Informationsdiät & selektive Ignoranz- Warum die Gegenwart nicht so scheiße ist, wie uns immer erzählt wird

Wie du weißt , gehört zur emotionaler Meisterung auch zum großen Teil eine gewisse positive Grundeinstellung des Optimismus . Schwierig wird es nur, wenn wir so viel Lärm, Negativität und Gewalt in unseren Kopf lassen und unsere Gedanken damit vergiften. Die Lösung dafür könnte eine Informationsdiät sein.

Hinter der Informationsdiät steht jedoch nicht sich vor den Problemen zu verstecken und sie zu ignorieren, sondern an zu erkennen, was Panik mit unserem antiken Gehirn macht und wie es unsere Lebensqualität verschlechtert. Wenn wir die Fakten anschauen leben wir in der gewaltfreisten Zeit der Menschheitsgeschichte, aber die Medien stürzen sich auf einige wenige Ausnahmebeispiele und liefern damit ein Bild, das nicht die Realität repräsentiert.

Kein Angst: Das wird kein politischer Beitrag. Dazu weiß ich zu wenig über die Situation und die Politik allgemein. Was ich aber weiß ist, dass die Qualität unser Gedanken die Qualität unseres Lebens bestimmt. Um eine wirklich positive Grundstimmung zu haben, ist( laut den Studien von Barbara Frederickson ) ein Verhältnis von 3 positiven zu einer negativen Nachricht nötig.

Wie wir im zweiten Teil dieses Beitrags erfahren, ist die Panikmache zum Großteil noch nicht einmal gerechtfertigt, weil die Gegenwart und die Zukunft nicht so scheiße ist, wie uns immer erzählt wird. Wir leben in einer verdammt geilen Zeit, in der Gewalt, Hunger, Krankheiten oder Krieg noch nie so wenig das Leben der Menschen beherrschte, wie heutzutage. Doch diese Fakten, für die wir dankbar sein könnten, werden überschattet, wenn wir uns permanent Panik und Angst aussetzen.

Hier geht es zur passenden Podcastepisode:

Informationsdiät und selektive Ignoranz

Informationsdiät

Von diesem Punkt an wird es heftig. Also setz dich lieber hin und schaff die Kinder aus dem Raum. Ich möchte dir vorschlagen selektiv ignorant zu werden und deinen Informations- und Nachrichtenkonsum einzuschränken.

Ich werde dir etwas erzählen, das eine Menge Leute aufregt. Ich minimiere meinen Medienkonsum auf ein Minimum, sehe niemals die Nachrichten und kaufe mir auch keine Zeitung.Von einigen höre ich den Aufschrei: Wie kann ich mich einen informierten und verantwortungsbewussten Bürger nennen?

Du bist mir schon einmal sympathisch: Du hinterfragst kontroverse Aussagen und glaubst sie nicht blind. Deshalb möchte ich dir in diesem Blogbeitrag zeigen, was der Lärm der Nachrichten mit unserem Gehirn machen kann, was die versteckten Kosten des Sorgens sind und wie eine Informationsdiät deine Stresslevel drastisch sinken lässt.

Nach dem Abschluss des Artikels bleibt die Wahl natürlich bei dir ! Jetzt aber genug über mich. Es geht darum, wie du eine Informationsdiät und selektive Ignoranz nutzen kannst, um den Stress und die ständige Reizüberflutung zu stoppen und dem chronischen Zustand der Angst zu entfliehen.

"So wie der moderne Mensch viele Kalorien allgemein aber auch zu viele leere Kalorien zu sich nimmt, essen wir Menschen heute Daten sowohl im Übermaß als auch aus den falschen Quellen."- TIM FERRISS

Bring den Müll raus: Wie Lärm unsere Gedanken vergiftet und wie eine Informationsdiät helfen kann

Informationsdiät

Information-Overload und die Informationsdiät

informationsdiät selektive ignoranz

Es wird dich nicht überraschen, wenn ich dir sage, dass es in der modernen Welt viel Lärm gibt, aber wie viel es wirklich ist, kann echt schockierend sein. In den vergangenen 150.000 Jahren entwickelte sich Homo sapiens in einer Welt, die lokal und linear war, aber die heutige Umwelt ist "global und exponentiell".

Die heutige globale und exponentielle Welt unterscheidet sich sehr von der, für die unser Gehirn ausgelegt ist. "Vom Anfang der Menschheit an bis zum Jahr 2003", sagt Google Executive Chairman Eric Schmidt, "hat die Menschheit fünf Exabyte digitale Informationen erstellt. Ein Exabyte ist eine Milliarde Gigabyte oder ein 1 mit achtzehn Nullen danach. 2010 generiert die menschliche Spezies fünf Exabyte an Informationen alle zwei Tage. Bis zum Jahr 2013 wird die Zahl von fünf Exabyte alle zehn Minuten produziert ... Es ist kein Wunder, dass wir erschöpft sind.

Okay diese Zielen sind nicht wirklich greifbar. Hier einmal eine Verdeutlichung:

Eine Woche der Informationen in der New York Times enthält mehr Informationen als die durchschnittlichen Bürger des siebzehnten Jahrhunderts im Leben erhalten hat. Und das Volumen wächst exponentiell.
Roger Bohn und James Short, zwei Forscher von der Universität von San Diego, haben eine umfangreiche Zählung über die Menge der Informationen, die von amerikanischen Haushalten konsumiert wurden (ohne Arbeit) zusammengestellt.

Frag mich nicht, wie sie es gemacht haben, aber laut der Zählung stieg die Pro-Kopf-Zeit an konsumierten Information zwischen 1980 und 2008 um 60 Prozent von 7,4 Stunden pro Tag im Jahr 1980 auf 11,8 Stunden im Jahr 2008. Das ist fast vier Stunden am Tag und denk daran: Die Arbeitszeit ist ausgeschlossen !

Dies ist noch erstaunlicher, wenn man darüber nachdenkt, dass nach dem Bureau of Labor Statistics im Jahr 2008 die Hälfte der US-Bevölkerung gearbeitet hat (Kinder, Hausmänner und Hausfrauen, die Arbeitslosen und die Rentner machten den Rest aus). Wenn die durchschnittliche Arbeitszeit bei vierzig Stunden lag und mit sieben Stunden am Tag Schlaf zu rechnen ist, verbrachte der durchschnittliche Amerikaner 75 Prozent seiner wachen Zeit zu Hause mit der Überlastung seines oder ihres Gehirns mit Informationen.

In der heutigen Welt von Google, Smartphones und jederzeit verfügbaren Medien sind wir süchtig nach Informationen. Wie jeder Süchtige weiß, ist der erste Schritt zur Erholung, dass wir ein Problem haben. Ich sag nicht, dass du süchtig danach bist, aber ich muss dir ehrlich sagen: Ich hatte ein riesiges Problem damit. Ich hatte verlernt mich zu langweilen und konnte keine 10 Minuten aushalten ohne mein Handy zu checken.

Der nächste Schritt ist, uns von verlockenden Situationen zu befreien. So wie ein Spielsüchtiger sich von den Automaten fernhalten sollte, so sollten Lärmabhängige (wie ich) gewisse Situationen vermeiden.

es reicht

Ein kleines Gedankenexperiment

Lass uns so tun, als wärst du in einer Nachbarschaftsparty. Bob kommt zu dir und fängt an, über einen Autounfall in der Nachbarschaft zu sprechen, dann einen Mord, den er in den Nachrichten gesehen hat und dann über eine neue Studie, in der es darum geht, wie schlimm doch alles, was wir essen ist und das alles vergiftet ist - egal ob Pflanze oder Tier.

Was würdest du tun? Wenn du wie ich bist, würdest du wahrscheinlich einer imaginären Person auf der anderen Seite des Raumes winken und dich entschuldigen, und du würdest jede zukünftige Unterhaltung mit Bob aktiv vermeiden, ohne auch nur zweimal darüber nachzudenken. Nicht aus dem Grund, weil du Bob nicht magst oder unhöflich sein willst, sondern weil er dich und deine Stimmung herunterzieht.

Warum also haben wir so viel Mühe, diese Art von negativen Informationen in anderen Kontexten zu vermeiden? Warum verbringen wir stundenlang damit die Berichterstattung über das jüngste Erdbeben in Asien anzusehen ? Oder warum konzentrieren wir uns auf alle negativen Zahlen im Aktienmarkt ? Oder verwöhnen unseren Partner und Freunde, wenn wir von der Arbeit nach Hause kommen, mit nie endenden Beschwerden über den Verkehr, die lange Schlange im Supermarkt oder den lästigen Chef ?

Die kognitiven Verzerrungen, die uns nur das Schlechte sehen lassen

kognitive Verzerrungen

Wenn ich Coachings gebe, bekomme ich oft Fragen darüber, warum die Medien so negativ oder sensationsgeil sind. Meine Antwort: Unser prähistorischen Gehirne sind dazu ausgelegt. Das ist nicht nur eine Theorie. Die Architektur und des Gehirns ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass wir eine sehr negative Sicht auf die Gegenwart und die Zukunft haben. An dieser Stelle meldet sich wieder eine alte Bekannte aus dem Podcast-die sogenannte Amygdala.

Die Amygdala sucht unser Umfeld immer nach Gefahren ab und aktiviert sie eine fight- or-flight- Reaktion, die in unserem eine Stressreaktion auslöst, die fast der Todesangst gleicht. Auch wenn diese Reaktion uns in prähistorischen Zeiten, als die Todesgefahren um uns herum lebensbedrohlich und äußerst real waren, geholfen hat, ist sie nicht für die moderne Gesellschaft geeignet.

So werden wir permanent bombardiert mit Bildern und Szenen der Angst, die unsere Amygdala füttern und uns in einem Zustand der Angst zurück lassen und uns davon abhalten Zukunft und Gegenwart objektiv zu sehen. Wenn wir uns nämlich die Statistiken ansehen würden, würden wir sehen, dass die industrialisierte Welt niemals sicherer war.

Wir leben länger, gesünder und mit deutlich weniger Gewalt und objektivem Stress als unsere Vorfahren sich jemals hätten vorstellen können. Die Zukunft und die Gegenwart strahlt heller als unsere Gehirne und die Medien uns es glauben lassen.

Ein Grund, warum die Positivität so schwer zu akzeptieren ist, ist, weil wir in einer sich so schnell verändernden Welt leben. In einer vollkommen rationalen Welt würden wir die Wahrscheinlichkeit bei jeder Wahl und Entscheidung abwägen und beurteilen.

Aber wir sind nun einmal Menschen und damit hochgradig irrational. Wir haben weder die zeitliche Flexibilität noch die neurologische Fähigkeit alle Daten zu analysieren. Vielmehr werden unsere Entscheidungen auf der Grundlage von begrenzten, oft unzuverlässigen Informationen gemacht - die so genannten Heuristiken.

Heuristiken sind kognitive Shortcuts: zeitsparende, energiesparende Faustregeln, die es uns ermöglichen, den Entscheidungsprozess zu vereinfachen. Normalerweise ist das kein schlechter Weg. Die Heuristik ist eine evolutionäre Lösung für ein menschliches Problem: Wir haben begrenzte geistige Ressourcen. Doch es gibt bestimmte Situationen in denen wir "schwere und systematische Fehler" machen, wie Nobelpreisträger Kahneman sie nennt.

Hier die 3 häufigsten, die dafür verantwortlich sind, dass wir uns nur auf das Negative konzentrieren:

Warum wir einen Fokus aufs Negative haben (Negativity bias )

negativity bias

Unsere menschlichen Vorfahren mussten, um ihr Überleben zu sichern besonderen Wert auf lebensdienliche Dinge, wie Unterkunft, Nahrung und Fortpflanzung Acht geben. Was aber noch wichtiger war, war es von den Dingen weg zu kommen, die das Leben bedrohen könnten (Fressfeinde, Unterernährung und Aggression von anderen Menschen).

Diese Dinge haben von einem evolutionären Standpunkt aus gesehen eine höhere Dringlichkeit. Logisch ! Wenn du heute keine Nahrung findest, kannst du das morgen nachholen, aber wenn du heute einen Fressfeind unterschätzt, bekommst du morgen keine zweite Chance mehr.

So haben diejenigen, die sich vorsichtiger verhalten haben eher überlebt und haben sich eher reproduziert. Und Voilà: Viele Tausende Generationen später sucht unser Gehirn immer noch eher nach Gefahren um zu überleben anstatt die positiven Aspekte des Lebens zu betrachten.

Der einzige Psychologe, der jemals einen Nobelpreis gewonnen hat ,Daniel Kahneman, fand sogar heraus, dass in intimen Beziehungen die Rate von positiven zu negativen Ereignissen eine Rate von 5:1 haben muss, damit ein negative Ereignisse ausgeglichen wird.

Es macht also aus evolutionärer Sicht Sinn eine Tendenz zur Negativität zu haben. Doch in unser modernen Zeit, die beinahe frei von wirklich lebensbedrohlichen Situationen ist, ist dieser negativity bias eher negativ, wenn es um unser Glücksempfinden geht.

Die Illusion des Wahrheitseffekts

Hältst du diese Behauptungen für wahr?

  • Anti-bakterielle Seifen töten 99,9% Keime.
  • Kohlenhydrate sind ungesund.
  • Die Anzahl der terroristischen Anschläge ist gestiegen.

  • Hast du deine Antwort sofort gegeben oder hast du dir wirklich die empirische Forschung dazu durchgelesen, um eine Aussage zu treffen? Natürlich nicht ! Wenn wir alles, was uns gesagt wird, nachlesen und prüfen würden, würden wir nichts anderes mehr tun. Und darüber hinaus wäre es verdammt langweilig.

    Das macht uns aber auch anfällig für Fehler. Je mehr wir bestimmten Informationen ausgesetzt sind, desto eher werden wir glauben, dass es die Wahrheit ist, ob wir Beweise dafür haben oder nicht. Hast du dich schon einmal gefragt, warum Werbung immer wieder wiederholt werden? Es mag absurd erscheinen, dass die Wiederholung einer bestimmten Botschaft eine so tiefgreifende Wirkung auf unser Urteil haben kann.

    Aber genau das hat die psychologische Forschung herausgefunden. In der Tat ist eine der effektivsten Methoden für die Überzeugung Wiederholung. Wir neigen dazu, jene Aussagen, die wir schon früher gehört haben, zu berücksichtigen. Unser Gehirn ist evolutionär darauf ausgelegt Energie zu sparen und deshalb verwenden wir lieber weniger Aufwand, um Informationen zu verarbeiten. Da eine wiederholte Nachricht vertraut und damit leichter zu verarbeiten ist, halten wir es fest.

    Wenn du dich auf der Seite der Mehrheit befindest, ist es Zeit zu reflektieren.- Mark Twain

    Das Gesetz der Verfügbarkeit

    Der Gewinner eines Lotterielos erhält viel Aufmerksamkeit der Medien. Das gibt uns die Idee, dass die Gewinne häufiger auftreten, während sie in Wirklichkeit sehr selten sind. Dieser isolierte Vorfall ist häufig genug, um uns zu überzeugen, ein Lotterielos für uns selbst zu kaufen.

    Das Gesetz der Verfügbarkeit ist ein mentaler Shortcut, der es uns ermöglicht die Welt auf der Grundlage der unmittelbaren Informationen zu ordnen. Wir neigen daher durch die Medien dazu uns an seltenere Ereignisse häufiger als üblich zu erinnern. Die Aufmerksamkeit der Nachrichten, die einen neuen Fall der Kindesentführung hervorheben, wird dich in Angst um deine Kinder versetzen, obwohl solche Ereignisse seltener sind denn je.

    Genau so wie wir dazu neigen die Anzahl der Leute zu überschätzen, die wie Mark Zuckerberg mit Mitte 20 Milliardär werden, überschätzen wir auch die Gewalt in der Welt maßlos, wenn wir uns an den Nachrichten orientieren.

    Bildquelle: Wikipedia

    Eine der ersten Regeln, die Journalisten lernen, ist:

  • Hund beißt Mensch => keine geeignete Nachricht
  • Mensch beißt Hund => geeignete Nachricht
  • Wenn dein Ziel wäre möglichst viel Aufmerksamkeit zu ziehen: Welche Überschrift hättest du gewählt ? Du siehst also, dass Nachrichten keine objektive Repräsentation der Realität sind, sondern stark selektiert nach ihrer Kuriosität und Auffälligkeit sortiert werden.

    Vegas Kasinos wissen, dass wir nicht gut mit Informations- und Reizüberflutung umgehen können. Das ist der Grund, warum sie dein Gehirn mit Tönen und Lichtern überladen, um dich von der Realität abzulenken, dass du Geld verlierst. Aber Lärm ist viel mehr als nur eine Ablenkung. Sie blockiert Signale, die dich auf ein positives Wachstum hinweisen können.

    Der Beginn deiner Informationsdiät: Die 4 Kriterien, die Lärm von einer wertvollen Information unterscheiden

    Während Lärm und destruktive Nachrichten und Informationen zu einer negativen Realität führen kann, die dein Potenzial begrenzen, kann ein positives Signal Ihnen helfen, eine wertvollere Realität zu schaffen, Wege zum Erfolg zu machen und Sie auf Ihre Ziele zu beschleunigen. Wie wir aus der Episode "Warum die Realität verhandelbar ist und wie du die Macht der guten Gefühle zu deinem Vorteil nutzt" bereits wissen, ist die Realität verhandelbar und wir können unsere Realität zum Großteil dadurch selbst formen, was wir in unseren Kopf hinein lassen.

    Wegen der schieren Menge an Informationen, die wir in der heutigen Welt ausgesetzt sind, ist es nicht immer leicht, das Signal durch den Lärm zu hören. Zum Glück haben die nneuesten Forschungsergebnisse der positiven Psychologie und Neurowissenschaften festgestellt, dass durch die bewusste Verringerung der Informationsflut , um nur 5 Prozent , können wir unsere Chancen erheblich verbessern positive Signale zu finden.

    Deshalb habe ich dir hier die 4 Kriterien zusammengestellt, die Lärm von einer wertvollen Information unterscheiden und den Startschuss für deine Informationsdiät geben können. Doch diese Kriterien habe ich mir nicht selbst ausgedacht, sondern es sind die Kriterien von Harvardprofessor im Bereich Positive Psychologie Shawn Achor. Wenn Informationen nur eines der folgenden vier Kriterien erfüllen, kannst du dir fast sicher sein, dass es nur Lärm ist.

    Kriterium 1 des Lärms in der Informationsdiät: Unverwendbarkeit

    Unser Verhalten wird nicht durch die Informationen geändert. Wenn die Informationen uns nicht anspornt das Problem zu lösen oder unser Verhalten zu ändern, ist es irrelevant. Als ich angefangen habe dieses Kriterium in meinem Leben anzuwenden, habe ich feststellen müssen, dass die meisten der Informationen, die unser Gehirn auf täglicher oder beinahe sogar stündlichen Basis überschwemmen, in diese Kategorie passen.

    Ein ausgezeichnetes Beispiel ist unsere Tendenz uns über Ereignisse verrückt zu machen, die wir in den Nachrichten sehen. Ein Erdbeben in Burma ist tragisch, aber völlig außerhalb unser Kontrolle. Es sei denn du planst, etwas zu tun, um den Opfern zu helfen und spendest oder vor Ort hilfst. Dann bin ich verdammt froh, dass du die Nachrichten gesehen hast.

    Wenn wir jedoch den Tag mit Updates dieser Geschichte füllen und uns daran verlieren, wie schlimm es ist und uns darüber zu beklagen, ist nichts mehr als Lärm. Wenn du andererseits Hilfe schickst oder von mir aus auch für die Opfer betest, oder es dich veranlasst dein Leben in einer sinnvolleren und zielgerichteten Weise zu leben, dann ist diese Nachricht ein hilfreiches Signal.

    Wenn du von jedoch von gewissen Informationen abgelenkt oder deprimiert bist, das dich nicht anreizt dein Verhalten zu ändern, dann ist diese Information unbrauchbar und damit Lärm.

    Kriterium 2 des Lärms in der Informationsdiät: Nicht zeitgemäß

    Du wirst diese Informationen nicht unmittelbar benutzen und es könnte sich ändern, bevor du es benutzt hast. Wenn du beispielsweise Aktien gekauft haben, die du langfristig halten willst, dann ist das tägliche Überprüfen des Depots, das natürlich schwankt, nicht nur die Schaffung von Lärm, sondern verschwendet wertvolle geistige Ressourcen und Energie, die in Zeit mit der Familie und mit Freunden investiert werden könnte.

    Wenn die Informationen im Verlauf der Zeit irrelevant werden, tu deinem Gehirn einen Gefallen und höre auf deinem Gehirn permanent diesem Stress auszusetzen. Kurz gesagt: Der Reis wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.

    Kriterium 3 des Lärms in der Informationsdiät: Hypothetisch

    Sorgen

    QUOTE: Ich bin ein alter Mann und habe viele Schwierigkeiten und viel Stress erfahren müssen- doch das meiste davon ist nie passiert. - Mark Twain

    Es basiert auf dem "könnte" statt dem "was ist". Hypothetische Vorhersagen, in fast allen Fällen, sind Lärm, der nützliche Informationen ertränkt, die du benutzen kannst, um bessere Entscheidungen zu treffen.Es ist ein verrückter Irrglaube zu glauben, dass Sorgen verhindern wird , dass schlechte Dinge passieren.

    Sorge kommt mit erheblichen Kosten. Versteh mich nicht falsch: Ich würde gerne die emotionale Qual der Sorge erleiden, wenn es tatsächlich meinen Freunden oder meiner Familie helfen würde, aber kann Sorgen das wirklich ?

    Stell dir vor, dass du dir Sorgen um dein Partner machst, der ein wenig später als sonst von der Arbeit nachhause kommt. Womöglich stellst du dir vor, dass er /sie einen Unfall hatte. Wenn du Pech hast, passiert dieses Szenario 1 oder 2 Mal in deinem ganzen Leben. Aber wenn du dir Sorgen machst, dass dein Partner jeden Tag oder sogar jede Woche verletzt wird, wirst du die Angst mental jeden Tag durchleben.

    Willst du wirklich zehntausend Tage ruinieren, um einmal sagen zu können: "Siehst du: Meine Sorge war berechtigt."

    Kriterium 4 des Lärms in der Informationsdiät: Ablenkung

    Es lenkt dich von deinen Zielen ab und von dem, was du wirklich willst. Denk an die Ziele, die du für dein Leben bestimmt hast ( bessere Noten bekommen, genug Geld verdienen, eine gute Mutter zu sein, und so weiter ). Sieh dir nun die Flut der eingehenden Informationen an. Wenn dein Ziel ist deine Arbeit zu erledigen, um so später mehr Zeit mit der Familie verbringen zu können oder mit Freunden etwas zu unternehmen, sind Katzenvideos eine Ablenkung.

    Wir sind doch alle in gewisser Weise schuldig. Doch wenn wir Spaß an der Sache haben, ist es meiner Meinung nach keine verschwendete Zeit und kein Lärm, aber wir sollten uns bewusst sein, dass wir nicht das tun, was wir tun wollten. Zum Lärm und zur Ablenkung wird es erst, wenn es etwas ist, an dem wir nicht besonders viel Spaß haben (Katzenvideos auf YouTube gucken) und uns später über uns selbst ärgern, dass wir so viel Zeit damit verschwendet haben.

    Du weißt, dass ich kein Fan von stumpfer Produktivität bin- einfach um produktiv zu sein. Doch unser Leben ist zu kurz, um halbe Sachen zu machen, die uns keinen Spaß machen, aber auch gleichzeitig nicht zu unseren Zielen beitragen. Fokus ist eine nicht zu unterschätzende Macht.

    Fazit

    Neben der Tatsache, dass diese vier Faustregeln dir helfen werden eine Menge Zeit zu sparen , erden sie auch dafür sorgen, dass du den Lärm erkennst, der unnötige Negativität in dein Leben zieht ! Wenn wir einmal den Müll rausgetragen haben, haben wir wieder mehr Zeit und Energie für die wichtigen Dinge.

    Auch Meditation kann dir helfen eine ungeahnte Ruhe zu gewinnen und den Lärm und den inneren Kritiker im Inneren ruhig zu stellen:

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    Selektive Ignoranz kultivieren

    selektive Ignoranz

    Was Informationen verbrauchen, ist ziemlich offensichtlich: Sie verbrauchen die Aufmerksamkeit der Empfänger. Daher schafft eine Fülle von Informationen eine Armut an Aufmerksamkeit.—HERBERT SIMON

    Das 5% Experiment, um die Informationsdiät einzuleiten

    Lass uns ein Experiment ausprobieren, das mittlerweile auch bei Firmen wie Facebook und Google eingesetzt wird. Versuche für zwei Wochen deine Informationsaufnahme um nur 5 Prozent zu senken. Dies bedeutet nicht alle Informationen zu senden: Lass speziell die Informationen aus, die zu einem der Lärmkriterien passen.

    Der Schlüssel zu diesem Experiment ist es die Gesamtmenge an Informationen, womit dein Gehirn belastet wird zu reduzieren, sodass du mehr Energie und Ressourcen freisetzen kannst, um dich den wichtigen Sachen zu widmen. Ich weiß, dass drastische Umstellungen für viele zu extrem sind- deshalb hier 6 kleinere Tipps, die einen großen Unterschied machen können.

  • Schließe alle irrelevanten Fenster am PC, wenn du dir vornimmst zu arbeiten- ja auch das E-Mailpostfach
  • Schalte das Autoradio oder den Fernseher aus, wenn du mit anderen Leuten sprichst.
  • Schalte TV- und Internet-Werbung auf stumm.
  • Lies keine Artikel über Tragödien, die nicht dein Verhalten als Folge dessen beeinflussen werden.
  • Wenn du unbedingt beim Arbeiten Musik hören willst, höre Musik ohne Text.
  • Deabonniere die Leute in den sozialen Netzwerken, die störende Nachrichten posten.

  • Diese sechs Strategien sind gute Wege, um den Lärm in deinem Leben zu blockieren. Wenn dir dies 5 % der Lärmreduzierung einiges an Lebensqualität zurückgeben, kannst du dieses Experiment weiter ausweiten.

    Was ist, wenn ich etwas Wichtiges verpasse? Das ist die häufigste Frage, die ich bekomme, wenn ich über die Informationsdiät spreche. Intuitiv macht diese Angst vor dem Verpassen Sinn. Was passiert, wenn man den Rat eines Finanzfachmanns ignoriert und eine Investition verpasst, die dir Tausende von Euro eingebracht hätte?

    Jedes Ereignis wird immer von jemandem vorhergesagt. Jeden Tag auf den Märkten, hat jemand immer recht, und es gab noch nie einen Börsencrash, den irgendein x-beliebiger Guru nicht voraussagte. Wie eine zerbrochene Uhr, die zweimal am Tag richtig ist, wird jeder Guru und Verschwörungstheoretiker gelegentlich richtig liegen. Aber wenn wir die mentale Energie bewahren wollen, um die wertvollen, zuverlässigen und positiven Informationen aus den Informationen herauszuholen, die nur so genau wie eine gebrochene Uhr sind, müssen wir unseren gesamten Informationsverbrauch reduzieren.

    Mein radikalerer Anssatz

    Bildquelle Wikipedia

    Es gibt viele Dinge, von denen ein weiser Mann wünschte sie ignorieren zu können.
    —RALPH WALDO EMERSON

    Das ist der wichtigste Schritt der Informationsdiät. So wie der moderne Mensch sowohl zu viele Kalorien als auch Kalorien ohne Nährwert verbraucht, essen die Informationspersonen sowohl im Übermaß als auch aus den falschen Quellen Daten.

    Ich muss im Vorhinein sagen, dass wahrscheinlich nicht jeder so leicht abzulenken und in Unruhe zu bringen ist, wie ich es war. Vielleicht musst du nicht ganz so radikal vorgehen. Das war meine Informationsdiät zur damaligen Zeit

    # 1 der harten Informationsdiät: Schränke deinen Medienkonsum ein

    Die Welt wird es nicht bemerken- geschweige denn enden, wenn du den Lärm in Form von Informationen ein wenig begrenzt.

    Keine Nachrichten Apps mehr auf dem Handy

    Fernseher verkauft

    Keine Zeitschriften, Zeitungen, Nachrichten oder Onlinenews

    # 2 der harten Informationsdiät: Schalte dein Handy über mehrere Stunden am Tag aus (besonders 2 Stunden bevor du ins Bett gehst)

    # 3 der harten Informationsdiät: Entwickle die Gewohnheit zu fragen, ob du die Information wirklich nutzen wirst oder wie sie dein Leben bereichern kann

    Empfehle ich so eine drastische Vorgehensweise ? Nein ! Aber ich kenne mich selbst gut genug, dass ich weiß: Wenn ich eine Sache halbherzig mache, schaffe ich es deutlich seltener. ABER: Negativer Lärm ist in unserer Gesellschaft fast nicht zu überhören und kann positive Signale im Keim ersticken.

    Dein Meisterplan zur Informtionsdiät

    Folgendes würde ich eher empfehlen:

      1. Mache den Lärm-Check in deinem Leben.

    Überprüfe, ob die eingehenden Informationen die Kriterien des Lärms erfüllen: unbrauchbar, unzeitgemäß, hypothetisch oder ablenkend. Wenn ja, denk darüber nach, ob du sie wirklich in deinem Leben brauchst.

      2. Führe das 5-Prozent-Experiment durch.

    Erstelle eine aktive Erinnerung auf deinem Schreibtisch. Auf meinem steht ein Schild mit der Aufschrift:
    "Ich werde nicht zehntausend Tage ruinieren, um an einem Recht zu haben. Akzeptiere es oder ändere es."

      3.Musterunterbrechung
    Musterunterbrechung

    Vielleicht kennst du es: Man denkt sich immer wieder in eine Negativschleife des Sorgens hinein. Alles begann mit einem harmlosen Gedanken, aber wir spinnen uns durch die seltsamsten Gedankengänge, die fern von jeder Realität sind, ein Konstrukt von negativen Gedanken.

    Der effektivste Weg führt nämlich über eine drastische Änderung der Physiologie. Auch auf die Gefahr hin jetzt als seltsam angesehen zu werden oder verrückt bezeichnet zu werden. Zeige ich dir meine Strategie zur Musterbrechung. Ich bewege mich zu dem Lied "Shake it off" von Taylor Swift und schüttle die negativen Dinge zuerst einmal ab.

    Mag irre klingen, aber ich werde lieber als verrückt angesehen als mich selbst in eine Depression oder in einen Angstzustand hinein zu denken.

      4. Fakten Check

    Beinahe die ganze Rational Emotive Behavior Therapy vom berühmten Psychologen Dr. Albert Ellis baut auf dieser Grundlage auf. Nach Ellis werden emotionale Störungen ( in dem Fall unnötige Sorge) durch rationale Überzeugungen widerlegt. Das war keine sehr genaue Definition und es fehlen viele Teile der Therapie in meiner kurzen Ausführung, aber die Nennung sollte nur beweisen, das mein Aussage nicht aus der Luft gegriffen ist.

    Folgende Fragen können (besonders in geschriebener Form) helfen:

    Wie oft ist mir dieses negative Ereignis in der Vergangenheit passiert?

    Wie oft passiert dieses negative Ereignis für Leute wie mir normalerweise?

    Wenn dir diese 5 %- Regel nur halb so viel Stress nimmt und Lebensqualität zurückgibt, wie mir, kannst du das Ganze (wie eben beschrieben) intensivieren.

    Warum die Gegenwart nicht so scheiße ist, wie uns immer erzählt wird

    strahlende Zukunft

    In der Morgendämmerung des angebrochenen Jahrtausends wacht die Menschheit langsam auf, reibt sich die Augen und schlendert im Halbschlaf in Richtung Badezimmer. Sie wäscht ihr Gesicht mit kaltem Wasser , macht sich einen starken Kaffee und geht mental die To-Do-Liste durch.

    Tausende von Jahren blieb die Tagesordnung der Menschen gleich. Die gleichen drei Probleme beschäftigten sowohl die Menschen des zwanzigsten Jahrhunderts China, als auch des mittelalterlichen Indiens als auch des antiken Ägyptens. Hungersnot, Krankheit und Krieg waren immer ganz oben auf der Liste. Ob Staat, Religion oder Philosophie: Alle haben einen Sinn in diesen Problemen gesucht.

    Niemand kam auf die Idee, das ein Leben ohne diese Leiden existieren könnt. Doch heute wacht die Menschheit mit einer erstaunlichen Erkenntnis auf. Die meisten Menschen denken nur selten darüber nach, aber in den letzten Jahrzehnten haben wir es geschafft, Hungersnot, Krankheiten und Krieg deutlich besser in den Griff zu bekommen. Natürlich sind diese Probleme nicht vollständig gelöst, aber sie wurden von unkontrollierbaren Schicksalsschlägen der Natur in überschaubare Herausforderungen verwandelt.

    Es ist nicht mehr "göttlicher Wille " oder Bestimmung des Schicksals, dass dieses Leid existiert, sondern wir werden langsam Schöpfer unser eigenen Welt und können diese 3 Kräfte, die die Welt solange geplagt hat zum Großteil eindämmen und sogar verhindern.

    Zum ersten Mal in der Geschichte sterben mehr Menschen durch Überernährung und Fettleibigkeit als durch Hungersnot. Außerdem starben mehr durch Altersschwäche als durch Infektionskrankheiten; Und mehr Menschen begehen Selbstmord, als von Soldaten, Terroristen und Verbrecher zusammen getötet werden.

    Es klingt zwar hart, aber im 21. Jahrhundert ist das Risiko höher sich beim Überfressen bei Burgerking, McDonalds und co. umzubringen als durch Dürre, die Schweinegrippe oder einen Terroranschlag zu sterben .

    Natürlich sollten wir daran arbeiten, die Gewalt weiterhin zu vermindern, die natürlich heute auch noch ein Thema ist. Das steht außer Frage. Doch gerade der Rückgang der Gewalt ist eine Bestätigung dafür, dass unsere Bemühungen Früchte tragen.

    Hungersnot

    Hunger dürre

    Lass uns mit der Betrachtung der Hungersnot beginnen, die seit Tausenden von Jahren der schlimmste Feind der Menschheit ist. Bis vor kurzem lebten die meisten Menschen am Rande der biologischen Armutsgrenze. Ein kleiner Fehler oder ein bisschen Pech könnte leicht ein Todesurteil für eine ganze Familie oder ein Dorf sein. Wenn schwere Regenfälle deine Weizenernte zerstört hätten oder ein Räuber deine Ziegenherde gestohlen hätte, hättest du ein riesiges Problem gehabt.

    Als schwere Dürren das antike Ägypten oder das mittelalterliche Indien traf, war es nicht ungewöhnlich, dass 5 oder 10 Prozent der Bevölkerung umkamen. Regierungen waren viel zu schwach, um alle Menschen zu retten und zu unterstützen.

    Öffne ein beliebiges Geschichtsbuch und du wirst wahrscheinlich auf schreckliche Berichte von verhungerten Populationen stoßen. 1694 beschrieb ein französischer Beamter in der Stadt Beauvais die Auswirkungen der Hungersnot und der steigenden Nahrungsmittelpreise und schrieb, dass die armen Leute sogar Katzen oder das Blut von Kühe und Ochsen tranken.

    Wir beschweren uns heutzutage, wenn sich der Nachmittagskuchen wegen einer Verzögerung der Bahn um 10 Minuten verzögert. Skandal !

    Wenn es im "Vater unser" heißt: " Unser täglich Brot gib uns heute !", war das wirklich ernst gemeint.

    In den meisten Ländern heute ist Überernährung ein weit schlimmeres Problem als Hungersnot geworden. Im achtzehnten Jahrhundert empfahl Marie Antoinette angeblich die verhungernden Massen, dass sie, wenn das Brot ausging einfach Kuchen essen sollten.

    Heute folgen die Armen diesem Ratschlag. Während die reichen Bewohner von Beverly Hill Salat und gedünsteten Tofu mit Quinoa essen, wird in den Slums und Ghettos Kuchen, Cheetos, Hamburger und Pizza gegessen . Im Jahr 2014 waren mehr als 2,1 Milliarden Menschen übergewichtig, im Vergleich zu 850 Millionen, die unter Mangelernährung litten. Die Hälfte der Menschheit wird voraussichtlich bis 2030 übergewichtig sein- so die Schätzungen. Im Jahr 2010 haben Hungersnot und Mangelernährung etwa 1 Million Menschen getötet, während Fettleibigkeit 3 Millionen getötet hat.

    Krankheit

    Virus Krankheit

    Neben der Hungersnot war der zweite große Feind der Menschheit Plagen und Infektionskrankheiten. Die geschäftigen Städte, die durch einen unaufhörlichen Strom von Kaufleuten, Beamten und Pilgern gekennzeichnet waren, waren sowohl das Fundament der menschlichen Zivilisation als auch ein idealer Brutplatz für Krankheitserreger.

    Der berühmteste Ausbruch, der sogenannte Schwarze Tod (die Pest), begann in den 1330er Jahren, irgendwo in Ost- oder Zentralasien, als das Floh-Bakterium Yersinia-Pestis anfing Menschen zu infizieren. Von dort aus, auf einer Armee von Ratten und Flöhen, die Pest schnell verbreitet in ganz Asien, Europa und Nordafrika, wobei weniger als zwanzig Jahre, um die Ufer des Atlantischen Ozeans zu erreichen. Zwischen 75 Millionen und 200 Millionen Menschen starben - mehr als ein Viertel der Bevölkerung von Eurasien. In England starben vier von zehn Menschen, und die Bevölkerung sank von einer Vorplage hoch von 3,7 Millionen Menschen zu einer Nachplage von 2,2 Millionen. Die Stadt Florenz verlor 50.000 ihrer 100.000 Einwohner.

    Die Pest war kein einzigartiges Ereignis, noch einmal die schlimmste Plage in der Geschichte.

    Während des letzten Jahrhunderts wurde die Menschheit immer anfälliger für Epidemien, aufgrund einer Kombination von wachsenden Populationen und einem besseren Transport. Eine moderne Metropole wie Tokio oder Kinshasa bietet einen überragenden Brutplatz. Wir hätten also erwartet, in einer epidemiologischen Hölle zu leben, mit einer tödlichen Plage nach der anderen.

    afrikanisches kind

    Allerdings sind sowohl die Häufigkeit als auch die Auswirkungen von Epidemien in den letzten Jahrzehnten drastisch gesunken. Insbesondere ist die globale Kindersterblichkeit auf einem Allzeittief: Weniger als 5 Prozent der Kinder sterben vor dem Erreichen des Erwachsenenalters. In der entwickelten Welt beträgt die Rate weniger als 1 Prozent. Dieses Wunder ist auf die beispiellosen Errungenschaften der Medizin des 20. Jahrhunderts zurückzuführen, die uns Impfungen, Antibiotika, verbesserte Hygiene und eine viel bessere medizinische Infrastruktur zur Verfügung gestellt haben.

    Alle paar Jahre werden wir durch den Ausbruch einer potenziellen neuen Pest, wie SARS 2002/3, Vogelgrippe im Jahr 2005, Schweinegrippe in 2009/10 und Ebola im Jahr 2014 von den Medien beunruhigt. Beispielsweise wurde der Ebola-Ausbruch in Westafrika als "der schwerste öffentliche Gesundheitsnotfall der Moderne gesehen" , was dich ganze Welt in Atem hielt

    Im Januar 2016 erklärte die WHO die Ebola-Epidemie offiziell vorbei . Ebola infizierte 30. 000 Menschen und tötete 11.000. Ohne Frage sollten wir weiterhin darin arbeiten, dass die Ausmaße solcher Krankheiten möglichst gering gehalten werden, aber die Ära, als Ärzte nur bei Gott Hilfe suchen konnte und die Medizin hilflos war, ist wahrscheinlich vorbei.

    GEWALT UND KRIEG

    Gewalt Pinker

    Ob du es mir glaubst oder nicht: Die Gewalt ist über lange Zeiträume immer weiter zurückgegangen, sodass wir heute in der friedlichsten Epoche der Menschheit leben dürfen. Ich weiß, dass die meisten Menschen es nicht glauben werden, da wir sehr anfällig für den Glauben sind, dass wir in einer extrem gewalttätigen Zeit leben. Besondere in den Medien ist die Gewalt anscheinend omnipräsent.

    Niemand kauft eine Zeitschrift, auf der steht : „Morgen strahlender Sonnenschein“, während eine Zeitung mit der Aufschrift „Sturm über Deutschland- bringen sie ihre Kinder in Sicherheit“ weggeht, wie warme Semmel.

    Vollkommen egal, wie klein der Prozentsatz der gewaltsamen Todesfälle ist: In absoluten Zahlen wird es immer genügend davon geben, um die Abendnachrichten zu füllen. Das Problem: Es entsteht ein Eindruck von Gewalt, der in keinerlei Verhältnis zur Wirklichkeit steht. Vielleicht brauchen wir gerade deshalb eine Informationsdiät ?

    Die neue Bedeutung des Friedens

    Friedenstaube

    Frieden hat sogar eine komplett neue Bedeutung erlangt. Vorherige Generationen haben Frieden für die vorübergehende Abwesenheit des Krieges gehalten. Wenn die Menschen im Jahre 1913 sagten, dass es zwischen Frankreich und Deutschland Frieden gäbe, meinten sie, dass es derzeit keinen Krieg zwischen Frankreich und Deutschland gibt, aber wer weiß, was im nächsten Jahr bringen wird.

    Wenn wir heute sagen, dass es Frieden zwischen Frankreich und Deutschland gibt, meinen wir, dass es unter allen vorhersehbaren Umständen unvorstellbar ist, dass der Krieg zwischen ihnen ausbrechen könnte. Ein solcher Frieden herrscht zum Großteil nicht nur zwischen Frankreich und Deutschland, sondern zwischen den meisten (wenn auch nicht allen) Ländern. Es gibt meist kein Szenario für einen ernsten Krieg, der im nächsten Jahr zwischen Deutschland und Polen, zwischen Indonesien und den Philippinen oder zwischen Brasilien und Uruguay ausbricht.

    Hier noch eine interessante Statistik: Im Jahr 2012 starben rund 56 Millionen Menschen auf der ganzen Welt; 620.000 von ihnen starben wegen menschlicher Gewalt (Krieg getötet 120.000 Menschen, und Verbrechen weitere 500.000). Im Gegensatz dazu starben 800.000 durch Selbstmord und 1,5 Millionen starben an Diabetes. Zucker ist jetzt gefährlicher als Schießpulver. (mit einem Augenzwinkern)

    Zucker böse

    Folgende Kräfte und Bewegungen haben zu diesen Veränderungen geführt:

    Vom anarchischen Stamm zur Gesellschaft mit Gesetzen

    Anarchie

    Der erste große Schritt in Richtung weniger Gewalt ereignete sich vor etwa 5000 Jahren. Damals vollzog sich der Übergang von kleinen, umherziehenden Gruppen hinzu den ersten sesshaften Völkern mit einer offiziellen Führung.

    In den nomadenähnlichen Gruppen, in denen unsere Vorfahren vorher gelebt hatten, war Gewalt an der Tagesordnung. Es galt das Recht des Stärkeren und es wurde ohne Skrupel ausgenutzt.
    Schätzungen gehen heute davon aus, dass in diesen Gruppen ca. 15% der Menschen eines gewaltsamen Todes sterben – von anderen Gewalttaten und Grausamkeiten ganz abgesehen.

    Woher kommt der Rückgang der Gewalt in den neu gegründeten Staaten? Die Führung der jeweiligen Gruppe stellte Regeln und Gesetze, die verboten, dass jeder seine Nachbarn umbringen konnte nur, weil er es gerade wollte.
    Auch wenn uns diese Vorstellungen abstoßen, war es nicht immer der Fall, dass wir in riesigen Gruppen zusammenlebten. Es gab auch Zeiten, wo das menschliche Zusammenleben durchaus einer Anarchie ähnelte.

    Selbstverständlich ist das Ganze eine sehr vereinfachte Beschreibung und dieser Wandel passierte nicht von heute auf morgen, aber was außer Frage steht, ist, dass das Leben in einer größeren Gesellschaft mit Gesetzen ein großen Beitrag für den Rückgang der Gewalt geleistet hat.

    Zivilisation & Handel

    Der nächste große Schritt hin zu weniger Gewalt war der bis heute andauernde Prozess der Zivilisierung.
    Zum einen wurden in dieser Zeit die Staaten in Europa deutlich größer und stärker, so dass gegenseitige Angriffe mit einem höheren Risiko verbunden waren.

    In den Jahrhunderten zuvor war Europa in unzählige kleine Länder und Fürstentümer aufgeteilt, sodass es in Europa 5000 kleine Länder und Staaten gab, die sich permanent bekriegten.

    Nach und nach schlossen sich immer mehr größere Gebiete zusammen und wurden von anderen Ländern unterworfen, sodass die Anzahl enorm sank. Da ein Krieg nun enormen Verlust bedeutete, kam es zum ersten Mal zu längeren Friedenszeiten.

    Zudem wurde es mit der Zeit immer lukrativer durch Handel Besitztümer anzuhäufen als durch Gewalt. Der Handel förderte den Frieden aus offensichtlichen Gründen: Mehr und mehr Menschen konnten von Handelsgeschäften leben und man hat selbstverständlich lieber lebendige Handelspartner als tote.

    Der Aufstieg des Humanismus

    Humanismus

    Auch wenn es für uns heute selbstverständlich ist, waren die menschlichen Werte bzw. der Humanismus ebenfalls eine entscheide Welle im Rückgang der Gewalt. Im 17. und 18. Jahrhundert entstand mit dem Humanismus eine neue Weltsicht, die das Zusammenleben für immer verändern würde.

    Die Grundgedanken des Humanismus, dass jeder Mensch die gleichen Rechte, die gleiche Würde und eine menschliche Behandlung verdiente verbreiteten sich nach und nach wie ein Lauffeuer in der gesamten Welt.

    Besonders da der Buchdruck seit dem 16. Jahrhundert existierte, verbreitete sich die Nachricht des Humanismus enorm schnell. Der Buchdruck ermöglichte zudem Texte von anderen Menschen zu lesen, so dass der Bildungsgrad Bevölkerungsgruppe stark anstieg, was auch wieder Auswirkungen auf das positive Zusammenleben hatte.

    Zeiten des Friedens & Trennung von Kirche und Staat

    Würden wir die Zahl der Kriege weltweit in einem Diagramm darstellen, würde sich in der Graph stark abfallen. In den vergangenen 500 Jahren sind Kriege immer seltener geworden. Während sich im 16. und 17. Jahrhundert die Großmächte noch zu 85% der Zeit bekriegten, war es von 1850 bis 1950 nur noch 15% der Zeit und in der zweiten Hälfte des 20 Jahrhundert gab es überhaupt keinen Krieg mehr zwischen Großmächten.

    Bildquellen aus dem Buch "Gewalt: Eine neue Geschichte der Menschheit" von Steven Pinker
    Daher wird die Zeit seit dem Zweiten Weltkrieg auch allgemein als der lange Frieden bezeichnet. Für diese sehr erfreuliche Entwicklung gibt es diverse Gründe. Zunächst schreitet der Prozess der Zivilisierung immer weiter voran.

    Krieg scheint so alt zu sein wie die Menschheit, Frieden aber ist eine moderne Erfindung.
    - Henry Maine

    Desweitern sind mittlerweile fast alle Länder so stark durch den Handel miteinander vernetzt, dass ein Krieg auch den Ruin der Wirtschaft bedeuten würde.

    Außerdem trägt die zunehmende Trennung von Staat und Kirche dazu bei. Wie wir eindrucksvoll im Nahen Osten sehen können, ist Religion für viele Menschen in der Geschichte der Menschheit ein Grund gewesen in den Krieg zu ziehen.

    Toleranz

    Seit den 60er Jahren lernt unsere Gesellschaft dass jeder ein Recht auf gewaltfreies Leben hat. Der letzte große Schritt hin zu weniger Gewalt bestand darin, dass immer mehr Randgruppen gleiche Rechte zugesprochen werden.

    Bei diesem Trend handelt es sich um die Fortsetzung der humanitären Gedanken aus dem 16. Jahrhundert. Grundgedanke des Humanismus ist es, dass alle Menschen Individuen sind die die gleiche Behandlung verdienen.
    Daraus folgt, dass es auch egal ist, welches Geschlecht, welche Hautfarbe oder welche sexuelle Orientierung ein Mensch hat. Das ändert nichts an seinen Rechten.

    Die Akzeptanz für andere Personengruppen nimmt stetig zu. In den 1960 er Jahren gaben noch 50% der weißen Familien in den USA an, dass sie wegziehen würden, wenn eine schwarze Familie in das Haus neben ihn einziehen würde. In den 80er Jahren dagegen fiel der Prozentsatz in den einstelligen Bereich.

    Diese Tendenz hat sich sogar schon auf unseren Umgang mit Tieren ausgedehnt. Vor 100 Jahren wäre es undenkbar gewesen eine Diskussion darüber zu führen, wie viel Quadratmeter eine Legehenne verdient hat- ein erfreulicher Trend.
    Terrorismus und Kriege befinden sich also auf dem Rückzug sondern auch die alten Alltag wird immer mehr eingeschränkt mit dem Ergebnis dass wir heute in den friedlichsten Zeiten, die es jemals gab.

    Seit dem kalten Krieg

    Klingt komisch, aber es ist wahr. Seit dem Ende des Kalten Krieges gibt es weniger Konflikte und Terrorismus als zuvor. Auch Bürgerkriege sind seltener geworden, da mehr und mehr Länder heute zu einer demokratischen Gesellschaftsordnung tendieren, die solche Kämpfe drastisch reduziert.

    Natürlich haben wir noch die gewaltsamen und grausamen Konflikte wie z.B. in Ruanda und Jugoslawien im Kopf. Doch auch die Opferzahlen von Genoziden sind glücklicherweise gesunken. Das liegt vor allem in einem Rückgang radikaler Ideologien.

    Aber was ist mit Terrorismus? Die Medien sind doch voll davon und es stellt doch momentan eine große Bedrohung dar oder ? Auch wenn die jüngsten Anschläge absolut grausam sind, fordert der Terrorismus heute absolut betrachtet weniger Todesopfer als in früheren Zeiten.

    In den 60er und 70er Jahren war Terrorismus allgegenwärtig. Organisationen wie die Black Liberation Army und die Rote Armee Fraktion töteten damals viel mehr Menschen als wir uns es heute vorstellen können.

    In den 80er Jahren kamen auf 1 Mio Einwohner 2 Tote, was sich bis 2009 halbierte. Aber auch seit 2007 gehen terroristische Aktionen in der muslimischen Welt immer weiter zurück.

    Wenn dich das Thema der Geschichte der Gewalt interessiert, kann ich dir folgendes Buch ans Herz legen:

    Fazit

    Positive Zukunft

    Hungersnot, Pest und Krieg werden voraussichtlich in den kommenden Jahrzehnten Millionen von Opfern fordern. Dennoch sind sie nicht mehr unvermeidliche Tragödien außerhalb der Kontrolle einer hilflosen Menschheit. Stattdessen sind sie zu bewältigenden Herausforderungen geworden. Das soll nicht das Leiden von Hunderten von Millionen schön reden. Meiner Meinung nach ist das eine der größten Aufgaben unser Gesellschaft.

    Im Laufe der Geschichte glaubten die Leute, dass das alles unlösbare Probleme waren und leider verlieren sich auch heute noch so viele Menschen in der Angst und Panik und zerstören ihr eigenes Wohlbefinden und das ihres Umfelds, anstatt sich einmal eine Auszeit von der Panik zu nehmen und sich, wenn dieses Thema ihnen wirklich am Herzen liegt, lösungsorientiert dem Problem zu widmen.

    Du erinnerst dich an die Kriterien für Lärm, die wir eben aufgestellt haben ?
    Es erfüllt zum einen das Kriterium der Unverwendbarkeit, wenn wir durch diese Informationen unser Verhalten nicht ändern und zum anderen davon abgelenkt werden unsere Ziele zu erreichen und durch eine glücklichere Lebensweise eine wirklich positiven Unterschied zu machen.

    Wir bemerken häufig nicht, wie viel Energie uns diese Reizüberflutung und die Negativität kostet und uns davon abhält unseren Mitmenschen zu helfen.

    Abschließende Gedanken und eigene Meinung

    Ich schieße nicht gegen die Medien. Dahinter stehen meist Menschen, wie du und ich, die nur ihren Job machen und es wird nun einmal die Zeitung gekauft, die mehr Sensation liefert. Anstatt also anstatt uns fürchterlich über die "bösen" Medien aufzuregen, schlage ich vor eine drastische Informationsdiät machen, in der wir darauf achten nicht nur Lärm in unseren Kopf zu lassen. Jede Kaufentscheidung ist im Endeffekt auch ein kleiner Wahlzettel, das Angebot und Nachfrage den Markt regeln.

    Auch wenn einige jetzt vor Empörung aufschreien, werden: Ich lasse mir nicht um einmal pro Jahr sagen zu können: "Siehst du, ich habe dir doch gesagt, dass es mit der Welt bergab geht", wenn einmal ein schreckliches Ereignis eingetroffen ist, 364 Tage voller Glück und Optimismus entgehen. Da ist meine Zeit vermutlich besser investiert, wenn ich versuche anstatt mich zu beklagen und griesgrämig zu sein,beispielsweise mit dem Podcast einen kleinen Unterschied zu machen.

    Natürlich bin ich in diesem Beitrag hauptsächlich analytisch an dieses Thema herangegangen und vielleicht hat es sich hin und wieder ein wenig kalt und distanziert angehört. Lass mir dir versichern, dass ich Pazifist aus brennendem Herzen bin und ich weiß, dass hinter den Zahlen, Statistiken und Diagrammen ein Mensch steht, dessen Leben wertvoll ist.

    Aber ich glaube, dass du meine Argumentationsstruktur nachvollziehen konntest. Die Gegenwart ist nicht so scheiße, wie uns immer erzählt wird und die Gedanken, die wir in unseren Kopf lassen, formen massiv unsere Welt. Wenn du also die Wahl hast, welche Realität und welchen Fokus du wählst, kannst du deine wertvolle Energie direkt darauf verwenden, deine positive Realität zu schaffen, in der du Dinge, die dich an der Welt stören, aktiv änderst.

    3 Comments

    1. […] du auf dein Leben anwenden. Es ist nicht immer Schwarz und Weiß. Dazwischen liegt eine Menge Grau. Es ist falsch zu sagen, dass alles, was besteht, Scheiße ist, aber andererseits ist es auch ignorant zu behaupten, dass unser Leben oder die Staat fehlerlos ist […]

    2. […] du auf dein Leben anwenden. Es ist nicht immer Schwarz und Weiß. Dazwischen liegt eine Menge Grau. Es ist falsch zu sagen, dass alles, was besteht, Scheiße ist, aber andererseits ist es auch ignorant zu behaupten, dass unser Leben oder die Staat fehlerlos ist […]

    3. […] Vollkommen egal, wie klein der Prozentsatz der gewaltsamen Todesfälle ist: In absoluten Zahlen wird es immer genügend davon geben, um die Abendnachrichten zu füllen. Das Problem: Es entsteht ein Eindruck von Gewalt, der in keinerlei Verhältnis zur Wirklichkeit steht. Vielleicht brauchen wir gerade deshalb eine Informationsdiät? […]

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