Extraversion & Introversion- Die Macht der Introvertierten und Extrovertierten in einer sich schnell ändernden Welt

Extraversion ist eine Dimension der so genannten Big 5 der Persönlichkeit , die aussagt, in welchem Grad ein Mensch gerne in Gesellschaft anderer Menschen ist oder Zeit für sich selbst bevorzugt. Wenn man sich die lateinischen Wurzeln beider Begriffe anschaut, fällt auf, dass Introversion eine nach innen gerichtete und Extraversion eine nach außen gerichtete Haltung zur Welt und zu den anderen Menschen bezeichnet. („extra“ heißt außen, „vertera“ wenden)

Die Begriffe Extraversion und Introversion sind besonders durch Carl Gustav Jung geprägt worden. Seiner Auffassung nach ist eine dieser beiden Einstellungen in jedem Menschen stärker ausgeprägt und damit dominant. Heutzutage bezeichnet Extraversion eine grundlegende und universelle Persönlichkeitsdimension, die als ein zentrales Persönlichkeitsmerkmal in beinahe allen Persönlichkeitsmodellen zu finden ist.

Extraversion hat sowohl genetische als auch biologische Ursachen. Der Einfluss der Umwelt auf die Ausprägung dieser Persönlichkeitsdimension ist eher untergeordnet.

Extraversion: Die Charaktereigenschaften eines Extrovertierten

Extraversion

Extrovertierte Personen konzentrieren ihre Energie stärker auf die externe Umwelt. Personen mit hoher Extraversion werden in ihrem Verhalten als gesellig, lebhaft, aktiv, unternehmungslustig, selbstsicher, sorglos, optimistisch und eher impulsiv beschrieben.

Besonders markant ist aber der Unterschied, dass Extrovertierte aus sozialen Situationen Kraft schöpfen, während sich der Introvertierte nach längerer Dauer ohne Zeit „für sich selbst“ im Gegensatz zum Extravertierten energielos und „ausgesaugt“ fühlt. Dementsprechend brauchen Extrovertierte mehr äußere Reize und Stimuli, weil es ihnen an inneren Reizen mangelt und sie sich so schnell gelangweilt fühlen.

In einer Studie des berühmten Psychologen namens Hans Eysenck wurde Zitronensaft auf die Zungen erwachsenener Introvertierten und Extrovertierten geträufelt. Die natürliche Reaktion der menschlichen Zunge auf einen Zitronensaft ist es, Speichel zu produzieren, der den sauren Zitrusgeschmack ausgleicht. So stellte Eysenck fest, dass er die Empfindlichkeit für die Stimulation messen konnte - in diesem Fall die Stimulation eines Tropfen Zitronensaft - durch Messung, wie viel Speichel jede Person als Reaktion auf die Flüssigkeit produziert wurde. Er vermutete, dass die Introvertierten empfindlicher auf den Zitronensaft reagieren und mehr Speichel erzeugen würden. Und er hatte Recht.

In einer ähnlichen Studie fanden Wissenschaftler heraus, dass Säuglinge, die empfindlicher auf den süßen Geschmack von Zuckerwasser sind, eher aufwachsen werden, um Jugendliche zu sein, die empfindlich auf den Lärm einer lauten Parties sind. Introvertierte fühlen die Auswirkungen von Geschmack, Klang und gesellschaftlichem Leben ein wenig intensiver als ihre extrovertierten Pendants.

Die Vor- und Nachteile der Extraversion

Extraversion

Wie wir eben gehört: Extraversion umfasst Merkmale wie Herzlichkeit, Geselligkeit, Durchsetzungsfähigkeit, Aktivität, Erlebnishunger und Frohsinn. Das klingt nicht nur vorteilhaft für soziale Situationen, sondern das ist es auch. Zwischenmenschliche Beziehungen tragen alle zu unserem Glück bei. Extrovertierte Menschen sind durch ihre offene und emotionale Art daher häufig sehr charismatisch und daher verbringt man unglaublich gerne Zeit mit diesen.

Außerdem erleben die Menschen aufgrund ihrer emotionalen Impulsivität mehr positive Emotionen als introvertierte Menschen. Dies strahlt auch nach außen hin aus, sodass sie auch in ihrer Karriere davon profitieren, da Geschäfte immer noch von Mensch zu Mensch gemacht werden. Wie du dir vorstellen kannst, kann eine extrovertierte Führungsperson, die nur so vor Energie strotzt, Mitarbeiter gleichermaßen begeistern.

Doch diese Impulsivität und ihr brennender Wunsch nach mehr Reizen sind gleichzeitig auch ihre größten Nachteile. Sie kommen kaum zur Ruhe und brauchen öfters die Aufmerksamkeit anderer. Du kannst dir wahrscheinlich vorstellen, dass diese Extraversion damit auch schnell Abhängigkeit schafft- Abhängigkeit von äußeren Reizen und Abhängigkeit permanent in der Gegenwart von anderen Menschen sein zu müssen, um nicht verrückt zu werden.

Introversion: Die Charaktereigenschaften eines Introvertierten

Introversion

Introvertierte sind dagegen sehr viel stärker an ihrer inneren, subjektiven Welt orientiert. Introvertierte Personen sind darauf bedacht eher zurückhaltend, schweigsam, introspektiv und ruhig zu leben und zu interagieren. Sie neigen dazu, ihre Gefühle unter Kontrolle zu halten sowie vorauszuplanen.

Fälschlicherweise werden Absagen von Partys, Ablehnungen von Verabredungen oder eine fehlende Kontaktaufnahme vom Bekannten- und Freundeskreis introvertierter Menschen in vielen Fällen als ein Zeichen der Desinteresse oder Gleichgültigkeit aufgefasst.Das ist in den meisten Fällen aber nicht wahr. Introvertierte streben genauso wie auch Extravertierte nach sozialen Kontakten, Freundschaften und Unternehmungen, jedoch nicht in solchem Umfang wie die Extrovertierten.

Daher wirst du introvertiert geprägte Menschen eher weniger auf überfüllte Partys und Veranstaltungen antreffen, sondern eher in ruhigeren Umgebungen und Gruppen, die eher kleiner sind.

Die Vor- und Nachteile der Introversion

Eine der großen Superkräfte der Introvertierten ist die Fähigkeit, tief in ein Projekt einzutauchen und sich über lange Strecken zu konzentrieren. Es gibt eine weniger offensichtliche, aber überraschend kraftvolle Erklärung für den kreativen Vorteil der Introvertierten - eine Erklärung, aus der jeder lernen kann: Introvertierte arbeiten lieber selbstständig und Ruhe und Freiheit von ständigen Stimuli kann ein Katalysator für Innovationen sein. Wie der einflussreiche Psychologe Hans Eysenck einmal bemerkt hat, konzentriert sich die Introversion auf die Aufgaben und verhindert das mentale Abdriften auf andere Reize.

Intellektuelle Leistung, die nicht leicht zu replizieren ist, entsteht vor allem in Zeiten der starken Konzentration und des Fokus.
Desweiteren sind Introvertierte hervorragende Zuhörer, die weniger häufig das Bedürfnis haben andere zu unterbrechen, um selbst etwas zu sagen. Gutes Zuhören ist eine enorm wichtige Fähigkeit, die andere Menschen sehr schätzen und die in unserem Zeitalter der ständigen Ablenkung immer seltener wird. Zuhören ist die ultimative Form der Präsenz, was einer der 3 essentiellen Säulen des Charismas ist.

Ein weiterer enormer Vorteil der aus der Introversion entspringt ist, dass diese Menschen ein gutes Verständnis von sich selbst haben, was schon in der Antike als eine der wichtigsten Eigenschaften eines Menschen betrachtet wurde: Erkenne dich selbst. Reflexion und Selbstkenntnis sind fundamentaler Bestandteil eines erfüllten eines erfüllten Lebens und damit auch Metafähigkeiten mit enormem Wert.

Die Nachteile der Introversion

Aber selbstverständlich hat auch die Inroversion seine Schattenseiten, die man nicht verschweigen möchte. Introvertierte sind häufig weniger dominant laut und gepaart mit dem Persönlichkeitsmerkmal der Verträglichkeit anfällig dafür ausgenutzt zu werden.

Das Problem daran ist, dass es keine sehr gute mittel- bis langfristige Strategie ist alle schwierigen Gesprächssituationen zu vermeiden und hauptsächlich zu schweigen. Denn es gibt Dinge, über die man nun einmal reden muss und denen man nicht aus dem Weg gehen kann.
Wenn eine Firma jemanden einstellen will, den sie produktiv ausnutzen wollen, nehmen diese meist Menschen, die sehr gewissenhaft sind und ein hohes Maß an Verträglichkeit und Introversion haben, weil sie alles machen werden, was man ihnen sagt, ohne sich zu beklagen oder mehr Geld zu verlangen.

Und das ist verdammt nochmal böse. Die fehlende Bereitschaft sich zu wehren, wird zwar eher mit dem Persönlichkeitsmerkmal der Verträglichkeit in Verbindung gebracht, aber gerade Personen, die weniger einfühlsam und empathisch sind, verwechseln Introversion schnell mit Schüchternheit und versuch diese auszunutzen. Introversion muss aber nicht unbedingt etwas mit Schüchternheit zu tun haben.
Trotzdem ist es wichtig Grenzen zu ziehen, damit man gar nicht erst in diesen Teufelskreis gerät.

Grenzen ziehen: Wie du dich als chronischer Ja-Sager befreist-Rosa Parks

Wie hoch ist dein Maß an Extraversion?

Bevor wir weitermachen, hast du hier die Chance zu sehen, wo auf dem Spektrum der Extraversion du dich einpendelst. Es gibt keine richtigen oder falschen Antworten. Wähle einfach "wahr" oder "falsch", basierend auf dem, was am häufigsten für dich gilt. Dies ist ein informelles Quiz, kein wissenschaftlich validierter Persönlichkeitstest. Die Fragen wurden auf der Grundlage von Merkmalen der Introversion, die oft von zeitgenössischen Forschern akzeptiert wurden, formuliert.

o Ich ziehe es vor, Zeit mit einem oder zwei Freunden statt mit einer Gruppe zu verbringen.
o Ich würde lieber meine Ideen schriftlich ausdrücken.
o Ich genieße es, allein zu sein.
o Ich bevorzuge tiefe Gespräche im Gegensatz zum Smalltalk
o Meine Freunde sagen mir, dass ich ein guter Zuhörer bin.
o Ich bevorzuge kleine Klassen im Gegensatz zu großen.
o Ich vermeide Konflikte.
o Ich arbeite am besten alleine.
o Ich mag es nicht, im Unterricht oder bei der Arbeit aufgerufen zu werden.
o Ich fühle mich nach dem Ausgehen mit Freunden erschöpft, auch wenn ich Spaß habe.
o Ich würde lieber meinen Geburtstag mit ein paar Freunden und Familie feiern, anstatt eine riesige Party zu haben.
o Ich verbringe viel Zeit in meinem Zimmer/ in meinem Haus.
o Ich bin normalerweise kein großer Freund des Risikos.
o Ich kann in ein Projekt eintauchen, eine Sportart oder ein Instrument üben oder stundenlang kreativ arbeiten, ohne mich zu langweilen.
o Ich neige dazu zu denken, bevor ich spreche.
o Ich würde lieber Text oder E-Mails schreiben, als am Telefon mit jemandem zu reden.
o Ich fühle mich nicht ganz wohl im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.
o Ich mag es lieber Fragen zu stellen, als zu antworten.
o Die Leute beschreiben mich oft als ruhig oder schüchtern.

Je öfter du die Fragen mit "wahr" beantwortet hast, desto introvertierter bist du wahrscheinlich. Wenn du diese öfter mit "falsch" beantwortet hast, ist es wahrscheinlich, dass du mehr zur Extraversion tendierst. Wenn du "wahr" und "falsch" gleichermaßen geantwortet hast, bist du wahrscheinlich ein Ambivert.

Extraversion und Introversion: Die richtige Balance finden

Wie schon erwähnt: Die Wenigsten von uns fallen exakt in eine dieser Kategorien und sie ausschließlich introvertiert oder extravertiert. Dennoch kannst du in dir selbst wahrscheinlich eine grobe Tendenz feststellen, in welche Richtung du eher neigst. Du musst dich nicht für eine Seite entscheiden.

In welche Kategorie du auch immer fällst: Der Schlüssel zu einem Leben nach deinen Vorstellungen und Werten ist es deine eigenen Vorlieben zu kennen. Manche Menschen sind vermutlich wirklich "geborene Introvertierte" oder "geborene Extrovertierte", weil ein großer Teil genetisch bestimmt ist, aber unsere Gene entscheiden aber nicht alles. Auch wenn du dich selbst als eine oder andere siehst, sind deine Persönlichkeit und Haltung nicht in Stein gemeißelt.

Wir haben viel Raum zur Gestaltung gestalten und können üben ein bisschen mehr der anderen Perspektive anzunehmen. Nur weil du eher extrovertiert bist, heißt es nicht, dass du kein Schriftsteller oder Denker sein kannst. Das gilt auch auf der umgekehrten Seite. Wenn du introvertiert bist, bedeutet das nicht, dass du kein Manager, Teamführer oder eine Person des öffentlichen Interesses werden kannst. Hier einige Introvertierte, die trotzdem im Fokus der Öffentlichkeit wachsen konnten: Bill Gates, Warren Buffett, Steve Jobs, Steven Spielberg uvm.

Meiner Einschätzung nach ist ein selbst verwirklichter Mensch jemand, der an seiner Persönlcihkeitsentwicklung arbeitet und der bereit ist zu einem Menschen zu werden, der in jedem Umfld wachsen kann, aber trotzdem sich und seine eigene Natur respektiert.

Wenn du extrem introvertiert bist, kannst du genauso gut versuchen das zu lernen, was die Extrovertierten gut machen und anders herum. Beide Seiten auf dem Spektrum der Extraversion haben enormen Wert. Warum sollten wir nicht an einem möglichst vollständigen Repertoire arbeiten?

Wie du den Gefahren der Introversion vorbeugst

Introversion ist nicht unbedingt mit Schüchternheit gleichzusetzen, aber da die Gesellschaft immer wieder die Nachricht sendet, dass irgendwas nicht mit dir stimmt, wenn du gerne alleine bist und Zurückgezogenheit und Ruhe schätzt, kann es passieren, dass du irgendwann beginnst es zu glauben.

Während Introverion durchaus real ist, ist Schüchternheit nicht mehr als eine Geschichte, die du dir selbst erzählst. Die Geschichte klingt ungefähr so: Ich bin schüchtern, also kann ich nicht xyz machen, sein oder verändern… Du hast dir eine ziemlich überzeugende Lebensgeschichte erschaffen, wie du von Natur aus bist. Das heißt nicht, dass du dich ändern MUSST, sondern lediglich, dass du daran arbeiten kannst, wenn du dazu bereit bist.

Die einzige Art und Weise, wie du wirklich Schüchternheit überwinden kannst, ist indem du tatsächlich rausgehst und mit Menschen interagierst. Es ist ein großer Mythos, dass du zuerst Selbstvertrauen brauchst, bevor du etwas tun kannst. Das ist nicht mehr als ein Mythos. Zuerst kommt die Handlung und dann das Selbstvertrauen.

Die klinische Literatur in Bezug auf Anfälligkeit für Angst, Stress usw. ist ziemlich eindeutig. Es wird bestimmt, wo genau die Quelle der Angst liegt und was alles passieren könnte. Dann zerlegt man die große Angst in kleinere beherrschbare Probleme und setzt sich (oft unter Anleitung eines Therapeuten) nach und nach diesen Dingen aus, obwohl man Angst hat.

Was dann passiert ist nicht, dass man weniger Angst hat und du auf einmal erkennst, dass die Welt nicht so gefährlich und instabil ist, wie du gedacht hast. Im Gegenteil.

Die klinische Literatur zeigt, dass du stattdessen mutiger und resilienter wirst. Nach und nach weitest du dann deinen Zirkel des Muts aus, indem du dich immer und immer wieder den Ängsten stellst, die unangenehm sind.

Was wir am meisten brauchen, ist immer da zu finden, wo wir am wenigsten suchen wollen. Je tiefer das Problem oder ein Irrtum in unserem Wertesystem ist, desto schwieriger ist die Revolution, desto mehr Angst und Ungewissheit werden als Folge der Umstrukturierung freigesetzt. Die Dinge, die das größte Wachstum geben, sind auch oft schmerzhaft. Unter solchen Umständen ist es leicht, weg zu laufen.

Bei der Ablehnung unserer Fehler und Probleme gewinnen wir kurzfristige Sicherheit, aber wir wirken einem Wachstumsprozess entgegen, der es uns ermöglicht, unsere Schwächen zu überschreiten und unser schmerzhaft begrenztes Leben zu tolerieren. Ungewissheit ist etwas, dass die meisten Menschen zutiefst verängstigt. Niemand bringt uns bei, mit ihr umzugehen und sie zu akzeptieren. Wer sich jedoch bemüht den Umgang mit ihr zu lernen, der startet in ein völlig neues Leben.

Das erinnert mich an den Phönix. Der Phönix ist ist ein Fabelwesen, der immer wieder wiedergeboren wird. Doch die Verwandlung kommt mit einem Preis- er muss vorher in Flammen aufgehen, um aus der Asche wiedergeboren zu werden. Jeder will Persönlichkeitsentwicklung, aber die Wenigsten sind bereit dafür symbolisch zu brennen bzw. im echten Leben seinen größten Ängsten ins Gesicht zu blicken.

Phönix carl jung

Dementsprechend können Introvertierte besonders an Gesprächen mit Fremden wachsen, weil die Hemmschwelle diese anzusprechen besonders groß ist. Zu Beginn fängt es damit an, dass du diese Menschen nach der Uhrzeit fragst oder hauptsächlich Fragen stellst und zuhörst, aber nach und nach wirst du besser und besser und du kannst diesen sozialen Situationen mit mehr Mut entgegentreten.

Wie du den Gefahren der Extraversion vorbeugst

Wie können Extrovertierte von positiven Eigenschaften der Introvierten lernen? Da besonders die hohe Abhängigkeit von äußeren Reizen viele Extrovertiere quält, ist meiner Meinung nach das Beste, was eine extrovertierte Person machen kann, eine Meditationspraxis langfristig zu integrieren.

Jede Art von Achtsamkeit sorgt dafür, dass man lernt damit zurecht zu kommen alleine zu sein. Wie du dir vorstellen kannst, ist das ein riesiger Vorteil, wenn es um dein
kreatives Denken und deine Fähigkeit zum Fokus geht. Aber nicht nur das: Für dein Glück und für deinen Frieden ist die Fähigkeit einfach nur den Moment zu genießen fast schon essentiell, weil der Moment das einzige ist, was du wirklich besitzt. Alles andere kommt und geht.

Achtsamkeit hilft dir aber nicht nur nicht abghängig von Reizen zu sein, sondern emotional stabil zu sein und nicht aus dem Impuls heraus zu reagieren.

Meditation:

Jetzt deinen kostenlosen 7- Wochen Achtsamkeitskurs sichern

privacy Spam nervt ! Ich verspreche dir nie Spam zu schicken !

Charisma ausstrahlen durch charismatisches Zuhören

zuhören

Ich weiß, dass du versucht bist, dieses Kapitel zu überspringen, aber Zuhören ist eine unglaublich wichtige Fähigkeit- besonders wenn du zur Extraversion neigst.

Ich bin sicher, dass du weißt, dass das Zuhören wichtig ist, aber häufig vergessen wir, dass wir dadurch enorm schnell eine emotionale Verbindung zu unserem Gegenüber aufbauen können. Wenn wir die ganze Zeit darüber nachdenken, was wir als nächstes sagen wollen anstatt zuzuhören, kann man uns den Mangel an Präsenz förmlich aus dem Gesicht ablesen. Präsenz ist nicht nur ein zentraler Eckpfeiler des effektiven Hörens, sondern auch des Charismas.

Ich weiß, dass es nicht ganz so einfach ist dem Impuls zu widerstehen, der wegen der Aufregung oder der Wut dessen kommt, was der Gegenüber sagt, aber gute Zuhörer wissen, dass es selten sinnvoll ist andere zu unterbrechen. Egal wie vorsichtig und warm die Unterbrechung ist, es bleibt ein Gefühl des Ärgers oder der Frustration darüber, dass es deinem Gesprächspartner nicht erlaubt war den Satz zu vervollständigen.

Die meisten Menschen freuen sich auf einen interessierten Zuhörer zu stoßen- besonders dann, wenn er dich ermutigt von dir selbst zu sprechen. Wir alle freuen uns wenn jemand anderes dieses Interesse an uns teilt. Es gilt also der Grundsatz: Um interessant zu sein müssen wir interessiert sein.

Unsere Standardtaktik ist es häufig den Widerstand der anderen Person durch häufiges Wiederholen zu durchbrechen, neue Wege zu versuchen, unseren Punkt klar zu machen, lauter als der Gegenüber zu sprechen und so weiter. Es scheinen passable Strategien zu sein, aber das sind sie nicht. Warum? In der großen Mehrheit der Fälle ist der Grund, warum die andere Person dir nicht zuhört, nicht, weil sie stur ist, sondern weil sie sich nicht verstanden fühlt und wir ihr vorher nicht zugehört haben.

Weil die Fähigkeit des Zuhörens so wichtig ist, wird sie auch in zahlreichen Workshops und Büchern über "aktives Zuhören" gelehrt. Und es ist nach wie vor ein guter Rat, aber eine Sache fehlt in der Rechnung: Authentizität. Das Problem: Es wird zwar gelehrt, was zu sagen und wie zu sitzen ist, aber das Herz des guten Zuhörens ist Authentizität.

Menschen "lesen" nicht nur deine Worte und Haltung, sondern auch was in deinem Inneren los ist. Wenn dein Interesse nicht echt ist, werden die Worte unwichtig sein. Was fast unweigerlich mitgeteilt wird, ist, ob du neugierig bist, ob du dich wirklich um die andere Person kümmertest und für sie interessierst.

Das Zuhören ist nur mächtig und effektiv, wenn es authentisch ist. Authentizität bedeutet, dass du zuhörst, weil du neugierig bist und weil du dich interessierst, nicht nur, weil du es sollst.

Wenn du mir nicht glaubst, dass Zuhören gnadenlos effektiv ist, probiere es aus. Du wirst überrascht sein, wie die Person reagieren wird, wenn sie nicht mehr das Gefühl hat sich verteidigen zu müssen und sich anstatt dessen verstanden fühlt. Höre speziell auf Gefühle, wie Frustration, Stolz oder Angst, und erkenne diese Gefühle an.

Die 3 Fähigkeiten des Zuhörens in schwierigen Gesprächssituationen

Während deine interne Haltung der Schlüssel zum guten Zuhören und Charisma ist, gibt es einige spezifische Techniken, die ich weitergeben möchte. Neben der Haltung der Neugier und des Verstehen-Wollens gibt es drei primäre Fähigkeiten, die gute Zuhörer beschäftigen: Nachfragen, Paraphrasierung und Anerkennung.

Nachfragen stellen und lernen wollen

Die Überschrift sagt alles: Nachfragen stellen und lernen wollen. Du erkennst, ob eine Frage in einer schwierigen Gesprächssituation helfen oder schaden wird, indem du darüber nachdenkst, warum du es gefragt hast. Die einzige gute Antwort ist um "zu lernen".

Oft schaden genau diese Aussagen, die als Fragen verkleidet sind. Du kennst es vielleicht aus deiner Kindheit, als du mit deinen Eltern im Auto saßt und gefragt hast: "Sind wir schon da?" Du weißt, dass ihr noch nicht da seid und deine Eltern werden vielleicht sogar wütend reagieren. Aber warum ?

Das liegt daran, dass Aussagen häufig mehr als eine Ebene haben. Was du wirklich meintest, war "Mir ist langweilig- Ich wünschte, wir wären schon da." oder "Das ist eine lange Reise für mich." Was wir in diesem Moment eigentlich haben wollen, ist Verständnis für unsere Langeweile und unsere Emotionen.

Wenn deine Eltern diesen Teil der Nachricht verstehen, würden sie wahrscheinlich eine produktivere Antwort geben und dir mehr Empathie zeigen. Dies zeigt uns eine wichtige Regel über das Nachfragen auf: Wenn du keine Frage haben, versuche nicht eine Behauptung als Frage zu verkleiden. Das schafft eher Verwirrung und Groll, denn solche Fragen werden unweigerlich als sarkastisch angesehen, obwohl es nicht unbedingt deine Absicht war.

Eine sarkastische Frage kann sich sicherer anfühlen als unsere Gefühle zu teilen oder ehrliche Nachfragen zu stellen. Das könnte uns ja verletzlich machen. Aber diese Sicherheit ist eine Illusion, und wir verlieren mehr als wir gewinnen. Warum? Denn anstatt das Gefühl verstanden zu sein zu erschaffen, konzentriert sich die andere auf den Sarkasmus und den Angriff.

Die wahre Botschaft geht nicht durch, weil der Gegenüber von der Notwendigkeit abgelenkt wird, sich zu verteidigen. Diese Fragen entstehen aus der Intention, die andere Person zu überzeugen, dass du Recht hast und nicht aus dem Bedürfnis zu lernen und zu verstehen. Anstatt zuzuhören, denken wir darüber nach, was wir als nächstes sagen können.

Eine effektive Möglichkeit sind offene Fragen. Offene Fragen sind Fragen, die der anderen Person eine breite Bandbreite geben, wie sie antworten kann. So wird aus einer schwierigen Gesprächssituation mehr als eine bloße Befragung bestehend aus Ja/Nein- Fragen. Eine Frage nach mehr konkreten Informationen, um zu verstehen, woher die Schlussfolgerungen der anderen Person kommen und gegebenenfalls eine Lösung zu finden, ist zum Beispiel: "Was hast du versucht zu tun, um das Problem zu lösen?" "Warum stört dich xyz und was bedeutet das für dich?"

Paraphrasieren für die Klarheit

Die zweite Fertigkeit, die ein guter Zuhörer zum Gespräch mitbringt, ist paraphrasieren. Paraphrasierung ist, wenn du der anderen Person in deinen eigenen Worten, dein Verständnis von dem, was sie zuvor gesagt hat, widergibst. Paraphrasierung gibt dir zum einen die Chance dein Verständnis zu überprüfen. Häufig machen wir uns schwierige Gesprächssituationen nämlich härter als sie sein müssten, da ein wichtiges Missverständnis zwischen uns und der anderen Gesprächsperson besteht und solche Missverständnisse sind häufiger, als wir es uns vorstellen können.

Paraphrasierung gibt der anderen Person also die Chance zu sagen: "Nein, das ist nicht ganz das, was ich meinte. Was ich wirklich meinte, war. . . . "

Normalerweise ist der Grund, warum sich jemand in einem Gespräch wiederholt, weil sie keinen Hinweis haben, dass du tatsächlich verstanden hast, was sie gesagt haben. Wenn du also bemerkst, dass die andere Person immer wieder das Gleiche sagt, nimm es als ein Signal das Gesagte zu paraphrasieren, damit die andere Person sich verstanden fühlt. Sobald sie selbst gehört und verstanden wurden, ist es deutlich wahrscheinlicher, dass sie dir zuhören.

Extraversion- ein Fazit

Manche Menschen handeln wie extrovertiert, aber der Aufwand kostet sie in Energie, Authentizität und sogar körperlicher Gesundheit. Andere scheinen fern oder in sich geschlossen zu sein, aber ihre inneren Landschaften sind reich und voller Drama. Einige extrovertierte Menschen unterdrücken ihre Abenteuerlust, was sie auch innerlich zerreißt.

Das Geheimnis ist, sich in die richtige Beleuchtung einzustellen. Für einige ist es ein Broadway-Scheinwerfer; für andere eine Schreibtischlampe. Verbringe deine Freizeit so, wie du es magst und nicht so, wie du denkst, dass es so sein sollte. Bleib an Silvester zu Hause, wenn das ist, was dich glücklich macht. Lies. Koch. Lauf. Schreibe eine Geschichte. Geh feiern. Mach den Deal mit dir selbst aus, dass du sowohl als Extrovertierter als auch als Introvertierter dich in sozialen Kontexten nicht schuldig fühlen musst.
Wie eben erwähnt: Ich denke, dass es zur Entwicklung deines Charakters und deiner Weisheit beiträt deine Fähigkeiten über dein biologisches Temperament heraus zu erweitern und zu wachsen.

Ich weiß, dass es verdammt nochmal unangenehm ist, aber die emotionale Meisterung liegt häufig im Tun und im Üben. Ich persönlich neige auch eher zur Introversion und musste einiges an emotionaler Arbeit verrichten, um heute Podcasts zu machen und vor Leuten zu sprechen. Ich weiß, dass es schwer ist und du am liebsten flüchten würdest, aber sowohl Introversion und Extraversion sollen dich nicht davon abhalten zu deinem besten Ich zu werden.

2 Comments

  1. […] vereint die beiden Persönlichkeitsmerkmale Extraversion und ein niedrigen Grad von Verträglichkeit, die beide Teil der Big 5 der Persönlichkeit […]

  2. […] Extraversion zeichnet sich durch Erregbarkeit, Geselligkeit und hohe emotionale Ausdruckskraft aus.Menschen, die […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.