Schwierige Gesprächssituationen: Wie du ansprichst, was wirklich wichtig ist ohne auf Aggressivität zu stoßen

schwierige Gesprächssituationen

Krieg und Frieden, Glück und Unglück, Heirat und Scheidung und vieles mehr hängt im Kern von funktionierenden menschlichen Beziehungen ab. Eine besondere Rolle spielen dabei schwierige Gesprächssituationen.

Der Erfolg einer Person kann normalerweise daran gemessen werden, wie viele unangenehme Konversationen diese Person bereit ist zu haben.- Tim Ferriss

Einige gesegnete Leute scheinen eine magische Begabung zu haben, wenn es darum geht, Menschen zu überzeugen und schwierige Gesprächssituationen zu lösen. In Wirklichkeit ist das Erreichen der Menschen keine Magie. Es ist eine Kunst. . . Und eine Wissenschaft. Und es ist einfacher als du denkst. Kommunikation heißt nicht nur etwas zu sagen- es geht darum verstanden zu werden. In der Zeit der atemberaubenden technologischen Entwicklungen ist es leicht, das zu übersehen, was uns wirklich miteinander verbindet.

Fast jede Art von Kommunikation ist eine Anstrengung, um zu den Menschen zu gelangen und sie dazu zu bringen, etwas anderes zu tun oder zu denken als vorher. Du willst den Menschen häufig sogar etwas Gutes tun, weil du glaubst, dass sie mit der Meinung, die du in deinem Kopf gebildet hast, besser durch ihr Leben kommen würden. Oder vielleicht musst du sie beeindrucken und überzeugen, dass du die richtige Person für einen Job, eine Promotion oder eine Beziehung bist.

Aber hier ist die Herausforderung: Die Menschen haben ihre eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Agendas. Sie haben Geheimnisse, die sie vor dir verstecken. Sie sind gestresst, beschäftigt und haben ihre eigenen Unsicherheiten mit denen sie kämpfen, sodass sie manchmal geistige Barrikaden aufstellen, die es schwierig machen, sie zu erreichen.

Wenn alle für selbstverständlich halten, dass ihre eigene Ansicht richtig ist und sich angegriffen fühlen, wird der Fortschritt schnell zum Stillstand und Schwierigkeiten und Probleme, die unbedingt angesprochen werden müssen, bleiben ungelöst. Wenn wir uns verletzt fühlen oder unser Selbstwertgefühl bedroht ist, reagieren wir selbstverständlich defensiv und schießen gut gemeinte Ratschläge zurück.

Was dagegen hilft ist emotionale Intelligenz angewendet auf die schwierigsten Gesprächssituationen des Lebens.

Jede schwierige Gesprächssituation besteht aus 3 Konversationen

schwierige Gesprächssituationen

Überraschenderweise haben die meisten schwierigen Gespräche trotz der unendlichen Variationen schwieriger Gesprächssituationen eine gemeinsame Struktur. Wenn wir in den Details der Hektik und Angst einer bestimmten schwierigen Gesprächssituation gefangen sind, ist diese Struktur schwer zu sehen. Aber das Verständnis dieser Struktur ist wichtig, um zu verbessern, wie mit den anspruchsvollsten Gesprächen umgehen.

Die meisten schwierigen Gesprächssituationen beinhalten Unstimmigkeiten darüber, was passiert ist oder was passieren sollte. Wer hat was gesagt? Und wer hat was gemacht? Wer hat Recht? Wer meint was? Und vor allem die Frage nach der Schuld: Wem schieben wir den Fehler zu?

Wir alle kennen dieses Dilemma. Wir schleppen die gleichen Fragen mit uns herum – Soll ich diese unangenehme Situation ansprechen oder sollte ich es für mich behalten? Konfrontation oder Schweigen?

Vielleicht hält der Hund der Nachbarn dich nachts wach und du quälst dich in deinem Bett von der einen Seite zur anderen Seite. „Soll ich mit ihnen reden?“, fragst du dich. Zuerst entscheidest du dich es nicht zu tun. Vielleicht wird das Bellen aufhören. Vielleicht wirst du dich daran gewöhnen. Aber dann bellt der Hund wieder, und du beschließt, dass du morgen einmal mit den Nachbarn reden wirst. Jetzt liegst du aus einem anderen Grund wach: Der Gedanke, dass du in einen Streit mit den Nachbarn über ihren Hund geraten wirst, macht dich nervös.

Auf der einen Seite willst du, dass die Nachbarn dich mögen. Vielleicht hast du überreagiert? Irgendwann fängst du wieder an zu denken, dass es besser ist nichts zu sagen und das beruhigt deine Nerven. Aber gerade als du wieder kurz vorm Einschlafen bist, bellt der blöde Köter wieder und dein Zyklus der Unentschlossenheit beginnt neu.

Es scheint keine Wahl zu geben, die es dir erlaubt, zu schlafen. Warum ist es so schwer zu entscheiden, ob du in schwierigen Gesprächssituationen die Konfrontation vermeiden sollst oder nicht?

Denn auf irgendeine Art und Weise kennen wir die Wahrheit: Wenn wir versuchen, das Problem zu vermeiden, fühlen wir uns benachteiligt, in uns steigt Wut oder Frust auf und wir werden uns fragen, warum wir nicht für uns selbst einstehen. Außerdem berauben wir uns der Gelegenheit, die Dinge zu verbessern.

Aber wenn wir uns dem Problem stellen, könnte es noch schlimmer werden. Wir können abgelehnt oder angegriffen werden. Wir könnten die andere Person verletzen oder verletzt werden. Die Beziehung könnte leiden. Egal, was du tust: Es scheint so, als ob du nur verlieren kannst.

Ich weiß: In deinem Leben geht es nicht um einen Hund. Trotzdem hast du wahrscheinlich diese Situation mit einer aus deinem Leben verglichen. Jeder von uns hat oder hatte dieses Hundeproblem. Vielleicht ist es ein dringend notwendig es Gespräch mit deinem Chef um eine Gehaltserhöhung oder mit deinen Eltern über einen Konflikt aus der Vergangenheit, deinem Partner, der ständig unterbewusste Regeln verletzt, die dir wichtig sind oder einen Freund, der dich in der Gruppe immer bloßstellt.

Was auch immer es ist, was dir auf der Seele brennt, diese schwierige Gesprächssituation scheint unlösbar zu sein, oder?

Die diplomatische Handgranate in schwierigen Gesprächssituationen

Verzweifelt nach einem Ausweg aus dem Dilemma, fragen wir uns, ob es möglich ist, so taktvoll zu sein, so überwältigend charmant und Streit schlichtend, sodass alles gut läuft. Takt und Charme ist gut, aber es ist nicht die Antwort auf schwierige Gesprächssituationen.

Takt wird die schwierigen Situation mit deinem Vater nicht einfacher machen oder den Ärger eines Kunden über die erhöhte Rechnung nehmen. Es gibt auch keinen einfachen diplomatischen Weg, um deinen Freund zu feuern, um deine Schwiegermutter zu informieren, dass sie dich verrückt macht oder die verletzenden Vorurteile deiner Kollegen zu konfrontieren.

Eine schwierige Botschaft zu überliefern ist wie eine Handgranate zu werfen. Mit Zucker beschichtet, hart oder weich geworfen, eine Handgranate wird immer noch Schaden anrichten. Die Entscheidung, die schwierige Gesprächssituation tot zu schweigen, ist wie selbst die Handgranate zu halten, obwohl du bereits am Auslöser gezogen hast.

Ganz ehrlich: Wir brauchen keine Ratschläge, wie "Sei diplomatisch" oder "Versuche, positiv zu bleiben." Die Probleme liegen auf einer tieferen Ebene- so auch die Antworten. Die 3 Konversationen sehen wie folgt aus:

1. Die "Was ist passiert?" Konversation.

2. Das Gefühlsgespräch. Jedes schwierige Gespräch fragt und beantwortet auch Fragen nach Gefühlen. Sind meine Gefühle angemessen? Soll ich sie anerkennen oder ablehnen, sie auf den Tisch legen oder sie zurückhalten? Was mache ich mit den Gefühlen der anderen Person? Was ist, wenn sie wütend oder verletzt ist? Diese Gefühle werden nicht direkt in der Konversation angesprochen, aber sie dringen trotzdem ein.

3. Das Identitätsgespräch. Dies ist das Gespräch, das wir mit uns selbst darüber führen, was diese Situation für uns bedeutet. Wir führen eine interne Debatte darüber, ob dies bedeutet, dass wir kompetent oder inkompetent sind, ein guter oder schlechter Mensch, der liebenswert oder nicht liebenswert ist. Welchen Einfluss könnte es auf unser Selbstbild und Selbstwertgefühl, unsere Zukunft und unser Wohlergehen haben? Unsere Antworten auf diese Fragen bestimmen zu einem großen Teil, ob wir uns während des Gesprächs "ausgewogen" fühlen oder ob wir uns ängstlich fühlen.

Jede schwierige Konversation beinhaltet die Auseinandersetzung mit diesen drei Konversationen. Um erfolgreich zu interagieren, muss man lernen, effektiv in jedem der drei Bereiche zu arbeiten. Es mag schwierig erscheinen, alle drei gleichzeitig zu verwalten, aber es ist einfacher, als sich blindlings den Konsequenzen aus schwierigen Gesprächen zu stellen.

Die „Was ist passiert?“-Konversation in schwierigen Gesprächssituationen

Die "Was ist passiert?" Konversation ist der Zeitpunkt, an dem wir viel Zeit damit verbringen, um uns um unsere verschiedenen Geschichten zu streiten, wer Recht hat, wer was und wie er es meint und wer schuld ist. Während wir uns also für unsere Auffassung lautstark einsetzen und argumentieren, arbeitet sich ein gewisses Unterbewusstes Bild heraus: Ich habe Recht, du irrst dich. Du bist der Sündenbock und ich bin der Unschuldige. Das sagen beide über den jeweils anderen. Und das sorgt für eine Menge unnötiges Leid.

Es gibt dann am Ende keinen Streit über das ursprüngliche Problem, sondern nur über Kritik, Schuld und Recht, während das zu klärende Problem ungelöst bleibt.

Was wir von Abraham Lincoln über schwierige Gesprächssituationen lernen können

Abraham Lincoln geschichte meade

Am Morgen des 15 April 1865 lag Abraham Lincoln sterbend im Bett eines billigen Gasthauses direkt gegenüber dem Ford's Theater, wo John Wilkes Booth ihn angeschossen hatte. Er lag diagonal auf einem durchhängenden Bett ausgestreckt, das für seinen langen Körper viel zu kurz war. In einer trüben Gaslampe flackerte ein gelbes Licht. Kriegsminister Stanton stand neben dem Bett, betrachtete den sterbenden Lincoln und sagte: "Hier liegt der vollkommenste Menschenführer, den die Welt je gesehen hat." Aber worin lag Lincolns Geheimnis im Umgang mit Menschen?

Doch was machte Abraham Lincoln so besonders? Neigte er dazu andere zu kritisieren? Ohne Frage! Als junger Mann hat er die Leute nicht nur kritisiert, sondern sich in Briefen und Gedichten über sie lustig gemacht und hat sie sogar auf Landstraßen abgelegt, wo er sicher war, dass sie gefunden wurden.

Einer dieser Briefe erregte zur damaligen Zeit eine große Aufregung, die sich sein Leben lang nur schwer ausbügeln ließ. Selbst als Lincoln in Springfield, Illinois, als Anwalt tätig war, griff er seine Gegner in öffentlichen Briefen in der Zeitung an.

So kam es, dass er sich einmal mit dem Falschen anlegte- einem Mann namens James Shields, der ein riesiges Ego hatte. Shields jedoch kochte vor Wut. Er bekam heraus, wer den Brief geschrieben hatte, forderte er Abraham Lincoln zum Duell heraus. Lincoln war ein Gegner von Duellen, aber es blieb ihm keine andere Möglichkeit seine Ehre zu retten als den Kampf anzutreten.

Er durfte die Waffen für das Duell wählen und da er lange Arme hatte, fiel seine Wahl auf den Säbel und so musste er Fechtunterricht bei einem Offizier nehmen. Am festgesetzten Tag trafen sich beiden zum Duell in der Gewissheit, dass einer der beiden sterben wird. In letzter Minute jedoch griffen ihre Sekundanten ein und brachen den Kampf ab.

Das war eines der schlimmsten persönlichen Erlebnisse in Lincolns Leben. Es hat ihm eine enorm wichtige Lektion der emotionalen Intelligenz erteilt, die er beinahe mit dem Leben bezahlt hätte. Nie wieder schrieb er einen beleidigenden Brief. Nie wieder machte er andere lächerlich. Nie wieder gab er anderen die Schuld.

Von da an hat er auch fast nie mehr andere Menschen kritisiert. Während des Bürgerkriegs setzte Lincoln einen General nach dem anderen ein, um die Armee zu führen und einer nach dem anderen versagte und trieb ihn buchstäblich zur Verzweiflung.

Das Volk raste vor Wut. Abraham Lincoln handelte jedoch nach seinem Lebensmotto: "Richtet nicht, sodass du nicht gerichtet wirst!" Wenn jemand die Menschen der Südstaaten scharf kritisierte, gab Abraham Lincoln zurück: "Beschuldigt und kritisiert sie nicht. Unter ähnlichen Umständen wären wir auch nicht anders.»

Abraham Lincoln hätte damals zweifellos Grund zur Kritik gehabt. Beispielsweise kommt die Schlacht von Gettysburg im Juli 1863 in den Kopf. In der Nacht zum 4. Juli begann der feindliche General Lee sich in südlicher Richtung zurückzuziehen, während stürmischer Regen das Land überflutete.

Als Lee mit seiner geschlagenen Armee an den Fluss Potomac kam, hatte er einen aufgrund des Wassers unpassierbaren Fluss vor sich und im Rücken die siegreiche Armee der Nordstaaten. Er saß in einer Falle, aus der es keinen Ausweg gab.

Abraham Lincoln wusste das. Hier bot sich eine vom Himmel geschickte Möglichkeit Lees Armee zu besiegen und den Krieg ein für alle Male zu beenden. Daher befahl er dem Anführer seiner Soldaten Meade den feindlichen General Lee unverzüglich anzugreifen. Lincoln gab seine Anordnungen telegrafisch durch und schickte einen Sonderkurier zu Meade mit dem Befehl zum sofortigen Angriff.

Was aber tat Meade? Genau das Gegenteil von dem, was ihm aufgetragen wurde. In direkter Missachtung von Lincolns Befehlen berief er den Kriegsrat ein. Er zögerte, zauderte, telegrafierte alle möglichen Entschuldigungen zurück und weigerte sich Lee anzugreifen. Schließlich ging der Fluß zurück, nachdem der Regen aufgehört hatte und Lee entkam mit seinen Streitkräften über den Fluss Potomac.

Abraham Lincoln raste vor Wut. "Was soll das bedeuten? Sie waren doch in Reichweite und wir brauchten nur die Hand auszustrecken. Aber ich kann sagen und tun, was ich will: Die Armee rührt sich nicht. Hättet ihr auf meinen Befehl gehört hättet, hätte beinahe jeder General Lee besiegen können. Sogar ich hätte ihn besiegen können, wenn ich persönlich hingegangen wäre. " schrie er seinen Sohn Robert an.

Abraham Lincoln dale carnegie wie man freunde gewinnt

Bitter enttäuscht und Wut entbrannt, schrieb Lincoln einen Brief an Meade mit folgenden Worten:

«Mein lieber General, ich glaube nicht, dass Sie sich der Größe des Mißgeschicks, welches Lees Entkommen für uns bedeutet, bewußt sind. Lee war praktisch in unserer Hand, wir hätten bloß zupacken müssen, und in Anbetracht unserer kürzlichen Erfolge wäre der Krieg beendigt gewesen. So wie die Situation nun aber aussieht, wird der Kampf noch unbestimmte Zeit fortdauern. Wenn Sie am vergangenen Montag an einem sicheren Sieg über Lee gezweifelt haben, wie wollen Sie ihn dann südlich des Flusses besiegen, wohin Sie nur einen Teil, bestenfalls zwei Drittel der Truppen vom letzten Montag mitnehmen können? Es wäre unvernünftig zu erwarten, und ich erwarte es auch gar nicht, dass Sie dort viel erreichen. Ihre große Chance ist vertan und ich bin darüber zutiefst betrübt.»

Was hat Meade gesagt, als er diesen Brief erhielt? Er bekam ihn zu seiner Lebenszeit nie zu Gesicht. Abraham Lincoln hatte ihn nie abgeschickt. Der Brief wurde nach seinem Tod zwischen seinen Papieren gefunden. Ich kann mir vorstellen, dass Lincoln, nachdem er den Entwurf fertig gestellt hatte, zu sich selber sagte:

Moment mal. Es ist leicht, hier in aller Seelenruhe im weißen Haus zu sitzen und Meade den Befehl zum Angriff zu geben. Aber wenn ich in Gettysburg gewesen wäre und wenn ich so viel Blut gesehen hätte wie Meade in diesen letzten Wochen und wenn ich die markerschütternden Schreie der Verwundeten und Sterbenden gehört hätte, dann hätte ich vielleicht auch mit einem Angriff gezögert.

Außerdem weiß ich ja, wie vorsichtig Meade ist. Wenn ich mich in seine Situation hineindenke, dann hätte ich eventuell genauso gehandelt wie er. Ich kann die Vergangenheit ohnehin nicht mehr ändern. Wenn ich diesen Brief jetzt abschicke, dann habe ich zwar meine Wut abgelassen und meine Seite der Geschichte betont, aber Meade wird versuchen, sich zu rechtfertigen und zurückschießen.

Es wird ihn verletzen, sein Selbstbewusstsein als Heerführer beeinträchtigen und schwächen und ihn womöglich sogar zwingen, aus der Armee auszutreten. Also legte Abraham Lincoln den Brief beiseite. Denn er hatte vor langer Zeit aus bitterer Erfahrung gelernt, dass scharfe Kritik und das Suchen eines Sündenbocks letztlich nutzlos ist und das Problem nicht löst, sondern nur die zwischenmenschlichen Beziehungen vergiftet.

Allgemein sollte man niemals jemandem offen sagen, dass er Unrecht hat und ihn zurechtweisen. Damit sendet man die unterbewusste Nachricht an sein Gegenüber: " Ich bin schlauer und besser als du." Das ist ein direkter Angriff auf den Selbstwert des Gegenübers und verletzt dessen Gefühle.

Wozu führt das? Er oder sie wird nicht die Meinung ändern, sondern uns unsere "Unverschämtheit" heimzahlen wollen und wütend oder defensiv reagieren. Wenn wir einen Gegenstand darlegen wollen, sollten wir also niemals ein Gespräch eröffnen, indem wir sagen dass der Gesprächspartner sich irrt.

Und selbst wenn es wahr sein sollte, lösen wir damit nicht das Problem oder überzeugen die Person, die uns gegenüber sitzt. Mit einschränkenden und defensiven Bemerkungen wie beispielsweise: " Ich dachte es sei anders, aber ich kann mich auch täuschen. Ich täusche mich oft genug." entwaffnen wir das Gegenüber und er fühlt nicht mehr die Notwendigkeit sich verteidigen zu müssen. Eine solche Eröffnung bietet wenig Angriffsfläche.

Benjamin Franklin ging sogar noch einen Schritt weiter und machte es sich zur Regel niemals anderen offen zu widersprechen und ging sogar so weit alle Wörter aus seinen Sprachgebrauch zu verbannen die festgefahrene Meinungen und Überzeugungen kommunizieren, wie "sicherlich, auf jeden Fall oder zweifellos".

Die Sündenbockproblematik in schwierigen Gesprächssituationen

Ein Fehler, den wir in schwierigen Gesprächssituationen häufig machen, ist es einen Sündenbock zu suchen, der Schuld hat. Die meisten schwierigen Gesprächssituationen konzentrieren sich auf die Schuld für das Chaos, in dem wir sind.

Wenn das Unternehmen seinen größten Kunden verliert, wissen wir, dass es in Kürze ein rücksichtsloses Schuld-Roulette geben wird. Es ist uns egal, wo der Ball landet, solange er nicht bei uns landet. Persönliche Beziehungen sind nicht anders. Deine Beziehung zu deinem Vater ist angespannt? Der unterbewusste Glaubenssatz: Er ist schuld. Er sollte aufhören dich zu kritisieren und sich aus deinem Leben herauszuhalten.

Die stoische Kunst bösartige Kritik von Feedback zu unterscheiden

Aber die Konversation über Schuld ist ähnlich wie die Wahrheit zu sprechen - es erzeugt Unstimmigkeit, Verleugnung und nur selten die Lösung des Problems. Niemand will beschuldigt werden, vor allem zu Unrecht, also geht unsere ganze Energie in die Verteidigung unserer Position und keine Energie in den Versuch das Problem zu lösen.

Es wird dann zu einer Aussage, die ähnlich ist, wie der Streit in unser Kindheit: Er/Sie hat angefangen.

Wir denken, dass andere in schwierigen Gesprächssituationen das Problem sind

Wenn du gute Laune hast, wirst du vielleicht denken: " Jeder hat seine Meinung" oder "Es gibt zwei Seiten zu jeder Geschichte." Aber wenn die Situation aufgeheizt ist, glauben wir das nicht immer und im Inneren glauben wir, dass das Problem, einfach gesagt, bei den anderen liegt.

• Die anderen sind egoistisch.

• Die anderen sind naiv.

• Mit den anderen ist nicht zu reden.

Die anderen sind irrational

Wenn wir die Verantwortung wegschieben, ist es nicht verwunderlich, dass wir uns am Ende streiten.

Wenn die andere Person naiv ist, versuchen wir, sie zu erziehen, wie das Leben wirklich ist, und wenn sie egoistisch oder manipulativ sind, werden wir sie anklagen und beschuldigen. Wir sind stur und suchen die Schuld bei anderen in der Hoffnung, dass das, was wir sagen, schließlich dazu führt, dass die andere Person ihren Fehler einsieht, weil wir sie lange und aggressiv genug bedroht und beschuldigt haben.

Du siehst den Fehler im System. So funktionieren wir Menschen einfach nicht und unser Streit führt nirgendwo hin und schadet der Beziehung sogar. Kein Problem wird gelöst und wir haben mehr Unheil angerichtet, als Gutes getan. Wir sind nicht nur frustriert, weil die andere Person so "unvernünftig" ist, sondern auch, weil wir uns hilflos fühlen, etwas dagegen zu tun.

Das wirft eine interessante Frage auf: Warum ist es immer die andere Person, die naiv oder egoistisch oder irrational oder manipulativ ist? Warum ist es so, dass wir niemals denken, dass wir Teil des Problems sind? In Wahrheit sind die meisten schwierigen Gesprächssituationen ein Ergebnis der Kollision unserer Geschichten, die einfach unterschiedlich sind ohne dass wir realisieren, dass wir Informationen und Gedankengänge haben, die der andere nicht unbedingt hat.

Das Problem: Die Suche nach dem Sündenbock blockiert uns bei der Erforschung der anderen Geschichten und verhindert die Lösung des Problems, da der andere in unseren Augen der Bösewicht ist.

Sündenbock

Die Schuldvergabe hemmt unsere Fähigkeit zu lernen, wie die andere Person die Welt sieht und anstatt uns zu helfen, unsere verschiedenen Ansichten zu verstehen, kommt es zur verbalen Schlacht und nicht zur Lösung des Konflikts.

Das Problem von voreiligen Schlüssen und unterbewussten Behauptungen in schwierigen Gesprächssituationen

kritik schuld

Ist dir jemals aufgefallen, dass jeder Autofahrer, der langsamer fährt als du ein Idiot ist und jeder, der schneller fährt als du ein Irrer?

Während der 1950er und 1960er Jahre führten Wissenschaftler eine lange Reihe von Forschungsprojekten durch, die als Attributionsstudien bekannt sind. Ihr Ziel war es zu erfahren, wie "normale" Menschen die Ursache eines Problems bestimmen. Um das Denkmuster aufzudecken, stellten sie den Versuchsteilnehmern die Beschreibungen von Personen zur Verfügung, die sozial unmoralische Verhaltensweisen an den Tag legten (eine Frau stiehlt Bargeld von einem Kollegen, ein Vater schreit seine Kinder an, ein Nachbar drängelt sich an der Kasse vor). Dann wurden sie befragt warum diese Personen so handelten.

Es stellt sich heraus, dass wir Menschen nicht so gut darin sind Kausalitäten genau zu beschreiben. Wir springen schnell zu Schlussfolgerungen und voreiligen Schlüssen. Der Hauptfehler, den wir machen, ist einfach: Wir gehen davon aus, dass das Fehlverhalten anderer Leute alleine von Persönlichkeitsfaktoren abhängt. Warum hat diese Frau von einem Kollegen gestohlen? Sie ist unehrlich. Warum schrie dieser Mann seine Kinder an? Er ist gemein und selbst frustriert.

Warum sind wir so ungenau und voreilig? Die meiste Zeit beschäftigen wir Menschen uns, wenn es um das Bewerten das Fehlverhalten anderer geht, mit einer situativen Sichtweise. Wir argumentieren, dass die Menschen so handeln, wie sie es tun, weil sie unkontrollierbare Persönlichkeitsfaktoren haben und nicht weil die Kräfte und Umstände in unserer Umgebung (die Situation) dazu beitragen.

Stell dir einmal folgende schwierige Gesprächssituation vor:

Stell dir eine Büroassistentin vor, die eine Arbeit nicht pünktlich fertig stellt und sich oft schwere Tippfehlern und anderen Fehlern leistet. Jetzt stell dir vor, dass diese Person defensiv oder wütend wird oder anfängt zu weinen, wenn du versuchst, diese Fehler anzusprechen.

Welche Adjektive höre ich wohl, wenn ich diese Frage normalerweise stelle? Normalerweise bekomme ich etwas zu hören, wie: schlampig, nicht verantwortungsbewusst, faul, undiszipliniert, lausige Arbeitsmoral.

Was würden viele bei einer aufgeheizten Stimmung tun, wenn wir der Chef wären und die Verantwortungen für das Projekt hätten? Emotional überkochen, schreien oder Forderungen stellen, sich bei Kollegen beschweren oder schlecht über sie reden? Und viele Menschen, mit denen ich gesprochen habe, kennen diese Frustration, weil sie sie regelmäßig erleben.

Aber angenommen, wir stellen sie nicht direkt an Sündenbock dar, versuchen ihren Teil der Geschichte zu verstehen und fragen ruhig: "Warum hast du die Aufgaben nicht erledigt? Gibt es etwas, das ich wissen muss?" Die Büroassistentin zerbricht emotional und sagt weinend:

"Ich habe am Wochenende eine Menge daran gearbeitet, um die ganze Arbeit aufzuholen. Ich hatte fast alles fertig, um Ihnen heute die fertige Arbeit zu geben und ich werde sie heute im Verlaufe des Tages fertig stellen, aber mein Großvater, der Alzheimer hat, hat mich letzte Nacht weinend angerufen. Er sagte, meine Oma habe einen Schlaganfall und wurde ins Krankenhaus gebracht. Meine Eltern sind beide tot, und ich bin die einzige Person, die sich um meine Großeltern kümmern kann. Also habe ich alles stehen und liegen gelassen. Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen. Ich weiß, das ist nicht das erste Mal, dass ich es verbockt habe - aber es ist wirklich hart, auf sie aufzupassen, und manchmal werde ich überwältigt. "

Würde das ändern, wie du über die Person nachdenkst und wie du auch antworten würdest? Natürlich. Wir alle bilden Schlussfolgerungen durch den Filter unserer Wahrnehmungen, die nicht immer ein vollständiges Bild der Realität sind, gesehen werden. In unserer Geschichte ist der Sündenbock immer klar.

Voreilige Urteile

Die Urteile, die wir über Menschen machen, bauen auf der Vergangenheit auf. Das bedeutet nicht, dass sie völlig falsch sind. Manchmal gibt unsere Intuition uns durchaus wichtige und richtige Impulse, aber es bedeutet auch nicht, dass sie ganz richtig sind.

Das Problem ist, dass unsere ersten Eindrücke von Menschen nicht nur auf Logik beruhen. In Wirklichkeit sind sie eine Mischung aus bewusster und unbewusster Wahrheit, Fiktion und Vorurteilen. So haben wir von Anfang an ein Abbild einer Person im Kopf - keine wirkliche Person. Das Problem: Dieser erste Eindruck färbt unsere Gefühle über eine andere Person für Monate oder Jahre, die noch kommen werden. Es wird auch beeinflussen, wie wir diese Person wahrnehmen, weil wir alles verzerrt durch einen Filter wahrnehmen werden, was die Person sagt, um sich unsere vorgefassten Vorstellungen anzupassen.

Klar könnte jede Oma im Einkaufszentrum theoretisch für Al-Qaida arbeiten und eine AK-47 unter der Jacke versteckt haben, aber wir haben im Alltag keine Zeit, jede Person zu analysieren, die wir treffen. Stattdessen baut dein Gehirn auf vergangene Erfahrung und Intuition auf, um schnelle Entscheidungen zu treffen, die dein Leben retten können. So ein schnelles Urteilsvermögen ist keine schlechte Sache. Es wird nur schlecht, wenn es dich zu den falschen und überstürzten Schlussfolgerungen führt.

Also, wenn du mit Menschen in schwierigen Gesprächssituationen konfrontiert wirst, erkenne, dass es einen Grund gibt, warum sie sich so verhalten, wie sie es tun. Es kann ein neues Problem sein: eine Gesundheitsprobleme, Geldprobleme oder Jobdruck. Es kann ein langfristiges Problem sein: Angst, nicht gut genug zu sein Wut, das Gefühl nicht respektiert zu werden....

Es steht meist eine Geschichte hinter, die wir nicht kennen. Einfach gesagt: Wir alle haben unterschiedliche Geschichten über die Welt, weil wir jeweils unterschiedliche Informationen aufnehmen und diese Informationen dann auf unsere eigene Weise interpretieren.

Erkenne beide Geschichten an

Es kann schwer sein, die Geschichte einer anderen Person zu akzeptieren, wenn du deine eigene Geschichte erzählst- besonders wenn du denkst, dass nur eine Geschichte wirklich richtig sein kann. Immerhin ist deine Geschichte so anders als ihre und macht so viel Sinn. Dieses Problem kann gelöst werden, indem man das annimmt, was wir die "Und-Haltung" nennen.

Wir nehmen normalerweise an, dass wir die Geschichte des anderen annehmen oder ablehnen müssen, und dass, wenn wir ihre akzeptieren, wir unsere eigenen aufgeben müssen. Der Vorschlag, beide Geschichten zu umfassen, kann wie Doppeldeutigkeit klingen. Es kann verstanden werden als eine Lüge à la: "Täusche vor, dass beide Geschichten richtig sind." Aber in der Tat schlägt es etwas ganz anderes vor: Mach dir keine Sorgen über die Annahme oder Ablehnung der Geschichte der anderen Person.

Die oberste Regel der schwierigen Gesprächssituationen: Erst verstehen- dann verstanden werden. Unsere Standardtaktik ist es häufig den Widerstand der anderen Person durch häufiges Wiederholen zu durchbrechen, neue Wege zu versuchen, unseren Punkt klar zu machen, lauter als der Gegenüber zu sprechen und so weiter. Es scheinen passable Strategien zu sein, aber das sind sie nicht. Warum? In der großen Mehrheit der Fälle ist der Grund, warum die andere Person dir nicht zuhört, nicht, weil sie stur ist, sondern weil sie sich nicht verstanden fühlt und wir ihr vorher nicht zugehört haben.

Der bloße Akt, die Geschichte eines anderen zu verstehen, erfordert nicht, dass du deine eigene aufgibst. Die Und-Haltung basiert auf der Annahme, dass die Welt komplex ist, dass man sich verletzt, wütend und ungerecht behandelt fühlen kann und dass die andere Person sich genauso verletzt, wütend und verletzt fühlen kann.

Es kann sein, dass sich eure Geschichten ändern, wenn ihr sie teilt, als Reaktion auf neue Informationen oder andere Perspektiven. Aber sie können immer noch nicht gleich enden und das ist in Ordnung. Manchmal haben Leute ehrliche Meinungsverschiedenheiten, aber trotzdem ist die nützlichste Frage nicht: "Wer hat Recht?", s0ondern "Jetzt, wo wir uns wirklich verstehen, was ist ein guter Weg, um dieses Problem zu lösen?"

Der fundamentale Attributionsfehler in schwierigen Gesprächssituationen

Wir machen diesen Attributionsfehler, denn wenn wir uns andere anschauen, sehen wir ihre Handlungen viel leichter, als ihre Absichten, die dahinterstehen. Im Gegensatz dazu, wenn wir unsere eigenen Handlungen betrachten, sind wir uns der Absicht hinter unseren Entscheidungen bewusst.

Infolgedessen glauben wir, dass andere schlechte Dinge wegen ihrer Persönlichkeit tun oder um uns eins auszuwischen, während wir, wenn wir schlechte Dinge oder unmoralische Dinge tun, weil die Umstände, die schlechte Laune, der Teufel oder was auch immer uns dazu gebracht hat.

Zum Beispiel stehlen manche Menschen, weil sie Geld braucht, um Medikamente für ihre kranken Kinder zu kaufen. Der Mann auf der Autobahn schneidet dich mit dem Auto, weil er schnell zu seinem Kleinkind im Krankenhaus möchte. Das heißt nicht, dass dir das Verhalten gefallen muss oder du es gutheißen musst, aber es sorgt dafür, dass wir das Gegenüber besser verstehen können.

Hier ist nämlich die Schwierigkeit: Du kannst kein Problem mit jemandem lösen, den du für den schuldigen Bösewicht hältst. Du kannst Probleme nur mit einem Menschen lösen. Bevor du also eine schwierige Gesprächssituation beginnst, versuche die andere Person als Person zu sehen und nicht als Sündenbock. Dieser Unterschied ist alles. Effektive Problemlöser etablieren ein gesundes Klima, indem sie voreilige Geschichten im Kopf über die andere Person vermeiden.

Hilfreich um die Sündenbockproblematik zu überwinden sind "humanisierende Fragen".

Was ist wirklich los mit dieser Person? Welche Gründe hätte eine vernünftige, rationale und anständige Person das tun?

Anstatt anzunehmen, dass andere nur wegen der persönlichen Eigenschaften Fehler machen oder unmoralisch handeln, beeinflussen die Meister der schwierigen Gesprächssituationen, indem sie fragen: Welche anderen Einflussquellen wirken auf diese Person, von denen ich nicht wissen könnte?

Was wir von Abraham Lincoln über emotionale Intelligenz lernen können, ist: Bevor wir jemanden öffentlich kritisieren, sollten wir seine Geschichte kennen.

Wie hast du dazu beigetragen?

Grundsätzlich macht die Verwendung des Sündenbocksrahmens Gespräche schwieriger, während die Frage nach dem eigenen Beitrag eine schwierige Konversation erleichtert und wahrscheinlicher produktiv werden lässt.

Drei häufige Missverständnisse können Menschen davon abhalten, das Konzept des eigenen Beitrags voll zu nutzen oder davon zu profitieren

Missverständnis # 1: Ich sollte mich nur auf meinen Beitrag konzentrieren

Ratschläge, dass du nach einem gemeinsamen Beitrag zu einem Problem suchen solltest, werden manchmal als "Du solltest den Beitrag der anderen Person übersehen und dich nur auf dich selbst konzentrieren" interpretiert. Dies ist ein Fehler. Das Finden deines Beitrags negiert in keiner Weise den Beitrag der anderen Person.

Zu erkennen, dass alle Beteiligten in einer Situation zu dem Problem beigetragen haben, bedeutet nicht, dass alle gleichermaßen beigetragen haben. Du kannst zu 5 Prozent verantwortlich oder 95 Prozent verantwortlich sein - es gibt noch einen gemeinsamen Beitrag. Natürlich ist die Quantifizierung von Beiträgen nicht einfach und in den meisten Fällen nicht sehr hilfreich. Verstehen ist das Ziel- keine Prozentsätze zuweisen.

Missverständnis # 2: Ich muss meine Gefühle beiseitelegen

Wenn man versucht, den eigenen Beitrag zu verstehen, statt sich auf die Schuld zu konzentrieren, bedeutet das nicht, starke Emotionen beiseite zu legen. Ganz im Gegenteil. Wenn du und die andere Person sehen, wie ihr jeweils zu dem Problem beigetragen habt, ist es wichtig, eure Gefühle zu teilen.

Missverständnis # 3: Dein Beitrag beider anzuerkennen heißt "das Opfer beschuldigen"

Wenn jemand das Opfer beschuldigt, schlägt er vor, dass das Opfer "es sich selbst angetan hat", dass sie es verdient hätten oder sogar Opfer werden wollten. Dies ist oft ungerecht und schmerzhaft für das Opfer einer ungerechten Situation.

Auf der Suche nach einem gemeinsamen Beitrag geht es nicht um Schuld. Stell dir vor, du wirst überfallen, wenn du spät nachts allein durch eine dunkle Straße gehst. Schuld fragt: "Hast du etwas falsch gemacht? Hast du das Gesetz gebrochen? Hast du dich unmoralisch verhalten? Solltest du bestraft werden? "Die Antwort auf all diese Fragen lautet nein. Du hast nichts falsch gemacht. Du hast es nicht verdient, überfallen zu werden. Überfallen zu werden war nicht deine Schuld.

Beitrag stellt eine andere Reihe von Fragen. Beitrag fragt: "Was habe ich getan, das geholfen hat, die Situation zu verursachen?" Du kannst einen Beitrag auch in Situationen finden, in denen du keine Schuld trägst. Du hast dazu beigetragen, überfallen zu werden. Wie? Indem du dich entscheidest, nachts allein zu gehen. Wenn wir jemanden dafür bestrafen wollen, was passiert ist, würden wir den Straßenräuber bestrafen. Wenn du solche Situationen in der Zukunft verhindern möchtest, ist es hilfreicher den eigenen Beitrag zu bestimmen.

Egal, ob ihr über eure gegensätzlichen Geschichten, eure Absichten oder eure Beiträge sprecht: Das Ziel ist es, besser zu verstehen, was zwischen euch passiert ist, so dass ihr beginnen könnt, konstruktiv darüber zu sprechen, wohin es als nächstes gehen soll und wie das Problem langfristig zu lösen ist.

"Die Konversation der Gefühle" in schwierigen Gesprächssituationen

Jede schwierige Gesprächssituation fragt und beantwortet Fragen über Gefühle. Sind meine Emotionen angemessen? Soll ich sie anerkennen oder verleugnen, sie auf den Tisch legen oder versteckt halten? Wie nehme ich Einfluss auf die Emotionen der anderen? Was ist, wenn sie wütend oder verletzt sind?

Schwierige Gesprächssituationen handeln nicht nur davon, was passiert ist. Sie beinhalten auch Emotionen. Die Frage ist gar nicht, ob starke Gefühle entstehen, sondern wie man damit umgehen kann, wenn sie auftauchen.

Solltest du deinem Chef sagen, wie du wirklich über seinen Führungsstil denkst oder über den Kollegen, der deine Idee gestohlen hat? Solltest du mit deinem Partner teilen, dass er deine Werte und Standards auf regelmäßiger Basis verletzt? Und wie solltest du mit der Wut umgehen, die du wahrscheinlich erleben wirst, wenn du dich entscheidest, mit deinen Eltern darüber zu reden, dass sie versuchen sich in dein Leben einmischen?

In der Gegenwart von starken Gefühlen kommen viele von uns ins Schwitzen, um rational zu bleiben. Heißt es, dass es besser ist, seine Gefühle der Wut nicht zu teilen? Das Problem mit dieser Argumentationsweise ist, dass wir eine essentielle Tatsache nicht berücksichtigen: Schwierige Gesprächssituationen beinhalten nicht nur Emotionen, sie handeln in ihrem Kern immer davon. Gefühle. Emotionen sind nicht ein lästiges Nebenprodukt - sie sind ein integraler Bestandteil des Konflikts.

Kurzfristig glauben wir zwar in einem schwierigen Gespräch Zeit sparen und Angst reduzieren zu können, wenn wir die Emotionen vermeiden. Aber die Frage bleibt: Wenn Gefühle das Problem sind, was hast du erreicht, wenn du sie nicht ansprichst?

Das erinnert mich an meine Kindheit: Meine Mutter hört im Wohnzimmer irgendeinen Lärm und kommt in den, um ihren Sohn (mich), mit einem Ball am Fuß zu finden neben einer zerschmetterten Vase stehend Auf die Frage: "Was ist passiert?", habe ich auch immer geantwortet: "Nichts".

Wenn es darum geht, schwierige Emotionen anzuerkennen, nehmen wir oft die Strategie des kleinen Jungen an. Wenn wir leugnen, dass die Emotionen dort sind, dann können wir vielleicht die Konsequenzen des Gefühls vermeiden, aber wir haben die gleiche Chance unsere Gefühle zu verbergen, wie ich meine Mutter zu überzeugen, dass alles mit der Vase in Ordnung ist.

"Die Identitätskonversation" in schwierigen Gesprächssituationen


Die subtilste und am meisten vernachlässigte Konversation in schwierigen Gesprächssituationen ist die Konversation der Identität: Was sagt das Ganze über mich aus? Ich gebe zu, dass sie die herausforderndste Konversation ist, aber sie bietet uns eine beträchtliche Hebelwirkung bei der Bewältigung unserer Angst und Verbesserung unserer Fähigkeiten in den beiden anderen Konversationen.

Auch wenn wir uns dem nicht immer unbedingt bewusst sind, bewerten wir soziale Situation oft unterbewusst, indem wir sie auf unseren eigenen Charakter und unsere eigene Identität beziehen. Das Identitätsgespräch schaut nach innen: Es geht darum, wer wir sind und wie wir uns selbst sehen. Du denkst vielleicht: "Ich versuche nur, meinen Chef um eine Gehaltserhöhung zu bitten oder meinen Partner mit einer Sache, die mich stört zu konfrontieren. Was zur Hölle hat das mit meiner Identität zu tun?"

Es ist die Konversation, die wir jeweils mit uns selbst haben- was diese Situation für uns, unser Leben und unsere Werte bedeutet. Wir führen eine interne Debatte darüber, ob diese Situation bedeutet, dass wir kompetent oder inkompetent sind, moralisch gut oder schlecht, würdig oder unwürdig Liebe und Nähe zu erhalten.

Welche Auswirkungen hat es auf unser Selbstbild und Selbstwertgefühl, unsere Zukunft und unser Wohlbefinden? Unsere Antworten auf diese Fragen bestimmen zum großen Teil, ob wir während des Gesprächs "ausgeglichen" sind oder ob wir ängstlich oder wütend reagieren.

Um eine Gehaltserhöhung bitten? Was, wenn du abgelehnt wirst? Was ist, wenn dein Chef dir sogar gute Gründe gibt? Was wird das für dein Selbstbild als kompetenter und angesehener Mitarbeiter bewirken? Das alles sind wichtige Fragen in schwierigen Gesprächssituationen.

Das Alles-oder-Nichts Syndrom in schwierigen Gesprächssituationen

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Beim Umgang mit der Identitätskonversation geht es darum, die Art und Weise zu verstehen, in der wir uns anfällig machen, aus der Balance gestoßen zu werden. Der größte Faktor, der zu einer anfälligen Identität beiträgt, ist das Alles-oder-Nichts Syndrom. Dieser unterbewusste Glaubenssatz hört sich so an: Ich bin entweder kompetent oder inkompetent, gut oder böse, verdiene Liebe oder nicht.

Die primäre Gefahr vom Alles-oder-Nichts Syndrom ist, dass es unsere Identität extrem instabil werden lässt, so dass wir überempfindlich auf Feedback reagieren. Wenn wir mit negativen Informationen über uns selbst konfrontiert werden, gibt es, wenn wir das Alles-oder-Nichts Syndrom haben, nur zwei Möglichkeiten, wie man mit diesen Informationen umgeht, die beide ernsthafte Probleme verursachen.

Entweder versuchen wir, die Informationen zu verleugnen, die mit unserem Selbstbild unvereinbar sind, oder wir machen das Gegenteil: Wir nehmen die Informationen in einer Weise auf, die ihre Bedeutung vollkommen überbewertet und zu einem Einbruch der Identität führt. Das Alles-oder-Nichts Syndrom ist also so robust wie ein zweibeiniger Hocker.

Verleugnung

Das Festhalten an einer rein positiven Identität lässt keinen Platz in unserem Selbstverständnis für negatives Feedback. Auch wenn das heutige Verständnis einer selbstbewussten Person ist, dass sie sie perfekt und unantastbar ist, bringt es eine große Schwierigkeit mit sich.

Wenn jemand denkt, niemals Fehler machen zu dürfen oder dass er nie Fehler macht, ist seine Identität hochgradig fragil. Dann ist Feedback, dass er/sie einen Fehler gemacht hat ein riesiges Problem. Der einzige Weg, die perfekte Identität intakt zu halten, ist, das Feedback zu verweigern, um die Illusion des Perfektionismus aufrecht zu erhalten.

Der Versuch negative Informationen während einer schwierigen Gesprächssituationen zu verschweigen, ist wie zu versuchen, zu schwimmen, ohne nass zu werden. Wenn wir uns schwierigen Gesprächssituationen widmen, werden wir uns gegen Informationen über uns stellen müssen, die wir unangenehm finden.- zumindest wenn wir ehrlich sind.

Verleugnung erfordert eine riesige Menge an emotionaler Energie, und früher oder später wird die Geschichte, die wir uns erzählen, unhaltbar werden. Und je größer die Kluft zwischen dem, was wir hoffen, wahr zu sein und dem, was wir fürchten, dass es wahr ist, desto leichter ist es für uns, unser Gleichgewicht zu verlieren.

Übertreibung in schwierigen Gesprächssituationen

Die Alternative zur Verleugnung ist Übertreibung. Das Alles-oder-Nichts Syndrom sorgt dafür, dass wir die negativen Rückmeldungen in extremen Maße persönlich nehme: Wenn ich nicht ganz kompetent bin, dann bin ich völlig inkompetent. Kurz gesagt: Wir lassen ihr Feedback definieren, wer wir sind.

Wenn die Kellnerin dich seltsam anblickt, als sie ihr Trinkgeld sammelt, attribuieren wir es häufig darauf, dass wir ihr zu wenig gegeben haben. Wenn du deinem Freund einmal nicht hilfst Möbel zu schleppen, glauben wir womöglich, dass wir egoistisch sind.

Wenn du dich an dem Alles-oder-Nichts- Standard festhältst, kann sogar ein kleiner Fehler katastrophal sein, weil es direkt dich und dein Selbstbild betrifft. Kein guter unterbewusster Glaubenssatz, wenn wir bedenken, dass wir alle Menschen sind und Fehler unvermeidbar sind.

Wo unsere Geschichten herkommen

Ich sehe, dass das Glas halb leer ist. Du siehst es als Metapher für die Zerbrechlichkeit der Menschheit. Ich habe Durst und du bist ein Dichter.

Wir sind von früheren Erfahrungen beeinflusst. Die Vergangenheit gibt der Gegenwart Bedeutung. Oft ist es nur im Kontext der Vergangenheit mit deren Hilfe wir verstehen können, warum das, was die andere Person einen Sinn macht oder warum sie es so sieht. Wir alle kennen uns besser als jemand uns kennen kann. Unsere interne Erfahrung ist viel komplexer als wir uns vorstellen.

Wir alle haben unterschiedliche Geschichten über die Welt und wie sie funktioniert. Wir nennen es zwar nicht alle Geschichten, sondern zum Teil auch Überzeugungen, Philosophien, politische Einstellungen oder Religionen. Doch der dahinter liegende Mechanismus ist der gleiche: Wir alle haben unsere eigene Art und Weise die Welt zu interpretieren.

Wir bemerken verschiedene Dinge. Ich bemerke, wenn ich einen Raum betrete eventuell die hübsche Frau am Fenster, während du die Spinne in der Ecke bemerkst. Was will ich dir damit sagen?

Jede starke Ansicht, die wir haben, ist zutiefst beeinflusst von unseren bisherigen Erfahrungen und Ängsten. Vielleicht hast du ja Angst vor Spinnen und bemerkst sie deshalb immer zuerst, wenn du den Raum betrittst. Wo du in den Urlaub fährst, ob jemand seine Kinder schlägt, die Einstellung zu moralischen Werten wie Treue - all diese Dinge sind beeinflusst von dem, was wir in unser eigenen Familie unserem Umfeld und der Gesellschaft beobachtet und gelernt haben. Oft ist uns nicht einmal bewusst, wie diese Erfahrungen unsere Interpretation der Welt beeinflussen. Wir glauben einfach, dass es so ist, wie es ist- wie jeder andere auch.

Und jetzt kommt der Haken an der Sache: Wir wenden unterschiedliche implizite Regeln an. Unsere bisherigen Erfahrungen entwickeln sich oft zu "Regeln", mit denen wir unser Leben leben. Ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht, wir alle folgen diesen Regeln. Sie sagen uns, wie die Welt funktioniert, wie die Menschen (moralisch) handeln sollen oder wie die Dinge sein sollen. Wir kommen jedoch in Schwierigkeiten, wenn unsere Regeln kollidieren.

Unsere impliziten Regeln nehmen oft folgende Form an: Die Menschen "sollten" "dürfen" oder "müssen" etwas tun: "Du solltest Geld für Bildung ausgeben und nicht auf Kleidung." "Du musst unbedingt heiraten oder einen Partner haben zu glücklich zu sein." "Du sollst deine Socken nicht unter dem Sofa liegen lassen." "Du musst in die Kirche gehen um ein guter Mensch zu sein."

Die Liste von Regeln, die die Welt und die Gesellschaft uns aufzwingen will, ist endlos.Es ist nichts falsch mit diesen Regeln. Aber wenn wir uns in einem Konflikt befinden, hilft es, unsere Regeln explizit zu machen und die andere Person zu ermutigen, dasselbe zu tun. Das reduziert die Chance, dass wir in einem versehentlichen Duell von widersprüchlichen Regeln gefangen werden.

Diese Tendenz, unbewusst voreingenommene Wahrnehmungen zu entwickeln, ist sehr menschlich, aber nicht besonders hilfreich zur Lösung des Problems. Es verlangt eine gewisse Demut und Bescheidenheit einzugestehen, dass eventuell nicht nur unsere Geschichte einen wahren Kern und einen Wert hat.

Es gibt nur einen Weg, um die Geschichte der anderen Person zu verstehen, und das ist Neugier." "Anstatt zu fragen:" Wie können sie so irrational sein? " möchte ich dir anbieten zu fragen: Wie könnte ihre Weltsicht ihre Ansicht beeinflussen und wie kann ich lernen es zu verstehen?"

Was ist deine Geschichte in schwierigen Gesprächssituationen?

Vielleicht gibt es auch etwas, was du nicht über dich selbst weißt. Das klingt seltsam, wenn man darüber nachdenkt. Immerhin bist du die ganze Zeit in deinem eigenen Kopf. Du kennst doch bestimmt deine eigene Perspektive?

Mit einem Wort: Nein. Wir alle haben unterbewusste Glaubenssätze und Geschichten, die wir nutzen, um der Welt und jeder Situation einen Sinn zu geben. Der Prozess, durch den wir unsere Geschichten über die Welt konstruieren, geschieht oft so schnell und so automatisch, dass wir uns nicht alle bewusst sind, was unsere Ansichten beeinflusst.

Hier ein Beispiel: Deine schwierige Gesprächssituation ist eine Konversation mit deiner Tochter über ihr Gewohnheit zu rauchen? Du weißt, dass du Recht hast, dass das Rauchen schlecht für sie ist und es umso besser für sie ist, je früher sie damit aufhört. Meinetwegen. Mit beiden Dingen hast du vollkommen Recht. Aber hier ist das Problem: Das ist nicht das Thema, worum es bei der Konversation geht.

Es geht darum, was du und deine hypothetische Tochter über das Rauchen empfinden. Es geht um die schreckliche Angst und Traurigkeit, die du fühlst, wenn du dir vorstellen, dass sie krank wird und deine Wut, dass du hilflos bist sie davon abzuhalten. zu stoppen. Es geht um ihre Notwendigkeit, sich selbstständig und frei zu fühlen, um aus dem "braven-Mädchen"-Image auszubrechen. Es geht nicht um die Wahrheit, ob das Rauchen für die Gesundheit schlecht ist. Beide sind damit einverstanden.

Es ist die Geschichte und die Identitätsfrage, die angesprochen und geklärt werden muss. Während wir uns in unserem Kopf um die Absichten anderer Menschen hinter einer Aktion kümmern, wissen wir nicht wirklich, was ihre Absichten sind. Wir können es nicht wissen. Die Intentionen anderer Menschen existieren nur in ihren Köpfen und menschliche Motivation ist zu komplex, um sie zu erraten. Sie sind für uns unsichtbar. Daher ist es essentiell die Identitätsgeschichte dahinter herauszufinden, wenn du schwierige Gesprächssituationen tatsächlich lösen willst.

Laut den Autoren gibt es drei Dinge, die man über sich selbst akzeptieren muss:

1. Du wirst Fehler machen.

Wenn du dir selbst nicht eingestehen kannst, dass du manchmal Fehler machst, wirst du es schwerer finden, die legitimen Aspekte der Geschichte des anderen über das, was vor sich geht, zu verstehen und zu akzeptieren. Wenn du dich an einen Alles-oder-Nichts-Standard hältst, kann selbst ein kleiner Fehler katastrophal und fast unmöglich erscheinen.

Ein Grund, warum Menschen Fehler nur ungern zugeben, ist, dass sie Angst davor haben, als schwach oder inkompetent wahrgenommen zu werden. Doch es ist eher ein Zeichen von wahrer Größe seine eigenen Fehler einzugestehen.

2. Deine Absichten sind komplex.

Manchmal werden wir wegen bevorstehenden Gesprächen nervös, weil wir wissen, dass unser Verhalten in der Vergangenheit nicht immer durch gute Absichten motiviert war.

Indem wir ehrlich mit uns selbst über die Komplexität unserer Motivationen sind, haben wir eine bessere Chance, auf dem Boden zu bleiben, wenn der Vorwurf entsteht, schlechte Absichten zu haben.

3. Du hast zu dem Problem beigetragen.

Ein dritter entscheidender Schritt, um sich selbst zu fundieren, beinhaltet die Bewertung und Übernahme der Verantwortung für das, was du zu dem Problem beigetragen hast. Das ist nicht immer einfach, aber dringend notwendig.

Wie du die Identitätskonversation im Optimalfall führst:

1) Lerne, dein Gleichgewicht wiederzuerlangen

Eine kleine Geschichte um diesen Punkt zu verdeutlichen:

Nachdem ein Schüler den Sensei beobachtet hatte, der einen Kämpfer besiegt hatte, sagte ein junger Student zu dem Meister: "Du verlierst nie dein Gleichgewicht. Was ist dein Geheimnis?" "Du hast Unrecht", antwortete O Sensei. "Ich verliere ständig mein Gleichgewicht. Meine Fähigkeit liegt in meiner Fähigkeit, sie wiederzugewinnen. "

So ist es bei schwierigen Gesprächen. Die Bearbeitung der Identitätskonversation ist äußerst hilfreich. Und dennoch wird das Gespräch seinen Anteil an Überraschungen bringen und dein Selbstbild herausfordern. Die Frage ist nicht, ob du aus dem Gleichgewicht gebracht wirst. Die eigentliche Frage ist, ob du in der Lage bist, wieder auf die Beine zu kommen und das Gespräch in eine produktive Richtung zu führen.

2) Lass vom Versuch ab die Reaktion des anderen zu kontrollieren

3) Bereite dich auf ihre Antwort vor

Anstatt zu versuchen, die Reaktion der anderen Person zu kontrollieren, bereite dich darauf vor. Nimm dir Zeit, um dir das Gespräch vorzustellen. Überlege, ob eine dieser Antworten Identitätsprobleme für dich bedeutet. "Was denke ich, sagt das über mich?" Bearbeite die Identitätsprobleme im Voraus: "Was ist, wenn sie meinen Charakter oder meine Motivationen angreifen? Wie würde ich dann reagieren? "Je besser du darauf vorbereitet bist, wie der andere reagieren wird, desto weniger überrascht es dich.

4) Rücke alles in Perspektive

Es ist schwer, alles in eine Perspektive zu rücken, wenn die Welt düster aussieht und du dich verwirrt, niedergeschlagen, nicht liebenswert oder arbeitsunfähig fühlst. Wenn du dich manchmal in deine eigene Zukunft projizierst, kannst du dich besser fühlen, wenn du dich fragst, ob es in 5,10 oder 30 Jahren eine Rolle spielen wird.

Was glaubst du, hast du aus der Erfahrung gelernt?

5) Mach eine Pause

Manchmal wirst du feststellen, dass du dem Problem zu nahe kommst und zu überwältigt von deinem inneren Identitätsbeben bist, um effektiv in die Konversation einzugreifen. Du bist nicht in der Lage, mehr Informationen aufzunehmen oder deine Gedanken zu entwirren. Die Scharade der Teilnahme an der Konversation in Zeiten wie diesen aufrechtzuerhalten, ist für niemanden hilfreich.

Frage nach etwas Zeit, um darüber nachzudenken, was du gehört hast. Manche Menschen finden es peinlich, eine Pause einzuholen. Aber das Gespräch aufzuschieben, bis du dein Gleichgewicht wiedergefunden hast, kann dich vor schlimmeren Dingen retten.

Eine Checkliste für schwierige Gesprächssituationen

Schritt 1: Vorbereitung für schwierige Gesprächssituationen

1. Sortiere, was passiert ist.

• Woher kommt deine Geschichte (Informationen, Vergangenheit Erfahrungen, Regeln)?
• Welche Auswirkungen hat diese Situation auf Sie? Was konnten ihre Absichten haben?
• Was haben Sie zum Problem beigetragen?

2. Emotionen verstehen

Überprüfe deinen emotionalen Fußabdruck und die Vielzahl von Emotionen, die du erlebst. Was sagt das Gespräch über dich und deine Identität aus.
• Was steht für dich auf dem Spiel? Was müssest du akzeptieren, um deine Identität zu festigen?

Schritt 2: Überprüfe deine Ziele und Intentionen und entscheide erst dann, ob du das Problem ansprechen möchtest

• Ziele: Was willst du mit diesem Gespräch erreichen? Verschiebe deine Haltung, um zu lernen, zu zuhören und Problemlösungen zu unterstützen.
• Entscheiden: Ist das der beste Weg, um das Problem zu lösen und Ihre Ziele zu erreichen? Ist das Problem wirklich in dein Identity Conversation eingebettet? Können Sie das Problem beeinflussen, indem Sie Ihre Beiträge ändern? Wenn du es nicht hebst, was kannst du tun, um dir zu helfen, loszulassen?

Schritt 3: Der Kompromiss

1. Beschreibe das Problem als den Unterschied zwischen euren Geschichten. Füge beide Standpunkte als einen legitimen Teil der Diskussion ein.
2. Teile deine Absicht, die du verfolgst.
3. Lade deinen Gesprächspartner ein zusammen die Situation zu erschließen und zu rekonstruieren.

Schritt 4: Versteht die Seite des anderen

• Höre zu (!), um zu verstehen, was passiert ist. Stelle Nachfragen. Sorge dafür, dass die andere Person sich wertgeschätzt fühlt. Paraphrasiere, um zu sehen, ob du es verstanden hast.
• Teile deinen ehrlichen eigenen Standpunkt und vor allem deine bisherigen Erfahrungen, Absichten und Gefühle dahinter.
• VERMEIDE DIE SÜNDENBOCKPROBLEMATIK

Schritt 5: Problemlösung

• Suche nach Optionen, die den wichtigsten Anliegen und Interessen BEIDER Seite entsprechen.
• Sprich darüber, wie du die Kommunikation offen halten kannst und schreibt beide eure unterbewussten Regeln auf, die der andere nicht wissen kann und auf regelmäßiger Basis verletzt.

Wer hat Zeit für all das in der realen Welt?

Niemand. Niemand will Zeit verbringen, um zu verstehen, warum jemand anderes mit unserer (natürlich) brillanten strategischen Lösung nicht einverstanden ist. Niemand möchte einen Teil seines Abends oder seines Wochenendes schwierigen Gesprächssituationen widmen.

Immerhin haben wir die Steuererklärung zu machen, E-Mail zu beantworten, die Kinder aus der Schule abzuholen und diverse andere Aufgeben. Ich weiß: Das sind alles dringende Aufgaben und sind einfache und greifbare Ergebnisse, die wir von unser To-do-Liste abhaken können.

Im Gegensatz dazu ist das Ansprechen von schwierigen Gesprächssituationen nicht gerade einladend. Es ist unbequem und anstrengend, und es gibt keine Garantie für ein gutes Ergebnis. Es ist kein Wunder, dass wir kurzfristig auf weniger unangenehme Aufgaben konzentrieren und die Unbequemlichkeit einer schwierigen Gesprächssituation vermeiden.

Ich verstehe, dass es eventuell sieben sehr unangenehme Minuten sein werden, aber du sparst dir damit eventuell sieben Monate der Qual und des Herauszögerns. Das Leben ist kurz und niemand hat so eine emotionale Energie, um das Ganze mit sich herumzuschleppen.

Du weißt, dass ich dir nicht die schnelle, oberflächliche Lösung verkaufen will, die zwar angenehm ist, aber wie ein Pflaster auf einem offenen Bruch ist, sondern wir das Problem und die schwierigen Gesprächssituationen radikal an der Wurzel packen wollen.

15 Comments

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