Warum nur volle Verantwortung dir maximale Freiheit gibt- Jocko Willink -Extreme Ownership

Heute gibt es keine psychologischen Studien oder Untersuchungen, warum wir volle Verantwortung (extreme ownership) für unser Leben ergreifen sollten , sondern einfach nur eine Geschichte, die mir eine wertvolle Lektion im Bereich „emotionale Intelligenz“ gegeben hat.

Dieses Format ist brandneu und trägt den Namen „Der Mentor, den ich nie hatte“ und beinhaltete eine Geschichte aus der wir lernen können, wie wir mit den Schwierigkeiten dieser Welt umgehen können. Der Mentor, den ich nie hatte in dieser Woche ist: Jocko Willink. Ich habe hier eine kleine Geschichte aus seinem Buch Extreme ownership zusammengefasst:

Jocko Willink ist eine Legende in der Eliteeinheit der Navy Seals, ein Experte im brasilianischen Jiu-Jitsu und könnte mich ohne Mühe in der Luft zerreißen. Doch das ist nicht der Grund, warum er der Mentor, den ich nie hatte für diese Woche ist.

In seinem New York Times Bestseller Extreme Ownership: How US Navy SEALs Lead and Win beschreibt er, wie man in den Situationen, in den es wirklich zählt volle Verantwortung für sein Leben übernimmt und sich dadurch aus den schwierigsten und schlimmsten Situationen befreit.

Jocko Willink Extreme Ownership Book

Bildquelle: www.businessinsider.com

Man kann zur US-Außenpolitik so stehen, wie man will. Das möchte in diesem Podcast gar nicht ansprechen. Dafür weiß ich zu wenig darüber, was wirklich hinter den Kulissen der Politik passiert.

Trotzdem glaube ich, dass man gerade von Menschen, die solche Extremsituationen durchlebt haben, eine Menge lernen kann. Gerade in Zeiten des Krieges ist es schwer Ruhe zu bewahren und emotionale Meisterung zu praktizieren. Doch Jocko Willink bewiwist in meinen Augen in dieser kleinen Geschichte eine unfassbare mentale Stärke.

Volle Verantwortung- Jocko Willink

Das Licht des frühen Morgens wurde von einem Nebel des Krieges, der die Luft erfüllte, gedimmt. Ruß von Reifen, die die Aufständischen in den Straßen verbrannt hatten, Staubwolken, die von US-Panzern aufgewirbelt worden waren und Puderbeton aus den Wänden der Gebäude, die durch Maschinengewehrfeuer pulverisiert wurden, bedeckten den Morgenhimmel.

Als unser gepanzerter Geländewagen die Ecke umrundet hatte, sah ich durch die mit Staubpartikeln gefüllte Luft einen rauchig-roten Nebel- eindeutig von einer roten Rauchgranate, die von amerikanischen Kräften in der Gegend als allgemeines Signal für "Hilfe!" verwendet wurde.

Mein Verstand raste. Dies war unsere erste große Operation in Ramadi (Irak) und es war ein totales Chaos. Jenseits des echten Nebels, der unsere Sicht beeinträchtigte, war der sprichwörtliche "Nebel des Krieges" zu sehen, wie der preußische Militärstratege Carl von Clausewitz ihnen oft genannt hatte.

Krieg Navy Seals Jocko Willink

Für diese Operation hatten wir vier verschiedene Einheiten von SEALs in verschiedenen Sektoren dieser vom Krieg zerrissenen Stadt. Insgesamt waren etwa dreihundert U.S. und irakische Truppen-verbündete Kräfte - in diesem gefährlichen und heiß umkämpften Ort des östlichen Ramadis.

Der ganze Ort wimmelte nur so von muj , wie die amerikanischen Kräfte sie nannten. Die feindlichen Aufständischen Kämpfer nannten sich Mujahideen, Arabisch für "diejenigen, die im heiligen Krieg kämpten". Sie hatten eine rücksichtslose, militante Version des Islam zweckentfremdet. Sie waren intelligent, barbarisch und tödlich.

Die Operation

Die Operation war vor Sonnenaufgang gestartet worden, und mit der Sonne, die jetzt den Horizont erfüllte , begann die Schießerei. Die unzähligen Funknetzwerke , die von den U.S.-Boden- und Lufteinheiten benutzt wurden, explodierten förmlich mit Kommandos und eingehenden Berichten.

Details von U.S. und Iraki- Truppen,die verwundet oder getötet wurden, kamen aus verschiedenen Sektoren. Bomben fielen.

Krieg irak

Nur ein paar Stunden nach Beginn der Operation, waren beide meiner SEAL Scharfschütze Einheiten angegriffen worden und wurden nun in schwere Schusswechsel verwickelt. Als wir das Radio überwachten, hörten wir die U.S.-Berater mit einem der irakischen Armee-Einheiten reden, die in einem heftigen Feuergefecht verwickelt waren und um die Hilfe der QRF (Quick Reaction Force) baten.

Das bedeutete, dass meine SEALs ernsthafte Hilfe benötigten. Doch ich hatte ein Gefühl, dass etwas nicht stimmte.

Als ich zu einem Marine-Sergeant hinüberging, fragte ich ihn: "Was zur Hölle ist hier los?" "Verdammt!", schrie er vor Aufregung. "Es gibt ein paar muj in diesem Gebäude genau dort, die ein echtes Massaker anrichten ! Die Kerle sind echt hard-core."

Er zeigte mit seiner Waffe auf das durch Einschüsse durchlöcherte Gebäude auf der anderen Straßenseite. "Sie haben einen unserer irakischen Soldaten getötet, als wir das Gebäude betraten und ein paar mehr verwundet."

Ich sah mich um. Unsere schweren Maschinengewehre hatten riesige Krater in die Fassade des Hauses gerissen, in der die Iraker kampierten. Ich ordnete an einen Panzer zu schicken, der zur Not das ganze Gebäude sprengen sollte und wenn das nicht reichte, würden wir Bomben fallen lassen. Sie sollten nie wieder unschuldige Zivilisten umbringen oder einen meiner Männer töten.

Aber irgendetwas machte keinen Sinn. Wir waren exakt da, wo einer unserer SEAL-Scharfschützen-Teams sein sollte. Das Scharfschützen-Team hatte anscheinend den Standort verlassen, den sie ursprünglich per Funk durchgegeben hatten, und waren dabei sich neu auszurichten, als das Kreuzfeuer begann.

Im Chaos hatten sie nicht ihre genaue Lage gemeldet, aber ich wusste, dass es in der Nähe des Punktes liegen würde, an dem ich stand, in der Nähe des Gebäudes, auf das unsere Schüsse gerichtet waren.

Was wirklich keinen Sinn machte, war, dass die verbündeten irakischen Soldaten und ihre U.S.-Berater hier vor ein paar Stunden hätten ankommen sollen. Keine anderen freundlichen Kräfte sollten diesen Sektor betreten müssen, bis wir die Situation deeskaliert hatten.

Die genaue Position unseres SEAL-Scharfschützenteams war bestimmt und ich hatte diese Informationen an die anderen freundlichen Einheiten, die in der Mission beteiligt waren, weitergegeben. Aber aus irgendeinem Grund gab es Dutzende von irakischen Truppen und U.S. Armee- Einheiten in der Gegend. Es hat einfach keinen Sinn für mich ergeben.

Wie ein kalter Schauer

"Warte kurz, Gunny. Ich werde es selbst prüfen ", sagte ich und winkte auf das Gebäude, auf das wir den Airstrike koordinieren wollten. Er sah mich an, als sei ich total verrückt. Seine Marines und ein voller Zug von irakischen Soldaten hatten sich in einen grausamen Kampf mit den feindlichen Kämpfern in diesem Haus geliefert und konnten sie nicht vertreiben. Wer auch immer sie waren, sie hatten in der Hölle gekämpft.

In den Augen des Gunny war es reiner Selbstmord für uns uns selbst dem Gebäude auch nur zu nähern, anstatt Bomben fallen zu lassen. Trotzdem zogen wir über die Straße in Richtung des von Feinden besetzten Hauses. Mit meinem M4-Gewehr in der Bereitschaft, trat ich die Tür ein und ich starrte einen meiner SEAL Chefs an. Er starrte mich mit großen Augen, die mit Überraschung gefüllt waren, zurück.

"Was ist passiert?", fragte ich ihn.
"Einige muj betraten den Komplex. Wir erschossen einen von ihnen und sie griffen an. Grausam. Sie haben wie die Wilden gekämpft." Ich erinnerte mich daran, was mir kurz zuvor berichtet wurde: Einer ihrer irakischen Soldaten war erschossen worden, als er das Gebäude betrat.

In diesem Moment wurde alles klar. Es fiel mir wie Schuppen von den Augen und ein eiskalter Schauer lief mir den Rücken runter. Im Chaos und in der Verwirrung war eine Einheit der verbündeten, irakischen Soldaten außerhalb der Grenzen, in denen sie sich aufhalten sollten herumgeirrt und versuchten, das von unserem SEAL-Scharfschützenteam besetzte Gebäude zu betreten.

In der Dunkelheit des frühen Morgens hatte unser SEAL-Scharfschütze-Element die Silhouette eines mit einem AK-47 bewaffneten Mannes in ihrem Gebäude gesehen. Während es in der Nähe wenige Verbündete gab, wimmelte es nur so vor feinden. So hatten unsere SEALs den Mann mit der AK-47 attackiert, weil dachten, sie seien angegriffen worden- Dann brach die Hölle los.

Folgendes war passiert:

Als die Schießerei im Haus ausbrach, erwiderten die irakischen Soldaten außerhalb des Gebäudes die Schüsse und zogen sich hinter die Decke der Betonmauern in die umliegenden Gebäude zurück. Sie riefen Verstärkungen und U.S. Marines und Armee-Truppen reagierten mit einem heftigen Beschuss auf das Haus, von dem sie glaubten, dass es von feindlichen Kämpfern besetzt war.

Mittlerweile steckten im Inneren des Hauses unsere SEALs fest und konnten nicht eindeutig erkennen, dass sie versehentlich von Verbündeten beschossen wurden. Alles, was sie tun konnten, war, das Feuer zu erwidern, so gut sie konnten und den Kampf aufrechterhalten.

Wir standen kurz davor die Luftangriffe auf das Haus zu lenken, in dem unsere SEALs eingeschlossen waren.

Friendly Fire

"Es war Blau gegen Blau", sagte ich zu ihm. Blau gegen Blau, Eigenbeschuss -, Brudermord - das Schlimmste, was passieren konnte. Vom Feind in der Schlacht getötet oder verwundet zu werden, war schlimm genug. Aber zufällig durch Eigenbeschuss getötet oder verwundet zu werden, weil jemand es versaut hatte, war das schrecklichste Schicksal. Und dieses Szenario war gerade Realität.

Ich hatte die Geschichte von SEAL Team One in Vietnam gehört. Die Trupps spalteten sich auf einer Nachtpatrouille im Dschungel auf, verloren ihre Lager, und als sie sich in der Dunkelheit wieder ineinander stießen, hielten sie sich gegenseitig zum Feind und eröffneten einen offenen Kampf.

Ein heftiges Feuergefecht folgte und ließ einen Toten und mehrere Verwundete zurück. Es war ein Fluch und eine Lektion. Eigenbeschuss war in den SEAL Teams völlig untollerierbar. Und jetzt war es uns gerade passiert - meiner SEAL- Einheit.

Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen. "Was zum Teufel?", fragte der SEAL-Chef mit völligem Unglauben.

"Es war Blau gegen Blau" , sagte ich ruhig und in der Tat: es gab keine Zeit zu diskutieren oder zu zögern. Das echte Böse lauerte da draußen, und selbst als wir sprachen, war das sporadische Geschützfeuer überall zu hören, da andere Einheiten die Aufständischen in der Nähe bekämpften.

Der SEAL-Chef, einer der besten taktischen Führer, den ich je gekannt hatte, schickte den Rest seiner SEALs und andere Soldaten schnell an den Vordereingang. Sie sahen verstörter und benommener aus als alle Menschen, die ich je gesehen hatte. Und als SEAL sieht man so einiges.

Verständlich nachdem .50-Kaliber-Maschinengewehr durch die Wände um sie herum getanzt hatten, hatten sie dem Tod ins Gesicht gestarrt und glaubten selbst nicht, dass sie überleben würden. Aber sie haben es schnell wieder gefangen, wie sie durch das jahrelange Training gewöhnt waren. Stark wie Nägel und bereit für mehr, blieben sie bei mir, unberührt von dem, was passiert war und bereit für was auch immer kommen sollte.

Ein irakischer Soldat KIA, 4 noch ein paar Verwundete. Einer meiner Jungs verwundet, im Gesicht getroffen. Alle anderen waren in Ordnung, durch ein Wunder. Hätte ich es 2 Minuten später bemerkt, hätte der von mir angeordnete Airstrike das ganze Gebäude in die Luft gejagt und zum größten Brudermord in der Geschichte der SEALs geführt.

Doch wir hatten keine Zeit für Selbstmitleid. Wir hatten noch Arbeit zu erledigen und mussten weiterfahren. Die Operation wurde fortgesetzt. Wir führten zwei weitere Missionen durch, räumten einen großen Teil des Distrikts auf, töteten Dutzende von Aufständischen und retteten Tausende von unschuldigen Zivilisten . Der Rest der Mission war ein Erfolg.

Doch das spielte keine Rolle. Ich fühlte elend. Einer meiner Männer war verwundet. Ein irakischer Soldat war tot und andere wurden verwundet. Wir haben es uns selbst angetan und es geschah unter meinem Kommando.

Der Sündenbock ?

Als wir die letzte Mission des Tages vervollständigten, ging ich zum Bataillon des taktischen Operationszentrum, wo ich meinen Feldcomputer eingerichtet hatte, um E-Mails vom Hauptquartier zu erhalten. Ich fürchtete mich sie zu öffnen und beantwortete die unvermeidlichen E-Mail-Anfragen darüber, was geschehen war. Ich wünschte, ich wäre auf dem Schlachtfeld gestorben.

Meine E-Mail-In-Box war voll. Das Wort hatte sich schnell verbreitet, dass wir einen Eigenbeschuss hatten. Ich öffnete eine E-Mail von meinem Kommandanten (CO), die mich mitten ins Herz traf . Er schrieb in Großbuchstaben : " LEGEN SIE ALLES STILL. FÜHREN SIE KEINE MISSIONEN MEHR AUS. DER INVESTIGIERENDE OFFIZIER, DER MASTER CHIEF, UND ICH SIND AUF DEM WEG. "In typischer Weise für ein Navy-Missgeschick hatte die CO einen Untersuchungsbeamten bestellt, um die Tatsachen zu bestimmen : Was ist passiert und wer war verantwortlich .

Eine weitere E-Mail von einem meiner alten Chefs, die in einer anderen Stadt im Irak stationiert waren, besagte einfach: "Hast du vom Brudermord gehört ? Was zum Teufel ist da passiert? "Alle guten Dinge, die ich getan hatte, und der Ruf, den ich mir hart gearbeitet hatte, um in meiner Karriere als SEAL zu etablieren, waren jetzt bedeutungslos.

Trotz der vielen erfolgreichen Missionen, die ich geführt hatte, war ich jetzt der Kommandant einer Einheit, die die SEAL-Todsünde begangen hatte. Und das Schlimmste: Einer meiner Brüder war gefallen.

Frustriert, wütend und enttäuscht, dass dies geschehen war, begann ich, Informationen zu sammeln. Als wir debrieften, war es offensichtlich, dass es einige ernste Fehler gab, die von vielen Einzelpersonen während der Planungsphase und auf dem Schlachtfeld in der Ausführung gemacht wurden. Pläne wurden geändert ohne Benachrichtigungen zu senden, der Plan war zweideutig, und die Verwirrung über das spezifische Timing der Funkprozeduren trug zu kritischen Fehlern bei. Die Aufenthaltsorte der brüderlichen Kräfte wurden nicht berichtet. Die Liste war lang.

Innerhalb meiner eigene SEAL-Truppe wurden ähnliche (im wahrsten Sinne des Wortes) tödliche Fehler gemacht. Der spezifische Standort des betreffenden Scharfschützenteams war nicht an andere Einheiten weitergegeben worden. Die richtige Identifizierung des vermuteten feindlichen Kämpfer, der sich als ein Verbündeter erwies, war unzureichend gewesen. Ein gründlicher Situationsbericht war mir nach dem anfänglichen Engagement nicht übergeben worden.

Die Fehlerliste war erheblich. Wie mir befohlen wurde, habe ich eine kurze Microsoft PowerPoint-Präsentation mit Zeitleisten und Darstellungen der Bewegungen von verbündeten Einheiten auf einer Karte des Gebietes zusammengestellt und eine Liste von dem, was jeder falsch gemacht hatte, angefertigt.

Wessen Schuld ?

volle Verantwortung

Aber irgendetwas fehlte ! Es gab ein Problem, ein Stück, das ich nicht identifiziert hatte, und langsam kam mir das Gefühl, dass die Wahrheit ans Licht kam. Wer war schuld? Ich überprüfte die Situation wieder und wieder um das fehlende Stück- den Punkt des Scheiterns- herausfinden.

Dann kam mir die Erkenntnis. Trotz aller Misserfolge von Einzelpersonen, Einheiten und Führern und trotz der unzähligen Fehler, die gemacht worden waren, gab es nur eine Person, die für alles verantwortlich war, was bei der Operation falsch gegangen war.- ICH

Ich war nicht bei unserem Scharfschützen-Team gewesen, ich hatte die feindlichen Truppen der Iraker nicht kontrolliert. Als der SEAL-Task-Kommandant, der leitende Anführer, war ich für alles verantwortlich. Ich musste volle Verantwortung für das, was schief gelaufen war, übernehmen.

Das ist, was ein Anführer tut - auch wenn es bedeutet, gefeuert zu werden. Wenn jemand beschuldigt und gefeuert wurde, für das, was passiert ist, musste es mich treffen.

Ein paar Minuten später ging ich in den Platoon-Raum, wo alle versammelt waren. Die Stille war ohrenbetäubend. Alle standen kerzengerade. Ich stand vor der Gruppe. "Wessen Schuld war das ?", fragte ich das Zimmer der Teamkollegen.

Nach einigen Momenten der Stille sprach ein SEAL, der sich irrtümlich mit dem irakischen Solider beschäftigt hatte: "Es war meine Schuld. Ich hätte mein Ziel positiv identifizieren müssen. "
"Nein", antwortete ich, "es war nicht deine Schuld. Wessen Schuld war es? "Ich fragte die Gruppe wieder.

"Es war meine Schuld", sagte ein weiterer aus der Scharfschützeneinheit. "Ich hätte unsere Position früher verkünden sollen." "Falsch", antwortete ich. "Es war nicht deine Schuld. Wessen Schuld war es? ", Fragte ich wieder.

"Es war meine Schuld", sagte eine andere SEAL, der ein Kampfberater der irakischen Armee war. "Ich hätte die Iraker kontrollieren müssen und hätte dafür sorgen müssen, dass sie in ihrem Sektor blieben."
"Negativ", sagte ich. "Du bist nicht Schuld." Mehr von meinen SEALs waren bereit zu erklären, was sie falsch gemacht hatten und wie es zum Scheitern beigetragen hatte. Aber ich hatte genug gehört.

"Wisst ihr, wessen Schuld das ist? Wisst ihr, wer die Schuld auf seine Kappe nehmen muss? "Die ganze Gruppe saß schweigend da, einschließlich der Comanding Officer, der Kommandant der Marine und der Untersuchungsoffizier. Zweifellos fragten sie sich, wen ich für verantwortlich hielt.

Schließlich nahm ich einen tiefen Atemzug und sagte: "Es gibt nur eine Person, die dafür verantwortlich ist. Und diese Person bin ich. Ich bin der Kommandant. Ich bin verantwortlich für die gesamte Operation. Ich bin für jede Handlung verantwortlich, die auf dem Schlachtfeld stattfindet. Es gibt niemand anderen, der die Schuld trägt. Und eines will ich euch jetzt versprechen: Ich werde dafür sorgen, dass dir das nie wieder passiert. "

Es war eine schwere Last zu tragen. Aber es war absolut wahr. Ich war der Anführer. Ich war verantwortlich . So musste ich alles, was schief gelaufen war, auf meine Kappe nehmen. Trotz der gewaltigen Einbuße meines Rufs und meines Egos war es das Richtige zu tun - das einzige, was zu tun war. Ich entschuldigte mich bei dem verwundeten SEAL und erklärte, dass es meine Schuld war, dass er verwundet wurde und dass wir alle glücklich waren, dass er nicht tot war.

Rückblickend ist klar, dass es trotz allem, was passiert ist, das Richtige war volle Verantwortung für die Situation zu ergreifen. Tatsächlich hat sich das Vertrauen erhöht , das mein Kommandant und mein Offizier in mich hatten. Hätte ich versucht, die Schuld an andere weiterzugeben, so vermute ich, dass ich aus dem Dienst entlassen worden wäre - verdientermaßen.

Die SEALs in der Truppe, die nicht erwartet hatten, dass ich die Schuld annehme, respektierten die Tatsache, dass ich die volle Verantwortung für alles, was geschehen war, übernommen hatte.

Die taktische Vermeidung von Brudermord war nur ein Teil dessen, was ich gelernt habe, aber noch viel wichtiger: Die Kommandanten in der Ausbildung konnten lernen, was ich über Führung gelernt hatte. Die volle Verantwortung für die Blue-on-Blue- Mission zu übernehmen, ist das einzig Richtige gewesen.

Das ist Extreme Ownership (volle Verantwortung), der grundlegende Kern dessen, was einen effektiven Führer in der SEAL Teams oder in irgendeiner Führungsrolle ausmacht.

Volle Verantwortung- Du bist der Anführer deines Lebens

extreme ownership

Ab diesem Punkt spricht nicht mehr Jocko Willink, sondern Dominique Lengersdorf:

Die wichtigste Gewohnheit der Welt ist meiner Meinung nach, Verantwortung für unser Leben zu übernehmen.

Das ersten Worte, die aus dem Mund des Beschwerers kommen, sind fast immer "die anderen". "Die anderen sind unfair. "Die anderen " machen es einfach nicht. "Die anderen " sind Schuld.

Kein modernes Problem

Diabolos ist das antike, altgriechische Wort für Teufel. Wortwörtlich heißt es: Derjenige, der Schwierigkeiten / Widerstände in den Weg legt.

Oft ist es einfach uns vorzustellen, dass es da einen Kerl mit Hörnern gibt, der uns Schwierigkeiten bereitet anstatt zu realisieren, dass wir uns häufig selbst im Weg stehen.

teufel

Verantwortung zu übernehmen erfordert Mut, denn die Person, die Verantwortung übernimmt, hat sehr wahrscheinlich Angst. Ganz natürlich ! Diese Angst wird sich in vielerlei Hinsicht manifestieren: Angst vor Scham , Angst vor Versagen, Angst vor Schmerzen.
Solche Ängste sind ganz natürlich und sind ein Beweis dafür, dass du dich für das Richtige anstatt für das Einfache bzw. Bequeme entschieden hast. Jede würdige Herausforderung wird einige Angst hervorrufen.

Während Angst oft dein Freund sein kann, sind Ausreden fast immer dein Feind. Angesichts einer Wahl zwischen harter Aktion und leichten Entschuldigungen, wählen die Menschen oft die Ausrede. Du weißt das. Ich weiß das.

Eine Entschuldigung und Ausrede beginnt als Schutzmaßnahme. Es schützt uns vor Schmerzen, rettet unseren Stolz, hält unser Ego auf dem gleichen Level und erlaubt uns, die brutale Wahrheit zu verdecken. Das fühlt sich anfangs wie eine Erleichterung an. Wir vermieden den Schmerz.

Das Problem daran Ausreden zu finden und die Verantwortung abzugeben, ist es, dass wir damit gleichzeitig unsere Kontrolle abgeben. Wenn wir anderen Menschen, den Umständen oder dem bösen Schicksal die Schuld geben, geben wir diesen Dingen gleichzeitig die Kontrolle.

Wenn wir diese Geschichte glauben, werden wir zum Sklaven der äußeren Umstände, weil angeblich nichts mehr im Feld unser Kontrolle liegt.

Sobald wir aber sagen: "Ich bin verantwortlich für. . . " übernehmen wir nicht nur die Kontrolle für die Situation, sondern auch über die Situation. Nur Probleme, denen wir uns annehmen und die wir akzeptieren, können wir lösen.

Der Verantwortung / Schuld- Irrtum

volle verantwortung

Wie ein großer Philosoph einmal sagte:" Mit großer Macht kommt große Verantwortung. " Klingt weise, oder ? Dann kann ich dir ja gestehen, dass ich dich angelogen habe und das Zitat eigentlich aus dem Film Spiderman kommt.

Das Zitat hat einen wahren Kern, aber es gibt eine bessere Version dieses Zitats: "Mit großer Verantwortung kommt große Macht."
Je mehr wir uns dafür entscheiden, Verantwortung in unserem Leben zu übernehmen, desto mehr Macht werden wir über unser Leben bekommen. Die Verantwortung für unsere Probleme zu übernehmen ist damit der erste Schritt, um sie zu lösen.

Viele Leute zögern, Verantwortung für ihre Probleme zu übernehmen, weil sie glauben, dass für ihre Probleme verantwortlich zu sein auch heißt an ihren Probleme schuld zu sein. Verantwortung und Schuld erscheinen oft zusammen in unserer Kultur. Aber es ist nicht dasselbe.

Wenn ich dich mit meinem Auto anfahre, bin ich schuld und auch verantwortlich. Das ist die Art und Weise, wie Fehler in unserer Gesellschaft funktionieren: Wenn du Scheiße baust, ist es deine Verantwortung es auszubügeln. Und das sollte so sein.

Aber es gibt auch Probleme, an denen wir keine Schuld tragen, aber wir sind immer noch verantwortlich für sie. Wenn du eines Tages aufwachst und ein Kind vor deiner Haustür liegt, wäre es nicht deine Schuld, dass das Baby dort hingelegt wurde, aber das Baby wäre jetzt deine Verantwortung. Egal, was du tust: Ob du es behältst , es ignorierst oder einem Kampfhund verfütterst: Es ist deine Verantwortung.

Wir sind verantwortlich für Erfahrungen, die nicht immer unsere Schuld sind. Fehler und Schuld ist Vergangenheit. Volle Verantwortung liegt in der Gegenwart. Fehler resultieren aus Entscheidungen, die bereits gemacht wurden. Verantwortung entsteht aus den Entscheidungen, die du gerade machst- in jedem Moment.

Viele Leute können für dein Unglück schuld sein, aber niemand ist jemals dafür verantwortlich und beeinflusst, wie wir auf alles reagieren, was uns passiert.

"Es sind nicht Dinge, die uns beunruhigen, sondern die Urteile, die wir über diese Dinge fällen."-Epiktet

Es bedeutet nicht, dass wir die Probleme verstecken. Es bedeutet nicht, dass wir ein großes, gefälschtes Lächeln aufsetzen und vorgeben, dass alles toll ist. Es bedeutet nur, dass eine Menge unseres Leidens - oder, wie Epiktet glaubte, alles davon - aus unserem Verstand. Akzeptanz und volle Verantwortung sind die Feinde des Leidens.

Es gibt viele Menschen, die psychologisch und emotional an Mängeln leiden. Aber das ändert nichts. Sicher haben sie kein optimales Blatt ausgeteilt bekommen, aber sie sind nicht schuld. Ich zeige mich einmal ganz verletzlich: Meine größte Angst ist soziale Ablehnung. Ich trage keine Schuld dafür, aber Verantwortung. Du denkst dir wahrscheinlich: "Was für ein arroganter Arsch. Wenn der meine Probleme hätte, würde der nicht so reden !"

Du hast Recht. Ich bin nicht querschnittsgelähmt und weiß nicht, wie es ist seine Freunde und Familie im Krieg zu verlieren oder ähnliche grausame Sachen zu erleben. Diese Menschen haben keinerlei Schuld daran, aber sie können selbst wählen, wie sie darauf reagieren. Das hört sich hart an, aber es ist für das eigene Wohlbefinden der Menschen. Die angenommene Opferrolle und gelernte Hilflosigkeit ist laut Martin Seligman (dem Vater der positiven Psychologie ) die Grundlage für Depression, die wir natürlich um jeden Preis vermeiden wollen.

Daher ist es so wichtig volle Verantwortung und volle Kontrolle zu übernehmen.

Die Opferrolle & volle Verantwortung im 21. Jahrhundert

opferrolle

Die Verantwortung /Schuld Irrtum ermöglicht es den Leuten, die Verantwortung für die Lösung ihrer Probleme an andere weiterzugeben. Diese Fähigkeit, Verantwortung durch Schuld zu lindern, gibt den Menschen ein vorübergehendes Hoch . Leider ist eine Nebenwirkung des Internets und der sozialen Medien, dass es einfacher als je zuvor ist, die Verantwortung wegzuschieben. Diese Art von Sündenbockspiel ist sogar populär geworden.

Wie übernehme ich nun volle Verantwortung ? Über diese Frage habe ich lange nachgedacht und muss ehrlich zu dir sein: Ich habe keine Antwort auf diese Frage ! Es gibt keine Schritt für Schritt- Anleitung. Ich kann an dieser Stelle nur den weisen Yoda aus Star Wars zitieren: Tu es oder tu es nicht- es gibt kein Versuchen. Es ist simpel, aber nicht einfach ! Es wird sich nicht angenehm anfühlen, aber Verantwortung und Akzeptanz ist die einzige Möglichkeit um die Kontrolle zurück zu gewinnen.

Was ich von Jocko Willink gelernt habe, ist das Konzept der "Extreme Ownership" (volle Verantwortung). Wenn wir die Verantwortung an andere Menschen oder Umstände abgeben, geben wir die Kontrolle über unser Leben ab, da ja angeblich immer die anderen Schuld sind und wir nur die Opfer unser Umstände sind.

4 Comments

  1. […] aber auch Jocko Wilink ein Elitesoldat der Navy Seals, der bereits einmal im Podcast im Rahmen der vollen Verantwortung aufgetaucht ist, sagt, dass die Antwort auf Schmerz und das Leben immer ein "Ja" ist. Und Jocko […]

  2. […] Sobald wir eine Autoritätsperson haben, die von uns etwas erwartet, fällt es uns leicht die Verantwortung abzugeben und verstecken uns gerne hinter unserer eigenen Feigheit, indem wir behaupten, dass wir […]

  3. […] Ausprägung der Persönlichkeit misst besonders den Grad der Selbstkontrolle, Genauigkeit, des Verantwortungsbewusstseins der und […]

  4. […] die wir nicht in der Hand haben. Doch es beginnt immer mit den kleinen Dingen, wenn es darum geht Verantwortung zu […]

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