Das soziale Bedürfnis nach Zugehörigkeit

In diesem Blogbeitrag geht es darum, warum das Bedürfnis nach Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe in der modernen Gesellschaft so selten und kostbar ist und wie das Fehlen davon uns alle betrifft. Es geht darum, was wir von den Stammesgesellschaften über Loyalität und Zugehörigkeit und die ewige menschliche Suche nach Bedeutung lernen können. Es geht darum, warum sich für viele Menschen der Krieg besser anfühlt sich als Frieden.

Die moderne Gesellschaft hat die Kunst perfektioniert, den Menschen das Signal zu senden nicht gebraucht zu werden. Vor allem in dieser Zeit des Individualismus möchte ich heute ein etwas anderes Signal senden: Wir sind hochsoziale Tiere und sehnen uns alle nach der Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe.

Versteh mich nicht falsch: Ich bin ein großer Fan des Individualismus‘ und der Selbstverwirklichung und wenn ich dir und anderen dieses Ideal permanent predigen würde, könnte ich viel mehr Geld verdienen, weil Individualismus der Zeitgeist unserer Moderne ist. Ich habe aber kein Interesse daran meinen Profit, meinen Einfluss und meine Reichweite zu maximieren, sondern möchte dir zur emotionalen Meisterung verhelfen.

Dazu gehört laut unserem heutigen Verständnis der Wissenschaft hinter menschlichem Glück und Wohlbefinden die Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe- auch wenn das in einem Zeitalter des Individualismus keine gern gehörte Nachricht ist. Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe ist eines der 6 menschlichen Bedürfnisse.

Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit

Wir sind evolutionär darauf ausgelegt sozial zu sein. Wir sind von tiefen Motivationen getrieben, um mit Freunden und Familie in Verbindung zu bleiben.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten ist eine neue Art von Wissenschaft namens soziale kognitive Neurowissenschaften geschaffen worden. Mit Werkzeugen wie funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRI) wurden erstaunliche Entdeckungen gemacht, wie das menschliche Gehirn auf das Bedürfnis nach Zugehörigkeit reagiert.

Das Ergebnis ist nicht überraschend- die Ausmaße schon ! Wir haben ein beinahe überwältigendes Verlangen nach der Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe.

Das Verlangen nach Liebe und Verbindung bedeutet ständig danach zu suchen starke emotionale Bündnisse und Beziehungen einzugehen. Warum schließen wir uns Clubs oder Mannschaften an ? Warum bricht eine deutschlandweite Euphorie bei der Weltmeisterschaft aus? Warum heiraten wir ? Aber warum schließen sich Jugendliche kriminellen Gangs an?

Aus dem Bedürfnis nach Liebe und Verbindung mit anderen Menschen. Wir sind nun einmal soziale Wesen. Nicht nur nach Bedeutung und Status streben wir, sondern auch nach Nähe, tiefer Verbundenheit und Liebe.

Doch die meisten trauen sich auch nicht zu lieben, weil das Ganze wieder Verletzlichkeit und Ungewissheit bedeuten würde.

Vielleicht höre ich einige sehr dominante Leute von euch sagen: Was will ich mit Verbundenheit und Liebe ? Ich bin ein Einzelkämpfer ! Stimmt das wirklich ?

Der Mensch als soziales Wesen

Wir sind evolutionär darauf programmiert sozial zu sein! Wenn man Testpersonen beispielsweise an fMRI- Scans (functional magnetic resonance imaging ) sieht man, dass Menschen sozialen Schmerz genauso erleben, wie körperlichen Schmerz. Die neuronale Verbindung zwischen sozialem und körperlichen Schmerz sorgt dafür, dass wir starke soziale Bindungen haben, um einer sozialen Gruppe zu überleben und uns gegenseitig mit Wärme und Nahrung zu versorgen.

Es ist ein Überbleibsel aus der Evolution, da wir früher in bedeutend kleiner sozialen Gruppen gelebt haben als es heute der Fall ist. Wir würden niemals auf die Idee kommen jemandem bei einem gebrochenen Bein zu sagen, dass er sich nicht so anstellen soll- warum tun wir es dann bei emotionalem Schmerz ?

Warum assoziieren wir diese Ereignisse mit Schmerz ? Wenn ein Mensch die Bedrohung seiner sozialen Bedürfnisse sieht, antwortet das Gehirn genauso stark wie bei physischem Schmerz.

Nicht um sonst haben wir Wortspiele und Metaphern wie "Er hat mein Herz gebrochen !", "Er hat meine Gefühle verletzt !" oder " Es hat sich angefühlt, wie ein Schlag in die Magengrube ! Wie die Psychologen herausfanden ist das Ganze doch mehr als eine Metapher.

Cyberball und das Bedürfnis nach Zugehörigkeit

Im Jahr 2001 machte Naomi Eisenberger zusammen mit Martin Lieberman eine interessante Studie.

Sie nannten das Ganze Cyberball . Die Probanden spielten ein Spiel zusammen mit anderen Spieler übers Internet, dachten sie zumindest. Beim ganzen Prozess wurden ihre Gehirnströme gemessen.

In den nächsten 2- 3 Minuten warfen sie einen Tennisball in einem Dreieck von Person zu Person, bis auf einmal die Versuchsperson ausgeschlossen wurde und ausschließlich die anderen beiden den Tennisball hin und her warfen.

Ein klares Zeichen von sozialer Zurückweisung !

Du wirst dir eventuell von außen denken: Mir doch egal, was in der blöden Computersimulation passiert, aber nicht nur die Gehirnscans bestätigten, dass die Versuchsobjekte traurig oder wütend aufgrund der Vorkommnisse waren, sondern auch die kurz danach erhobenen Fragebögen zeigten dasselbe Ergebnis.

Die Nachricht ist eindeutig: Wir mögen es ganz und gar nicht, wenn uns eines unser fundamentalsten Bedürfnisse ohne Grund entzogen wird. Unser Gehirn ist hochgradig sozial programmiert. Und diese biologische Tiefe unseres Sozialbedürfnisses ist ein fundamentaler Bestandteil, von dem, was wir als Menschen sind.

Indianerstämme und das Bedürfnis nach Zugehörigkeit

indianer

Am Ende des neunzehnten Jahrhunderts wurden Fabriken in Chicago gebaut und amerikanische Metropolen wie New York entstanden, während Indianer mit Speeren und Tomahawks tausend Meilen entfernt kämpften.

Trotzdem konnte man zur damaligen Zeit beobachten, dass eine überraschende Anzahl von Amerikanern - meistens Männer - Teil der Gesellschaft der Indianer werden wollten anstatt in ihrem eigenen zu bleiben.

Sie verehrten Indianer, heirateten sie, wurden von ihnen adoptiert, und kämpften sogar mit ihnen an der Seite gegen ihre amerikanischen Landsleute . Das Interessante: Das Gegenteil ist fast nie passiert: Kein Indianer floh, um sich der weißen Gesellschaft anzuschließen.

Die Auswanderung schien immer von den "Zivilisierten" zu den stammesähnlichen Kulturen zu verlaufen.

Benjamin Franklin schrieb 1753 an einen Freund:

Wenn er jedoch seine Wurzeln sieht und einen Streifzug mit den Indianern macht, wirst du ihn nicht mehr überzeugen könnten, dass er jemals zurückkehren wird. Obwohl sie mit allen erdenklichen Vorteilen der westlichen Gesellschaft überschüttet wurden und integriert wurden, um unter den Engländern zu bleiben, waren sie nach einer kurzen Zeit von der westlichen Lebensweise angewidert ... und nehmen die erste gute Gelegenheit, wieder in den Wald zu entkommen.

Die Frage für die westliche Gesellschaft ist nicht so sehr, warum das Stammesleben so ansprechend sein könnte. Das scheint offensichtlich zu sein. Aber warum ist die westliche Gesellschaft zum Teil so unattraktiv für uns Menschen ?

Auf materieller Ebene ist es deutlich angenehmer vor den Schwierigkeiten und der Unbequemlichkeit der Natur geschützt zu sein. Aber da unsere Gesellschaften immer wohlhabender werden, merkten sie, dass Wohlstand und Sicherheit kein guter Tausch für die Freiheit und die soziale Nähe sind.

Zuerst die Landwirtschaft und dann Industrien veränderte zwei grundlegende Dinge in der menschlichen Erfahrung. Die Anhäufung von persönlichem Eigentum erlaubte den Menschen, mehr und mehr individualistische Entscheidungen über ihr Leben zu machen.

Und als die Gesellschaft modernisiert wurde, konnten die Menschen unabhängig von jeder Gruppe leben . Eine Person, die in einer modernen Stadt lebt, kann zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit einen ganzen Tag durchlaufen - oder ein ganzes Leben - in dem sie zum Großteil hauptsächlich ganz fremden Menschen begegnet.

Klingt normal ? Aber unsere prähistorischen Gehirne sind nicht darauf ausgelegt in einer Gesellschaft der sozialen Kälte zu leben. Wir können von anderen umgeben sein und uns doch gefährlich allein fühlen.

Der Beweis dafür, dass uns das Ganze schwer fällt, ist überwältigend. Obwohl Glück sehr subjektiv und schwer zu messen ist, sind es mentale Krankheiten nicht. Zahlreiche interkulturelle Studien haben gezeigt, dass die moderne Gesellschaft - trotz ihrer atemberaubenden Fortschritte in Medizin, Wissenschaft und Technik - mit den höchsten Depressionsraten, Schizophrenie, schlechter Gesundheit, Angst und chronischer Einsamkeit in der menschlichen Geschichte zu kämpfen hat.

Unter den amerikanischen Indianern war die Selbstmord nahezu 0 und trat nur unter einem Umstand auf: im hohen Alter um zu vermeiden den Stamm zu belasten. Laut historischen Quellen konnten frühe Chronisten der amerikanischen Indianer keine anderen Selbstmordbeispiele finden, die in psychologischen Ursachen verwurzelt waren.

Das steht in krassem Kontrast zu vielen modernen Gesellschaften, wo die Selbstmordrate 25 Fälle pro 100.000 Menschen. Wir sind sogar mittlerweile in einer Zeit in der Geschichte angelangt, in der mehr Menschen durch Selbstmord als durch Kriege, menschliche Gewalt und Terrorismus zusammen sterben.

Der Mechanismus scheint einfach: arme Leute sind gezwungen, ihre Zeit und Ressourcen mehr untereinander zu teilen als reiche Leute und infolgedessen leben sie in engeren Gemeinschaften der Zugehörigkeit.

Ein Ersatz für das Bedürfnis nach Zugehörigkeit

Die Erkenntnisse stehen im Einklang mit der sogenannten Selbstbestimmungstheorie, die besagt, dass Menschen drei grundlegende Dinge brauchen, um zufrieden zu sein: sie müssen sich kompetent fühlen, in dem was sie tun; Sie müssen sich in ihrem Leben authentisch fühlen. Und sie müssen sich mit anderen verbunden fühlen. Diese Werte gelten als "intrinsisch" zum menschlichen Glück und überwiegen "extrinsische" Werte wie Schönheit, Geld und Status.

Natürlich liefert die Selbstbestimmungstheorie keinen kompletten Überblick über die menschlichen Bedürfnisse , aber es sind Bedürfnisse, nach denen wir uns sehnen.

Man kann eine Vorstellung davon bekommen, wie wichtig diese Art von Zugehörigkeit, Nähe und Berührung für Primaten mithilfe eines berüchtigten Experiments verstehen, das in den 1950er Jahren von einem Primatologen und Psychologen namens Harry Harlow durchgeführt wurde.

Baby-Rhesus-Affen wurden von ihren Müttern getrennt und vor die Wahl gestellt. Sie hatten die Auswahl zwischen zwei Attrappen: eine "Mutter" aus Drahtgeflecht gemacht. Dieses hatte jedoch einen Nippel, der warme Milch abgab.

Die andere Attrappe war aus Holz, die mit Wolle überzogen war und erinnerte mit viel Phanatasie an eine Affenmutter. Da die Stoffpuppe keine Milch gab, nahm Harlow an, dass die Affenjungen sich an die Drahtpuppe halten würden. Zu Harlows Verwunderung zogen die Affenbabys die Stoffmutter vor und klammerte sich die meiste Zeit an diese.

Wenn die beiden Attrappen nebeneinander aufgestellt wurden, blieben die Affen auf der Stoffpuppe sitzen und reckten sich zum Drahtgestell hinüber, um zu trinken. Harlow nahm an, dass die Affenbabys die Stoffpuppe vorzogen, weil sie wärmer sei und setzte eine Wärmelampe ein. Ohne Erfolg- die Affen zogen nach wie vor die Stoffpuppe vor.

Westliche Gesellschaften sind die einzigen in der Geschichte, die sehr kleine Kinder in solchen Zahlen alleine schlafen lassen. Die Isolation sorgt dafür, dass sich viele Kinder überdurchschnittlich intensiv an Kuscheltiere als Ersatz für das Bedürfnis nach Zugehörigkeit binden.

Der Sinn soll sein, dass die Kinder resilienter und unabhängiger werden sollen. Das steht im Widerspruch zu unserer Evolution. Menschen sind Primaten - wir teilen 98 Prozent unserer DNA mit Schimpansen - und Primaten sind beinahe niemals unbeaufsichtigt, weil sie für Raubtiere extrem anfällig sind. Säuglinge scheinen das instinktiv zu kennen, so dass das Alleinsein in einem dunklen Raum schrecklich für sie ist.

Was hat das Bedürfnis nach Zugehörigkeit mit Katastrophe & Krieg zu tun ?

Im Jahr 1915 tötete ein Erdbeben in einer Stadt in Italien in weniger als einer Minute 30.000 Menschen. Die am stärksten betroffenen Gebiete hatten eine Sterblichkeitsrate von 96 Prozent. Die Reichen wurden zusammen mit den Armen getötet, und praktisch jeder, der überlebt hat, wurde sofort in den Kampf ums Überleben gestoßen.

Sie brauchten Nahrung, sie brauchten Wasser, sie brauchten Schutz, sie mussten die Lebenden Leben und die Toten begraben. In diesem Sinne gelang es der Plattentektonik unter der italienischen Stadt, die gemeinsamen Bedingungen unserer evolutionären Vergangenheit wiederherzustellen. "Ein Erdbeben erreicht, was das Gesetz verspricht, aber nicht in der Praxis einhält", schrieb einer der Überlebenden. "Die Gleichheit aller Menschen".

Was Katastrophen zu tun scheinen - manchmal in der Spanne von ein paar Minuten - ist es die Uhr auf zehntausend Jahre sozialer Evolution zurückzudrehen. Selbstinteresse wird in Gruppeninteressen subsumiert, weil es kein Überleben außerhalb des Überlebens der Gruppe gibt, und das schafft eine soziale Zugehörigkeit, die viele Menschen bitter vermissen.

Während ich das schreibe, sträubt sich alles in mir: Der Verlust der sozialen Zugehörigkeit kann sogar kann sogar dazu führen, dass die Menschen sich in Zeiten des Krieges glücklicher fühlen.

Nach gewaltsamen Aufständen und Krieg im Bosnien sagte eine Überlebende :

Auf der einen Seite hasse ich den Krieg. Aber seltsamerweise vermisse ich einen Teil des Kriegs.
Ich habe es vermisst, den Leuten so nah zu sein, ich habe es vermisst, auf diese Weise geliebt zu werden. In Bosnien - wie es jetzt ist - vertrauen wir uns nicht mehr; Wir wurden wirklich schlechte Leute. Wir haben nicht die Lektion des Krieges gelernt, wie wichtig es ist, alles zu teilen. Es ist verrückt, aber das ist der grundlegende menschliche Instinkt -einem anderen Menschen zu helfen, der sitzt, steht oder in der Nähe liegt. Wir waren glücklicher als je zuvor und wir haben mehr gelacht.

Was vermutlich schmerzlich vermisst wird, ist nicht die Gefahr oder der Verlust, sondern die Einheit und die Zugehörigkeit. Ein moderner Soldat, der aus dem Kampf zurückkehrt oder ein Überlebender von Sarajevo geht von einer Gruppe, in der soziale Nähe und Zugehörigkeit die obersten Werte sind, zurück in eine Gesellschaft, in der die meisten Menschen außerhalb des Hauses arbeiten, Kinder von Fremden erzogen werden und persönlicher Gewinn idealisiert wird (auch wenn andere darunter leiden).


Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) & das Bedürfnis nach Zugehörigkeit

Die überwiegende Mehrheit der traumatisierten Veteranen, die aus Kriegen zurückkehren, die sicherer sind als jene, in den ihre Väter und Großväter kämpften, fühlen sich nach Wiedereintritt in die Gesellschaft entfremdet und deprimiert. Das gilt auch für Leute, die keinen Kampf erlebt haben.

Viele der Veteranen entwickeln etwas namens posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Das geschieht jedoch nicht aufgrund ihrer traumatischen Erlebnisse und dem Schrecken des Krieges, argumentiert der Ex-Soldat Sebastian Junger, der selbst von PTBS betroffen war.

Mittlerweile haben wir einige Daten und Studien, dass das Problem eher der Wiedereintritt in die Gesellschaft zu sein scheint. Anthropologische Forschung aus der ganzen Welt zeigt, dass die Erholung vom Krieg stark von der Gesellschaft beeinflusst wird. Es gibt Gesellschaften, die diesen Prozess relativ einfach machen.

Ethnographische Studien über Jäger-Sammler Gesellschaften zeigen nur selten Beweise für chronische PTBS unter ihren Kriegern und haben noch nicht einmal ein Wort für psychologisches Trauma.

Unser Gehirn und Körper ist auf ein Zusammenleben einer sehr kleinen Gruppe von Menschen ausgelegt. Heute haben wir mit nur wenigen Leuten sehr engen Kontakt: Kindern, Ehepartnern, vielleicht noch unseren Eltern. Unsere Gesellschaft ist dagegen häufig entfremdet, technisch und kalt.

Unser fundamentales Verlangen, als Menschen nach Zugehörigkeit wird nicht immer von unser Gesellschaft aufgefangen. Eines der auffälligsten Dinge über das Leben im Militär, auch in Stützeinheiten, ist, dass du fast nie allein bist. Tag für Tag, Monat für Monat, sind die Soldaten nah genug um wirklich tiefe Verbindungen einzugehen und haben Kontakt mit deutlich mehr Menschen.

Soldaten erleben diese Stammes-Denkweise im Krieg, aber wenn sie nach Hause kommen, erkennen sie, dass der Stamm, für den sie eigentlich kämpften nicht ihr Land war, sondern ihre Einheit an Soldaten war. Mit anderen Worten, das Problem scheint nicht, Trauma auf dem Schlachtfeld, sondern der Wiedereintritt in die Gesellschaft zu sein.

Warum deine Identität von deiner Umwelt geformt wird

Affe sieht, Affe tut

Giacomo Rizzolatti an der Universität Parma in Italien spezialisiert sich auf Neurophysiologie von Primaten. Während der 1980er Jahre konzentrierte sich sein Labor darauf, zu untersuchen, wie einzelne Neuronen in Affen reagierten, wenn ein Affe eine Aktion durchführte. Wie wir Menschen haben Primaten eine Menge von verschiedenen Neuronen, die für verschiedene Funktionen im Zusammenhang mit der Durchführung auch der einfachste Aktionen verantwortlich sind.

Bei der Durchführung einer dieser Studien haben die Forscher etwas Unerwartetes bemerkt. Ihre Entdeckung hat unser grundlegendes Verständnis geändert, wie wir Menschen zu solchen sozialen Kreaturen wurden. Das Interessante war, dass die gleichen Neuronen beim Affen reagierten, wenn er selbst eine Erdnuss mit der Hand griff als wenn der Affe nur beobachtete, dass der Wissenschaftler nach einer Erdnuss griff.

Diese Ergebnisse waren erstaunlich, weil Neurowissenschaftler glaubten, dass das Gehirn in verschiedene Abschnitte für das Wahrnehmen, Denken und Handeln aufgeteilt gewesen sei. Aber in diesen so genannten Spiegelneuronen traten Wahrnehmung und Handlung in demselben exakten Neuron auf. Das Aufheben einer Erdnuss und zu sehen, wie eine andere Person es tat, hatte dieselbe Wirkung auf diese Neuronen.

Die Aufregung über die Entdeckung der Spiegelneuronen wuchs so, dass sie schnell die Lösung für viele der härtesten Probleme in der Psychologie wurden. Diese renommierte Neurowissenschaftlerin Ramachandran schrieb, dass die Spiegelneuronen "die wichtigste ... Geschichte des Jahrzehnts" sind und sagte, dass "Spiegelneuronen für die Psychologie tun werden, was die DNA für die Biologie gemacht hat." Wie er voraussagte, wurde eine lange Liste von mentalen Phänomenen auf Spiegelneuronen seit ihrer Entdeckung zurückgeführt , einschließlich unserer Fähigkeit für Sprache, Kultur, Nachahmung und Empathie .

Kurz gesagt: Spiegelneuronen spielen eine wichtige Rolle in unserer Fähigkeit, andere zu imitieren. Unsere kulturelle Entwicklung von Fähigkeiten und Gewohnheiten hängt von unserer Fähigkeit zur Nachahmung ab. Angesichts der Tatsache, dass Spiegelneuronen während des Handelns und der Wahrnehmung einer Handlung reagieren, scheinen sie wie ein idealer Mechanismus zur Unterstützung des Lernens zu sein.

Hatte Nietzsche Recht ?

Der Philosoph Friedrich Nietzsche hatte vielleicht nicht ganz Unrecht mit seiner sehr zynischen Aussage:

Was auch immer sie denken und über ihren "Egoismus" sagen wollen, die große Mehrheit macht ihr ganzes Leben lang nichts für sich selbst. Was sie tun, wird für das Phantom ihres Selbst gehalten, das sich in den Köpfen um sie herum gebildet hat und Ihnen kommuniziert wurde.

Nietzsche glaubte, dass unser Bewusstsein nicht etwas ist, das vollkommen in uns ist- wie ein wahrer Kern unseres Wesen, sondern argumentierte er, dass die Wahrnehmung unseres Selbsts in der Regel etwas Konstruiertes ist, das vor allem von den Menschen in unserem Leben stark beeinflusst wird. Die heutige Neurowissenschaft zeigt, dass er da gar nicht so Unrecht hat.

Unsere Reaktionen auf kulturelle Trends geben uns einen Einblick in die Funktionsweise dieses Prozesses. Jeder von uns hat dieses eine Lied, das er zu Beginn schrecklich fand- nur um es nach 2 Wochen lauthals mit zu grölen. Oder vielleicht ist das auch nur bei mir so ?

Ein dramatisches Beispiel dafür sind beispielsweise Babyfarben. Blau für Jungen und Rosa für Mädchen fühlt sich einfach richtig an, oder ? Stell dir vor, wenn ein Geschäft versucht, die Farben von heute auf morgen zu wechseln und rosa für Jungen und Blau für Mädchen zu verkaufen.

Das würde sich niemals durchsetzen, oder? Eigentlich hat es das schon getan: Vor hundert Jahren war das Farbschema für Babys das Gegenteil von dem, was es jetzt ist. Sieh dir einmal diesen Kommentar aus einer Fachzeitschrift an , die 1918 veröffentlicht wurde:

Die allgemein anerkannte Regel ist rosa für die Jungen und blau für die Mädchen. Der Grund dafür ist, dass Rosa, eine entschiedenere und stärkere Farbe ist und daher für den Jungen besser geeignet ist, während Blau, das zarter und zierlicher ist, für das Mädchen hübscher ist.

Was will ich dir damit sagen ? Die soziale Welt vermittelt eine Sammlung von Überzeugungen über uns selbst, über Moral und über das, was ein gutes Leben ausmacht. Weil das Selbst maßgeblich durch Umwelteinflüsse konstruiert wird, klammern wir uns oft an diese Überzeugungen, als wären sie einmalige Ideen, die wir für uns selbst gemacht haben- die Produkte unserer inneren Stimme.

Wo bleibt die Wissenschaft ?

Nette Annekdote, aber "Wo bleibt die Wissenschaft ?" wirst du dich vielleicht jetzt fragen. Hier ein kleines Beispiel zum nachlesen:

Studien von Lieberman zeigen, dass unser konzeptionelles Selbstverständnis stark an den sogenannten medialen präfrontalen Kortex (MPFC) gebunden ist. In einer Rezension, die Lieberman veröffentlichte, wurde der MPFC in 94 Prozent aller Studien der Selbstreflexion beobachtet, und es ist die einzige Region, die so zuverlässig mit dem Denken über "unser Selbst" verbunden sind.

MPFC = Abkürzung für medialer präfrontaler Cortex

Wenn wir beispielsweise sehr überzeugende Werbung, Propaganda oder auch einfach Reden über den Gebrauch von Sonnencreme (wie in einer Fallstudie von Lieberman bewiesen wurde) entscheiden wir nicht bewusst, was wir als Folge dessen tun werden, sondern die Aktivität unseres MPFCs. Interessant war, dass das, was die Probanden versprachen zu tun beinahe keinen Einfluss auf die tatsächlichen Handlungen hatte, während die Aktivität im MPFC eine sehr effektive Voraussage lieferte.

Noch einmal deutet dies darauf hin, dass dieses Ding, das wir unser "Selbst" nennen, weit weniger privat und unabhängig vom Rest der Welt ist, als wir glauben. Wie sich herausstellt, ist die Art und Weise, wie unsere MPFC dafür verantwortlich, wie wir uns ändern werden, sondern auch, wie sich ganze Bevölkerungen verändern werden.

Wir denken oft an unser wahres Selbst, das in einer Schlacht mit der aufgezwungenen Notwendigkeit hineinzupassen, was gegen unseren Willen ist. Verstehe mich nicht falsch: Persönliche Werte sind enorm wichtig, um einen Anker im Leben zu haben, aber unser MPFC erzählt eine andere Geschichte. Ich würde auch lieber hören, dass wir einfach unserer eigenen inneren Stimme folgen , aber das ist laut den Ergebnissen von zahlreichen Studien nicht die ganze Wahrheit.

Wir formen unsere Identität nämlich nicht vollkommen alleine, sondern die Leute, die uns umgeben, haben einen Einfluss auf uns, den wir nicht bestreiten können. Jim Rohn hatte also nicht ganz Unrecht mit der Aussage, dass wir der Durchschnitt der 5 Menschen werden, mit denen wir am meisten Zeit verbringen. Das spielt für unsere eigene Identitätsbildung eine verdammt große Rolle.

Wähle also weise, mit welchen Menschen du einen Großteil deines Lebens verbringen möchtest. Diese formen dich und deine Identität mehr als du glaubst.

Wie das Bedürfnis nach Zugehörigkeit unser Unterbewusstsein kontrolliert

Denk einmal an die Tagen deiner Jugend, als der 31. Oktober die einzige beste Gelegenheit des Jahres darstellte, um sich mit so viel Süßigkeit zu verstopfen, dass du es nachher bereut hast. An Halloween war alles, was du tun musstest an der Haustür eines Fremden zu klopfen,um mit Süßigkeiten belohnt zu werden.

Stell dir vor, dass du an der siebzehnten Haustür des Abends klopfst und kurz nachdem der Besitzer des Hauses dich hinein gelassen hat, bekommt er einen wichtigen Anruf.

Er sagt: "Es tut mir leid, aber ich muss unbedingt dran gehen. Die Süßigkeiten sind direkt in der Schüssel direkt neben der Tür. Du kannst dir gerne ein Stück herausnehmen. Ich muss aber in das andere Zimmer gehen. "

Er geht weg und lässt dich als Kind mit einer großen Schüssel Süßigkeiten allein. Was machst du? Nimmst du ein einziges Stück oder packst du so viel in deine Tasche wie möglich.

Niemand kann dich sehen außer einer Person- du selbst . Hinter der Schüssel mit Süßigkeit ist ein Spiegel, der deine eigenen Handlungen widerspiegelt. Würde das deine Entscheidung beeinflussen? Anscheinend !

Wenn wir mit dieser Situation konfrontiert werden, ist unser natürlicher Impuls, mehr zu nehmen als wir sollten. Als Kinder (ab 9 Jahren) in diesem Szenario ohne Spiegel versetzt wurden, nahmen etwas mehr als die Hälfte von ihnen mehr als eine Süßigkeit.

Aber als sie sich im Spiegel sehen konnten, nahmen weniger als 10 Prozent der Kinder mehr als eine Süßigkeit. Was zur Hölle ?! Der Spiegel sorgte dafür, dass Kinder fünfmal weniger häufig diese soziale Norm verletzten.

Das Bewusstsein für das Selbst ist im Wesentlichen ein Dialog zwischen unserem impulsiven Selbst und einer Simulation dessen , was andere Menschen über uns sagen würden, wenn sie wüssten, was unser impulsives Selbst bereit ist zu tun. Wir erleben das Bewusstsein als inneren Prozess wahr, aber es ist eigentlich ein höchst sozialer Prozeß, in dem wir daran erinnert werden, was die Gesellschaft von uns erwartet.

Doch das gilt nicht nur für Kinder. Bei Erwachsenen waren die Ergebnisse ziemlich ähnlich. Auch ein Bild an der Wand, ein Augenpaar und jetzt mein Favorit drei Punkte, die wie eine Nase und zwei Augen angeordnet waren, sorgten dafür, dass die Menschen seltener gegen die soziale Norm verstießen, weil sie unterbewusst glaubten beobachtet zu werden

Rigdon, M., et al. (2009). Minimal social cues in the dictator game. Journal of Economic Psychology, 30(3), 358–367.

Reichtum vs. Bedürfnis nach Zugehörigkeit

Auch wenn es unser Bauchgefühl und die Gesellschaft sagt, dass mehr Geld allein glücklicher machen wird, ist es nach den heutigen Kenntnissen der Wissenschaft falsch. Und warum ist mehr Geld ist eines unserer primären Lebensziele : Weil wir glauben, dass es uns ein glücklicheres Leben geben wird.

Welches Puzzleteil fehlt uns, dass wir in unserer Theorie so fehlgeleitet sind ?

Eine Studie verglich die Auswirkungen von Einkommen und sozialen Beziehungen auf das Wohlbefinden und stellte fest, dass soziale Faktoren einen positiveren Einfluss auf das Wohlbefinden hatten als das Einkommen.

Einige Studien haben es sogar geschafft einen Dollarwert fest zu setzen, um festzustellen, wie viel mehr Geld wir benötigen, um die gleichen Erhöhungen des Wohlbefindens zu erzielen. In einer Studie war die Freiwilligenarbeit (mindestens einmal pro Woche ) mit einem größeren Wohlbefinden verbunden als eine Gehaltserhöhung von einem $ 20.000-pro-Jahr-Gehalt auf ein $ 75.000 Jahres-Gehalt.

Wir sind hochsoziale Tier: Deswegen ist an der Aussage: Zu leben heißt zu geben etwas Wahres dran.

Werden wir weniger sozial trotz Bedürfnis nach Zugehörigkeit ?

eigene welt isolation

Heute wissen wir, dass wir als Gesellschaft das Bedürfnis nach Zugehörigkeit immer mehr aus den Augen verlieren. Ich will und kann nicht urteilen, ob das eine gute Entwicklung ist. Wir wissen jedoch, dass es uns weniger glücklich macht. In den letzten halben Jahrhunderten gab es einen stetigen Rückgang in fast allen sozialen Bereichen - abgesehen von sozialen Medien.

Die Menschen sind heute weniger verheiratet, als sie vor fünfzig Jahren waren. Wir melden uns weniger für Freiwilligenarbeit, nehmen an weniger gesellschaftlichen Gruppen teil und unterhalten uns mit den Menschen in unseren Häusern weniger oft als wir früher.

Die beunruhigendsten Statistiken findet man in Bezug auf unsere Freundschaften. In einer Umfrage, die 1985 gegeben wurde, wurden die Leute aufgefordert, ihre Freunde als Antwort auf die Frage : "Wer sind die Leute, mit denen du in den letzten sechs Monaten die für dich wichtigen Dinge besprochen hast?" aufzulisten.

Die häufigste Anzahl von aufgeführten Freunden war drei. 59 Prozent der Befragten nannten drei oder mehr Freunde, auf die diese Beschreibung passte. Die gleiche Umfrage wurde im Jahr 2004 wiedergegeben. Diesmal war die häufigste Anzahl von aufgeführten Freunden null. Und nur 37 Prozent der Befragten nannten drei oder mehr Freunde. 25 Prozent gaben an, dass sie keine Menschen hatten, denen sie auf dieser Ebene vertrauen konnten.

Es sollte uns nicht überraschen, dass das Bedürfnis nach Zugehörigkeit für unser Glück und unsere Erfüllung wesentlich ist. Alles, was wir über das soziale Gehirn wissen, schreit förmlich, dass wir dazu ausgelegt sind, um soziale Zugehörigkeiten zu suchen und Verbindungen zu knüpfen. Wir fühlen sogar Schmerzen, wenn diese Verbindungen bedroht sind ,weil (wie wir eben gesehen haben) ein Teil unser Identität eng mit der Zugehörigkeit zur Gruppe verbunden ist.

Seit Tausenden von Jahren lebten wir in kleinen Gemeinden, wo wir unsere Nachbarn und alle um uns herum kannten, weil diese sozialen Gruppen sehr stabil waren. Etwas hat sich im letzten Jahrhundert dramatisch verändert, etwas, das uns weniger glücklich macht, als wir es früher waren.

Das große zweischneidige Schwert, die anspruchsvollsten Säugetiere auf dem Planeten zu sein, ist, dass egal wie klug oder rational wir werden, wir können unsere Grundbedürfnisse nicht überlisten. Wir alle haben gerne Menschen in unserem Leben, die uns lieben und uns respektieren. Ersetzt die Fähigkeit Mathematikprobleme zu lösen, einen Haufen von Papier- genannt Geld- oder eine "erfolgreiche Karriere" zu haben ein Leben der empfundenen sozialen Kälte?

Mutter Teresa, die die Menschen in den schrecklichsten Lebensbedingungen gesehen hat, glaubte, dass ein Leben ohne andere Menschen und ohne Zugehörigkeit "die schlimmste Krankheit ist, die ein Mensch jemals erleben kann." Auch wenn das Bedürfnis nach Zugehörigkeit ursprünglich ein evolutionäres Instrument ist, um unser Überleben zu sichern, sehnen wir uns danach. Wir erkennen diese Bedürfnisse nicht immer an und wir sehen nicht, dass sie uns beeinflussen, aber sie sind trotzdem noch da.

Loving Kindness

Menschen finden auch Wege, um einige der Vorteile der Zugehörigkeit zu genießen, auch wenn niemand in der Nähe ist. Dieser Prozess wird soziales Snacking genannt. Nur darüber nachzudenken oder über einen geliebten Menschen zu schreiben, kann einige der Vorteile von sozialen Beziehungen bieten. Der Blick auf ein Bild von einer nahe stehenden kann einige der Vorteile der traditionellen sozialen Verbindungen bieten.

Soziale Unterstützung und soziale Zugehörigkeit können uns gegen den Stress der schwierigen Momente in unserem Leben puffern. In einer Studie, die Naomi Eisenberger durchführte, berichteten Frauen, dass der Schmerz weniger schmerzhaft war, als sie die Hand ihres Freundes hielten. So weit so gut. Überraschenderweise wurde der Schmerz immer noch reduziert, als die Freundin nur ein Bild von ihrem Freund gezeigt wurde. In der Tat war das Bild doppelt so effektiv bei der Verringerung der Frauen Schmerzen als das tatsächliche Händchenhalten.

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Als ich anfing Studien für diesen Beitrag zu lesen und Daten zu sammeln, dachte ich, dass es eine Reihe von ziemlich coolen Entdeckungen in der Neurowissenschaft gibt, die es wert sind zu teilen, weil unser Bedürfnis nach Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe eine vergessenes Bedürfnis ist. Ich dachte mir, dass diese Erkenntnisse unabhängig voneinander seien. Meine Perspektive hat sich drastisch geändert.

Ich sehe mittlerweile eine Vielzahl von neuronalen Systemen zusammen, die geschaffen sind um uns als Menschen miteinander zu verbinden. Unser soziales Gehirn wächst weiter und nutzt die vorhandenen Bausteine, um unsere Neigung, sozial zu sein, weiter zu verbessern. Die Tatsache, dass wir Reality-TV und Klatsch und Tratsch mögen, ist kein seltsamer Zufall. Es ist die natürliche Folge. Wir haben Gehirnen, die evolutionär darauf ausgelegt sind nach der Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe zu streben.

Die Botschaft ist mehr als klar: Unser Gehirn ist zutiefst sozial und besitzt ein Auslegung zum Bedürfnis nach Zugehörigkeit, die mehr als 100 Millionen Jahre zurückgeht. Das motiviert uns in Verbindung zu bleiben und tiefe Beziehungen einzugehen.

Selbst das Zentrum unseres Wesens, was wir unser Selbst nennen, sorgt dafür, dass wir versuchen uns um die Menschen in unserem Umkreis anzupassen, indem wir unsere Überzeugungen mit ihnen teilen und uns dazu zwingen, unsere Impulse zu kontrollieren um für das Wohl der Gruppe beizutragen.

Die biologische Tiefe unserer Sozialität ist wichtig, weil sie eine schmerzlich unvollständige Theorie ausmacht, die die meisten von uns darüber haben "wer wir sind".

Wir schauen uns um und sehen die Menschen als selbstsüchtig durch Lust und Schmerz getrieben. Das ist zumindest das, was uns seit Generationen gelehrt wird. Und es ist wahr, dass eigene Interessen mächtige Motivatoren des menschlichen Verhaltens sind, aber sie sind weit entfernt von der ganzen Wahrheit .

Ich will nicht verneinen, dass der Mensch auch von anderen starken egoistischen Trieben gelenkt ist. Das muss gar nicht hinterfragt werden. Trotzdem glaube ich, dass die Nachricht in diesen Zeiten des Individualismus viel zu selten gesendet wird, dass wir ein Bedürfnis nach Zugehörigkeit haben.

Das war wahrscheinlich die längste Einladung in eine Facebookgruppe, die du jemals gehört hast, oder ? Ich bin ehrlich zu dir: Eine Facebookgruppe ersetzt keinen zwischenmenschlichen Kontakt, aber es ist eine Möglichkeit sich mit anderen Gleichgesinnten zu verbinden, von ihnen zu lernen, Fragen zu stellen und zu einem Mitglied einer sozialen Gruppe zu werden, die sich untereinander hilft und ein Gegenbeispiel zur Kälte der Gesellschaft liefert.

Du hast eben wahrscheinlich raus gelesen, dass es darum geht ein enges Netz der Zugehörigkeit und der Unterstützung zu schaffen. Daher werde ich die geschlossene Facebookgruppe enorm klein halten und die Plätze begrenzen und die Leute erst nach und nach hineinlassen. Da du aber den Blogbeitrag bist zu diesem Punkt gelesen hast, hast du dich als besonders interessiert erwiesen und kannst dir hier jetzt mit einem Klick einen kostenlosen Platz in der Facebookgruppe sichern.

yes let me in

7 Comments

  1. […] ! Jeder fühlt sich Ärger, jeder erlebt den Drang zu schreien vor Trauer, jeder scheitert, und jeder braucht andere Leute. Hier beim Erzähl mir mehr-Podcast wollen wir diese Emotionen meistern und dazu gehört zum […]

  2. […] weiteres wesentliches Bedürfnis für das Überleben eines Steinzeitmenschen ist es zu einer sozialen Gruppe zu gehören. Wenn dein Clan dich ausstößt, wird es nicht lange dauern, bis die Wölfe dich […]

  3. […] Gefühl der Zugehörigkeit unsere Kooperationsbereitschaft erheblich beeinflusst. Das Gefühl der Zugehörigkeit zu einer Gruppe oder einer Gemeinschaft , in der jeder sich nah und verantwortlich für alle anderen fühlt, fördert Altruismus und […]

  4. […] Am Ende sind Stärke und Wärme nicht nur Charakterzüge in Zeiten der Anspannung. Sie sind grundlegende Energien, die auch zusammenarbeiten . Stärke gibt uns ein Gefühl der Meisterung , und Wärme gibt uns ein Gefühl der Zugehörigkeit. […]

  5. […] Nicht nur das Gehirn formt die Kultur, sondern auch die Kultur formt massiv unsere Gehirne. Schließlich sind wir soziale Wesen. […]

  6. […] (fMRI) wurden erstaunliche Entdeckungen gemacht, wie das menschliche Gehirn auf das Bedürfnis nach Zugehörigkeit […]

  7. […] Lieberman mithilfe bahnbrechender Forschung im Feld der sozialen Neurowissenschaft, dass unser Bedürfnis uns mit anderen Menschen zu verbinden ein fundamentales Bedürfnis ist, das auf derselben Stufe wie das Bedürfnis nach Nahrung und […]

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