht es uns immer einfacher Zeit zu verschwenden. Ablenkung ist für uns also zum Pfad des geringsten Widerstands geworden.

    Die 20-Sekunden-Regel und der Pfad des geringsten Widerstandes

    Ablenkung

    Es kommt am Ende auf die Reduzierung der Aktivierungsenergie an: Die physische und mentale Energie, die wir brauchen um Prokrastination zu überkommen. Glaub mir : Ih habe es immer wieder versucht mit Willenskraft anstatt mit einer Gewohnheit probiert und die Ergebnisse waren stundenlange Ausschweifungen bei YouTube oder das radikale Leeren des Kühlschranks.

    An dieser Stelle kommt die 20 Sekunden- Regel ins Spiel. Es geht darum die Barriere um die Aktivität zu starten unter einer Länge von 20 Sekunden zu halten, um eine geringe Aktivierungsenergie zu haben.

    Beispiele für verringerte Aktivierungsenergie:

    Hier ein paar Beispiele, wie ich es nutze bzw. genutzt habe:

    -Wenn ich mich fokussieren möchte, schalte ich mein Handy aus und schließe es in einer anderen Etage des Hauses oder zumindest in einem anderem Zimmer im Schrank ein. So muss ich deutlich mehr Aufwand erbringen um mich abzulenken und bleibe fokussiert.

    - Als ich mir das Fernsehen abgewöhnen wollte, habe ich die Batterien aus der Fernbedienung immer in einer Box im Küchenschrank gelagert um die Aktivierungsenergie zu erhöhen. So oft saß ich dann müde auf dem Sofa und habe mich für meine Experimente verflucht. Aber durch diese 20 Sekunden habe ich dann 45 Minuten Zeitverschwendung gespart.

    - Als ich mir angewöhnen wollte in den Semesterferien direkt nach dem Aufstehen zum Sport zu gehen, habe ich abends in meinen frisch gewaschenen Sportklamotten (Ohne Schuhe) geschlafen und am anderen Ende meines Raumes meinen Wecker mit dem schrecklichsten Lied aller Zeiten "Wannabe" von den Spicegirls zu versehen. Ich bin förmlich aus dem Bett gesprungen, um es nicht länger ertragen zu müssen.

    Du glaubst nicht, wie schnell ich diese Gewohnheit integriert hatte !

    Viele von euch werden jetzt sagen : Das sind doch nur Anekdoten. Wo bleibt die Wissenschaft : Forscher haben herausgefunden, dass der Konsum in einer Cafeteria um die Hälfte reduziert wurde, als die Klappe des Eisfachs geschlossen wurde und es zu längeren Wartezeiten kam. Man sich wir faule Säcke !

    Du hast Recht ! Ich schlage mich mit meiner eigenen Faulheit. Es mag ein wenig verrückt klingen und ich habe mich das ein oder andere Mal verflucht, aber es funktioniert. Auf welchen Lebensbereich wirst du das neu gewonnene Wissen anwenden ?

    Zwei weitere Tricks um Willensenergie zu sparen

    Barry Schwartz erklärt in seinem überragenden Buch : " The Paradox of Choice", dass es Sinn machen kann im Vorhinein eigene Verhaltensregeln aufzustellen um nicht die Qual der Wahl haben zu müssen. Seit dem meine Regel ist meine E-Mails nur noch 1 Mal pro Tag zu checken, habe ich den Kopf beispielsweise wieder frei für wichtige Dinge ! Besonders zu Beginn der Integration einer neuen Gewohnheit können diese Regeln sinnvoll sein. Später können wir die Zügel ein wenig lockerer lassen.

    Checkliste

    Der zweite Trick sind Checklisten. Checklisten sind so schlicht, wie sie klingen- ein Liste mit Schritten, die beim verrichten einer Prozedur ausgeführt werden müssen. Erstaunlicherweise sind es häufig die offensichtlichen Schritte, die mit desaströsen Auswirkungen vergessen werden. Es funktioniert als Sicherheitsnetz, das gewährleistet, dass uns das Wichtigste nicht entgeht.

    Sind die grundlegenden Punkte einmal abgehakt, fühlen wir uns besser gerüstet, um komplexe Aufgaben zu vollrichten. Es sind mehr als die glorifizierten To-Do-Listen, die man nicht abarbeitet. Sie können ein extrem mächtiges Werkzeug sein. Wenn wir nicht jedes Mal auf Neue überlegen müssen, was wir zu tun haben, sparen wir wertvolle Willensenergie und können diese für wichtige Fragen verwenden, wie die Frage, welchen Lieferdienst wir heute kommen lassen.

    Es ist schwer vorstellbar, dass sich eine simple Checkliste signifikant auswirken kann, aber medizinische Programme, die den Gebrauch von Checklisten untersuchen, haben gezeigt, dass eine Menge Fehler vermieden werden können, Geld gespart und Leben gerettet werden können-

    Die "Keystone- Initiative", die das Ziel hat die Anzahl von Infektionen zu verhindern, die durch Venenkathether verursacht werden, wurde durch das simple Einsetzen einer Checkliste enorm erfolgreich. Diese konnte innerhalb von 18 :Monaten zu Einsparung von 175 Millionen Dollar führen und 1500 Leben retten. Alles durch eine simple Checkliste.

    Wir Menschen sind irrationaler und fehleranfälliger als wir glauben und auch wenn Motivationsredner uns mit 120 Dezibel ins Ohr schreien, dass du es einfach so sehr wollen musst wie die Luft zum Atmen, ist es nicht immer ratsam gegen die Strom zu schwimmen. Und das tun wir, indem wir uns uns gegen die Evolution stellen. Wenn wir jedoch mit dem Strom schwimmen und das Wissen für uns nutzen können wir uns einfach treiben lassen.

    Wie du die Welt durch dein Glück und deine Erfüllung veränderst

    Obwohl alles, was ich dir in diesem Beitrag vermittelt habe auf einem individuellen Level anfängt, heißt es nicht, dass es dort enden muss.

    Wenn du diese machtvollen Prinzipien aus der positiven Psychologie anwendest, kannst du ein wahre Welle auslösen, indem du deine Schwester, deine besten Freunde und deine Familie beeinflusst, die dann auch wieder ihr Umfeld mit der positiven Psychologie infiziert usw.

    Die Neurowissenschaft ist sich ebenfalls einig, dass wir unterbewusst durch die so genannten Spiegelneuronen das Verhalten unser Mitmenschen imitieren und uns auch langfristig an ihre Gewohnheiten anpassen und von diesen geformt werden. Emotionen und menschliches Verhalten ist beinahe ansteckend - genauso wie ein Lächeln ansteckend ist.

    Aber das ist auch einer der Hauptgründe für Massenpanik oder dafür, dass manche von uns mitfühlen, wenn jemand einen Fußball dahin bekommt, wo es weh tut.

    Den Glücksvorteil verbreiten

    Zum Glück sind positive Emotionen ansteckend. Je glücklicher unser Umfeld ist, desto glücklicher werden auch wir, da wir das Verhalten anderer zu imitieren pflegen. Das ist auch der Grund, warum in amerikanischen Fernsehsendungen künstliches Lachen im Hintergrund eingespielt werden.

    Hier noch eine praktische Übung:

    Mache jeden Morgen mit einer Liste von drei Dingen, für die du dankbar bist. Warum sollten wir das tun ?

    - primet das Gehirn mit positiven Emotionen und hilft Dankbarkeit in den Alltag zu integrieren

    - baut Momentum auf, indem bereits ein Tagesziel erreicht ist

    - Dankbarkeit als Gegengift für Angst und negative Emotionen => Beide Kognitionen können nicht gleichzeitig gehalten werden

    Der Schmetterlingseffekt

    Schmetterlingseffekt

    Vielleicht kennst du ja auch den Schmetterlingseffekt ? Dieser besagt, dass ein einziger Flügelschlag auf der einen Seite der Erde einen Tornado auf der anderen Seite auslösen kann.

    Es mag nur ein kleiner Flügelschlag sein, aber man sagt, dass selbst dieses kleine Lüftchen, wenn es einmal Fahrt aufgenommen hat, enormes Momentum aufnehmen kann und immer stärker werden kann.

    Jeder von uns ist wie dieser Schmetterling. Jede kleine Annäherung in die Richtung dieses Ziels kann sich aufaddieren und andere im positiven Sinne mitreißen. Unterschätze niemals deine eigene Macht. Denn alles, was wir heute das Leben nennen, wurde von Menschen geschaffen, die nicht intelligenter waren als wir.

    3 Comments

    1. […] neuerdings mit dem Aufstieg der positiven Psychologie ist der Fokus der Menschheit und der Gesellschaft darauf gefallen das Glück zu maximieren und […]

    2. […] kam jedoch kaum jemand auf die Idee, auch die Macht unserer guten Gefühle in Form der Positiven Psychologie zu nutzen, um eine bessere Lebensgestaltung zu […]

    3. […] Neben der emotionalen Meisterung besprechen wir in diesem Podcast auch die neue Wissenschaft der positiven Psychologie und die Suche nach dem, was Aristoteles das „gute Leben“ genannt […]

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