Die 3 schockierend einfachen Säulen des Charismas: Wie du authentisches Charisma ausstrahlst und entwicklst ohne dich zu verstellen

Charisma mag wie eine geheimnisvolle Qualität scheinen – etwas, mit dem manche Menschen geboren sind und manche eben nicht. Aber das ist nicht der Fall. Du musst nicht die genetische Charisma-Lotterie getroffen haben, um dich zu einem Menschen mit kraftvollem Magnetismus zu entwickeln. Die wenigsten wissen, dass man Charisma systematisch entwickeln, aufbauen und verbessern kann.

  • Bist du ein Unternehmer, der ein gutes Netzwerk aufziehen will und Investoren anziehen möchte?
  • Bist du ein Verkäufer, der versucht, einige neue Kunden an Land zu ziehen?
  • Bist du eine Lehrerin, die versucht zu deinen Schülern durchzudringen?
  • Bist du eine Frau, die Liebe sucht, ohne ausgebeutet zu werden?

  • Egal wie deine Situation im Leben ist und welche individuellen Ziele du hast, eines der wichtigsten Werkzeuge der emotionalen Intelligenz ist dein persönliches Charisma. Charisma ist, was dafür sorgt, dass sich Leute von deiner Präsenz angezogen fühlen, sobald du einen Raum betrittst. Charismatische Menschen besitzen eine Formel aus einer unwiderstehlichen Kombination aus Fähigkeiten, die endlose Türen der Möglichkeiten öffnen.

    Charisma: Was ist das und was wird es dir bringen?

    Wir haben sogar einen besonderen Namen für diese Fähigkeit. Die alten Griechen nannten es „die göttliche Gabe“, aus der wir das Wort „Charisma“ abgeleitet haben. Das deutsche Wort, das Charisma am besten beschreibt, ist Ausstrahlung- eine Präsenz, die von innen kommt, aber nach außen strahlt und andere mitreißt.

    Charisma kann weder wie ein neuer Anzug gekauft werden, noch kann man es erlernen wie eine Schauspielerrolle. Es kommt von innen heraus und muss sich selbst entfalten.
    Ähnlich wie ein stabiles und intensives Selbstwertgefühl bekommt man natürlich nicht von heute auf morgen, sondern es muss trainiert werden.

    Wie umfangreiche Forschung in den letzten Jahren gezeigt hat, ist Charisma das Ergebnis von einer Kombination aus spezifischen nonverbalen Verhaltensweisen und inneren Einstellungen.

    Einer der Gründe, warum Charisma fälschlicherweise als angeboren gilt, ist, dass auch Charisma, wie viele andere soziale Fähigkeiten, in der Regel früh im Leben gelernt werden. Schließlich werden die Verhaltensweisen instinktiv.
    Unzählige bekannte charismatische Figuren haben hart gearbeitet, um ihr Charisma zu gewinnen und es Schritt für Schritt zu erhöhen. Aber weil wir sie auf dem Höhepunkt ihres Charismas kennen lernen, kann es schwer sein zu glauben, dass diese Superstars nicht immer so beeindruckend waren.

    Was ich in diesem Beitrag versuchen möchte, ist aber nicht Studien hoch und runter zu beten, sondern dieses unglaublich große Feld des Charismas und der emotionalen Intelligenz in praktische, sofort anwendbare Werkzeuge mit messbaren Ergebnissen aufteilen. Natürlich kann dieser Beitrag nicht alles, über Charisma und Körpersprache beibringen, was es über Charisma zu wissen gibt, aber dieser Beitrag hat den Anspruch dir die wichtigsten Grundlagen mitzugeben, die du für die Meisterung des Charismas trainieren kannst.

    Emotionale Intelligenz hat im Wesentlichen zwei Komponenten hat: Selbstmeisterung und eine Verbindung mit anderen zu schaffen. Gerade deshalb ist Charisma eine wichtige Eigenschaft, wenn es um ein erfülltes Leben geht.

    Versteh mich nicht falsch: Charisma und eine gute Ausstrahlung haben nicht das Ziel dein Gegenüber zu manipulieren oder nach deinem Willen zu formen, sondern eher um andere zu begeistern sich für Dinge einzusetzen, die die Welt verbessern können oder einfach nur, damit sich der andere in deiner Gegenwart wohlfühlt. Das ist zumindest der Grund, warum ich an meinem Charisma arbeite.

    Man kann von Charisma halten, was man will, aber charismatische Menschen beeinflussen die Welt. Ob Bill Clinton, Steve Jobs oder der Dalai Lama– alle sind Meister des Charismas! Und ich habe eine gute Nachricht: Charisma ist eine Fähigkeit, die nicht angeboren ist, sondern erlernbar ist.

    Charisma -eine Geschichte

    London Sommer 1886- Wer wird der neue Premierministers des Vereinigten Königreichs? Es war ein Kampf zwischen William Gladstone und Benjamin Disraeli. Zu dieser Zeit war der Premierminister einer der mächtigsten Männer der Welt, weil die halbe Weltkugel zum kolonialen Reich Großbritanniens gehörte. In der letzten Woche vor der entscheidenen Wahl, passierte es, dass beide Männer die gleiche junge Frau zum Abendessen trafen. Natürlich fragte die Presse sie, welche Eindrücke die Konkurrenten gemacht hatten.

    Sie sagte: Nach dem Essen mit Mr. Gladstone, dachte ich, er war die klügste Person in England. Aber nach dem Essen mit Mr. Disraeli, dachte ich, ich war die klügste Person in England.

    Du weißt, wer die Wahl gewonnen hat. Benjamin Disraeli. Es war der Mann, der dafür sorgte, dass die andere Person sich intelligent, beeindruckend und faszinierend fühlte. Du wirst gleich sehen, warum das der Fall ist.

    Was macht Charisma aus?

    Charisma myth

    Es stellt sich heraus, dass, wenn wir entscheiden, wie wir über jemanden denken, nicht nur ein Faktor berücksichtigt wird, sondern drei- Stärke, Wärme und Präsenz. Sobald du diese Einsicht nicht nur intellektuell begreifst, sondern anwendest und damit systematisch dein Charisma entwickelst, eröffnet es ein ganz neues Fenster der menschlichen Erfahrung.

    Dr. Martin Luther King Jr. gab eine seiner letzten großen Reden an die Southern Christian Leadership Conference in Atlanta. Er sprach zuerst von der Wichtigkeit Würde und persönliche Werte zu behalten und dann über den Prozess politische und wirtschaftliche Macht zu gewinnen. Er erkannte, dass viele in seinem Publikum der Macht gegenüber skeptisch waren und stellte klar:

    Eines der großen Probleme der Geschichte ist, dass die Begriffe der Liebe und der Macht in der Regel als Gegensätze gesehen wurden. . . . Was nötig ist, ist die Erkenntnis, dass Macht ohne Liebe rücksichtslos und missbräuchlich ist und dass Liebe ohne Macht sentimental ist. "

    Auch die Psychologen Martin Seligman und Christopher Peterson untersuchten, wie verschiedene kulturelle Traditionen auf der ganzen Welt verschiedene Charakterzüge und Werte wertschätzten. Sie stellten fest, dass sechs moralische Tugenden im Mittelpunkt des Charismas stehen. Die eine Hälfte sind Werte der Stärke und die andere Hälfte sind Werte der Wärme:

  • Mut
  • Mäßigkeit
  • Weisheit
  • Gerechtigkeit
  • Menschlichkeit
  • Transzendenz

  • Hat Charisma etwas mit unserem Aussehen zu tun?

    Die Antwort ist ein ganz eindeutiges Jein!

    Wir Menschen haben eine ganze Reihe von neuronalen Schaltkreisen entwickelt, um Urteile auf der Grundlage von grundlegenden körperlichen Faktoren zu machen. Diese Berechnungen passieren automatisch in unserem Unterbewusstsein. Genauigkeit ist nicht die oberste Priorität bei diesen Urteilen, sondern es geht vor allem um Schnelligkeit. Psychologe Daniel Kahneman nennt diesen Prozess des schnellen Denkens "eine Maschine, die zu Schlussfolgerungen springt".

    Das Springen zu voreiligen Schlussfolgerungen und Urteilen sorgt dafür, dass wir in einer Welt, in der sich alles ändert und es immer Ungewissheit gibt, trotzdem gut zurechtkommen und unseren Tag bewältigen können. Aber sobald wir anfangen zu denken, filtern wir eingehende Informationen und neigen dazu, Dinge zu vernachlässigen, die nicht in unser eilig gezeichnetes Bild passen. Wir werden Gefangene unserer Vorurteile. So entwickeln wir Stereotype.

    Ich weiß, dass du protestieren möchtest, dass du das Ganze nicht machst und dass es politisch unkorrekt ist, das zu sagen. Leider können wir uns gegen diese unterbewussten Prozesse nicht wehren, weil sie unterbewusst passieren und deutlich schneller auftreten als unser rationales Denken. Ich weiß: Schockierend! Aber nicht umsonst hat der Psychologe Daniel Kahneman für seine Erkenntnisse einen Nobelpreis gewonnen und sein Buch "Schnelles Denken, langsames Denken genannt.

    Eng damit zusammen hängt der sogenannte Halo-Effekt (englisch für Heiligenschein). Dieser Effekt fällt in die Kategorie der kognitiven Verzerrungen und besagt, dass wir von bekannten Eigenschaften einer Person auf unbekannte Eigenschaften schließen. Wenn du einen Menschen für attraktiv hältst, hältst du ihn gleichzeitig für kompetenter. Ich weiß, dass das verrückt klingt, aber die Studienlage ist eindeutig.

    Charisma und der erste Eindruck

    erster Eindruck

    Aber anstatt uns über die Ungerechtigkeit zu ärgern, die unsere Gehirne hervorbringen, können wir unsere wertvolle Energie auch darauf verwenden einen guten ersten Eindruck zu machen. Denn du bekommst niemals eine zweite Chance, einen guten ersten Eindruck zu machen. An unserem Aussehen können wir neben der Pflege nicht allzu viel ändern, aber das ist auch nicht der Ausschlag gebende Faktor, wenn es um den ersten Eindruck und Charisma geht.

    Obwohl diese Auswertungen in einem Augenblick stattfinden, können sie jahrelang dauern: erste Eindrücke sind oft schwer auszulöschen. Ist es möglich einen schlechten ersten Eindruck zu überwinden? Ja, aber du man muss deutlich mehr Arbeit und Anstrengung aufwenden, als wenn du von Anfang an als charismatisch eingestiegen bist.

    Die Leute beurteilen unseren Charakter und unser Charisma durch die Art, wie wir handeln, und besonders durch die Art und Weise, wie wir mit ihnen interagieren. Nicht jedes Verhalten ist bewusst. Wenn du in Gedanken versunken bist, dann kannst du mit einem verwirrten Blick auf deinem Gesicht herumlaufen, ohne es zu merken. Aber der Körper lügt nicht.

    Nonverbale Kommunikation geht direkt auf die Frage des Vertrauens zurück. Wenn wir der Studienlage glauben können, funktioniert Kommunikation 55 % visuell durch die Körpersprache, 38 Prozent auditiv durch die Stimmlage und nur 7 Prozent stammen aus den Worten selbst. Alle Signale - Gesichtsausdrücke, Haltung, Gesten, Stimmton und die eigentlichen Worte erzählen eine Geschichte-bestenfalls die gleiche.

    Wenn du dagegen verschiedene Signale und verschiedene Geschichten zur gleichen Zeit erzählst, vermuten wir, dass du im inneren Konflikt bist, sich unwohl fühlst oder vielleicht sogar versuchst, etwas zu verbergen.

    Hier ist ein Party-Trick, den du bei deinen Freunden testen kannst. Sag dienen Freunden, dass sie das Okayzeichen machen sollen. Was passiert? Sie bilden einen Kreis mit ihrem Daumen und Zeigefinger. Jetzt sagst du, dass nun dieses ans Kinn halten sollen, während du es Hand langsam an die rechte Seite deines Gesichtes, gegen deine Wange hältst. Was passiert?

    Alle anderen im Zimmer werden es nachmachen. Einen Augenblick später verstehen alle im Zimmer, dass du "Kinn" sagtest, aber sie ihre Hände an ihre Wangen legen. Dieser Aspekt ist einfach, aber nicht zu unterschätzen. Wir sind visuelle Kreaturen und wir reagieren auf visuelle Hinweise.

    Es ist aber nicht die Schönheit oder Attraktivität, sondern unsere Präsenz, unsere Stimme, unsere Körpersprache und die Emotionen, die wir in anderen Menschen hervorrufen. Das alles liegt wiederum in unserer Hand. Bewusst oder nicht, charismatische Individuen wählen spezifische Verhaltensweisen, die andere Menschen ein bestimmtes positives Gefühl fühlen lassen. Churchill war nicht allgemein als hübsch und sicherlich nicht bekannt für seinen Sex-Appeal, aber er war trotzdem einer der einflussreichsten und mächtigsten Anführer der Geschichte.

    Letztlich ist das Charisma aber nicht auf das Aussehen bezogen, sondern ist ein viel komplexeres emotionales Phänomen.

    Der 1. Pfeiler des Charismas- Präsenz

    präsenz

    Präsenz signalisiert unserem Gegenüber, das momentan nicht anderes wichtig ist außer das Gespräch. Es heißt sich vollkommen auf die Situation einzulassen anstatt mit einem Bein schon in der Tür zu stehen und zu gehen oder während dein Gesprächspartner redet schon danach zu suchen, was du darauf antworten kannst. Andere Menschen nehmen wahr, wenn wir uns unauthentisch verhalten.

    Gerade deshalb ist es wichtig eine natürliche Synchronität zu halten. Das bedeutet, dass deine Worte, dein Körper und das, was du wirklich denkst im Einklang sind. Hier eine kleine Übung zur Kongruenz:

    Sage jeden der unten stehenden Sätze mit unterschiedlichem Tonfall: wütend, gelangweilt und überrascht.

  • Es ist spät
  • Ich mag nicht mehr
  • Sieh mich an
  • Wo bist Du geboren?

  • Achte darauf, wie sich deine Körpersprache, dein Gesichtsausdruck und deine Atmung sich anpassen und schließlich deinen emotionalen Zustand verändern. Um den Tonfall zu prüfen, suche dir einen Freund und sage ihm diese Sätze. Achte darauf, ob dein Freund dir sagen kann, welches der vier Gefühle du ausdrücken wolltest. Wenn das nicht offensichtlich ist, übe, bis es klar ist.

    Kongruenz erreicht man also, wenn Körper, Tonfall und Worte übereinstimmen. Und wenn Körper, Tonfall und Worte dasselbe ausdrücken, wird man dir vertrauen. Es geht darum, dass unsere Entscheidungen, Worte und unsere Körpersprache deckungsgleich sind. Sonst belügen wir uns und fühlen uns schlecht, weil es etwas erzeugt, dass sich in der Psychologie kognitive Dissonanz nennt.

    Kognitive Dissonanz bezeichnet in der (Sozial-)Psychologie einen als unangenehm empfundenen Gefühlszustand, der dadurch entsteht, dass ein Mensch mehrere Kognitionen hat – Wahrnehmungen, Gedanken, Meinungen, Einstellungen, Wünsche oder Absichten –, die nicht miteinander vereinbar sind.

    Quelle Wikipedia

    Nehmen wir einmal das fiktive Beispiel von Jack. Jack hatte immer davon geträumt ein Schriftsteller zu werden. Aber anstatt seiner Fähigkeiten auszubilden, wartete er bis er sich bereit fühlte. Was glaubst du, was passiert ist? Nichts! Er hat die Zeit verstreichen lassen und Jahre später war er kein bisschen näher an seinem Ziel, obwohl er einen klaren Sinn im Leben hatte und sogar an sich glaubte.

    Er keinen proaktiven Schritte unternommen, um es zu erreichen. Es geht um persönliche Integrität. Um ein fundamentales Selbstwertgefühl ist es wichtig persönliche Integrität zu entwickeln. Das heißt, dass wir nicht nur davon reden sollen, wie wir gerne sein würden, sondern auch jeden Tag trainieren uns so zu verhalten, wie wir gerne sein würden.

    Es geht darum unsere Entscheidungen und Aktionen an unsere Ziele anzupassen. Schritt für Schritt kommen wir damit näher ans Ziel. Wenn wir nicht so handeln, wie wir uns selbst und anderen erzählen und ehrlich zu uns selbst sind, belügen wir uns und fühlen uns schlecht, weil es etwas erzeugt, dass sich kognitive Dissonanz nennt.

    Kurz gesagt: Bevor wir den Schmerz ertragen unser Selbstbild nicht mit unseren Handlungen in Einklang zu bringen, betrügen wir uns eher selbst und rationalisieren irrationales und destruktives Verhalten. Das ist die unbefriedigende Variante Kognitive Dissonanz zu entfernen: Verdrängung und Verleugnung. Die befriedigende Variante ist es, deinen Worten Taten folgen zu lassen und auch das zu sagen und zu machen, was du wirklich denkst und fühlst. Wenn wir das nicht tun, schaden wir durch diese Lügen nicht nur anderen, sondern auch uns.

    Charisma ausstrahlen durch charismatisches Zuhören

    zuhören

    Ich weiß, dass du versucht bist, dieses Kapitel zu überspringen, aber dann wirst du die mächtigste Fähigkeit verpassen, die man in Bezug auf Wärme und Charisma haben muss.

    Ich bin sicher, dass du weißt, dass das Zuhören wichtig ist, aber häufig vergessen wir, dass wir dadurch enorm schnell eine emotionale Verbindung zu unserem Gegenüber aufbauen können. Wenn wir die ganze Zeit darüber nachdenkst, was wir als nächstes sagen wollen anstatt zuzuhören, kann man uns den Mangel an Präsenz förmlich aus dem Gesicht ablesen. Präsenz ist nicht nur ein zentraler Eckpfeiler des effektiven Hörens, sondern auch des Charismas.

    Ich weiß, dass es nicht ganz so einfach ist dem Impuls zu widerstehen, der wegen der Aufregung oder der Wut dessen kommt, was der Gegenüber sagt, aber gute Zuhörer wissen, dass es selten sinnvoll ist andere zu unterbrechen. Egal wie vorsichtig und warm die Unterbrechung ist, es bleibt ein Gefühl des Ärgers oder der Frustration darüber, dass es deinem Gesprächspartner nicht erlaubt war den Satz zu vervollständigen.

    Die meisten Menschen freuen sich auf einen interessierten Zuhörer zu stoßen- besonders dann, wenn er dich ermutigt von dir selbst zu sprechen. Wir alle freuen uns wenn jemand anderes dieses Interesse an uns teilt. Es gilt also der Grundsatz: Um interessant zu sein müssen wir interessiert sein.

    Unsere Standardtaktik ist es häufig den Widerstand der anderen Person durch häufiges Wiederholen zu durchbrechen, neue Wege zu versuchen, unseren Punkt klar zu machen, lauter als der Gegenüber zu sprechen und so weiter. Es scheinen passable Strategien zu sein, aber das sind sie nicht. Warum? In der großen Mehrheit der Fälle ist der Grund, warum die andere Person dir nicht zuhört, nicht, weil sie stur ist, sondern weil sie sich nicht verstanden fühlt und wir ihr vorher nicht zugehört haben.

    Weil die Fähigkeit des Zuhörens so wichtig ist, wird sie auch in zahlreichen Workshops und Büchern über "aktives Zuhören" gelehrt. Und es ist nach wie vor ein guter Rat, aber eine Sache fehlt in der Rechnung: Authentizität. Das Problem: Es wird zwar gelehrt, was zu sagen und wie zu sitzen ist, aber das Herz des guten Zuhörens ist Authentizität.

    Menschen "lesen" nicht nur deine Worte und Haltung, sondern auch was in deinem Inneren los ist. Wenn dein Interesse nicht echt ist, werden die Worte unwichtig sein. Was fast unweigerlich mitgeteilt wird, ist, ob du neugierig bist, ob du dich wirklich um die andere Person kümmertest und für sie interessierst.

    Das Zuhören ist nur mächtig und effektiv, wenn es authentisch ist. Authentizität bedeutet, dass du zuhörst, weil du neugierig bist und weil du dich interessierst, nicht nur, weil du es sollst.

    Wenn du mir nicht glaubst, dass Zuhören gnadenlos effektiv ist, probiere es aus. Du wirst überrascht sein, wie die Person reagieren wird, wenn sie nicht mehr das Gefühl hat sich verteidigen zu müssen und sich anstatt dessen verstanden fühlt. Höre speziell auf Gefühle, wie Frustration, Stolz oder Angst, und erkenne diese Gefühle an.

    Die 3 Fähigkeiten des Zuhörens in schwierigen Gesprächssituationen

    Während deine interne Haltung der Schlüssel zum guten Zuhören und Charisma ist, gibt es einige spezifische Techniken, die ich weitergeben möchte. Neben der Haltung der Neugier und des Verstehen-Wollens gibt es drei primäre Fähigkeiten, die gute Zuhörer beschäftigen: Nachfragen, Paraphrasierung und Anerkennung.

    Nachfragen stellen und lernen wollen

    Die Überschrift sagt alles: Nachfragen stellen und lernen wollen. Du erkennst, ob eine Frage in einer schwierigen Gesprächssituation helfen oder schaden wird, indem du darüber nachdenkst, warum du es gefragt hast. Die einzige gute Antwort ist um "zu lernen".

    Oft schaden genau diese Aussagen, die als Fragen verkleidet sind. Du kennst es vielleicht aus deiner Kindheit, als du mit deinen Eltern im Auto saßt und gefragt hast: "Sind wir schon da?" Du weißt, dass ihr noch nicht da seid und deine Eltern werden vielleicht sogar wütend reagieren. Aber warum ?

    Das liegt daran, dass Aussagen häufig mehr als eine Ebene haben. Was du wirklich meintest, war "Mir ist langweilig- Ich wünschte, wir wären schon da." oder "Das ist eine lange Reise für mich." Was wir in diesem Moment eigentlich haben wollen, ist Verständnis für unsere Langeweile und unsere Emotionen.

    Wenn deine Eltern diesen Teil der Nachricht verstehen, würden sie wahrscheinlich eine produktivere Antwort geben und dir mehr Empathie zeigen. Dies zeigt uns eine wichtige Regel über das Nachfragen auf: Wenn du keine Frage haben, versuche nicht eine Behauptung als Frage zu verkleiden. Das schafft eher Verwirrung und Groll, denn solche Fragen werden unweigerlich als sarkastisch angesehen, obwohl es nicht unbedingt deine Absicht war.

    Eine sarkastische Frage kann sich sicherer anfühlen als unsere Gefühle zu teilen oder ehrliche Nachfragen zu stellen. Das könnte uns ja verletzlich machen. Aber diese Sicherheit ist eine Illusion, und wir verlieren mehr als wir gewinnen. Warum? Denn anstatt das Gefühl verstanden zu sein zu erschaffen, konzentriert sich die andere auf den Sarkasmus und den Angriff.

    Die wahre Botschaft geht nicht durch, weil der Gegenüber von der Notwendigkeit abgelenkt wird, sich zu verteidigen. Diese Fragen entstehen aus der Intention, die andere Person zu überzeugen, dass du Recht hast und nicht aus dem Bedürfnis zu lernen und zu verstehen. Anstatt zuzuhören, denken wir darüber nach, was wir als nächstes sagen können.

    Eine effektive Möglichkeit sind offene Fragen. Offene Fragen sind Fragen, die der anderen Person eine breite Bandbreite geben, wie sie antworten kann. So wird aus einer schwierigen Gesprächssituation mehr als eine bloße Befragung bestehend aus Ja/Nein- Fragen. Eine Frage nach mehr konkreten Informationen, um zu verstehen, woher die Schlussfolgerungen der anderen Person kommen und gegebenenfalls eine Lösung zu finden, ist zum Beispiel: "Was hast du versucht zu tun, um das Problem zu lösen?" "Warum stört dich xyz und was bedeutet das für dich?"

    Paraphrasieren für die Klarheit

    Die zweite Fertigkeit, die ein guter Zuhörer zum Gespräch mitbringt, ist paraphrasieren. Paraphrasierung ist, wenn du der anderen Person in deinen eigenen Worten, dein Verständnis von dem, was sie zuvor gesagt hat, widergibst. Paraphrasierung gibt dir zum einen die Chance dein Verständnis zu überprüfen. Häufig machen wir uns schwierige Gesprächssituationen nämlich härter als sie sein müssten, da ein wichtiges Missverständnis zwischen uns und der anderen Gesprächsperson besteht und solche Missverständnisse sind häufiger, als wir es uns vorstellen können.

    Paraphrasierung gibt der anderen Person also die Chance zu sagen: "Nein, das ist nicht ganz das, was ich meinte. Was ich wirklich meinte, war. . . . "

    Normalerweise ist der Grund, warum sich jemand in einem Gespräch wiederholt, weil sie keinen Hinweis haben, dass du tatsächlich verstanden hast, was sie gesagt haben. Wenn du also bemerkst, dass die andere Person immer wieder das Gleiche sagt, nimm es als ein Signal das Gesagte zu paraphrasieren, damit die andere Person sich verstanden fühlt. Sobald sie selbst gehört und verstanden wurden, ist es deutlich wahrscheinlicher, dass sie dir zuhören.

    Wenn du ein guter Zuhörer bist, hast du bereits eine der wichtigsten Grundlagen des Charismas gelernt.

    Der 2. Pfeiler des Charismas- Stärke

    Charisma Stärke

    Stärke ist eine Charaktereigenschaft, die essentiell ist für Charisma und eine gute Ausstrahlung. Denn auch, wenn Wärme wichtig ist, fühlen wir uns nicht ausschließlich davon angezogen. Charisma in einer Führungsposition und Stärke sind untrennbar miteinander verbunden. Wir schauen zu starken Leuten als Führer, weil sie uns vor Bedrohungen unserer Gruppe schützen können.

    Charisma ist auch sehr abhängig von einer guten Körpersprache. Gute, aufrechte Haltung projiziert Stärke. Menschen und andere Säugetiere drücken Stärke und Selbstbewusstsein durch offene, Raum einnehmende Körperhaltungen aus ( Power Posing ) und äußern gleichzeitig Machtlosigkeit durch geschlossene und zurückhaltende Körperhaltungen.

    Harvard Psychologin Dr. Amy Cuddy unterscheidet in dieser Studie zwischen den sogenannten Low Power Posen und den High Power Posen. Beide Art dieser Posen zeigen Verhaltensänderungen bei uns Menschen und ändern sogar unseren Hormonhaushalt. High-Power Poser erleben sofort Erhöhungen des Testosteronspiegels, was sich in einer höheren Risikobereitschaft ausdrückt und das persönliche Empfinden von Stärke und Selbstbewusstsein begünstigt. Gleichzeitig sinkt aber auch der Cortisolspiegel, was in Situationen der Unsicherheit nur von Vorteil sein kann, da Cortisol allgemein als Stresshormon bekannt ist.

    Low-Power-Poser zeigten das entgegengesetzte Muster. Kurz gesagt: Zwei Minuten in einer sogenannten Power Pose können genügen, um sowohl dich tatsächlich selbstbewusster zu fühlen und die nötige Präsenz und innere Stärke in den Situationen zu zeigen, in denen es zählt.

    Es ist kein Geheimnis, dass wir weniger durch das souverän und selbstbewusst wirken, was wir sagen, sondern eher durch die Präsenz und Überzeugung, die dahinter steht. Nur wenn wir wirklich gegenwärtig und voll bei der Sache sind, können wir wirklich unser stärkstes Ich zu unseren größten Herausforderungen bringen. Wenn wir damit beschäftigt, sind darüber nachzudenken, was andere über uns denken, können wir in den Momenten, in denen es wirklich zählt nicht die Leistung bringen, die wir wirklich bringen wollen und so selbstbewusst auftreten, wie wir wirklich wollen.

    Um Musik zu verstehen, musst du zuhören. Solange du denkst: "Ich höre gerade Musik", hörst du nicht richtig zu.

    Präsenz zeigt sich, wenn wir uns persönlich machtvoll fühlen, was uns erlaubt unser aufrichtiges Selbst an zu nehmen . In diesem psychologischen Zustand sind wir in der Lage Präsenz und Selbstbewusstsein auch in sehr stressigen Situationen aufrecht zu halten.

    Die Art der Präsenz, von der ich spreche, kommt durch inkrementelle Veränderung. Durch kleine Tweaks in unserer Körpersprache und Mindset können wir Präsenz erreichen. Wir können die Präsenz selbst hervorrufen. In gewissem Maße geht es darum, dass dein Körper deinen Verstand führen kann - aber wir werden später noch dazu kommen.

    Mehr dazu hier:

    Power Posing: Wie du dein stärkstes Ich zu deinen größten Herausforderungen bringst

    Kontrolle ausüben und behalten, um dein Charisma zu verbessern

    Keine Angst. Ich will nicht sagen, dass du jemanden manipulieren sollst. Mit Kontrolle übernehmen, meine ich eine ruhige, kontrollierte Ausstrahlung zu haben, die du vor allem durch tiefes Atmen und langsames Sprechen etablieren kannst. Auch Pausen und Stille sind ein Mittel, das charismatische Personen gemeistert haben. Weil Emotionen hochgradig ansteckend sind springt der Funke des Selbstvertrauens und der Ruhe auch auf deinen Gesprächspartner über, was dafür sorgt, dass er sich in deiner Gegenwart wohl fühlt.

    Emotionale Meisterung

    Eine weitere Möglichkeit, um sein Charisma durch Selbstkontrolle und Stärke auszustrahlen, ist seine Emotionen kontrollieren zu können bzw. nicht impulsiv ohne jede Reflektion zu reagieren,. Mehr dazu hier:

    Die Meisterung der Wut- Rauslassen, unterdrücken oder kontrollieren ?

    Der 3. Pfeiler des Charismas- Wärme

    Verletzlichkeit

    Das paradoxe Geheimnis des Charismas ist, dass es nicht darum geht, deine guten Qualitäten heraus zu posaunen, sondern dafür zu sorgen, dass die andere Person sich selbst wohl fühlt. Echtes Charisma ist nicht auf Egostärkung aus, sondern hat auch immer eine Komponente der Wärme.

    Lawrence E. Williams widmete sich in einigen seiner Studien der Frage, wie sich körperliche Wärme auf unser Verhalten auswirkt. Eine Gruppe von Probanden wurde zu Beginn des Experiments eine Tasse mit heißem Kaffee gegeben. Die andere Gruppe der Probanden erhielt eine Tasse mit Eiskaffee, um ein körperliche Gefühl von Wärme oder Kälte auszulösen. Wichtig zu wissen ist an dieser Stelle, dass keiner der Probanden ahnte, dass eine Verbindung zwischen den Getränken und dem Experiment besteht.

    Der zweite Schritt des Experiments war, dass ihnen einige Zeit darauf eine fremde Person vorgestellt wurde, die sie anhand ihrer Sympathie beurteilen sollten. Alle Probanden nahmen die fremde Person deutlich positiver wahr, wenn sie einen warmen Kaffeebecher anstelle eines Eiskaffees in der Hand hielten.

    warmes Getränk

    Diese Assoziation von Wärme und guten Gefühlen ist so tief in uns verankert, dass wir nur ein warmes Getränk in der Hand halten müssen, um andere Menschen als wärmer wahrzunehmen. Für unsere Zwecke ist Wärme das, was die Menschen fühlen, wenn sie erkennen, dass wir Interessen und Anliegen teilen. Es ist das Gefühl im gleichen Team zu sein. Wenn Leute Wärme projizieren, mögen wir sie. Wärme umfasst mehrere verwandte Konzepte: Empathie, Vertrautheit und Liebe.

    Das unterbewusste Charisma- Geheimnis: Eine gemeinsame Basis

    familiarity

    Stell dir einmal folgende Situation vor:

    Laura nimmt an einem formellen Essen teil und sitzt mit acht Personen an einem Tisch. Sie hasst solche Veranstaltungen und meistens fallen ihr nicht die richtigen Worte ein. Langsam bekommt sie schon wieder dieses beklemmende Gefühl. Außer einem Bekannten, der sie mitgeschleppt hat aber am anderen Ende des Saales sitzt, kennt sie niemanden.

    Plötzlich erzählt ein junger Mann im edlen, blauen Hemd, der ihr gegenüber sitzt, seinem Sitznachbarn dass er eine leidenschaftliche Hingabe für den Sport hat. Genau wie Laura! Laura ist erleichtert und überglücklich, weil der Zufall ihr eine Rechtfertigung dafür geliefert hat, mit ihm zu sprechen. Sie haben etwas gemeinsam. Laura spricht ihn an und beide verstehen sich auf Anhieb.

    Beide haben die Ellenbogen auf den Tisch gestützt, ihre Pupillen sind leicht geweitet und ihre Schultern entspannen sich langsam. Wenn Laura lächelt und nickt, tut er dasselbe. Sie haben eine emotionale Beziehung aufgebaut. Sie haben Kontakt geknüpft und über ein gemeinsamen Draht gefunden. Aber warum ?

    Wenn wir glauben, dass jemand uns ähnlich ist, funktioniert es, wie ein sozialer Magnet. Nicht umsonst heißt es im Englischen: I like you! (Ich mag dich!) und I am like you! (Ich bin wie du!). Im Englischen drückt dieses Wortspiel die Verbindung von Charisma und Ähnlichkeit akkurat aus. Wir fühlen uns in der Gegenwart solcher Menschen wohl, bei denen wir das Gefühl haben, sie schon länger zu kennen. Auch da gibt es im Englisch ein passendes Wort: "familar". Darin steckt nicht umsonst das Wort Familie.

    Wenn wir mit Menschen übereinstimmen, bestätigen wir ihren Blick auf die Welt und das fühlt sich für sie gut an. Die Menschen verknüpfen dann also die guten Gefühle mit dir. Deshalb ist das Synchronisieren so wichtig, wenn man gezielt eine Beziehung knüpfen möchte. Wenn wir sagen: „Ich mag dich", dann meinen wir eigentlich: „Ich bin dir ähnlich". Wenn wir gezielt eine Beziehung knüpfen möchten, dann warten wir nicht hoffnungsvoll darauf, dass wir zufällig etwas mit unserem Gesprächspartner gemeinsam haben.

    Wir übernehmen aktiv seine Körpersprache, seinen Tonfall und seine Worte. Wir wissen, dass wir unser ganzes Leben lang unbewusst emotionales Feedback der Menschen, die uns beeinflusst haben – Eltern, Familienmitglieder, Lehrer und so weiter – synchronisiert haben. Deshalb ist es gar nicht schwer und nur natürlich, dass wir das Verhalten anderer synchronisieren, damit sie sich in unserer Gegenwart wohl fühlen.

    Spiegeln

    Ein Weg, um Wärme nonverbal zu etablieren, heißt "Spiegelung", was im Wesentlichen bedeutet, dass du die Körpersprache deines Gesprächspartners imitierst. Spiegeln bedeutet, auf die Signale zu setzen, die diese Person bevorzugt bei der Vermittlung von Stärke und Wärme verwendet und ihre Vorliebe berücksichtigt, indem du ähnliche Arten von Signalen selbst verwendest.

    Autorin Olivia Fox Cabane warnt aber auch, dass Spiegelung auch den entgegengesetzten Effekt haben kann- beispielsweise, wenn die andere Person wütend ist. Das Spiegeln der wütenden Körpersprache und die Stimme der wütenden Person wird sie nur wütender machen.

    Berühren

    Gesten sind eng mit der Berührung verbunden, was ein fester Bestandteil der Wärme ist. Wir haben bereits erwähnt, dass die Wärme-Zuneigung primäre Metapher von vielen Kulturen geteilt wird, weil die Erfahrung, von unseren Eltern als Neugeborene gehalten zu werden, auch unsere erste Begegnung mit Zuneigung ist.

    Charisma ausstrahlen durch das Gesicht der Wärme

    Der beste Ort, um mit der Decodierung der visuellen Elemente der Wärme zu beginnen, ist das Gesicht. Dreimal darfst du raten, was der beste Weg ist um Wärme zu projizieren. Die Nummer eins in Sachen Charisma und Wärme auszustrahlen ist durch das Lächeln. Das Lächeln ist ein fundamentales Mittel der nonverbalen Kommunikation, das tief im menschlichen Verhalten verwurzelt ist. Babys überall verbinden sich mit ihren Müttern durch ein Lächeln.

    Wir verstehen mühelos das Lächeln von Leuten, die unsere Sprache nicht sprechen. Kulturelle Normen zum Lernen können sich unterscheiden, aber es gibt immer noch eine universelle Ausdrucksform.- die Körpersprache.
    Das Lächeln kann sogar einen Halo-Effekt (siehe oben) schaffen, der uns dazu veranlasst, eine breite Palette von positiven Assoziationen mit Menschen zu machen, die uns anlächeln.

    Dale Carnegie schreibt in seinem Klassiker: Wie man Freunde gewinnt: Die Kunst, beliebt und einflussreich zu werden Folgendes:

    "Die alten Chinesen waren klug - klug im praktischen Sinne; eines ihrer Sprichworte, das wir alle herausschneiden und in die Innenseite unseres Hutes kleben sollten, lautet: «Wer kein freundliches Gesicht hat, soll keinen Laden aufmachen.»

    Ein Lächeln bereichert den Empfänger, ohne den Geber ärmer zu machen. Es ist kurz wie ein Blitz, aber die Erinnerung daran ist oft unvergänglich.

    Keiner ist so reich, dass er darauf verzichten könnte und keiner so arm, dass er es sich nicht leisten könnte. Es bringt Glück ins Heim, schafft guten Willen im Geschäft und ist das Kennzeichen der Freundschaft. Niemand braucht so bitter nötig ein Lächeln wie derjenige, der für andere keines mehr übrig hat!

    Du wirst wahrscheinlich sagen: "Ja ich weiß, Dominique. Erzähl mir etwas Neues!" Aber ist ein Lächeln und eine gute Haltung wirklich unsere Standardhaltung. Ich konnte es zumindest lange Zeit nicht von mir behaupten. Wie alle Gewohnheiten muss auch das trainiert werden. Wie machst du das? Versuche in den nächsten Wochen jedes Mal, wenn du eine Türschwelle übertrittst deine Schultern nach hinten zu ziehen und zu lächeln (unabhängig davon, ob jemand zusieht). So trainierst du dich systematisch darauf.

    Warum du durchs Lächeln nicht nur andere glücklich machst



    Aber ein Lächeln bringt nicht nur anderen Leuten Vorteile, sondern macht dich selbst auch glücklich. Menschliches Verhalten ist meistens sehr einfach vorauszusagen. Wenn sie traurig sind, weinen sie und wenn die glücklich sind, lachen sie. Wenn sie zustimmen nicken sie. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass der ganze Prozess (gemäß der propriozeptiven Psychologie) auch umgekehrt funktioniert.

    Was meine ich damit? Lächeln ist keine Einbahnstraße. Das bloße Anheben der Mundwinkel nach oben ist neuronal mit Glücksgefühlen verknüpft. Das bedeutet, dass sich Lächeln automatisch glücklich werden lässt, weil es gewisse Glückshormone ausschüttet.

    Das glaubst du mir nicht? Das Ganze ist durch eine Vielzahl von Studien gestützt. In einer klassischen Studie sollten Teilnehmer nur eine simple Aufgabe erfüllen: Den "Musculus corrugator supercilii" kontrahieren - auf deutsch: Die Augenbraue heben, während die andere Gruppe den Musculus zygomaticus („Jochbeinmuskel“) kontrahieren sollte, der für das Senken und Heben der Mundwinkel verantwortlich ist.

    Die Effekte waren erstaunlich. Die Gruppen, die die Aufgabe hatte ohne Grund zu lächeln, verkündigte nach wenigen Minuten enorme und spürbare Veränderungen der Stimmung zum Positiven. Mit weiteren Experimenten zur propriozeptiven Psychologie will ich dich jetzt verschonen.

    Besonders sticht auch noch ein anderes Experiment heraus. Eine Versuchsgruppe wurde darum gebeten einen Stift zwischen den Zähnen zu halten, während sie einen Cartoon lesen sollten. Die Kontrollgruppe dagegen sollte den Stift nur mit den Lippen fixieren. Die Ergebnisse waren eindeutig. Durch das Halten des Stiftes zwischen den Zähnen wurden die Probanden unterbewusst dazu gezwungen zu lächeln, was dafür sorgte, dass sie die Comics um einiges lustiger fanden als ihre Kollegen aus der Kontrollgruppe.

    Die Nachricht ist deutlich: Lächle, wenn du anderen eine Freude bereiten willst und selbst glücklicher sein willst. Aber Achtung : Nur wenn du die Muskeln, um dein Auge herum anspannst, wird es als aufrichtiges Lächeln wahrgenommen. Hochgezogene Mundwinkel ohne das "Lächeln der Augen" wirken eher gruselig.

    clown gruselig

    Warum deine Identität von deiner Umwelt geformt wird

    Bedeutet das nicht, dass man sich einschmeichelt oder andere manipuliert? Nein. Manipulation kommt vom lateinischen Wort "manus" (Hand). Kurz gesagt immer, wenn wir mit anderen Menschen reden und diskutieren, greifen wir in ihre Wertesysteme ein und "manipulieren" sie durch unser Feedback.

    Affe sieht, Affe tut

    Giacomo Rizzolatti an der Universität Parma in Italien spezialisiert sich auf Neurophysiologie von Primaten. Während der 1980er Jahre konzentrierte sich sein Labor darauf, zu untersuchen, wie einzelne Neuronen in Affen reagierten, wenn ein Affe eine Aktion durchführte. Wie wir Menschen haben Primaten eine Menge von verschiedenen Neuronen, die für verschiedene Funktionen im Zusammenhang mit der Durchführung auch der einfachsten Aktionen verantwortlich sind.

    Bei der Durchführung einer dieser Studien haben die Forscher etwas Unerwartetes bemerkt. Ihre Entdeckung hat unser grundlegendes Verständnis geändert, wie wir Menschen zu solchen sozialen Kreaturen wurden. Das Interessante war, dass die gleichen Neuronen beim Affen reagierten, wenn er selbst eine Erdnuss mit der Hand griff als wenn der Affe nur beobachtete, dass der Wissenschaftler nach einer Erdnuss griff.

    Diese Ergebnisse waren erstaunlich, weil Neurowissenschaftler glaubten, dass das Gehirn in verschiedene Abschnitte für das Wahrnehmen, Denken und Handeln aufgeteilt gewesen sei. Aber in diesen so genannten Spiegelneuronen traten Wahrnehmung und Handlung in demselben exakten Neuron auf. Das Aufheben einer Erdnuss und zu sehen, wie eine andere Person es tat, hatte dieselbe Wirkung auf diese Neuronen.

    Die Aufregung über die Entdeckung der Spiegelneuronen wuchs so, dass sie schnell die Lösung für viele der härtesten Probleme in der Psychologie wurden. Diese renommierte Neurowissenschaftlerin Ramachandran schrieb, dass die Spiegelneuronen "die wichtigste ... Geschichte des Jahrzehnts" sind und sagte, dass "Spiegelneuronen für die Psychologie tun werden, was die DNA für die Biologie gemacht hat." Wie er voraussagte, wurde eine lange Liste von mentalen Phänomenen auf Spiegelneuronen seit ihrer Entdeckung zurückgeführt , einschließlich unserer Fähigkeit für Sprache, Kultur, Nachahmung und Empathie .

    Kurz gesagt: Spiegelneuronen spielen eine wichtige Rolle in unserer Fähigkeit, andere zu imitieren. Unsere kulturelle Entwicklung von Fähigkeiten und Gewohnheiten hängt von unserer Fähigkeit zur Nachahmung ab. Angesichts der Tatsache, dass Spiegelneuronen während des Handelns und der Wahrnehmung einer Handlung reagieren, scheinen sie wie ein idealer Mechanismus zur Unterstützung des Lernens zu sein.

    Hatte Nietzsche Recht ?

    Der Philosoph Friedrich Nietzsche hatte vielleicht nicht ganz Unrecht mit seiner sehr zynischen Aussage:

    Was auch immer sie denken und über ihren "Egoismus" sagen wollen, die große Mehrheit macht ihr ganzes Leben lang nichts für sich selbst. Was sie tun, wird für das Phantom ihres Selbst gehalten, das sich in den Köpfen um sie herum gebildet hat und Ihnen kommuniziert wurde.

    Nietzsche glaubte, dass unser Bewusstsein nicht etwas ist, das vollkommen in uns ist- wie ein wahrer Kern unseres Wesen, sondern argumentierte er, dass die Wahrnehmung unseres Selbsts in der Regel etwas Konstruiertes ist, das vor allem von den Menschen in unserem Leben stark beeinflusst wird. Die heutige Neurowissenschaft zeigt, dass er da gar nicht so Unrecht hat.

    Unsere Reaktionen auf kulturelle Trends geben uns einen Einblick in die Funktionsweise dieses Prozesses. Jeder von uns hat dieses eine Lied, das er zu Beginn schrecklich fand- nur um es nach 2 Wochen lauthals mit zu grölen. Oder vielleicht ist das auch nur bei mir so ?

    Ein dramatisches Beispiel dafür sind beispielsweise Babyfarben. Blau für Jungen und Rosa für Mädchen fühlt sich einfach richtig an, oder ? Stell dir vor, wenn ein Geschäft versucht, die Farben von heute auf morgen zu wechseln und rosa für Jungen und Blau für Mädchen zu verkaufen.

    Das würde sich niemals durchsetzen, oder? Eigentlich hat es das schon getan: Vor hundert Jahren war das Farbschema für Babys das Gegenteil von dem, was es jetzt ist. Sieh dir einmal diesen Kommentar aus einer Fachzeitschrift an , die 1918 veröffentlicht wurde:

    Die allgemein anerkannte Regel ist rosa für die Jungen und blau für die Mädchen. Der Grund dafür ist, dass Rosa, eine entschiedenere und stärkere Farbe ist und daher für den Jungen besser geeignet ist, während Blau, das zarter und zierlicher ist, für das Mädchen hübscher ist.

    Was will ich dir damit sagen? Die soziale Welt vermittelt eine Sammlung von Überzeugungen über uns selbst, über Moral und über das, was ein gutes Leben ausmacht. Weil das Selbst maßgeblich durch Umwelteinflüsse konstruiert wird, klammern wir uns oft an diese Überzeugungen, als wären sie einmalige Ideen, die wir für uns selbst gemacht haben- die Produkte unserer inneren Stimme. Unser Selbstbild wird also maßgeblich von der Interaktionen mit anderen Menschen geformt und wir wirken permanent auf andere Menschen ein, während sie auch auf uns einwirken.

    Die 4 Arten des Charismas: Warum es kein Charisma- Ideal gibt

    Genau wie es verschiedene Führungs- und Persönlichkeitsstile gibt, gibt es auch verschiedene Charisma-Stile. Sowohl Martin Luther King, als auch der Dalai Lama, als auch Donald Trump ziehen Massen an und werden als charismatisch angesehen, aber aus verschiedenen Gründen gesehen.

    In diesem Kapitel werden wir vier verschiedene Arten von Charisma betrachten: Fokus, Visionär, Freundlichkeit und Autorität.

    Fokus Charisma: Präsenz und Vertrauen

    Elon Musk, Mitbegründer von PayPal , CEO von Tesla Motors,Gründer von der Solarstromfirma SolarCity und Gründer des Raumfahrtsunternehmens SpaceX, verkörpert Fokus Charisma. Musk ist sehr introvertiert, aber wenn er hinter den Bildschirmen auftaucht, ist er voll präsent und voll konzentriert. In Interviews spürt man praktisch die Intensität seiner Aufmerksamkeit und er braucht kein Wort zu sagen, um den Interviewenden zu zeigen, dass er genau zuhört und versteht.

    Fokus- Charisma basiert in erster Linie auf einer Wahrnehmung der Präsenz. Es gibt den Menschen das Gefühl, dass in diesem Moment für diese Person nichts anderes zählt außer das Gespräch mit dir. Fokus- Charisma sorgt dafür, dass Menschen sich wirklich verstanden fühlen. Unterschätze diese Art des Charismas. Sie kann in einer Welt der ständigen Ablenkung sehr mächtig sein.

    Präsenz ist der Schlüssel: weil wir jede abgelenkte, unaufmerksame Körpersprache wahrnehmen können, würden solche Signale schnell das Fokus-Charisma untergraben.

    Visionäres Charisma: Glaube und Selbstvertrauen

    Martin Luther King Charisma

    Visionäres Charisma sorgt dafür, dass andere sich inspiriert fühlen und dass wir glauben wir könnten de Welt erobern. Visionäre Charismatiker versprechen oft die Erlösung - denk zum Beispiel Martin Luther King. Wir beurteilen das visionäre Charisma vor allem durch die Körpersprache und das Verhalten. Über Steve Jobs wurde auch häufig gesagt: "Er sprach mit solcher Überzeugung und Leidenschaft, sodass alle unsere Neuronen schreien, ja! Ich verstehe es! Ich bin bei dir!!!"

    Warum ist das visionäres Charisma so effektiv und mächtig? Wegen unserer natürlichen Aversion gegen Ungewissheit. Wir mögen es jemandem zu folgen, der eine klare Vision hat und Stärke projiziert. Auf diese Weise basiert das visionäre Charisma auf Stärke. Allerdings basiert es auch auf Wärme. Damit eine Vision als charismatisch wahrgenommen wird, muss sie einen gewissen altruistischen Kern haben und auf etwas Höheres abzielen.

    Ein Reporter beschrieb Steve Jobs folgendermaßen: Jobs verkauft keine Computer. Er verkauft das Versprechen einer besseren Welt. "

    Güte Charisma: Wärme und Vertrauen

    güte

    Als du ein Baby warst, haben deine Eltern dich unabhängig von dem, was du gemacht hast, geliebt, genau wie du bist. Aber nach ein paar Monaten oder Jahren bemerkst du, dass das Ganze in der Gesellschaft anders läuft. Die Akzeptanz und Liebe ist auf einmal an Bedingungen geknüpft . Du musst plötzlich dein Gemüse essen und Fremden Leuten "bitte und danke" sagen, um die Liebe und Akzeptanz zu erlangen.

    Selten fühlen wir wieder so eine vollkommene bedingungslose Liebe ohne Bedingungen. Das ist einer der Gründe, warum der Dalai Lama eine so starke Wirkung auf die Menschen hat. Es ist seine Fähigkeit, sowohl enorme Wärme als auch vollständige Akzeptanz auszustrahlen. Er liebt andere Menschen, die sich noch nie "ganz" gefühlt haben und sorgt dafür, dass sie sich vollkommen akzeptiert fühlen- mit all ihren Fehlern.

    Gleichzeitig verlangt er nicht von anderen auch geliebt zu werden. Das ist Güte- Charisma in Aktion. Die Art des Charismas basiert hauptsächlich auf Wärme. Güte Charisma ist perfekt, wenn du eine emotionale Bindung schaffen willst.

    Autoritätscharisma: Status und Selbstvertrauen

    Stalin Charisma

    j

    Diese Form des Charismas ist das vielleicht mächtigste von allen. Unsere instinktive Rücksicht auf die Autorität kann epische Ausmaße nehmen und leider gleichermaßen auf Gutes oder Böses gerichtet werden. Der Dalai Lama verkörpert Autorität, aber leider auch Stalin und Hitler. Die menschliche Reaktion auf die Autorität ist evolutionär tief in uns verankert.

    Diejenigen, die Autoritätscharisma besitzen, sind nicht unbedingt sympathisch, weil es vollkommen auf der Wahrnehmung der Macht basiert, aber es wirkt trotzdem anziehend. Wir sind biologisch programmiert, um sich um den Status zu kümmern und von ihm beeindruckt zu sein, weil diese Reaktion unser Überleben im Evolutionsprozess begünstigt hat.

    Dein Hauptziel, wenn du Autoritätscharisma entwickeln willst, ist es Macht und Stärke zu projizieren, indem du Zeichen von Status und Vertrauen sendest. Weil Charisma so stark von Körpersprache betroffen ist, hängt dein Autoritäts-Charisma davon ab, wie zuversichtlich du dich in diesem Moment fühlst. Autoritätscharisma ist sehr machtvoll. Deshalb habe ich den Teil etwas kürzer gehalten- aus Bedenken, dass es zur Manipulation gebraucht werden könnte.

    Charisma als Symbiose von Präsenz, Stärke & Wärme

    Noch einmal zur Erinnerung: Charisma ist nicht etwas, mit dem wir geboren werden - es ist etwas, das du kultivierst - und ich hoffe, dass ich dir ein paar ausgewählte Werkzeuge zur Verfügung gestellt habe, die du auch wirklich nutzt, um dein Charisma zu verbessern.

    Wenn du sowohl Stärke, Präsenz als auch Wärme auf einmal ausstrahlst, werden mehrere Dinge passieren. Du wirst dich stark und selbstbewusst fühlen, du wirst Wärme projizieren können und Empathie für andere empfinden. Aber wenn diese 3 Qualitäten des Charismas gepaart sind, sind sie mehr als die Summe ihrer Teile.

    Nicht nur deine innere Welt ändert sich, wie eben beschrieben, sondern auch deine Wirkung auf Menschen ist anders. Da die Leute dich als warm wahrnehmen, fühlen sich mit dir verbunden haben und weil du gleichzeitig Stärke verkörperst, fühlen sie sich beruhigt und zuversichtlich, dass du und deine Kraft für sie da sind, wenn es einmal schwierig wird.

    Am Ende sind Stärke und Wärme nicht nur Charakterzüge in Zeiten der Anspannung. Sie sind grundlegende Energien, die auch zusammenarbeiten . Stärke gibt uns ein Gefühl der Meisterung , und Wärme gibt uns ein Gefühl der Zugehörigkeit.

    1 Comment

    1. […] Glück bei. Extrovertierte Menschen sind durch ihre offene und emotionale Art daher häufig sehr charismatisch und daher verbringt man unglaublich gerne Zeit mit […]

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.