Grenzen ziehen: Wie du dich als chronischer Ja-Sager befreist-Rosa Parks

Heute gibt es keine ausschweifenden Tipps oder psychologischen Untersuchungen oder Fallbeispiele, warum das Grenzen ziehen in unserem Leben und in zwischenmenschlichen Beziehungen extrem wichtig ist, sondern einfach nur eine Geschichte, die mir eine wertvolle Lektion im Bereich „emotionale Intelligenz“ gegeben hat.

Dieses Format ist brandneu und trägt den Namen „Der Mentor, den ich nie hatte“ und beinhaltete eine Geschichte aus der wir lernen können. Der Mentor, den ich nie hatte in dieser Woche ist: Rosa Parks.

Grenzen ziehen: Rosa Parks Geschichte

Rosa Parks

Von Unbekannt - USIA / National Archives and Records Administration Records of the U.S. Information Agency Record Group 306, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4344206

Es war ein ganz normaler Nachmittag. Rosa Parks kam wie immer von der Arbeit im Kaufhaus "Montgomery Fair" und stieg in den Bus ein. Gedanklich war sie (vermutlich) schon beim Abendessen, als der Busfahrer sie und ihre Sitznachbarn plötzlich anschnauzte: "Weg hier, ich brauche eure Sitze."

Die Rassentrennung und Diskriminierung gehörte in den Südstaaten noch bis in die 1950er Jahre zum Alltag und wurde nicht hinterfragt. Doch in den Bussen wurde sie besonders deutlich. Die vorderen Reihen waren für Weiße reserviert. Die hinteren für Schwarze. Wenn der Bus voll war , war es üblich die Schwarzen zu vertreiben , um die Plätze für Weiße freizumachen.

Genau das geschah Rosa Parks und ihren drei Sitznachbarn 1955 in Montgomery, Alabama. Doch statt sich schweigend nach hinten zurückzuziehen, blieb sie sitzen. Der Fahrer hieß James Blake, ein Name der sich für immer in ihr Gedächtnis einprägen sollte. "Stehst du wohl auf?", verlangte er. Doch Parks schaute ihm direkt in die Augen und zog eine verbale Grenze, in dem sie Folgendes einfache Worte hervorbrachte: "Nein.".

"Dann wirst du verhaftet werden", drohte Blake. Parks antwortete dagegen: "Das dürfen sie gern machen." Wenige Minuten später führte die Polizei sie tatsächlich ab.

Die alltägliche Diskriminierung war ihr nicht fremd, aber vielleicht war es einfach der entscheidene Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hatte. Rosa Parks fühlt eine innere Verpflichtung Grenzen ziehen zu müssen und sagte: "Ich wollte nicht ständig für etwas diskriminiert werden, auf das ich keinen Einfluss habe: meine Hautfarbe " . Die Polizei hatte schon viele vor ihr für deutlich harmlosere "Verstöße" mit körperlicher Gewalt bestraft. Rosa Parks war damals 42 Jahre alt und war sich durchaus bewusst, dass ihre Handlungen Konsequenzen haben konnten.

Doch Rosa Parks wurde nicht geschlagen. Die Nachricht von ihrer Verhaftung verbreitete sich schnell, weil sie in in der Gemeinde sehr bliebt war. Es gab Protestaktionen und sie leitete eine Bewegung ein, die Amerika für immer verändern sollte.

Noch in derselben Nacht beschlossen Montgomerys Bürgerrechtler den stadtweiten Boykott der Busse und legten die Führung in die Hände des damals noch unbekannten Pastors namens Martin Luther King.

Grenzen ziehen: Was wir von Rosa Parks lernen können

Grenzen zu ziehen ist der Funke vieler Veränderungen- nicht nur auf persönlicher Basis, sondern wie wir gesehen haben auch auf politischer und demokratischer Basis. Deshalb ist Rosa Parks die Mentorin, die ich nie hatte für diese Woche. Sie hinterfragte das, was ist, für eine Vision von dem, was sein könnte. Sie hatte den Mut Grenzen zu ziehen und Nein zu sagen, zu einer Zeit der Unsicherheit und in der viel auf Spiel stand.

Das Ziehen von Grenzen und das "Nein" , das zur richtigen Zeit gesprochen wird, kann den Verlauf der Geschichte ändern. Im Gegensatz zum Volksglauben wuchs ihr mutiges "Nein" nicht aus einer besonders durchsetzungsfähigen Tendenz oder Persönlichkeit im Allgemeinen. In der Tat, als sie eine Sekretärin des Präsidenten des Montgomery-Kapitels der NAACP wurde, erklärte sie: "Ich war die einzige Frau dort, und sie brauchten eine Sekretärin, und ich war zu schüchtern, um Grenzen zu ziehen und Nein zu sagen.

Es ist unwahrscheinlich, dass wir mit einer Situation, wie die von Rosa Parks konfrontiert werden, in der wir Grenzen ziehen müssen. Dennoch können wir von ihr inspiriert werden. Nämlich auch wir können kleine Helden im Alltag sein, indem wir Grenzen ziehen. Falsch ! Grenzen ziehen ist beinahe schon essentiell, um unser Leben nach unserem Design und nicht nach den Vorstellungen anderer zu leben.

Was passierte, wenn wir keine Grenzen ziehen

Ich erzähle die ausgedachte Geschichte als kleine Warnung, was passieren kann, wenn wir keine Grenzen ziehen. Wir geben unser Leben vollkommen in fremde Hände.

06:00 Uhr

Der Wecker klingelt. Mit müden Augen von zu wenig Schlaf schaltet Laura den lärmenden Eindringling ab, setzte sich im Bett auf und als sie an die Wand blickte, versuchte sie mental durchzugehen, was ihre Pflichten waren.

"Warum habe ich keine Lust diesen Tag?", dachte sie. Dann erinnerte sich dunkel an das Vier-Uhr-Treffen mit Marks Lehrer der dritten Klasse. Der Telefonanruf kehrte in ihr Gedächtnis zurück:

Hier spricht: Jean Russell. Ich frage mich, ob wir uns treffen könnten. Mark konnte nicht still bleiben und seinen Lehrern zuhören. "

Er hört ja noch nicht mal auf uns. Naja, keine Zeit, sich darüber Sorgen zu machen", sagte Laura zu sich selbst.

06:45 Uhr

Laura kehrte zur Gegenwart zurück. " Ich habe keinen Nutzen davon über vergangene Zeit nachzudenken ", murmelte sie vor sich hin, als sie sich bemühte, den Reißverschluss zu schließen. Ihre Lieblingshose war, wie so viele in letzter Zeit sehr eng geworden.

"Wann habe ich mir das letzte Mal die Zeit für meinen Sport genommen ? Das müsste ich eigentlich noch einmal tun. " Doch kurz darauf wurde sie aus den Gedanken gerissen. Die nächste Stunde war wie üblich eine Katastrophe. Die Kinder wimmerten, um aus dem Bett zu kommen und mussten noch frühstücken.

11:45 Uhr

Der Rest von Lauras Morgen ging wie gewohnt voran- abgesehen davon, dass sie an einem sehr wichtigen Projekt arbeitete, das absolute Konzentration erforderte.

Doch kurz vor dem Mittagessen, wurde sie unterbrochen." Laura, Gott sei Dank, du bist da! Es war ihre Kollegin Lois. Lois war immer in der Krise. Laura hatte immer versucht für Lois zugänglich zu sein und hörte auch wie an diesem Tag eine halbe Stunde zu- trotz dem Haufen an Arbeit.

Als Laura jedoch ihre Kämpfe und Schwierigkeiten erwähnte ,änderte Lois entweder das Thema oder musste plötzlich weg. "Schrecklich" War Lois Lieblingswort.

Laura mochte Lois und war besorgt um ihre Probleme, aber Lois schien eher wie ein Klient oder ein Kunde als eine Freundin. Laura ärgerte das Ungleichgewicht in ihrer Freundschaft. "Aber es wäre egozentrisch auch meine Bedürfnisse zu kommunizieren, oder ?", dachte Laura.

16:00 Uhr

Lauras Nachmittag verging ereignislos, bis ihr Kollege Jeff zu ihrem Schreibtisch kam. Jeff benutzte oft andere Leute, um "Dinge zu erledigen". Sie konnte die Verse des gleichen alten Songs, der immer wieder auftauchte, schon auswendig: "Hör zu, ich habe gerade echt Zeitnot ", sagte er und reichte ihr einen großen Stapel Papiere.

"Es ist leider morgen fällig. Aber ich bin mir sicher es wird kein Problem für dich sein. "Er lächelte. Sie hob die Papiere in ihren Händen und sah mindestens fünf Stunden Arbeit.

" Ich kann dir nicht immer den Arsch retten, sagte sie und klatschte ihm die Papiere,um die Ohren." Zumindest hätte sie das Ganze gerne getan.

Schnell fasste sie sich. "Sicher, Jeff. Es ist kein Problem. Ich bin froh, dass ich helfen kann. Wann brauchst du es? ""Neun Uhr wäre gut und danke, Laura. Ich denke immer zuerst an dich , wenn ich in der Scheiße stecke. Du bist so zuverlässig. "Jeff schlenderte weg.

"Zuverlässig, treu ", dachte Laura. Man muss schließlich immer anderen Leute helfen. Das macht man doch so, oder ?

16:30 Uhr

Frau Russell war eine kompetente Lehrerin und redete wie üblich, um den heißen Brei herum und lobte die guten Eigenschaften von Mark. Laura wartete jedoch auf die Axt, die fallen musste."Um einfach auf den Punkt kommen: " Ihr Kind hat Probleme sich zu konzentrieren und damit Regeln zu beachten, so als ob er nie gelernt hat, wo die Grenzen sind.
"Vielleicht hat Mark ein Aufmerksamkeitsdefizit oder er ist hyperaktiv? ", fragte Laura.

Der Lehrer schüttelte den Kopf. Er beherrscht das. Mark kann sich sehr gut auf die Aufgabe konzentrieren, wenn er interessiert ist. Ich bin kein Therapeut, aber es scheint mir, dass er gerade ist nicht auf Grenzen reagiert. Grenzen zu ziehen ist so wichtig bei Kindern."

17:30 Uhr

Laura fühlte sich seltsamerweise dankbar für den Nachmittagsverkehr. Endlich einmal Ruhe- niemand, der an mir zerrt und etwas von mir möchte. Als plötzlich, das Telefon klingelte, wurde sie aus der Ruhe gerissen und der Pfarrer aus der Kirche rief an, ob sie nicht am Wochenende die Messe organisieren konnte.

Eigentlich glaubte sie nicht an Gott oder die Kirche, aber sie sagte zu. Das ist schließlich, was ein guter Mensch macht, oder ?

18:30 Uhr

"Ich sage es jetzt das vierte und letzte Mal : Das Abendessen ist fertig!" Laura hasste es zu schreien, aber was funktionierte noch?

Die Kinder antworteten nur in sehr knappen Sätzen und verschwanden sofort, sobald sie aufgegessen hatten.

Auf der Arbeit hatte sie den Spitznamen Frau "Ich-Übernehme-das-schon". Zuhause hätte sie wohl den Spitznamen "Das Phantom" gehabt, weil sie so selten zuhause war. So fühlte sie sich zumindest.

19:00 Uhr

Nachdem das Abendessen beendet war, sah Laura ihren Ehemann vor dem TV sitzen und das Fußballspiel anschauen. Sie hatte gehofft sich mit ihm unterhalten zu können. Er griff jedoch nach dem
Telefon und rief seine Freunde an, damit er mit ihnen das Spiel schauen konnte. Das Geschirr blieb auf dem Tisch stehen.

23:00 Uhr

Im Bett liegend, konnte Laura nicht sagen, was größer war, ihre Einsamkeit oder ihre Erschöpfung.
Was ist das Problem? Laura versucht ihr Leben auf die richtige Art und Weise zu führen. Sie versucht es allen Recht zu machen.

Doch sie vergisst dabei eine der wichtigsten Beziehungen der Welt- die Beziehung zu sich selbst. Der Versuch härter und besessener zu arbeiten, geht nicht auf. Unsere Energie ist nicht grenzenlos.
Das Muster in Lauras Leben ist leicht zu erkennen: Die Unfähigkeit Grenzen zu ziehen.

Grenzen ziehen

In der physischen Welt sind Grenzen leicht zu sehen. Zäune, Zeichen, Wände, Hecken oder Gräben mit Alligatoren. In ihren unterschiedlichen Erscheinungen geben sie die gleiche Nachricht: Das ist der Punkt , an dem mein Eigentum beginnt.

Aber es existieren auch immaterielle Grenzen und das dahinter liegende Eigentum- unsere eigene Freiheit muss genauso geschützt werden.

Mythos Nr. 1: "Grenzen ziehen" bedeutet: Ich bin egoistisch

egozentrisch

"Grenzen ziehen" bedeutet nicht, dass man egoistisch ist. Nur wenn wir uns um uns selbst kümmern, haben wir auch die Fähigkeit voll für andere da zu sein. Das geht nicht, wenn wir uns selbst vollkommen aufgeben.

Nicht umsonst wird im Flugzeug gesagt, dass man zuerst sich selbst die Sauerstoffmaske anziehen soll und erst dann den Kindern. Warum ? Wenn man selbst bewusstlos ist, hat man keine Chance anderen zu helfen.

Das Problem ist, dass man manchmal Grenzen als offensive Waffen ansieht. Nichts ist weiter von der Wahrheit entfernt. Grenzen sind ein defensives Werkzeug. Sie verhindern, dass von unserem Eigentum genommen wird.

Selbst in der Bibel heißt es : Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst- nicht mehr als dich selbst.

Die Macht des Neins zur Grenzenziehung

"Nein" ist eine Grenze. "Nein" ist ein unglaublich machtvolles und mutiges Wort zu sagen.

Jeden Tag wollen Kollegen, Institutionen, Chefs, Freunde und Familie etwas, um ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Sie tun das nicht, weil sie schlecht oder egoistisch sind. Sie tun das, weil ihnen ihre eigenen besten Interessen am Herzen liegen . Und das ist okay.

Und so bist du dazu auch berechtigt, deine besten Interessen am Herzen zu haben. Du musst nicht tun, was alle anderen in der Gesellschaft tun. Du bist eine einzigartige Kombination aus DNA, Umwelt, Kultur und persönlichen Erfahrungen. Deshalb es auch genauso legitim "Nein" zu sagen. Nämlich "Nein" ist ein vollständiger Satz.

"Zu welcher Sache von meiner Liste der konkurrierenden Prioritäten, sollte ich ja sagen?" ist nicht die wesentliche Frage. Die wesentliche Frage: "Wozu soll ich Nein sagen? "Das ist die Frage, die deine wahren Prioritäten aufdecken wird. Wenn es einen Mangel an Klarheit gibt, verschwenden wir Menschen Zeit und Energie auf die trivialen und unwichtigen Dinge.

Im heutigen Zeitalter der Pop-up Nachrichten, in dem wir permanent 17 Tabs am Computer geöffnet haben, ist es wichtig uns zu entscheiden. Interessant ist der sprachliche Ursprung des Wortes „entscheiden“, weil er in vielen Sprachen den gleichen Hintergrund hat. Darin steckt nämlich das Wort „scheiden“. Es gibt also eine Wahl zwischen mindestens zwei Optionen und im Moment der Entscheidung fallen alle anderen Optionen weg- sie werden praktisch abgeschieden- und eine einzige Lösung bleibt übrig, auf die man seinen vollen Fokus setzen kann und so direkt den Weg auf der Überholspur fahren kann.

Auch im Englischen setzt sich das Wort „decision“( Entscheidung) aus den lateinischen Worten de(von) und caedere (schneiden) zusammen. Das, was jetzt interessant daran ist, ist die Tatsache, dass eine wahre Entscheidung bedeutet dich dazu zu verpflichten, indem du alle anderen Entscheidungen abschneidest und stur deinen Weg der Wahl verfolgst. Ich habe auch lange nicht diese Macht der Entscheidung verstanden. Wenn du jedoch an dein Leben zurückdenkst: Die wirklich großen Sprünge nach vorne hast du wahrscheinlich auch nur gemacht, wenn du dich wirklich entschieden hast und deinen Weg fokussiert gegangen bist.

Wenn wir permanent per Smartphone oder Mail erreichbar sind, geben wir anderen indirekt die ausdrückliche Erlaubnis beliebig viele To-Dos auf unsere Liste zu setzen.

Grenzen ziehen: Jedes Ja zieht auch ein Nein mit sich

Je mehr wir darüber nachdenken, was wir aufgeben, desto leichter ist es Nein zu sagen. Wenn wir keinen klaren Sinn für die Opportunitätskosten haben - mit anderen Worten, den Wert dessen, was wir aufgeben - dann ist es besonders leicht, in die Falle zu tappen, dass wir glauben immer alles erledigen zu können.

Denk daran: Nein ist ein vollständiger Satz. Du musst dich nicht rechtfertigen und hast jederzeit das Recht "Nein" zu sagen.

Selbstgewählte Grenzen zu ziehen ist ein Akt der Stärkung. Forderungen und Belastungen von anderen, lenken davon ab selbst die Initiative zu ergreifen und zu handeln.

Wenn du dein Leben nicht priorisierst, wird jemand anderes es tun. Der Essentialist erkennt nicht nur die Macht der Wahl, er feiert sie. Der Essentialist weiß, dass wir, wenn wir unser Wahlrecht aufgeben, indem wir permanent per Smartphone erreichbar sind, anderen nicht nur die Macht , sondern auch die ausdrückliche Erlaubnis geben, für uns zu wählen.

Nämlich nicht nur das "Nein" kommt mit einem Preis, sondern auch das "Ja", weil es dich davon abhält das zu machen, was du wirklich willst und dein Leben nach deinem eigenen Design statt nach den Regeln und Standards anderer zu leben.

Was ist mit dir? Wie oft hast du auf eine Anfrage reagiert, indem du Ja gesagt hast ohne wirklich darüber nachzudenken? Wie oft hast du dich entschlossen, etwas zu tun- nur um dich später zu fragen: "Warum habe ich mich jetzt dazu verpflichtet?" Wie oft sagst du Ja einfach um anderen zu gefallen oder um Ärger zu vermeiden oder weil "Ja" zu deiner Standardantwort geworden ist?

Macht der extremen Kriterien

Held

Jetzt bleibt nur noch die Frage, wie man bestimmt, welche Entscheidungen jetzt wirklich die Richtigen sind. Derek Sivers hat meiner Meinung nach den besten Leitfaden dazu gegeben. Sein einfacher Leitspruch ist: „If it is not a hell yeah, it a no“(Wenn deine Antwort nicht „Ja zur Hölle“ lautet, bedeutet das „Nein“).

Es gibt kein Zwischending. Das kannst du auf alle Bereich deines Lebens anwenden: Menschen in deinem Umfeld, private Projekte und Geschäfte zum Beispiel. Man sieht überall immer neue Chancen, aber der genauste Kompass für das, was du wirklich willst, ist deine Intuition. Lieb es oder lass es !

Das erste Mal habe ich von diesem Konzept im Buch der 5 Ringe “gelesen - Da heißt es : Ein Krieger zieht nur ungern sein Schwert, aber wenn er es einmal zieht, ist er bereit zu töten.
Durch die Anwendung härterer Kriterien können wir in die anspruchsvolle Suchmaschine unseres Gehirns umprogrammieren. Wenn wir nach "einer guten Gelegenheit" suchen, dann finden wir Dinge, die in Ordnung sind. Aber niemand will ein Leben, das in Ordnung ist.

Grenzen ziehen: eine Gewohnheit

Häufig versuchen wir Willenskraft zu nutzen, um unsere Grenzprobleme zu lösen. Der Willenskraftansatz ist in der Theorie einfach. Was auch immer das Problem ist ? Hör einfach auf es zu tun ! Mit anderen Worten: "Sag einfach nein." Doch reine Willenskraft ist keine Strategie.

Die Theorie, dass mentale Anstrengung unsere Willenskraft negativ beeinflussen kann, wird Selbsterschöpfung ( Ego Depletion) genannt.

Wenn die Psychologen mit ihren Theorien Recht haben, dann ist unsere Fähigkeit zur Selbstkontrolle beschränkt. Sie ist abhängig davon, in wieweit unsere mentale Energie zum jeweiligen Zeitpunkt aufgebraucht ist.

Wenn unsere Willenskraft einmal erschöpft ist, weil wir aktiv einer Versuchung ( in unserem Fall dem "Ja sagen") widerstehen mussten, dann fehlt diese Willenskraft an anderer Stelle. Deshalb ist Willenskraft nicht die beste Strategie um zu lernen Grenzen zu ziehen. Wir müssen es uns also zu Gewohnheit machen Grenzen zu ziehen.

Grenzen ziehen: Eine Daumenregel

Hier ist ein Problem, das viele von uns haben. Wir sagen vielen Sachen zu. Sehr vielen Sachen. Und die Tatsache, dass du bis hier gelesen hast, sagt mir, dass es dir auch hin und wieder passiert.

Ich habe hier eine kleine Daumenregel, um die Gewohnheit zu starten. Barbara Frederickson, die Psychologin, spricht von einer sogenannten 3:1 - Regel, die zwar nichts mit dem "Nein sagen" und "Grenzen ziehen" zu tun hat, aber sich als guter Maßstab erweist.

Es ist kein Trick. Es beruht nicht auf Studien, aber es eine gute Richtlinie für chronische Ja-Sager, die das Nein-Sagen zu einer Gewohnheit machen wollen : Für jedes "Ja" bekommst du 3 legitime "Neins" zu geschrieben. Kurz gesagt: Für jedes Ja das du anderen zugestehst, kannst du es dir zur Regel machen 3 Mal Nein zu sagen.

Übe es einmal ein paar Wochen. Du wirst merken, dass sich deine Freizeit verdreifacht und du nur noch Ja sagst zu den Dingen, zu denen du auch Ja sagen willst.

Grenzen ziehen- ein Fazit

Wir schützen unser Geld mit aller Kraft, aber unsere Zeit- das einzige, was wir nie wieder bekommen, geben wir oft mit offenen Händen weg. Versteh mich nicht falsch: Es ist eine edle Geste für andere da zu sein, aber auch ein gewisser Selbstrespekt gehört zur emotionalen Intelligenz.

Zu einem Leben der emotionalen Meisterung und des Glücks gehört Authenzität. Doch wenn wir langfristig nie für uns und unsere Ideale einstehen, verlieren wir schnell das Selbstvertrauen. Warum das Selbstvertrauen ?, fragst du dich wahrscheinlich.

Wenn wir das Wort auseinandernehmen, haben wir zwei Bestandteile- Selbst und Vertrauen. Wann vertrauen wir jemandem ? Wenn wir uns auf sein Wort verlassen können und er es bewiesen hat. Genauso ist es mit Selbstvertrauen: Wenn wir uns nicht auf unser eigenes Wort verlassen können und nicht für unsere Werte einstehen, verlieren wir Vertrauen in uns selbst.

Hier ist ein Leitfaden zum Nachdenken beim Lesen dieses Beitrags:

A) Das Lesen dieses Beitrags über das "Grenzen ziehen" ist gut.
B) Darüber nachzudenken, ist 100 mal besser.
C) Es zu üben und es zu Gewohnheit zu machen ist 100.000 mal besser.

Denke daran: Es ist eine Sache, "Nein" zu sagen. Es ist eine andere Sache, die Macht der Neins und des Grenzenziehens jederzeit als Waffe in der Hinterhand zu haben. Die Disziplin "Nein" zu sagen und Grenzen zu ziehen, bedeutet Freiheit.

3 Comments

  1. […] Aber das Ganze gilt nicht nur für körperliche Gewalt, sondern auch für die meisten wettbewerbsfähige Umfelder. "Unverträgliche" Leute sind hartnäckig, wettbewerbsfähig und sie werden nicht tun, was sie nicht tun wollen. "Verträgliche " Leute sind höflich und haben ein großes Maß an Mitgefühl, was dazu führt, dass sie schnell von Konkurrenten überrollt werden. Deswegen ist es für Menschen mit hoher Verträglichkeit wichtig zu lernen, Grenzen zu setzen. […]

  2. […] Zeit für Dinge zu verwenden, die mit deinen tiefsten Werten vereinbar sind, auch wenn es bedeutet, nein zu sagen, wenn es unangenehm ist. Plane deine Prioritäten- das, was dir wirklich wichtig […]

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