Die Farm der Tiere (George Orwell): Wie ein Wort der Wahrheit dein Leben besser macht

Farm der Tiere (englisch: Animal Farm) ist eine von George Orwell geschriebene Fabel, die eine Dystopie abbildet. Was zunächst wie eine Kindergeschichte klingt, ist unbestreitbar einer der besten kurzen Romane, die je in der englischen Sprache geschrieben wurden.

Es ist eindeutig eine Satire und Kritik an der Sowjetunion. George Orwell machte auch kein Geheimnis, welches Regime, und welche Politiker gemeint waren, was zu dieser Zeit nicht ungefährlich war.

Das Erstaunliche und gleichzeitig Erschreckende ist, dass ihm die Grundidee für das Buch „Farm der Tiere“ bereits 1937 kam. Warum sollte das erschreckend sein? Weil er mit erstaunlicher Genauigkeit die grausame Zukunft der Sowjetunion vorausgesagt hat.

Doch es geht nicht nur um die Sowjetunion. Wie bei allen großen Romanen spricht es heute zu uns und hat viele zeitlose Wahrheiten. Die Inspiration für den Roman kam aus einer wahren Episode Orwells Leben:

„Ich sah einen kleinen Jungen, vielleicht zehn Jahre alt, eine riesige Kutsche fahrend und er peitschte das Pferd, wann immer es sich umdrehte. Und es fiel mir auf, dass, wenn die Tiere sich ihrer Kraft bewusst würden, wir keine Macht über sie haben würden und dass die Menschen die Tiere in der gleichen Weise ausbeuten wie die Reichen das Proletariat ausbeuten. „

Aber keine Angst: Das wird keine Episode mit politischer Nachricht. Später mehr zu den Lehren von George Orwells Klassiker Farm der Tiere.

Die Farm der Tiere- Inhaltsangabe

Mr. Jones ist der Farmer der so genannten „Herrenfarm“. Er unterdrückt und vernachlässigt seine Tiere und herrscht über die Tiere als Tyrann. Doch eines Nachts versammeln sich alle Tiere in der großen Scheune, um einer Geschichte vom Old Major, einem alten und weisen Eber zuzuhören.

Old Major erklärt dort, warum die Tiere auf der Farm in ihrem Leben so leiden. Der Grund: Unterdrückung durch den Menschen. Alle Tiere sollten gegen die Menschen kämpfen und eine Revolution starten. Der Eber zeigte ihnen eine Utopie auf, wo die Tiere ohne Unterdrückung und im Überfluss leben, wenn sie doch nur die herrschende Klasse (die Menschen) besiegen könnten. Zum Schluss stimmt der alte Eber ein Lied an, das „Tiere Englands“ heißt.

Doch am Ende spricht Old Major eine Warnung aus, die die Tiere unter keinen Umständen vergessen sollten: „Alle Tiere sind gleich.“

Die Revolution auf der Farm der Tiere

Kurz darauf stirbt Old Major und es scheint, als nehme alles weiterhin seinen gewohnten Lauf, aber Majors Rede hatte den intelligenteren Tieren auf der Farm zu einer völlig neuen Lebensanschauung verholfen- den Schweinen. Zwei der Schweine, genannt Napoleon und Schneeball, arbeiten auf der Basis der Lehren Old Majors ein Denksystem aus, dem sie den Namen Animalismus geben. Die Stimmung unter den Tieren hatte sich für immer verändert.

Anfangs stießen sie auf viel Dummheit und Wurstigkeit. Einige der Tiere redeten von der Loyalitätspflicht gegenüber Mr. Jones, den sie als ›Herrn‹ bezeichneten, oder sie machten grundsätzliche Bemerkungen wie: ›Mr.Jones füttert uns. Wenn er fort wäre, würden wir verhungern. ‹ Andere stellten solche Fragen wie: ›Warum sollen wir uns Gedanken darüber machen, was nach unserem Tod passiert?‹ oder ›Wenn diese Rebellion sowieso kommt, was macht es da für einen Unterschied, ob wir für sie arbeiten oder nicht?‹, und die Schweine hatten alle Mühe, ihnen klarzumachen, daß dies dem Geist des Animalismus zuwiderliefe. Die allerdümmsten Fragen stellte Mollie, die Schimmelstute. Ihre erste Frage an Schneeball lautete: »Wird es nach der Rebellion auch noch Zucker geben?« »Nein«, sagte Schneeball fest. »Wir verfügen nicht über die Mittel, um auf dieser Farm Zucker herzustellen. Außerdem brauchst du gar keinen Zucker. Du wirst soviel Hafer und Heu haben, wie du nur möchtest.« »Und werde ich dann auch noch die Bänder in meiner Mähne tragen dürfen?« fragte Mollie. »Genossin«, sagte Schneeball, »diese Bänder, an denen du so hängst, sind das Abzeichen der Knechtschaft. Begreifst du denn nicht, daß Freiheit mehr wert ist als bunte Bänder?«

Aber erst nach drei Monaten kommt es auf der Farm der Tiere zur Rebellion, als Bauer Jones wieder einmal betrunken ist und dadurch vergisst, die Tiere zu füttern. Jetzt reicht es den Tieren und sie dringen auf eigene Gewalt in die Futterkammern ein. Als Jones und seine Knechte die Tiere mit Gewalt zurückdrängen wollen, kommt es zur Schlacht zwischen den Menschen und Tieren. Schlußendlich schaffen es die Tiere die Menschen von der Farm zu verjagen und vernichten alle Zeichen der Knechtschaft- Ketten, Peitschen und alles, was an die Unterdrückung erinnert.

Die 7 Gesetze des Animalismus auf der Farm der Tiere

Die Farm ist nun in den Besitz der Tiere übergegangen. Die Tiere bestimmen, dass das Farmhaus in der Zukunft von keinem Tier bewohnt werden soll. Die Farm wird in „Farm der Tiere“ umbenannt und an die Rückwand der großen Scheune werden die Sieben Gebote des Animalismus geschrieben, nach denen sich alle Tiere der Farm richten sollen:

1. Alles, was auf zwei Beinen geht, ist ein Feind.

2. Alles, was auf vier Beinen geht oder Flügel hat, ist ein Freund.

3. Kein Tier soll Kleider tragen.

4. Kein Tier soll in einem Bett schlafen.

5. Kein Tier soll Alkohol trinken.

6. Kein Tier soll ein anderes Tier töten.

7. Alle Tiere sind gleich.

Vierbeiner gut, Zweibeiner schlecht

Daraufhin bewirtschaften die Tiere die Farm unter der Aufsicht der Schweine, die intelligenter sind als die anderen Tiere. Die Arbeit ist für die Tiere sehr hart, weil sie nicht auf die Werkzeuge der Menschen zurückgreifen können. Deshalb schuften die Tiere die ganze Woche abgesehen von sonntags.

Die Antwort von Boxer (dem stärksten Pferd der Farm der Tiere) auf jedes Problem, jeden Rückschlag lautete: »Ich will und werde noch härter arbeiten!«

Es zeigte sich schnell, dass die dümmeren Tiere wie Schafe, Hühner und Enten unfähig waren, die Sieben -Gebote auswendig zu lernen. Nach langem Sinnen erklärten die Schweine, dass die Sieben Gebote sich tatsächlich auf eine einzige Maxime reduzieren ließen, nämlich: »Vierbeiner gut, Zweibeiner schlecht.«

Die Phrase stellt einen der vielen Momente der Propaganda des Romans dar, die Orwell als ein Beispiel dafür zeigt, wie die Elite-Klasse die Sprache missbraucht, um die unteren Klassen zu kontrollieren. Obwohl der Slogan den Tieren zu helfen scheint ihr Ziel zunächst zu erreichen, so dass sie die Prinzipien verinnerlichen können, dient es in Wahrheit nur als Propaganda und Formung der öffentlichen Meinung.

Eines Tages greifen Mr. Jones und seine Knechte die Farm der Tier an, um sie wieder zurück zu erobern. Die Angreifer verlieren den Kampf. Doch unter dem Vorwand sich vor dem äußeren Feind schützen zu müssen, beginnen die Schweine die Gesetze des Animalismus zu brechen, wohnen im Herrenhaus und schlafen in Betten.

Obwohl alle Erträge der Farm der Tiere eigentlich brüderlich geteilt werden, beanspruchen die Schweine die von den Kühen gewonnene Milch und die Äpfel alleine für sich. Schwatzwutz begründet es so:

»Genossen!«, rief er. »Ihr glaubt doch hoffentlich nicht etwa, wir Schweine täten dies aus Eigennutz oder Privilegdenken? Viele von uns mögen eigentlich Milch und Äpfel gar nicht. Ich persönlich verabscheue sie. Wenn wir diese Dinge zu uns nehmen, so tun wir dies mit dem einzigen Ziel, unsere Gesundheit zu erhalten. Milch und Äpfel (das ist wissenschaftlich erwiesen, Genossen) enthalten Substanzen, die für das Wohlbefinden eines Schweins absolut nötig sind. Wir Schweine sind Kopfarbeiter. Die ganze Leitung und Organisation dieser Farm hängt von uns ab. Wir wachen Tag und Nacht über eure Wohlfahrt. Um euretwillen trinken wir diese Milch und essen wir diese Äpfel. Wißt ihr, was geschehen würde, wenn wir Schweine in unserer Pflicht versagten? Jones würde zurückkommen! Ja, das würde er! Bestimmt, Genossen«, rief Schwatzwutz beinahe flehentlich, hopste von einer Seite auf die andere und fegte mit dem Schwanz durch die Luft, »bestimmt ist keiner unter euch, der es erleben möchte, daß Jones zurückkommt?« -Wenn es nun etwas gab, worüber sich die Tiere völlig sicher waren, dann das, daß sie Jones nicht zurückhaben wollten. Als ihnen die Angelegenheit in diesem Licht präsentiert wurde, hatten sie weiter nichts mehr zu sagen. Die Dringlichkeit, die Schweine bei guter Gesundheit zu erhalten, war allzu offensichtlich. Also kam man ohne weitere Debatten überein, daß die Milch und das Fallobst (und später auch die Haupternte der Äpfel) den Schweinen allein vorbehalten bleiben sollten.

Im Winter kommt es zwischen Napoleon und Schneeball, den beiden führenden Schweine zu Unstimmigkeiten. Besonders bei dem Thema der geplanten Windmühle, welche die Farm der Tiere mit Elektrizität versorgen soll, streiten die beiden sich. Die Abstimmung der Tiere wird dadurch unterbrochen, dass plötzlich neun große Hunde heranstürmen. Sie sind die Nachkommen der Farmhunde, die Napoleon im Geheimen aufgezogen hatte und die ihm treu ergeben sind.

Schneeballs Vertreibung von der Farm der Tiere

Mit Hilfe dieser vertreibt er Schneeball. Damit ist Napoleon Alleinherrscher. Schneeball ist ab jetzt offiziell politischer Feind der Farm. . Außerdem wird Schneeball als Verbrecher denunziert, der nur zu seinem Wohle gearbeitet habe. Drei Wochen später soll die Windmühle dann doch gebaut werden, weil sie in Wahrheit Napoleons Idee gewesen sei. Daher müssen die Tiere nun hart arbeiten. Trotzdem geht es ihnen nicht schlecht, da sie etwa gleich viel Futter haben wie zu Jones' Zeiten.

Nachher wurde Schwatzwutz auf der Farm herumgeschickt, um den anderen die neuen Einrichtungen zu erklären. »Genossen«, sagte er, »ich hoffe doch zuversichtlich, daß jedes Tier hier das Opfer zu würdigen weiß, das Genosse Napoleon bringt, indem er sich diese Extraarbeit aufbürdet. Glaubt nicht, Genossen, daß Führerschaft ein Vergnügen ist! Im Gegenteil, sie bedeutet eine tiefe und schwere Verantwortung. Keiner glaubt unverbrüchlicher als Genosse Napoleon daran, daß alle Tiere gleich sind. Er ließe euch nur allzu gerne eure eigenen Entscheidungen treffen. Doch manchmal könntet ihr die falschen Entscheidungen treffen, Genossen, und wo kämen wir da hin? Angenommen, ihr hättet beschlossen, Schneeball und seinem Windmühlen-Gefasel zu folgen? Schneeball, der, wie wir heute wissen, nichts anderes war als ein Verbrecher? »In der Schlacht am Kuhstall hat er tapfer gekämpft«, sagte jemand. »Tapferkeit ist nicht genug«, sagte Schwatzwutz. »Loyalität und Gehorsam sind wichtiger. Boxer, der inzwischen Zeit zum Überlegen gehabt hatte, verlieh dem allgemeinen Gefühl mit den Worten Ausdruck: »Wenn Genosse Napoleon es sagt, dann muß es richtig sein.« Und von da an machte er sich die Maxime zu eigen: »Napoleon hat immer recht«, ergänzend zu seinem persönlichen Motto: »Ich will und werde noch härter arbeiten.«

Am selben Abend erklärte Schwatzwutz den anderen Tieren im Vertrauen, daß Napoleon in Wahrheit niemals gegen die Windmühle gewesen wäre. Im Gegenteil, er sei es, der sie von Anfang an befürwortet habe, und der Plan, den Schneeball auf den Fußboden der Brutanlage gezeichnet hätte, sei in Wahrheit aus Napoleons Papieren gestohlen worden. Die Windmühle sei tatsächlich Napoleons ureigene Schöpfung gewesen. Warum, fragte da jemand, habe er sich dann so heftig dagegen ausgesprochen? Hier schaute Schwatzwutz ganz verschmitzt drein. Das, sagte er, sei die Pfiffigkeit von Genosse Napoleon gewesen. Er habe sich der Windmühle scheinbar widersetzt, schlichtweg nur ein Manöver, um sich Schneeballs zu entledigen, der ein gefährlicher Charakter und schlechter Einfluß gewesen sei. Und nun, da Schneeball aus dem Weg geräumt sei, könne der Plan ohne seine Einmischung fortschreiten. Dies, sagte Schwatzwutz, sei etwas, das man Taktik nenne. Er wiederholte mehrmals: »Taktik, Genossen, Taktik!«, hopste dabei herum und wackelte mit einem fröhlichen Lachen mit dem Schwanz. Die Tiere waren sich nicht schlüssig, was das Wort bedeutete, aber Schwatzwutz sprach so überzeugend, und die drei Hunde, die ihn gerade zufällig begleiteten, knurrten so bedrohlich, daß sie seine Erklärung ohne weitere Fragen akzeptierten.

Die zerstörte Windmühle

Die Ernte im folgenden Winter war nicht erfolgreich. Die Tiere müssen das ganze Jahr hindurch hart am Bau der Windmühle arbeiten. Napoleon verkündet, dass die Tiere nun auch am Sonntagnachmittag arbeiten sollen. Wenn sie nicht arbeiten, bekommen sie weniger Futter.

Nach einer stürmischen Nacht entdecken die Tiere den Turm der Windmühle in Trümmern. Obwohl es offensichtlich an einem Konstruktionsfehler, beschuldigt Napoleon Schneeball der Sabotage. In weiterer Folge wird jedes Unglück dem Vertriebenen in die Schuhe geschoben und sogar die Behauptung aufgestellt, Schneeball arbeite mit den Menschen zusammen und sei schon von Anfang an ein Agent von Bauer Jones.

Das Gemetzel auf der Farm der Tiere

Farm der Tiere george orwell

Obwohl nach außen hin signalisiert wird, dass alles in bester Ordnung ist, sollen nun alle Eier verkauft werden, um Korn zu beschaffen. Die Rebellion der empörten Hennen wird von den Hunden erbarmungslos niedergeschlagen.

Als sie ihr Geständnis abgelegt hatten, zerfleischten ihnen die Hunde augenblicklich die Kehlen, und mit fürchterlicher Stimme verlangte Napoleon zu wissen, ob nicht noch ein Tier etwas zu beichten habe. Die drei Hennen, die die Rädelsführerinnen bei der versuchten Rebellion gegen die Eierlieferungen gewesen waren, meldeten sich jetzt und sagten aus, daß Schneeball ihnen im Traum erschienen war und sie dazu aufgewiegelt hatte, Napoleons Befehle zu mißachten. Auch sie wurden hingemetzelt.

Dann meldete sich eine Gans und gestand, während der letztjährigen Ernte sechs Kornähren unterschlagen und nachts aufgefressen zu haben. Dann gestand ein Schaf, sein Wasser - angeblich von Schneeball dazu gedrängt - in der Tränke gelassen zu haben, und zwei andere Schafe gestanden, einen alten Widder, einen besonders ergebenen Anhänger Napoleons, ermordet zu haben, indem sie ihn in einem fort um ein Gartenfeuer herumjagten, während er an Husten litt.

Sie alle wurden auf der Stelle hingeschlachtet. Und so ging die Geschichte von Geständnissen und Hinrichtungen fort, bis ein Leichenhaufen vor Napoleons Füßen lag und die Luft schwer vom Blutgeruch war, den man seit Jones' Vertreiben dort nicht mehr gekannt hatte.

Wie wird dem Nationalhelden gedankt?

Das gesamte nächste Jahr arbeiten die Tiere viel härter als jemals zuvor- besonders weil die Windmühle gesprengt wurde. Das Pferd Boxer bietet wieder seine Kraft an, um eine neue Windmühle zu bauen. Doch er ist durch das Alter und die vielen Jahre harte Arbeit nicht mehr so stark, wie er früher war.

So bricht er erschöpft zusammen und Napoleon verkauft das hingebungsvolle Pferd, das sein ganzes Leben nichts anderes getan hat als zu arbeiten. Den entrüsteten Tieren wird erzählt, dass Boxer tatsächlich zu einem Tierarzt gebracht worden sei und einen friedlichen Tod im Krankenhaus gestorben sei - eine Geschichte, die die Tiere glauben.

Wie das Geld investiert wurde, fragst du? Im Buch Farm der Tiere wird Folgendes angedeutet:

Bis zum Mittag des nächsten Tages rührte sich im Farmhaus nichts, und es ging die Rede, daß sich die Schweine von irgendwoher das Geld beschafft hatten, um sich noch eine Kiste Whisky zu kaufen.

Alle Tiere sind gleich, aber manche sind gleicher

Ehrlich gesagt war ihnen Jones und alles, wofür er stand, beinahe aus dem Gedächtnis entschwunden. Sie wußten, daß das Leben heutzutage rauh und karg war, daß sie oft hungrig waren und oft froren und daß sie für gewöhnlich arbeiteten, wenn sie nicht gerade schliefen. Aber in den alten Tagen war es zweifellos schlimmer gewesen. Daran glaubten sie mit Freuden. Außerdem waren sie in jenen fernen Tagen Sklaven gewesen, und jetzt waren sie frei, und das machte den großen Unterschied aus, wie Schwatzwutz nie müde wurde hervorzuheben

Jahre vergehen und das Leben für alle Tiere (außer für die Schweine) ist hart. Irgendwann fangen die Schweine an auf ihren Hinterbeinen zu gehen und übernehmen viele andere Qualitäten ihrer ehemaligen menschlichen Unterdrücker an. Die sieben Gebote sind auf ein einziges Gesetz verkürzt: "Alle Tiere sind gleich, aber einige sind gleicher." Der Roman endet mit der Änderung des Namens zurück zur "Herrenfarm" und einem Treffen, bei dem die Schweine und Menschen zusammen trinken.

schweine farm der tiere

Wie alle Reden Napoleons, so war auch diese kurz und bündig. Auch er, sagte er, schätze sich glücklich, daß die Periode der Mißverständnisse zu Ende sei. Lange Zeit hätten Gerüchte kursiert - in Umlauf gebracht, wie er begründet glaube, von einem übelwollenden Feind - nach denen seiner Einstellung und der seiner Kollegen etwas Subversives, ja, sogar Revolutionäres anhaften sollte. Man habe sie des Versuchs bezichtigt, unter den Tieren der Nachbarfarmen die Rebellion zu schüren. Nichts könne weiter von der Wahrheit entfernt liegen! Ihr einziger Wunsch, jetzt und ehedem, sei es, in Frieden und normalen Geschäftsbeziehungen mit ihren Nachbarn zu leben. Diese Farm, die er zu kontrollieren die Ehre habe, fügte er hinzu, sei ein Genossenschaftsunternehmen. Die Eigentumsurkunden, die er in seinem Besitz halte, gehörten allen Schweinen gemeinschaftlich(…) Nur in einem Punkt müsse er, wie er sagte, Mr. Pilkingtons ausgezeichnete und nachbarschaftliche Rede kritisieren. Mr. Pilkington habe durchweg von der Farm der Tiere gesprochen. Er könne nun natürlich nicht wissen - denn er, Napoleon, verkünde es jetzt zum erstenmal - daß der Name ›Farm der Tiere‹ abgeschafft worden sei. Fürderhin werde die Farm als die ›Herren-Farm‹ bekannt sein - was, wie er glaube, ihr korrekter und ursprünglicher Name sei. »Gentlemen«, schloß Napoleon, »ich möchte den voraufgegangenen Toast wiederholen, nur in abgewandelter Form. Füllen Sie Ihre Krüge bis zum Rand. Gentlemen, hier ist mein Toast: Auf das Gedeihen der Herren-Farm!« (…) Die Tiere draußen blickten von Schwein zu Mensch und von Mensch zu Schwein, und dann wieder von Schwein zu Mensch; doch es war bereits unmöglich zu sagen, wer was war.

Aber auf der Scheune steht nur ein einziges Gebot:

„Alle Tiere sind gleich, aber manche sind gleicher.“

Die Farm der Tiere und Parallelen zur Sowjetunion

sowjetunion stern

Wie eben angesprochen ist George Orwells Buch „Farm der Tiere“ eindeutig eine Kritik an der Sowjetunion.

Alles beginnt mit der Unterdrückung des Volkes durch Zar Nikolaus II., die sinnbildlich durch die Herrschaft von Bauer Jones repräsentiert wird. Aber die Februarrevolution und die Oktoberrevolution (Aufstand der Tiere und Vertreibung von Bauer Jones) sorgen für die Entwicklung des Kommunismus, welcher im Buch „Farm der Tiere Animalismus genannt wird.

Napoleon symbolisiert Josef Stalin. Er operiert von Anfang an im Hintergrund und zieht Hundewelpen als seine Geheimpolizei heran, mit deren Hilfe er schließlich Schneeball verjagt- das andere Schwein, das mit ihm den Aufstand angezettelt und die Revolution eingeleitet hat. Danach reißt er alle Macht an sich, lässt die Wahrheit verdrehen und errichtet eine Gewaltherrschaft, die schlimmer ist als die, die die Tiere hinter sich lassen wollten.

Doch Stalin ähm…ich meinte das Schwein Napoleon reißt schnell die Macht an sich, sodass vom ursprünglichen kommunistischen Grundgedanken nicht mehr viel übrig bleibt.

Old Maior, der alte weiße Eber, repräsentiert sowohl Karl Marx als auch Lenin. Er übernimmt eine ausbildende Rolle. Der Eber führt den anderen Tieren ihre Situation vor Augen und sagt, dass die Revolution der Tiere ohne Frage kommen werde, er nur nicht wisse, wann. Er zeigt den Tieren, dass die Herrschaft von Bauer Jones kein natürliches Gesetz ist, sondern nur ein soziales Konstrukt.

So glaubte auch Marx, dass das Proletariat von der Herrschenden Klasse ausgebeutet wird und dass das nicht so sein muss.

Andere zentrale Charaktere auf der Farm der Tiere

Schneeball basiert auf der historischen Figur Leo Trotzki, der gemeinsam mit Stalin die Revolution anführt und die Herrschaft über die Farm übernimmt. Doch schnell kommt es zu Spannungen zwischen den beiden, was später dazu führt, dass Schneeball vertrieben wird (Exil und Ermordung Trotzkis). Im Nachhinein wird er für alle Misserfolge der Farm verantwortlich gemacht und sogar als Spion der Menschen bezeichnet.

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Schwatzwutz das kleine Schwein mit der großen Redebegabung verkörpert die ganze sowjetische Propagandamaschine. Er rechtfertigt die grausamen Entscheidungen Napoleons (Stalins), manipuliert, wo er kann und droht, dass (der Zar) Jones zurückkommen könnte und alles dann noch schlimmer wäre.

Boxer, das stärkste Tiere auf der Farm der Tiere vertritt das Klischee des einfachen Arbeiters der Unterschicht. Er verfügt über mehr als genügend Kraft umsich gegen seine Unterdrückung aufzulehnen, aber kann sich jedoch aus eigenem Antrieb nicht dazu entschließen, da er sehr naiv ist und langsam denkt.

Seine beiden Maximen lauten „Ich will und werde noch härter arbeiten“ und „Napoleon hat immer recht“. Durch seine Gutmütigkeit, Gutgläubigkeit und blinden Gehorsam gegenüber der Führung arbeitet er sich zu Tode. Doch selbst aus diesem Unglück ziehen die Schweine noch zusätzlichen Nutzen, indem sie ihn verkaufen und das Geld für Whiskey investieren.

Mr. Jones, der saufende Herr der Farm vernachlässigt seine Tiere, behandelt sieschlecht und lebt im Luxus. Dieser stellt Zar Nikolaus II. dar, der im hedonistischen Luxus lebte und sich nicht um seine Untertanen kümmerte, sondern sie nur ausbeutete und verhungern ließ.

Die Hunde, die Napoleon als persönliche Leibwache abrichtet und mit deren Hilfe er Schneeball- den politischen Gegner vertreibt und jede Kritik im Keim erstickt , stehen für die Tscheka, die Staatspolizei (GPU) und das Volkskommissariat für innere Angelegenheiten (NKWD). Sie sind unbarmherzig, rücksichtslos und ihrem Oberhaupt gegenüber bedingungslos loyal.

Die Schafe mache nicht viel mehr als immer wieder den Slogan „Vierbeiner gut, Zweibeiner schlecht“ zu wiederholen. Sie symbolisieren das ungebildete Volk und werden von der Propaganda der Führung für ihre Zwecke missbraucht. Jede Diskussion und Kritik der anderen Tiere wird durch ihr Blöken verhindert.

Was können wir aus dem Buch „Die Farm der Tiere“ lernen?

Obwohl das Buch „Die Farm der Tiere“ sehr kurz ist, weiß ich kaum, wo ich beginnen soll, wenn es um die Lehren geht. Es handelt um eine unglaublich gute Gesellschaftskritik.

  • die menschliche Tendenz einen Sündenbock zu suchen und hinter dem Deckmantel von Utopien ( in dem Fall Gleichheit) eigene Macht anzustreben
  • die Gefahr einer naiven Bevölkerung, die sich permanent selbst belügt und alles toleriert, weil es so kulturell legitimiert wird
  • der Missbrauch von Sprache als Instrument zur Sicherung der Macht
  • uvm…

    Aber ich möchte mich auf einen Punkt fixieren. Das vieles in unserer Welt aus dem Ruder läuft und es Grausamkeit gibt, ist uns allen bewusst. Aber warum tut es so weh und macht es uns so wütend eine fiktionale Geschichte über Tiere zu lesen?

    Tragödie vs. das Böse

    Die "Farm der Tiere" ist nicht einfach nur eine Tragödie, sondern ein Abbild des Bösen.

    Das Grausame an der Reflexion über das Böse ist, dass es das Wissen über Verwundbarkeit voraussetzt. Nur wenn wir unsere eigene Verwundbarkeit entdecken, können wir auch wissen, dass andere an diesen Stellen verwundbar sein könnten.

    Wenn ein Wolf einen kranken Hasen frisst, würden wir das als den Lauf der Natur oder im schlimmsten Fall als Tragödie des Lebens bezeichnen, aber nicht als böse. Wenn ein Mensch dagegen Schwächere ausbeutet und unterdrückt, empfinden wir es als moralisch falsch oder böse.

    Warum? Weil die Essenz des Bösen die wissentliche und absichtliche Ausbeutung der Verwundbarkeit anderer ist. Weil wir wissen, wie man uns verletzt, wissen wir auch, wie wir andere verletzen können.
    Es ist ein bewusster Versuch, die Bedingungen zu verletzen, die das Leben selbst erträglich machen und soll jedes gute Ideal zerstörem aus purer Rache gegen die Existenz selbst.

    Ich persönlich kann verstehen, dass die Menschen bitter, wütend und depressiv werden. Wie wir es nicht permanent sein können, ist mir eher ein Geheimnis.Schon von Natur aus wissen wir, dass das Leben nicht einfach ist. Wir sehen, wenn wir es nicht verdrängen, dass wir in der Zukunft an gewissen Punkten leiden werden und alle, die wir lieben sterben werden und du kannst absolut nichts dagegen zu tun. Die Pille muss man erst einmal schlucken können. Die Tatsache, dass wir zerbrechlich sind und dass die Zukunft ist ein gefährlicher Ort ist eine zugegebenermaßen dunkle Linse, um die Welt zu sehen, aber sie hat definitiv einen existenziellen Funken Wahrheit.

    Wenn man von dieser Seite das Leben als grausam und voller Leid betrachtet, gesteht man ein, dass Leiden etwas Schlechtes. Wenn wir uns willentlich entscheiden uns und anderen Leiden zuzufügen, machen wir es schlimmer als es sein muss. Das ist die mythologische Repräsentation der Hölle selbst. Egal, wie schlimm es ist- mit ein bisschen Aufwand und bösem Willen schaffen wir es bestimmt es für alle Beteiligten schlimmer zu machen.

    Die "Farm der Tiere" verhindern

    Der Schlüssel zur Verhinderung der Schrecken von Auschwitz in Nazideutschland und der Gulags in der Sowjetunion oder in diesem Fall im Buch "Farm der Tiere" liegt in der Verantwortung des Individuums. Auf der einen Seite ist es eine schreckliche Nachricht, weil es die Verantwortung auf unsere Schultern legt und es auf einmal eine Rolle spielt, wie wir uns verhalten und welche Entscheidungen wir treffen.

    Aber wir haben auch die Möglichkeit jeden Tag und mit jeder Entscheidung zu verhindern, dass Katastrophe und Bosheit unser Leben und die Gesellschaft vergiftet. Es ist schwerig für mich vorzustellen, dass wir etwas Besseres mit unserer Zeit zu tun hätten als das- einen Vertrag mit deinem höchsten Ziel, dem Guten und deinen eigenen Werten zu schließen, um dazu beizutragen, dass die Welt sich ein kleines Stück mehr in eine bessere Richtung bewegt.

    Ob Solzhenitsyn , Nelson Mandela oder Gandhi. Sie alle kamen af die gleiche Antwort. Wenn jeder so passiv denkt, wie ich, wird sich nichts ändern. Was pssiert, wenn ich anfange die
    Wahrheit auszusprechen, meine eigenen Fehler und meine Korruption einzugestehen und schaue, inwiefern ich zu diesem Problem beigetragen habe.

    Ich denke einer der besten Beispiele war ganz Alexander Solzhenitsyn, der selbst in den Gulags gefangen war, die den Konzentrationslagern bei den Nazis glichen. Solzhenitsyns Buch „Der Archipel Gulag“ war definitiv einer der Axt-Schläge, die die Sowjetunion und das grausame System dahinter zur Fall brachten. Er selbst war lange Zeit ein Kommunist gewesen und trotzdem zerstörte er durch sein Buch in dem Moment, in dem er sich entschloss die Wahrheit zu sprechen und nicht länger die Augen zu verschließen, für immer die Glaubwürdigkeit des Kommunismus als ethisches System.

    Solzhenitsyn sagte in seiner Nobelpreisrede, dass eine einzelne Person, die aufhört zu lügen, eine Tyrannei niederbringen kann, was er selbst bewiesen hat. Eine atemberaubende Leistung für eine Person, die dieses Buch zu schreiben begann, als er selbst ein Opfer in einem der Gulags war.

    Wir schieben dadurch die Welt einen Schritt näher in Richtung der Vernichtung. Die historischen Beweise sind kristallklar. Jeder einzelne Mensch ist ein Zentrum der Welt , aber nicht "das" Zentrum der Welt. Unsere Handlungen haben manchmal Welleneffekte. Deine Handlungen beeinflussen deiner Familie und Freude, die wiederum deren Familie und Freunde beeinflussen und so verbreitet sich das Ganze, wie ein Lauffeuer.

    Es ist ein Prozess, der der Natur eines Phönix gleicht. Du opferst Teile deines alten Ichs, das nicht nach deinen eigenen Idealen gehandelt hat und aus der Asche, wie ein Phönix und dieses neue Ich ist robuster für jede Art von Tragödie des Lebens. Vielleicht schaffst du es ja sogar anderen als ein Leuchtfeuer zu dienen.

    Das ist eine der Sachen, die ich wirklich an den existentiellen Philosophen mag. Das ist eine der positiven Seiten- die Betonung der persönlichen Verantwortung. Ja, vielleicht ist das Leben zum Teil tragisch und bitter, aber du und ich haben keine Ahnung, was passieren würde, wenn jeder beginnen würde aufzuhören sich und andere zu belügen und Dinge zu tun, von denen wir wissen, dass sie falsch sind.

    Es gibt diese Idee, dass wir Menschen ein Gewissen haben und es dieses Gefühl oder die Stimme in deinem Kopf ist, die kurz bevor du etwas Dummes tust, sagt, dass es dumm ist und du es nicht tun solltest. Aber du entscheidest dich dagegen auf dieses Gewissen zu hören und so passiert das, was passieren muss. Das, wovor du gewarnt wurdest, tritt ein.

    Es ist schlimm genug, wenn etwas Schreckliches passiert, aber dann die zusätzliche Pille zu schlucken, dass du gewarnt wurdest und es trotzdem gemacht hast, ist nicht so einfach.
    Und ich denke, dass wir häufiger in dieser Situation sind als wir zugeben wollen.

    Oft wird es so präsentiert als sei in Nazi- Deutschland eine gute Bevölkerung von einer kleinen Minderheit von schlechten Leuten unterdrückt und manipuliert worden. Jein, auch.
    Das ist aber nicht wirklich eine gute Theorie, um das Gnaze zu erklären. Auf jeder Ebene, jede soziale Organisation von oben nach unten hat es tolleriert, hingenommen und Dinge ausgführt, von denen sie WUSSTEN, dass sie moralisch falsch sind.

    Die Alternative ist deine Last der Verantwortung zu tragen. Niemand erwartet von uns, dass wir die Welt retten. Wir müssen nicht direkt ein Heiliger werden, aber wie das Buch“ Farm der Tiere “ ganz gut zeigt, sind die Kosten des Selbstbetrugs und das Verschließen der Augen vor offensichtlichem Leid fatal.

    1 Comment

    1. A. Braun sagt:

      Warum nur Nazideutschland und UdSSR? Es trifft genau so auf USA und BRD zu

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