Der tödlichste Fehler in zwischenmenschlichen Beziehungen: Kritik und die Sündenbockproblematik- Abraham Lincoln

Heute gibt es keine psychologischen Studien oder Untersuchungen, warum Kritik und die Sündenbockproblematik der tödlichste Fehler in zwischenmenschlichen Beziehungen ist, sondern einfach nur eine Geschichte, die mir eine wertvolle Lektion im Bereich „emotionale Intelligenz“ gegeben hat.

Dieses Format ist brandneu und trägt den Namen „Der Mentor, den ich nie hatte“ und beinhaltete eine Geschichte aus der wir lernen können Der Mentor, den ich nie hatte in dieser Woche ist: Abraham Lincoln. Ich habe hier eine kleine Geschichte, die aus Dale Carnegies Klassiker „Wie man Freunde gewinnt“ bekannt ist, vorbereitet.

Abraham Lincoln: Warum wir andere nicht kritisieren sollten- eine Geschichte

Abraham Lincoln geschichte meade

Am Morgen des 15 April 1865 lag Abraham Lincoln sterbend im Bett eines billigen Gasthauses direkt gegenüber dem Ford's Theater, wo John Wilkes Booth ihn angeschossen hatte. Er lag diagonal auf einem durchhängenden Bett ausgestreckt, das für seinen langen Körper viel zu kurz war. In einer trüben Gaslampe flackerte ein gelbes Licht. Kriegsminister Stanton stand neben dem Bett, betrachtete den sterbenden Lincoln und sagte: "Hier liegt der vollkommenste Menschenführer, den die Welt je gesehen hat." Aber worin lag Lincolns Geheimnis im Umgang mit Menschen?

Doch was machte Abraham Lincoln so besonders ? Neigte er dazu andere zu kritisieren? Ohne Frage ! Als junger Mann hat er die Leute nicht nur kritisiert, sondern sich in Briefen und Gedichten über sie lustig gemacht und hat sie sogar auf Landstraßen abgelegt, wo er sicher war, dass sie gefunden wurden.

Einer dieser Briefe erregte zur damaligen Zeit eine große Aufregung, die sich sein Leben lang nur schwer ausbügeln ließ. Selbst als Lincoln in Springfield, Illinois, als Anwalt tätig war, griff er seine Gegner in öffentlichen Briefen in der Zeitung an.

So kam es , dass er sich einmal mit dem Falschen anlegte- einem Mann namens James Shields, der ein riesiges Ego hatte. Shields jedoch kochte vor Wut. Er bekam heraus, wer den Brief geschrieben hatte, forderte er Abraham Lincoln zum Duell heraus. Lincoln war ein Gegner von Duellen, aber es blieb ihm keine andere Möglichkeit seine Ehre zu retten als den Kampf anzutreten.

Er durfte die Waffen für das Duell wählen und da er lange Arme hatte, fiel seine Wahl auf den Säbel und so musst er Fechtunterricht bei einem Offizier nehmen.

Am festgesetzten Tag trafen sich beiden zum Duell in der Gewissheit, dass einer der beiden sterben wird. In letzter Minute jedoch griffen ihre Sekundanten ein und brachen den Kampf ab.

Das war eines der schlimmsten persönlichen Erlebnisse in Lincolns Leben. Es hat ihm eine enorm wichtige Lektion der emotionalen Intelligenz erteilt, die er beinahe mit dem Leben bezahlt hätte.Nie wieder schrieb er einen beleidigenden Brief. Nie wieder machte er andere lächerlich. Nie wieder gab er anderen die Schuld.

Der Tag, an dm sich Abraham Lincoln an seine Lektion erinnerte

Von da an hat er auch fast nie mehr andere Menschen kritisiert. Während des Bürgerkriegs setzte Lincoln einen General nach dem anderen ein, um die Armee zu führen und einer nach dem anderen versagte und trieb ihn buchstäblich zur Verzweiflung.

Das Volk raste vor Wut. Abraham Lincoln handelte jedoch nach seinem Lebensmotto: "Richtet nicht, sodass du nicht gerichtet wirst!" Wenn jemand die Menschen der Südstaaten scharf kritisierte, gab Abraham Lincoln zurück: "Beschuldigt und kritisiert sie nicht. Unter ähnlichen Umständen wären wir auch nicht anders.»

Abraham Lincoln hätte damals zweifellos Grund zur Kritik gehabt. Beispielsweise kommt die Schlacht von Gettysburg im Juli 1863 in den Kopf. In der Nacht zum 4. Juli begann der feindliche General Lee sich in südlicher Richtung zurückzuziehen, während stürmischer Regen das Land überflutete.

Als Lee mit seiner geschlagenen Armee an den Fluss Potomac kam, hatte er einen aufgrund des Wassers unpassierbaren Fluss vor sich und im Rücken die siegreiche Armee der Nordstaaten. Er saß in einer Falle, aus der es keinen Ausweg gab.

Abraham Lincoln wusste das. Hier bot sich eine vom Himmel geschickte Möglichkeit Lees Armee zu besiegen und den Krieg ein für alle Male zu beenden. Daher befahl er dem Anführer seiner Soldaten Meade den feindlichen General Lee unverzüglich anzugreifen. Lincoln gab seine Anordnungen telegrafisch durch und schickte einen Sonderkurier zu Meade mit dem Befehl zum sofortigen Angriff.

Was aber tat Meade? Genau das Gegenteil von dem, was ihm aufgetragen wurde. In direkter Missachtung von Lincolns Befehlen berief er den Kriegsrat ein. Er zögerte, zauderte, telegrafierte alle möglichen Entschuldigungen zurück und weigerte sich Lee anzugreifen. Schließlich ging der Fluß zurück, nachdem der Regen aufgehört hatte und Lee entkam mit seinen Streitkräften über den Fluss Potomac.

Abraham Lincoln raste vor Wut. "Was soll das bedeuten? Sie waren doch in Reichweite und wir brauchten nur die Hand auszustrecken. Aber ich kann sagen und tun, was ich will: Die Armee rührt sich nicht. Hättet ihr auf meinen Befehl gehört hättet, hätte beinahe jeder General Lee besiegen können. Sogar ich hätte ihn besiegen können, wenn ich persönlich hingegangen wäre. " schrie er seinen Sohn Robert an.

Bitter enttäuscht und Wut entbrannt ,schrieb Lincoln einen Brief an Meade mit folgenden Worten:

«Mein lieber General, ich glaube nicht, dass Sie sich der Größe des Mißgeschicks, welches Lees Entkommen für uns
bedeutet, bewußt sind. Lee war praktisch in unserer Hand, wir hätten bloß zupacken müssen, und in Anbetracht unserer kürzlichen Erfolge wäre der Krieg beendigt gewesen. So wie die Situation nun aber aussieht, wird der Kampf noch unbestimmte Zeit fortdauern. Wenn Sie am vergangenen Montag an einem sicheren Sieg über Lee gezweifelt haben, wie wollen Sie ihn dann südlich des Flusses besiegen, wohin Sie nur einen Teil, bestenfalls zwei Drittel der Truppen vom letzten Montag mitnehmen können? Es wäre unvernünftig zu erwarten, und ich erwarte es auch gar nicht, dass Sie dort viel erreichen. Ihre große Chance ist vertan und ich bin darüber zutiefst betrübt.»

Was hat Meade gesagt, als er diesen Brief erhielt? Er bekam ihn zu seiner Lebenszeit nie zu Gesicht. Abraham Lincoln hatte ihn nie abgeschickt. Der Brief wurde nach seinem Tod zwischen seinen Papieren gefunden. Ich kann mir vorstellen, dass Lincoln, nachdem er den Entwurf fertig gestellt hatte, zu sich selber sagte:

Moment mal. Es ist leicht, hier in aller Seelenruhe im weißen Haus zu sitzen und Meade den Befehl zum Angriff zu geben. Aber wenn ich in Gettysburg gewesen wäre und wenn ich soviel Blut gesehen hätte wie Meade in diesen letzten Wochen und wenn ich die markerschütternden Schreie der Verwundeten und Sterbenden gehört hätte, dann hätte ich vielleicht auch mit einem Angriff gezögert.

Außerdem weiß ich ja, wie vorsichtig Meade ist. Wenn ich mich in seine Situation hineindenke, dann hätte ich eventuell genauso gehandelt wie er. Ich kann die Vergangenheit ohnehin nicht mehr ändern. Wenn ich diesen Brief jetzt abschicke, dann habe ich zwar meine Wut abgelassen und meine Seite der Geschichte betont, aber Meade wird versuchen, sich zu rechtfertigen und zurückschießen.

Es wird ihn verletzen, sein Selbstbewusstsein als Heerführer beeinträchtigen und schwächen und ihn womöglich sogar zwingen, aus der Armee auszutreten.

Also legte Abraham Lincoln den Brief beiseite. Denn er hatte vor langer Zeit aus bitterer Erfahrung gelernt, dass scharfe Kritik und das Suchen eines Sündenbocks letztlich nutzlos ist und das Problem nicht löst, sondern nur die zwischenmenschlichen Beziehungen vergiftet.

Abraham Lincoln dale carnegie wie man freunde gewinnt

Abraham Lincoln: Die Lehre der Geschichte

Allgemein sollte man niemals jemandem offen sagen, dass er Unrecht hat und ihn zurechtweisen. Damit sendet man die unterbewusste Nachricht an sein Gegenüber: " Ich bin schlauer und besser als du." Das ist ein direkter Angriff auf den Selbstwert des Gegenübers und verletzt dessen Gefühle.

Wozu führt das? Er oder sie wird nicht die Meinung ändern, sondern uns unsere "Unverschämtheit" heimzahlen wollen und wütend oder defensiv reagieren. Wenn wir einen Gegenstand darlegen wollen, sollten wir also niemals ein Gespräch eröffnen, indem wir sagen dass der Gesprächspartner sich irrt.

Und selbst wenn es wahr sein sollte, lösen wir damit nicht das Problem oder überzeugen die Person, die uns gegenüber sitzt. Mit einschränkenden und defensiven Bemerkungen wie beispielsweise: " Ich dachte es sei anders, aber ich kann mich auch täuschen. Ich täusche mich oft genug." entwaffnen wir das Gegenüber und er fühlt nicht mehr die Notwendigkeit sich verteidigen zu müssen. Eine solche Eröffnung bietet wenig Angriffsfläche.

Benjamin Franklin ging sogar noch einen Schritt weiter und machte es sich zur Regel niemals anderen offen zu widersprechen und ging sogar soweit alle Wörter aus seinen Sprachgebrauch zu verbannen die festgefahrene Meinungen und Überzeugungen kommunizieren, wie "sicherlich, auf jeden Fall oder zweifellos".

HINWEIS: Die Meisterung schwieriger Gesprächssituationen beinhaltet deine Bereitschaft anzunehmen, dass es für gesunde Beziehungen und dein persönliches Glück meist sinnvoll ist zu versuchen das Problem wirklich zu lösen anstatt mit Gewalt durchprügeln zu wollen, dass du in dieser Situation Recht hast oder unbedingt Rache üben zu wollen.

Klingt hart, aber muss so gesagt werden: Wenn es dir also wichtig ist Recht zu haben um dein Ego zu stärken und du lieber Rache und Kontrolle ausüben möchtest, ist dieser Beitrag nichts für dich und du kannst auf das rote Kreuz in der rechten Ecke klicken.

Du bist noch da ? Dann viel Erfolg mit der Weisheit von Abraham Lincoln schwieriger Gesprächssituationen. 🙂

Die Sündenbockproblematik in schwierigen Gesprächssituationen

Sündenbock

Ein Fehler, den wir in schwierigen Gesprächssituationen häufig machen, ist es einen Sündenbock zu suchen, der Schuld hat. Die meisten schwierigen Gesprächssituationen konzentrieren sich auf die Schuld für das Chaos, in dem wir sind.

Wenn das Unternehmen seinen größten Kunden verliert, wissen wir, dass es in Kürze ein rücksichtsloses Schuld-Roulette geben wird. Es ist uns egal, wo der Ball landet, solange er nicht bei uns landet.

Persönliche Beziehungen sind nicht anders. Deine Beziehung zu deinem Vater ist angespannt? Der unterbewusste Glaubenssatz: Er ist schuld. Er sollte aufhören dich zu kritisieren und sich aus deinem Leben herauszuhalten.

Aber die Konversation über Schuld ist ähnlich wie die Wahrheit zu sprechen - es erzeugt Unstimmigkeit, Verleugnung und nur selten die Lösung des Problems. Niemand will beschuldigt werden, vor allem zu Unrecht, also geht unsere ganze Energie in die Verteidigung unser Position und keine Energie in den Versuch das Problem zu lösen.

Es wird dann zu einer Aussage, die ähnlich ist, wie der Streit in unser Kindheit: Er/Sie hat angefangen.

Wir denken, dass andere in schwierigen Gesprächssituationen das Problem sind

Wenn du gute Laune hast, wirst du vielleicht denken: " Jeder hat seine Meinung" oder "Es gibt zwei Seiten zu jeder Geschichte." Aber wenn die Situation aufgeheizt ist, glauben wir das nicht immer und im Inneren glauben wir, dass das Problem, einfach gesagt, bei den anderen liegt.

• Die anderen sind egoistisch.

• Die anderen sind naiv.

• Mit den anderen ist nicht zu reden.

• Die anderen sind irrational

Wenn wir die Verantwortung wegschieben, ist es nicht verwunderlich, dass wir uns am Ende streiten.

Wenn die andere Person naiv ist, versuchen wir, sie zu erziehen, wie das Leben wirklich ist, und wenn sie egoistisch oder manipulativ sind, werden wir sie anklagen und beschuldigen. Wir sind stur und suchen die Schuld bei anderen in der Hoffnung, dass das, was wir sagen, schließlich dazu führt, dass die andere Person ihren Fehler einsieht, weil wir sie lange und aggressiv genug bedroht und beschuldigt haben.

Du siehst den Fehler im System. So funktionieren wir Menschen einfach nicht und unser Streit führt nirgendwo hin und schadet der Beziehung sogar. Kein Problem wird gelöst und wir haben mehr Unheil angerichtet, als Gutes getan. Wir sind nicht nur frustriert, weil die andere Person so "unvernünftig" ist, sondern auch, weil wir uns hilflos fühlen, etwas dagegen zu tun.

Das wirft eine interessante Frage auf: Warum ist es immer die andere Person, die naiv oder egoistisch oder irrational oder manipulativ ist? Warum ist es so, dass wir niemals denken, dass wir Teil des Problems sind ? In Wahrheit sind die meisten schwierigen Gesprächssituationen ein Ergebnis der Kollision unserer Geschichten, die einfach unterschiedlich sind ohne dass wir realisieren, dass wir Informationen und Gedankengänge haben, die der andere nicht unbedingt hat.

Das Problem: Die Suche nach dem Sündenbock blockiert uns bei der Erforschung der anderen Geschichten und verhindert die Lösung des Problems, da der andere in unseren Augen der Bösewicht ist.
Die Schuldvergabe hemmt unsere Fähigkeit zu lernen, wie die andere Person die Welt sieht und anstatt uns zu helfen, unsere verschiedenen Ansichten zu verstehen, kommt es zur verbalen Schlacht und nicht zur Lösung des Konflikts.

Das Problem von voreiligen Schlüssen und unterbewussten Behauptungen in schwierigen Gesprächssituationen

kritik schuld

Ist dir jemals aufgefallen, dass jeder Autofahrer, der langsamer fährt als du ein Idiot ist und jeder, der schneller fährt als du ein Irrer?

Während der 1950er und 1960er Jahre führten Wissenschaftler eine lange Reihe von Forschungsprojekten durch, die als Attributionsstudien bekannt sind. Ihr Ziel war es zu erfahren, wie "normale" Menschen die Ursache eines Problems bestimmen. Um das Denkmuster aufzudecken, stellten sie den Versuchsteilnehmern die Beschreibungen von Personen zur Verfügung, die sozial unmoralische Verhaltensweisen an den Tag legten (eine Frau stiehlt Bargeld von einem Kollegen, ein Vater schreit seine Kinder an, ein Nachbar drängelt sich an der Kasse vor). Dann wurden sie befragt warum diese Personen so handelten.

Es stellt sich heraus, dass wir Menschen nicht so gut darin sind Kausalitäten genau zu beschreiben. Wir springen schnell zu Schlussfolgerungen und voreiligen Schlüsseln. Der Hauptfehler, den wir machen, ist einfach: Wir gehen davon aus, dass das Fehlverhalten anderer Leute alleine von Persönlichkeitsfaktoren abhängt. Warum hat diese Frau von einem Kollegen gestohlen? Sie ist unehrlich. Warum schrie dieser Mann seine Kindern an? Er ist gemein und selbst frustriert.

Warum sind wir so ungenau und voreilig ? Die meiste Zeit beschäftigen wir Menschen uns, wenn es um das Bewerten das Fehlverhalten anderer geht,mit einer situativen Sichtweise. Wir argumentieren, dass die Menschen so handeln, wie sie es tun, weil sie unkontrollierbare Persönlichkeitsfaktoren haben und nicht weil die Kräfte und Umstände in unser Umgebung (die Situation) dazu beitragen.

Stell dir einmal folgende schwierige Gesprächssituation vor:

Stell dir eine Büroassistentin vor, die eine Arbeit nicht pünktlich fertig stellt macht und sich oft schwere Tippfehlern und anderen Fehlern leistet. Jetzt stell dir vor, dass diese Person defensiv oder wütend wird oder anfängt zu weinen, wenn du versuchst, diese Fehler anzusprechen.

Welche Adjektive höre ich wohl, wenn ich diese Frage normalerweise stelle ? Normalerweise bekomme ich etwas zu hören, wie: schlampig, nicht verantwortungsbewusst, faul, undiszipliniert, lausige Arbeitsmoral.

Was würden viele bei einer aufgeheizten Stimmung tun, wenn wir der Chef wären und die Verantwortungen für das Projekt hätten ? Emotional überkochen, schreien oder Forderungen stellen, sich bei Kollegen beschweren oder schlecht über sie reden ? Und viele Menschen, mit denen ich gesprochen habe, kennen diese Frustration, weil sie sie regelmäßig erleben.

Aber angenommen, wir stellen sie nicht direkt an Sündenbock dar, versuchen ihren Teil der Geschichte zu verstehen und fragen ruhig: "Warum hast du die Aufgaben nicht erledigt? Gibt es etwas, das ich wissen muss?" Die Büroassistentin zerbricht emotional und sagt weinend:

"Ich habe am Wochenende eine Menge daran gearbeitet, um die ganze Arbeit aufzuholen. Ich hatte fast alles fertig, um Ihnen heute die fertige Arbeit zu geben und ich werde sie heute im Verlaufe des Tages fertig stellen, aber mein Großvater, der Alzheimer hat, hat mich letzte Nacht weinend angerufen. Er sagte, meine Oma habe einen Schlaganfall und wurde ins Krankenhaus gebracht. Meine Eltern sind beide tot, und ich bin die einzige Person, die sich um meine Großeltern kümmern kann. Also habe ich alles stehen und liegen gelassen. Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen. Ich weiß, das ist nicht das erste Mal, dass ich es verbockt habe - aber es ist wirklich hart, auf sie aufzupassen, und manchmal werde ich überwältigt. "

Würde das ändern, wie du über die Person nachdenkst und wie du auch antworten würdest? Natürlich. Wir alle bilden Schlussfolgerungen durch den Filter unser Wahrnehmungen, die nicht immer ein vollständiges Bild der Realität sind, gesehen werden. In unser Geschichte ist der Sündenbock immer klar.

Voreilige Urteile in schwierigen Gesprächssituationen

Vorurteile

Die Urteile, die wir über Menschen machen, bauen auf der Vergangenheit auf. Das bedeutet nicht, dass sie völlig falsch sind. Manchmal gibt unsere Intuition uns durchaus wichtige und richtige Impulse, aber es bedeutet auch nicht , dass sie ganz richtig sind.

Das Problem ist, dass unsere ersten Eindrücke von Menschen nicht nur auf Logik beruhen. In Wirklichkeit sind sie eine Mischung aus bewusster und unbewusster Wahrheit, Fiktion und Vorurteilen. So haben wir von Anfang an eine Abbild einer Person im Kopf - keine wirkliche Person. Das Problem: Dieser erste Eindruck färbt unsere Gefühle über eine andere Person für Monate oder Jahre, die noch kommen werden. Es wird auch beeinflussen, wie wir diese Person wahrnehmen, weil wir alles verzerrt durch einen Filter wahrnehmen werden, was die Person sagt, um sich unsere vorgefassten Vorstellungen anzupassen.

Klar könnte jede Oma im Einkaufszentrum theoretisch für Al-Qaida arbeiten und eine AK-47 unter der Jacke versteckt haben, aber wir haben im Alltag keine Zeit, jede Person zu analysieren, die wir treffen. Stattdessen baut dein Gehirn auf vergangene Erfahrung und Intuition auf, um schnelle Entscheidungen zu treffen, die dein Leben retten können. So ein schnelles Urteilsvermögen ist keine schlechte Sache. Es wird nur schlecht, wenn es dich zu den falschen und überstürzten Schlussfolgerungen führt.

Also, wenn du mit Menschen in schwierigen Gesprächssituationen konfrontiert wirst, erkenne, dass es einen Grund gibt, warum sie sich so verhalten, wie sie es tun. Es kann ein neues Problem sein: eine Gesundheitsprobleme, Geldprobleme oder Jobdruck. Es kann ein langfristiges Problem sein: Angst, nicht gut genug zu sein, Wut ,das Gefühl nicht respektiert zu werden....

Es steht meist eine Geschichte hinter, die wir nicht kennen.

Der fundamentale Attributionsfehler in schwierigen Gesprächssituationen

geschichte deines lebens

Wir machen diesen Attributionsfehler, denn wenn wir uns andere anschauen, sehen wir ihre Handlungen viel leichter, als ihre Absichten, die dahinterstehen. Im Gegensatz dazu, wenn wir unsere eigenen Handlungen betrachten, sind wir uns der Absicht hinter unseren Entscheidungen bewusst.

Infolgedessen glauben wir, dass andere schlechte Dinge wegen ihrer Persönlichkeit tun oder um uns eins auszuwischen, während wir, wenn wir schlechte Dinge oder unmoralische Dinge tun, weil die Umstände, die schlechte Laune, der Teufel oder was auch immer uns dazu gebracht hat.

Zum Beispiel stehlen manche Menschen,weil sie Geld braucht, um Medikamente für ihre kranken Kinder zu kaufen. Der Mann auf der Autobahn schneidet dich mit dem Auto, weil er schnell zu seinem Kleinkind im Krankenhaus möchte. Das heißt nicht, dass dir das verhalten gefallen muss oder du es gutheißen musst, aber es sorgt dafür, dass wir den Gegenüber besser verstehen können.

Hier ist nämlich die Schwierigkeit: Du kannst kein Problem mit jemandem lösen, den du für den schuldigen Bösewicht hältst. Du kannst Probleme nur mit einem Menschen lösen. Bevor du also eine schwierige Gesprächssituation beginnst, versuche die andere Person als Person zu sehen und nicht als Sündenbock. Dieser Unterschied ist alles. Effektive Problemlöser etablieren ein gesundes Klima, indem sie voreilige Geschichten im Kopf über die andere Person vermeiden.

Hilfreich um die Sündenbockproblematik zu überwinden sind "humanisierende Fragen".

Was ist wirklich los mit dieser Person? Welche Gründe hätte eine vernünftige, rationale und anständige Person das tun?

Anstatt anzunehmen, dass andere nur wegen der persönlichen Eigenschaften Fehler machen oder unmoralisch handeln, beeinflussen die Meister der schwierigen Gesprächssituationen, indem sie fragen: Welche anderen Einflussquellen wirken auf diese Person, von denen ich nicht wissen könnte?

Was wir von Abraham Lincoln über emotionale Intelligenz lernen können, ist: Bevor wir jemanden öffentlich kritisieren, sollten wir seine Geschichte kennen.

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