Ins Glück stolpern: Über die Unvorhersehbarkeit der Zukunft, die Verfälschung der Vergangenheit und das Missverständnis der Gegenwart

Unserer Glück ist weniger planbar als wir glauben und liegt weder ausschließlich in der Zukunft, in der Vergangenheit oder in der Gegenwart, wie Daniel Gilbert, Autor des Buchs “ ins Glück stolpern “ so treffend sagt.

Unsere Zeit auf der Erde ist begrenzt. Auf der evolutionären Skala ist unsere Lebensspanne nur ein kurzes Blinzeln und wir werden uns den Milliarden unserer Vorfahren anschließen, die nicht mehrr hier sind. Mein Ziel ist es daher, dir zu helfen, dich über gestern zu freuen, das Heute zu genießen und das Morgen zu meistern. Du wirst lernen neue Wege zu sehen und neue Perspektiven auf die Vergangenheit, die Gegenwart und Zukunft bekommen. Wir können das Glück in der Zukunft nicht erzwingen, sondern nur ins Glück stolpern.

Zum größeren Teil beklagen sich die
Menschen heftig über die Mißgunst der Natur, weil wir
nur für ein kurzes Leben geboren werden und weil so
rasch, so ungestüm die uns gewährte Zeitspanne
entflieht, daß mit Ausnahme von ganz
wenigen für alle anderen inmitten der Vorbereitung auf
das Leben das Leben endet.

Was ich dir mit diesem Zitat will ich dir zeigen, dass wir häufig gar kein Bewusstsein für Zeit haben und damit Gefahr laufen eine der wertvollsten Ressourcen in unserem Leben zu verschwenden, die wir nie wieder zurückbekommen.
Da du und ich und auch sonst niemand ein ungelebtes Leben sterben will, habe ich die Episode „Ins Glück stolpern: Über die Unvorhersehbarkeit der Zukunft, die Verfälschung der Vergangenheit und das Missverständnis der Gegenwart“ genannt. Wir machen in allen dieser 3 Zeitzonen verrückte Entscheidungen, die riesige negative Effekte haben können. Vielleicht kann ich dich und mich vor ein paar dieser schützen.

Ins Glück stolpern- Die Verfälschung der Vergangenheit

Vergangenheit

Das menschliche Gedächtnis ist fehlbar, und unsere Kindheitsereignisse unvollständig- unvollständig und etwas verzerrt. Meistens erinnern wir uns nur an die prägenden Ereignisse, die viel Schmerz oder viel Freude in uns hervorgerufen haben. Das liegt daran, dass unsere Erinnerungen nichts Festes ist, sondern eine Realität, die wir in unserem Kopf erschaffen.

Die meisten Menschen gehen davon aus, dass ihre Erinnerungen genau erfassen, was in der Vergangenheit passiert ist. Leider oder zum Glück (je nach Fall) ändern sich die Erinnerungen im Laufe der Zeit. Es sind keine objektive Aufzeichnungen der Vergangenheit, kein Video auf unserer geistigen Festplatte. Vielmehr werden Erinnerungen rekonstruiert, und ihre Rekonstruktion wird durch aktuelle Einstellungen, Überzeugungen und verfügbare Informationen beeinflusst.

Shakespeare sagt schon, dass die Welt eine Bühne sei. Die Geschichte unseres Lebens ist nämlich eine, die aus der Sicht der 1. Person erzählt wird und damit hochgradig ungenau und unwahr sein kann. Das liegt daran, dass die Geschichte deines Lebens von deinen Erinnerungen abhängt.

Eine Studie zeigte beispielsweise, dass 73 % der Versuchsobjekte berichteten zur Zeit, als die Twin Towers am 11. September fielen, lebhafte Erinnerungen daran hatten, dass das erste Flugzeug in den Nordturm flog. Dabei ist das Ganze unmöglich, da das Bildmaterial an diesem Morgen noch gar nicht verfügbar war.

Wie du gesehen hast, konstruieren wir durch unsere Geschichten unsere Welt. Wir schaffen und empfangen diese Konstrukte. Mehr dazu in meiner Podcastepisode über die Geschichten, die du dir selbst erzählst :

Martin Seligman, früherer Präsident der American Psychological Association, schreibt:

Ich denke, dass die Ereignisse der Kindheit überbewertet sind. Es hat sich herausgestellt, dass es schwierig ist, selbst kleine Effekte von Kindheitserfahrungen auf erwachsene Persönlichkeit zu finden und es gibt überhaupt keine Beweise für große Einflüsse von Kindheitsereignissen. Die großen Traumata der Kindheit können einen gewissen Einfluss auf die erwachsene Persönlichkeit haben, aber nur eine kaum erkennbaren. Es gibt keine Rechtfertigung in den Studien dafür, dass Depression, Angst, schlechte Ehe, Drogenkonsum, sexuelle Probleme, Arbeitslosigkeit, Aggression gegen Kinder, Alkoholismus oder Wut auf das zurückzuführen ist, was Ihnen als Kind passiert ist.

Ich persönlich bin nicht der Meinung, dass die Vergangenheit gar kein Einfluss hat, aber bin mir nach der Studienlage sicher, dass es weniger wichtig ist als Freud und die Behavioristen behaupteten. Jeder ist von der objektiven Vergangenheit betroffen, aber sie bestimmt nicht ein für alle Mal die Entwicklung des weiteren Lebens. Und es sind nicht die Ereignisse der Vergangenheit, die unser Leben am stärksten beeinflussen, sondern allein unsere Einstellung zu den Ereignissen in der Vergangenheit.

Diese Unterscheidung zwischen der Vergangenheit und unser aktuellen Interpretation dieser ist extrem wichtig. Du kannst nicht ändern, was in der Vergangenheit passiert ist, aber du kannst deine Einstellung dazu verändern, was passiert ist. Manchmal kann das Ändern des Rahmens die Art ändern, was wir in einem Bild sehen.

Die letzte der menschlichen Freiheiten besteht in der Wahl der Einstellung zu den Dingen.- Viktor Frankl

Es sind nicht die Dinge selbst, die uns beunruhigen, sondern die Vorstellungen und Meinungen von den Dingen.- Epiktet

Ins Glück stolpern durch die Veränderung deiner Geschichte

Stell dir einmal vor, wie Zukunft dieses jungen Mädchens aussehen wir:

Das Mädchen wächst in sehr ärmlichen Verhältnissen auf. Sie hat nie ihren Vater kennengelernt. Und die Mutter? Die Mutter ist gerade einmal 13 Jahre alt- ein Kind , das ein Kind bekommt. Das Kind wächst hauptsächlich bei der Großmutter auf. Doch eines Tages, als die Großmutter einmal nicht da war, wurde sie insgesamt dreimal von Familienmitgliedern- darunter ihr 19 jähriger Cousin- und Freunden der Familie (wenn man das so nennen kann) vergewaltigt.

Wie wird die Zukunft dieses Kindes wohl aussehen? Sie waren so arm, dass das kleine Mädchen alte Kartoffelsäcke als Kleidung tragen musste. Mehr passte nicht in das Familienbudget.

Welche Glaubenssätze wird dieses Kind wohl entwickeln?

Genau wie ihre Mutter wurde das Kind ebenfalls im Alter von 14 Jahren schwanger- eine Teenagerschwangerschaft. Unglücklicherweise starb das Kind bei der Geburt. Du und ich können uns gar nicht vorstellen, was für ein überwältigender Schmerz dies für eine erwachsene Mutter sein muss- geschweige denn für ein Kind. Was wäre ich dir sage, dass sie in der Situation so verzweifelt und am Boden zerstört war, dass sie in eine Anstalt eingewiesen wurde. Sie wurde dort jedoch nicht angenommen, sondern wieder weggeschickt... aufgrund mangelnder Betten.

Mal dir einmal die Geschichte dieses Kindes aus! Erkennst du die Geschichte?

Es ist die Geschichte von Oprah Winfrey. Sie ist die erste Afroamerikanerin, die Milliardärin wurde. Ihr Vermögen wird heute auf ungefähr 3 Milliarden US-Dollar geschätzt. Zusätzlich ist sie eine der einflussreichsten Menschen der Welt.

Du merkst, dass ihr Leben nun wirklich nicht immer nach Plan verlaufen ist. Sie hat sich jedoch nie eingeredet, dass ihr Vergangenheit auch zu ihrem Schicksal wird. Wir sind der Autor unserer eigenen Geschichte. Deshalb ist es wichtig, dass wir den Stift selbst in die Hand nehmen und nicht die Verantwortung abgeben.

Das heißt: Zum Loslassen der Vergangenheit und der Umstände müssen wir unsere Geschichte ändern, die wir uns selbst erzählen.

Vergangenheit und Reue

Der nächste häufige Denkfehler, der ebenfalls meistens in der Vergangenheit liegt, ist, das Thema Reue. Bevor ich aber Studien zeige oder mit Zahlen, um mich werfe, die sich eh keiner merkt, möchte ich dir eine die wahre Geschichte von Bronnie Ware- einer Krankenschwester- erzählen.

Bronnie Ware begleitet ihre Patienten zu Hause in den Tod - und hört wochenlang in den Gesprächen mit den Sterbenden immer wieder dasselbe Bedauern und dieselben Vorwürfe: das Bedauern darüber, nicht das Leben gelebt zu haben, das sie sich gewünscht hatten.

Reue- angesichts der Entscheidungen, die man getroffen oder nicht getroffen hat. Vorwürfe gegenüber sich selbst, weil diese Erkenntnis erst kam, als es bereits zu spät war. Ein Leben ohne Reue ist das, was diese Menschen sich am sehnlichsten wünschen.

Vergangenheit und Reue: Eine kleine Geschichte

Grace tut jahrzehntelang das, was von ihr erwartet wird: Sie heiratet, kriegt Kinder, opfert sich für ihren Mann und den Haushalt auf. Sie erträgt selbst die Ehe, als ihr Ehemann sie tyrannisiert. Ihr ganzes Leben lang träumt sie davon ein unabhängiges Leben zu leben, zu reisen, sich auszuleben und glücklich zu sein.

Doch eines Tages wird sie schwer krank und die Krankheit ist sehr aggressiv. Nach und nach verliert Grace ihre ganze Stärke und sie muss den Großteil ihrer Zeit im Bett verbringen. Sie beginnt nachzudenken und mit dem Nachdenken kommt Reue. Warum habe ich nicht das getan, was ich wirklich will? Wieso war ich nicht stark genug? Warum habe ich nie wirklich gelebt?

Sie hadert mit sich und bittet Bronnie, ihrer Pflegerin um eine einzige Sache:

"Bronnie, versprich mir eins! Versprich dieser sterbenden Frau nur eine Sache! Lass dich niemals von der Sache abhalten, die du wirklich tun willst.

Sieh mich an, Bronnie ! Mein letzter Wille ist es, dass du aus meinem Fehler lernst! Wenn du diese Nachricht verinnerlichst und teilst, ist die größte Lehre meines Lebens nicht umsonst gewesen und ich kann in Frieden sterben.

Bronnie, versprichst du mir das? Versprichst du mir, dass du dich selbst lieben wirst und für dich selbst einstehst?

"Ja, Grace, das werde ich! " , sagte Bronnie.

Es ist nicht so, als ob ich egoistisch sein will. Ich will niemandem schaden und zur Last fallen. Aber ich wollte auch einmal Dinge für mich tun, aber ich konnte einfach nicht den Mut finden. Ich wäre glücklicher gewesen und hätte auch den Menschen in meinem Umfeld mehr von meinem Glück abgeben können.

Tränen rannen ihre Wangen hinunter.

Bronnie, ich meine es ernst: "Versprich diese sterbenden Frau, dass du ehrlich zu dir selbst sein wirst und für deine Werte einstehen wirst, dass du mutig genug bist dich selbst so sehr zu leben, wie andere- egal was die anderen sagen."

"Ja, ich verspreche es, Grace", sagte sie ebenfalls mit Tränen in den Augen.

Daraufhin bildete sich auf Graces Lippen ein Lächeln, ihre Schulter sackten ab und sie gewann ungeahnte Ruhe und tiefen Frieden in der Stimme, weil sie wusste, dass ihre Erfahrung sie überdauern würde.


Die letzten Worte

Einige Wochen später, als ihr gesundheitlicher Zustand am schlimmsten war, sagte sie zu Bronnie:" Erinnerst du dich an dein Versprechen, Bronnie? Sei ehrlich zu dir, tu was du liebst uns sei du selbst, als ob dein Leben davon abhinge- weil es das tut."

Nickend und weinend gleichzeitig brachte sie ein leises:" Das tue ich!" heraus, während ihre Hand die ich hielt erschlaffte und sie ihre Augen für immer schloss.

Wir bereuen das, was wir nicht tun

Die meisten Leute denken, dass sie "dumme" Handlungen mehr bereuen werden als Inaktivität. Aber da liegen sie falsch. "Ins Glück stolpern" ist keine Strategie. Aber das ist, was meistens passiert.

Das sagt Amazon Gründer Jeff Bezos über Reue (Siehe Video).

Niemand will irgendwann in die Vergangenheit schauen und sagen: "Hätte ich doch ..."

Ins Glück stolpern- Über die Unvorhersehbarkeit der Zukunft

ins Glück stolpern

Schon Märchen aus dem 19.Jahrhundert erinnern uns daran, dass wir dir Zukunft nicht voraussagen können. Jeder kennt das Märchen der drei kleinen Schweine. "Die drei kleinen Schweine" ist eine Geschichte über die Notwendigkeit, sich auf die Zukunft vorzubereiten. Das erste kleine Schwein baut ein Strohhaus. Der große, böse Wolf pustet das Haus um und frisst das erste Schwein. Das zweite kleine Schwein baut ein Haus mit Stöcken. Der Bau dieses Haus nimmt mehr Planung im Anspruch, aber der Wolf schafft es auch das Haus zu Fall zu bringen.

Das dritte Schwein baut ein Haus aus Ziegelsteinen und der Wolf kann das Haus nicht umpusten.

Du denkst dir wahrscheinlich: Das mag ein schönes Märchen sein, aber es bringt mir doch keinen Nutzen. In Wahrheit steht dahinter, was man in der Philosophie Induktionsproblem nennt und von Nassim Taleb in seinem Buch "Der Schwarze Schwan" behandelt wird. Um dich nicht mit einer Buchzusammenfassung zu nerven, habe ich hier die Kurzfassung für dich: Man hat in der westlichen Welt Tausende von Jahren geglaubt, dass alle Schwäne weiß sind, aber als in Australien auch schwarze Schwäne entdeckt wurden, ist die alte Weltsicht zusammen gebrochen.

Was wir vom Truthahn über die Unvorhersehbarkeit der Zukunft lernen können

Angenommen wir wollen uns einen Truthahn vorstellen, der jeden Tag gefüttert und gemästet wird. Jede Fütterung wird die Überzeugung des Truthahns stärken, dass die Menschen ihm wohlgesinnt sind und ihm ohne eine Gegenleistung zu erwarten jeden Tag mit Futter versorgen. Doch dann passiert etwas Überraschendes. Die Amerikaner haben einen besonderen Tag im Jahr- Thanksgiving. Und wenn du einmal googlest, was das beliebteste Thanksgivingessen ist, sieht es nicht gut aus für den Truthahn und er wird seine Meinung ändern müssen.

Truthahnproblem Induktionsproblem Nassim Taleb

Kurz gesagt: Wir können nicht auf der Grundlage des Bekannten Eigenschaften der Zukunft ermitteln?

Ich will dich nicht nur vor Leuten warnen, die sagen, dass sie die Zukunft kennen, wie die meisten Menschen an der Börse, die spekulieren anstatt zu investieren, sondern dir sagen, dass unsere menschlichen Gehirn Antizipationsmaschinen sind, die den Blick in die Zukunft immer auf der Vergangenheit aufbauen. Wir sind aber anfällig für blinde Flecken oder schwarze Schwäne- wie das Internet. Früher glaubte man, dass das Internet nicht weiter von Bedeutung sein würde und nur eine weitere Erfindung, aber das Internet hat die Welt in einer Weise verändert, von der wir es nie geglaubt hätten.

Genauso ist es mit der Unvorhersehbarkeit der Zukunft in Bezug auf unser Glück. Wir wissen nicht, was uns in der Zukunft glücklich machen wird. Deshalb ist der Ausdruck "Ins Glück stolpern" von Daniel Gilbert ziemlich treffend.
Der wichtigste Grund, warum unsere Gehirne darauf bestehen, die Zukunft zu simulieren, ist, dass unsere Gehirne die Erfahrungen kontrollieren wollen, die wir haben werden. Wenn wir unsere Fähigkeit verlieren, Dinge zu kontrollieren, werden wir unglücklich, hilflos, hoffnungslos und depressiv.

Menschen handeln oft so, als könnten sie das Unkontrollierbare kontrollieren. Die Leute wetten mehr Geld auf Glücksspiele, wenn ihre Gegner inkompetent erscheinen als kompetent - als ob sie glaubten, dass sie die zufällige Zeichnung von Karten von einem Deck kontrollieren und so einen schwachen Gegner ausnutzen könnten. Die Leute fühlen sich sicherer, dass sie eine Lotterie gewinnen werden, wenn sie die Nummer auf ihrem Ticket kontrollieren können, wie Studien ergaben.

Warum wir ins Glück stolpern und warum wir keine Ahnung haben, was uns in der Zukunft glücklich macht

Wie viel von dem, was du jeden Tag tust, tust du für eine Zukunft, die besser und glücklicher ist, als heute? Wenn du ehrlich bist, wird dir bewusst werden, dass diese Aktivitäten einen Großteil unseres Lebens einnehmen.

Die Marshmallow-Studie

Auf der einen Seite hast du absolut Recht: Wie deine Zukunft aussieht, hängt oft davon ab, welche Entscheidungen du in der Gegenwart triffst. Dadurch ist die so genannte Marshmallow- Studie auch bekannt geworden.

marshmallow studie

Der Psychologe Walter Mischel besuchte im Rahmen des Experiments regelmäßig Vorschulen in Stanford. Sechs Jahre lang machte er knapp 700 Kindern ein Angebot, das mich als Kind in den Wahnsinn getrieben hätte: Sie konnten einen Marshmallow, entweder sofort essen oder ein paar Minuten warten, um einen zweiten zu erhalten. Er verließ daraufhin den Raum und ließ die Kinder warten.

Das Ergebnis seiner Originalstudie klingt ziemlich uninteressant: Manche Kinder hatten die Fähigkeit zu warten- andere Kinder nicht. Vor allem war ihre Geduld davon abhängig, ob sie sich währenddessen auf die Belohnung konzentrierten oder nicht.

Doch etwa zehn Jahre später, wurde Kontakt mit den Eltern der Kinder aufgenommen, die damals an der Marshmallow-Studie teilgenommen hatten. In einer zweiten Studie stießen die Psychologen auf einen interessanten Zusammenhang.

Die Kinder, die im Rahmen der 1. Studie nicht warten können und den Marshmallow direkt aßen, galten als emotional instabiler, ungeduldig und neidisch. Auch in der Schule hatten sie unabhängig von ihrem IQ schlechtere Noten. Die Kinder, die in der Lage waren, eine Belohnung aufzuschieben, waren stressresistent, emotional stabil und sozial kompetent.

Die Fähigkeit zum Belohnungsaufschub ist laut der Studie eine Erfolgseigenschaft. Die Kinder, die dazu in der Lage waren, waren in ihrem Leben deutlich erfolgreicher als die Gruppe der ungeduldigeren Kinder.

Hedonistische Anpassung

hedonistische anpassung

Bildquelle: medium.com

Aber macht uns der Erfolg in der Zukunft wirklich glücklicher? Wir ackern jeden Tag, um in der Zukunft glücklicher zu sein bzw. mehr zu haben, weil wir uns davon Glück versprechen. Aber ist das wahr?

Kannst du dich an eine Zeit erinnern, in der du über eine Sache fantasiert hast und darüber geträumt hast, aber zum Zeitpunkt, als du es bekommen hast, warst du lange nicht so glücklich, wie du gedacht hättest und die Emotion war lange nicht so intensiv, wie gedacht ?

Erinnere dich beispielsweise an ein Geschenk aus der Kindheit, das du unbedingt haben wolltest. aber dann als du es bekommen hast, ignoriert hast. Warum passiert das?
Unter der hedonistischen Tretmühle auch bekannt als hedonistische Adaption versteht man die Tendenz der Menschen nach einem stark positiven oder negativen Ereignis relativ schnell wieder zu einem stabilen Glückslevel zurückzukehren.

Das Glück relativ zu sein scheint, ist eine uralte Annahme. Doch trotz der Bedeutung dieser Aussage für die Philosophie und die Gesellschaft gab es keine empirischen Studien zu diesem Thema bis zum 20. Jahrhundert. Im Jahr 1978 haben Brickman, Coates & Janoff-Bulman eine Studie durchgeführt, um die Annahme zu prüfen, dass bedeutsame Ereignisse langfristig geringe Effekte auf das subjektive Glück haben.

Um diese Annahme zu testen, wurden diverse Studien durchgeführt. In der Studie verglichen sie das Glück von drei Gruppen: eine Gruppe von Lotteriegewinner, eine Gruppe von Menschen, die durch einen Unfall gelähmt wurden und einer Kontrollgruppe.

Die Stichprobe bestand aus drei Gruppen: 22 Lotteriegewinner, 18 gelähmte Menschen und 22 Personen aus einer Kontrollgruppe. Mit allen Versuchsteilnehmern wurden Kurzinterviews durchgeführt. Das Ziel war, das jetzige, das vergangene und das erwartete Glück, sowie die empfundene Freude bei alltäglichen Aktivitäten zu erfassen. Dafür wurde einer 6-Punkte-Skala benützt, wobei 0 der niedrigste und 5 der höchste Wert war. Die Zeit zwischen dem Interview und dem kritischen Ereignis (Lotteriegewinn bzw. Unfall) betrug zwischen einem Monat und einem Jahr.

Schlussfolgerungen aus den Studien von Brickman, Coates & Janoff-Bulman

Sie kamen zu drei Schlussfolgerungen:

  • Lotteriegewinner haben weniger Freude an alltäglichen Ereignissen als die Kontrollgruppe.
  • Dieser Effekt kann durch „Adaptations-Niveau-Theorie“ von H. Helson erklärt werden und führt zu der überraschende Tatsache, dass Lotteriegewinner in der Regel nicht glücklicher sind als Menschen, die nicht in der Lotterie gewonnen haben.

  • Das Glückslevel nach einmal sehr starken Einzelereignis sprang wieder auf den zuvor bestehenden Ursprungszustand zurück
  • Die insgesamt positive oder negative Auswirkung eines einzigen positiven oder negativen Ereignisses sollte nicht überschätzt werden.
  • Auch wenn es ein kurzfristiges Hoch in den Glücksgefühlen ist, wird es wieder zum ursprünglichen Setpoint zurückspringen. Egal ob du ein neues Haus kaufst, den Job verlierst, einen Unfall erleidest oder Geld im Lotto gewinnst, nach kurzer Zeit kehrt man wieder zu diesem Setpoint zurück.

    Kurz gesagt: Einzelereignisse in der Zukunft werden uns nicht glücklicher machen!

    Ins Glück stolpern: Glück in der Produktivität?

    Zeit ist Geld

    Das größte Hindernis des Lebens ist die Erwartung, die am Morgen hängt und das Heute verliert.

    Illustration von Lisbeth Zwerger- Alice in Wonderland

    Wie wir unsere Tage verbringen ist eine Reflektion davon, wie wir unser Leben verbringen. Ein vollgepackter Zeitplan gibt uns den Luxus nicht das Chaos in uns selbst ansehen zu müssen und uns nicht uns selbst stellen zu müssen.

    Eine Leserin beschrieb mir neulich ziemlich ähnliche Realität:

    Meditation? Oh je... genau vor der Ruhe und Stille laufe ich derzeit noch weg (...) allein das Wort Angst löst etwas in mir aus...

    Was ist der Wert der Freiheit, Gesundheit und Freizeit, wenn niemand weiß, wie sie zu nutzen ist ?

    Zeit ist Geld

    Von denen, meinst du, rede ich, deren schlimme Lage
    außer Zweifel steht? Schau die an, um deren Glück man
    sich drängt! Sie ersticken an ihren Schätzen! Wie vielen
    ist ihr Reichtum eine Last! Wie viele kosten ihre
    Redekunst und der krankhafte Drang, sich täglich als
    Talent zu produzieren, den letzten Blutstropfen? Wie
    viele sind blaß von dauernden Ausschweifungen? Wie
    viele haben keine freie Minute mehr, weil sie Klienten in
    Scharen umringen! - Seneca

    Bildquelle: http://partiallyexaminedlife.com

    Materieller Erfolg. Viele Menschen messen ihren Selbstwert daran, wie viel Geld sie machen, welches Auto sie fahren, ob ihre Einfahrt schöner ist als die des Nachbars. Das ist kein Urteil, sondern eine Feststellung. Wer bin ich um urteilen zu dürfen, was das gute Leben beinhaltet?

    Jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung, aber nicht hat das Recht auf seine eigenen Fakten. Die Studienlage ist eindeutig. Sobald einmal für alle körperlichen Bedürfnisse gesorgt ist, nimmt die Korrelation von Glück und Geld enorm ab. Man kann dieses natürlich weiterhin verfolgen und da ist auch absolut nichts Verwerfliches dran. Man sollte sich aber bewusst machen, dass es nicht mit Glück korreliert.

    Wenn du auf den Straßen von Indien verhungerst sind 10.000 Euro pro Jahr ein großer Faktor in deinem Glück. Wenn du hier im Westen dafür 19 Stunden Tage einlegen musst, muss man sich gut überlegen, ob es das wert ist.

    Produktivität

    Illustration von Gus Gordon

    Was wollte ich dir mit dieser kleinen Ausführung sagen:

    Viel von dem, was wir jeden Tag tun, ist darauf ausgerichtet uns in der Zukunft glücklicher zu machen. Das klappt in der Realität nicht. Es ist absolut nicht schlimm nach Erfolg zu streben, aber wir müssen uns bewusst sein: Das Verlangen Glück im zukünftigen Erfolg zu finden ist ein Hamsterrad. Auch hier gilt wieder "ins Glück stolpern" anstatt ins Glück rennen

    Ins Glück stolpern - Momento mori & Glück

    Doch auch wenn wir kein Glück im Erfolg der Zukunft finden werden, können wir die Zukunft nutzen, um unser Glückslevel in der Gegenwart zu erhöhen.

    Momento mori- Gedenke zu sterben. Du wirst dich fragen: Ins Glück stolpern und sich daran erinnern, dass man sterben wird. Was hat das miteinander zu tun ?

    Die beste Analogie, die ich jemals gehört habe, ist, dass der Tod wie die Sonne ist. Sie beeinflusst jeden Teil unseres Lebens, aber es macht keinen Sinn rein zu starren. Ich bin mir bewusst, dass manche jetzt auf das rote X klicken wollen, aber beim Erzählmirmehr-Podcast geht es um emotionale Meisterung und da ist eine rosarote Brille nicht immer hilfreich. Auch Tod und Sterben gehören dazu: Lass uns doch lernen damit umzugehen und sogar Kraft aus der Erkenntnis schöpfen.

    Auch wenn die Wissenschaft und die Technologie die Lebenserwartung immer weiter verlängert, muss ich mir eingestehen, dass ich und alle, die ich liebe, sterben werden. Wir gehen einmal davon aus, dass die Lebenserwartung sich nicht aufgrund der Technologie und Medizin von 90 auf 700 erhöht.

    Vielleicht werden einige von euch sagen: Was zur Hölle ? Wie soll ich mit so einer Erkenntnis glücklich sein?

    Der Fernsehsender BBC hat einmal eine Geschichte geteilt, die den Namen “Bhutan’s Dark Secret to Happiness” trug, veröffentlicht, die er erklärt, warum die Leute im Bhutan so glücklich sind. Der Grund ? Sie dachten täglich 5 Mal an den Tod. Das Ganze ist in einer Studie aus dem Jahr 2007 festgehalten worden.

    Es scheint also so, als ob die Achtsamkeit in Bezug auf unsere Sterblichkeit eins der Geheimnisse für Glück ist. Als ich das erste Mal davon gehört habe, war meine Reaktion darauf: " Das ist doch absolut lächerlich. Das stürzt mich doch eher in eine Depression." Doch eine weitere Studie zeigt sogar, dass jemand, der das Gefühl hat nur noch sehr wenig Zeit auf dieser Erde zu haben, eher Freude und Dankbarkeit bei gewöhnlichen Situationen empfindet und damit glücklicher ist.

    Auch Steve Jobs hat bei seiner berühmten Rede in Stanford im Jahr 2005 sagte, dass der Gedanke an seinen Tod sein Erfolgsgeheimnis sei:

    Mich daran zu erinnern, dass ich eines Tages tot sein werde, hat mir eines der wichtigsten Werkzeuge gegeben um große Entscheidungen in meinem Leben zu treffen. Weil fast alles- alle äußeren Erwartungen, jeder Stolz, jede Angst sich zu blamieren oder zu scheitern im Angesicht des Todes wegfällt.

    Sich daran zu erinnern, dass man sterben wirst, ist die beste Möglichkeit die Falle zu vermeiden zu denken, dass du etwas zu verlieren hast. Es gibt keinen Grund nicht deinem Herzen zu folgen.

    Dankbarkeit gegen die Angst vor dem Tod

    Dankbarkeit fürs Leben

    Dankbarkeit rückt in Perspektive, wie wertvoll doch jeder Moment ist und mit wie viel Freude wir unser Leben leben könnten.

    Oft nehmen wir Dinge als gegeben und selbstverständlich hin, die alles andere als selbstverständlich sind. Die Möglichkeit fließendes, warmes Wasser aus dem Wasserhahn zu bekommen, den Kühlschrank zu öffnen und eine Fülle an Lebensmitteln zu haben und in einem friedvollen Land zu leben, in dem es keinen Krieg gibt, ist ein Luxus, den Millionen von Menschen nie erleben werden.

    Gerade deshalb muss ich mir das in meinem 5- Minuten- Journal immer wieder bewusst machen. Dankbarkeit hilft uns zu sehen, dass die Dinge, die wir nebenbei als selbstverständlich betrachten, eigentlich enorm wertvoll sind.

    Achtsamkeit in Bezug auf den Tod ist eine meiner wichtigsten täglichen Rituale. Es rückt alles in die richtige Perspektive und gibt mir Klarheit, was mir wirklich wichtig ist und ändert dadurch meine Priorisierung.

    Es hat erstaunliche Auswirkungen: Es macht es wirklich schwierig wütend auf jemanden zu sein, der mir etwas bedeutet. Was wäre, wenn es mein letztes Treffen mit ihm oder ihr wäre? Wie viel Empathie und Dankbarkeit würde ich dann zeigen?

    Ich denke, dass du meine Nachricht dahinter nachvollziehen kannst. Ich will dich gar nicht überzeugen dasselbe auch zu versuchen, sondern nur dazu einladen.

    Achtsamkeit in Bezug auf den Tod

    Erinnere dich mindestens einmal pro Tag- am besten morgens-, dass wir alle eines Tages sterben werden.

  • Eines Tages werde ich sterben. Jeder Moment hier ist wertvoll
  • Eines Tages werden auch alle Personen, die ich liebe nicht mehr hier sein. Jeder Moment, den ich mit ihnen verbringen darf, ist ein Geschenk.
  • Doch man verliert am meisten von seinem Leben durch
    Aufschub. Der nimmt einen Tag nach dem andern weg,
    der raubt uns die Gegenwart, indem er uns Hoffnung auf
    Künftiges macht. Das größte Lebenshemmnis ist das
    Warten, das sich ans Morgen klammert und das Heute
    verliert.

    Bildquelle: http://partiallyexaminedlife.com

    Ins Glück stolpern- Das Missverständnis der Gegenwart

    Gegenwart

    Peter Pan ist ein gutes Beispiel für die Liebe zur Gegenwart. Schon im Jahr 1902 war man sich über die Magie der Gegenwart bewusst. Peter Pan ist ein Junge, der sich weigert, aufzuwachsen. Wenn er nicht erwachsen wird, vermeidet Peter Pan die zukünftige Orientierung, die notwendig ist, um den Anforderungen und der Verantwortung des Erwachsenenalters gerecht zu werden. In seiner Heimat (im Niemandsland altert man nämlich nicht.

    In dem Roman kehrt Peter Pans Geliebte Wendy, aus dem Niemandsland in die reale Welt zurück. Zwanzig Jahre vergehen und Peter, der noch ein Junge ist, stellt mit Schrecken fest, dass Wendy gealtert ist. Peter weint, als er das erkennt. Am Ende verhindert Peters Weigerung, aufzuwachsen, dass er ein normales Leben führt.

    Das Peter Pan- Syndrom ist eine echte Krankheit, die schon mehrfach in der Vergangenheit diagnostiziert wurde.

    Hedonismus als Strategie

    Hedonismus

    Hedonisten glauben, dass sie Glück erhalten, indem sie ausschließlich Dinge machen, die ihnen Spaß machen und von spaßiger Aktivität zu spaßiger Aktivität springen ohne die Zukunft oder den tieferen Sinn dahinter zu suchen.

    Besonders muss ich aber auch jene nennen, die nur für Suff und Sex etwas übrig haben. Sie lassen sich nämlich von den schändlichsten Trieben beherrschen. Denn wenn die anderen auch von den trügerischen Vorspiegelungen ihres Ehrgeizes nicht loskommen, befinden sie sich doch in einem schönen Wahn.- Seneca

    Bildquelle: http://partiallyexaminedlife.com

    Bequemlichkeit und positive Gefühle und Vergnügen sind toll und wir wollen und sollen sie alle in unserem Leben haben. Doch es ist ein Wert, den man nicht an absolut oberste Stelle stellen sollte. Frag jeden Drogensüchtigen, was die Jagd nach kurzzeitigem Vergnügen macht. Frag Menschen, die kurzzeitiges Vergnügen erlangt haben, in dem sie so viel Zucker und Fett gegessen haben, dass sie fast platzen. Hat Vergnügen ihnen geholfen ihre Probleme zu lösen?

    Der Hedonist ist einer der vier Archetypen des Glücks. Der Typ von Mensch, der sich dem Hedonismus verschrieben hat, tut alles um Glück zu empfinden und Schmerz zu vermeiden. Es geht um puren Fokus auf kurzzeitige Freude und Verlangen, sodass alle potentiellen negativen Konsequenzen in der Zukunft missachtet werden.

    Der Glaubenssatz, der dahinter steht, ist, dass durch die Vermeidung von negativen Emotionen ein konstanter Fluss von Glück und Glück entsteht. Es ist derselbe Irrglaube wie der des Perfektionisten, der glaubt, dass er durch krankhaften Perfektionismus Kritik vollkommen vermeiden kann.

    Kurze Schübe des Vergnügens können wir auf die verschiedensten Arten erlangen- egal ob durch Alkohol, das Checken des Smartphones oder andere für unser Leid verantwortlich zu machen. Alles sind Wege um Schmerz zu vermeiden und kurzfristige Befreiung von diesem zu suchen.

    Und auch wenn Freude ein bedeutender Teil unseres Lebens ist, wie wir in der bisher beliebtesten Episode "Freude auf Abruf" besprochen haben, sind auch andere negative Emotionen wichtig und erfüllen einen wichtigen Zweck. Schmerzvolle Gefühle verstärken sich, wenn wir sie missachten oder unterdrücken wollen.

    Nach wie vor ist es kein Geheimnis, dass positive Psychologie einen großen Mehrwert für unser Leben bietet, aber auch die andere Seite- der Umgang mit negativen Gefühlen sollte nicht in den Hintergrund rücken. Wofür wir hier beim Erzähl mir mehr-Podcast stehen wollen, ist emotionale Intelligenz und Erfüllung, die beide Seiten wertschätzen und nutzen.

    Wir können das Glück nicht erzwingen, sondern nur ins Glück stolpern.

    Ins Glück stolpern- Achtsamkeit und Glück in der Gegenwart finden

    ins Glück stolpern

    Halt einmal kurz inne und denk darüber nach: Welches Problem habe ich im gerade im Moment - nicht heute, morgen oder 5 Stunden, sondern jetzt? Das Interessante ist, dass Probleme nur selten im Hier und Jetzt sind. Unser Verstand macht sich Gedanken, was das Ganze für unsere Zukunft oder Vergangenheit bedeutet. Es ist die Tyrannei der Geschichten, die wir uns selbst erzählen.

    Neurowissenschaftler und Autor Sam Harris beschreibt ein Bewusstsein für den gegenwärtigen Moment sogar als Gegenmittel gegen die Angst vor dem Tod. Wenn wir uns nicht zwanghaft auf die Zukunft fokussieren, werden wir uns von zwanghaften Obsessionen befreien können.

    Neben dem Hedonismus gibt es jedoch eine Entwicklung, die sehr erfreulich ist- eine Entwicklung, die den Moment wertschätzt. Achtsamkeit und Meditation (http://xn--erzhlmirmehr-icb.com/achtsamkeit-kostenloser-kurs/) sorgt dafür, dass wir immer häufiger in unserem Alltag ins Glück stolpern.

    Achtsamkeit -kostenloser Kurs

    Man hört es immer wieder, wie wertvoll Zeit doch ist und dass wir sie nicht verschwenden sollen. Auch von mir hast du so etwas schon einmal gehört. Aber das ist nur die halbe Wahrheit! Zeit ist überhaupt nicht kostbar. Was uns so kostbar erscheint, ist nicht die Zeit, sondern der einzige Punkt, der außerhalb der Zeit liegt: das Jetzt. Das allerdings ist kostbar. In Wahrheit ist es das einzige, was du wirklich besitzt

    Carl Jung erzählt in einem seiner Bücher von einer Unterhaltung mit einem amerikanischen Indianerhäuptling, der ihn darauf hinwies, dass in seiner Wahrnehmung die meisten Weißen angespannte Gesichter, starre Augen und ein grausames Benehmen haben.

    Er sagte: „Sie suchen ständig nach etwas. Wonach suchen sie? Die Weißen wollen immer etwas. Sie sind immer unruhig und rastlos. Wir verstehen nicht, was sie wollen. Wir glauben, dass sie verrückt sind."

    Genauso verhalten wir uns doch manchmal. In der Hektik des Alltags suchen wir immer wieder neue Ablenkungen und kurzzeitige Betäubung. So vergessen wir, was wir eigentlich wollen: Momente, in denen wir die Zeit vergessen und so in eine Sache vertieft sind, dass nichts uns ablenken kann. Momente, in denen wir tiefe Erfüllung und tiefes Glück fühlen. Der Verstand erschafft eine Besessenheit von der Zukunft als Flucht vor der unbefriedigenden Gegenwart. Du kannst nicht nämlich beides sein, unglücklich und voll im Jetzt gegenwärtig und dankbar für den Moment.

    Die Gegenwart ist weder ein Sklave der Vergangenheit noch ein Mittel zum Zweck für die Zukunft. Tägliche Meditation gibt dem Praktizierenden die Erfahrung in der Gegenwart zu sein- ungefiltert und weder durch die Linsen der Vergangenheit oder Zukunft.

    Ins Glück stolpern: Über die Unvorhersehbarkeit der Zukunft, die Verfälschung der Vergangenheit und das Missverständnis der Gegenwart- Fazit

    Über die Kürze des Lebens

    Die Person, die nach Selbstverwirklichung strebt ist in erster Linie zeitlich kompetent und kann Strategien aus allen 3 Zeitzonen nutzen. Sie ist in der Lage zu arbeiten, wenn es Zeit ist zu arbeiten ohne die Illusion zu haben, dass die Zukunft einen ewigen Strom von positiven Emotionen bringen wird. Die selbstverwirklichte Person hat verinnerlicht, dass die Geschichten, die sie sich erzählt, nicht mehr als Geschichten sind und nicht ihre Identität ausmachen. Sie ist im Jetzt und achtsam ohne sich im Hedonismus zu verlieren.

    Die wichtigste Sache, die du tun kannst, um die Qualität deines Lebens zu verbessern, ist es eine flexible Zeitperspektive zu finden. Sobald du dieses Gleichgewicht findest, wirst du das Beste aus allen 3 Werten finden.
    Jetzt ist die Zeit, um das Beste aus der Zeit deines Lebens zu machen. Gestern war es zu früh, Morgen wird es zu spät sein. Heute ist der Tag der Abrechnung für jeden von uns.

    Das Welken der Blume sorgt nicht dafür, dass wir leiden, sondern das unrealistische Verlangen, dass die Blume niemals vergeht, tut es. Wir können den Anblick der Pflanze genießen, obwohl sie eines Tages verwelkt sein wird.

    Du hörst es immer wieder: Lebe dein Leben, als ob heute dein letzter Tag wäre. Gemeint ist nicht der hedonistische Exzess (wie oben beschrieben). Ich stimme an dieser Stelle den Stoikern zu, dass wir von Zeit zu Zeit reflektieren sollten, ob wir wirklich so leben, wie wir leben wollen.

    Es geht nicht primär darum andere Aktivitäten auszuführen, sondern eher darum die Art und Weise des Denkens, die Präsenz und die Dankbarkeit zu hinterfragen, mit der wir den Tag leben. Es ist nämlich absolut nicht selbstverständlich in einem goldenen Zeitalter mit fließendem, warmen Wasser, genug Nahrung und Frieden im Land zu leben. Das ist ein Luxus, den Millionen von Menschen niemals haben werden.

    Mein persönliches Ziel ist es die Welt innerhalb des Rahmens meiner Möglichkeiten die Welt zu einem besseren Ort zu machen und mit meinen Unternehmen dazu beizutragen. Mir ist bewusst, dass mir niemand jemals meine Jahre zurückgeben wird. Gerade deshalb ist es meine Mission mein Leben nach meinen Vorstellungen zu leben. Wenn ich nicht für meine Ziele, Träume und Werte arbeite, arbeite ich für die von jemand anderem.

    Hinreichend lang ist das Leben und großzügig bemessen, um Gewaltiges zu vollbringen, würde man es im Ganzen nur richtig investieren. Doch wenn es uns in Genuss und Nichtstun verrinnt, wenn wir es keinem guten Zweck widmen, dann wird uns erst in unserer letzten Not bewusst, dass, was von uns unbemerkt verging, vorbei ist!- Seneca

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    1. […] Ergebnis glücklicher Zufälle. Nicht umsonst redet der Psychologe Daniel Gilbert in seinem Buch „Ins Glück stolpern“ darüber, dass wir absolut nicht absehen können, was uns in der Zukunft glücklich machen […]

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