Diogenes und Alexander der Große: 4 kontraintuitive Dinge von denen du nicht weißt, dass du sie willst

f

Diogenes von Sinope (ca. 412 – 324 v. Chr.) war ein bedürfnisloser, griechischer Philosoph. Diogenes wohnte der Legende nach in einer Tonne und gab keinen großen Wert auf die Meinung der Gesellschaft.

Deshalb war sein Beiname „der Hund“ (kýōn), was ursprünglich vermutlich als Schimpfwort gemeint war. Diogenes jedoch fand ihn passend und hat sich seither selbst so bezeichnet.

„Ich bin ein Hund, weil ich die, die mir etwas geben, anwedle, die, die mir nichts geben, anbelle und die, die mir lästig fallen, beiße.“- Diogenes

Diogenes erkannte ausschließlich die Bedürfnisse nach Essen, Trinken, Kleidung, Behausung und Geschlechtsverkehr als elementar an. Alle darüber hinausgehenden Bedürfnissen solle man ablegen, so soll er sogar trainiert haben auf die Bedürfnisse zu verzichten: Um sich körperlich abzuhärten, hat er sich im Sommer in glühend heissem Sand gewälzt und im Winter schneebedeckte Statuen umarmt. („es sei göttlich, nichts zu bedürfen, und gottähnlich, nur wenig nötig zu haben.“)

Diogenes soll freiwillig das Leben der Armen geführt und dies öffentlich zur Schau gestellt haben. Angeblich hatte er keinen festen Wohnsitz und verbrachte die Nächte an verschiedenen Orten. Nach einer Anekdote soll er sogar seinen Trinkbecher und seine Essschüssel weggeworfen haben, als er Kinder aus den Händen trinken und Linsenbrei in einem ausgehöhlten Brot aufbewahren sah.

Ein anderes Mal, während jemand eine Rede hielt, soll Diogenes abseits gestanden sein und einen gesalzenen Fisch in die Höhe gehalten haben. Als sich immer mehr Menschen von dem Redner abwandten, meinte dieser, dass es wohl eine belanglose Rede sein müsse, wenn ein Pökelfisch mehr Interesse wecken könne als die gelehrte Philosophie.

Gesellschaftliche Konventionen erachtete Diogenes als äußeren Zwang, die er auf radikale und provokative Art und Weise ablehnte, indem er beispielsweise auch vor der öffentlichen Masturbation nicht zurückschreckte.

Und von diesem Kerl sollen wir etwas lernen können? Meiner Meinung nach können wir von jedem etwas lernen. (auch wenn ich nicht das Leben iin der Tonne wählen würde)
Seine Schriften und Berichte zu philosophischen Positionen sind zum Großteil verloren gegegangen, aber es gibt zahlreiche überlieferte Anekdoten. Wie auch diese, über Diogenes und Alexander den Großen, die ich mit dir teilen möchte: (Dialog nachgestellt)

A:Ich bin Alexander, der große König.
D: Und ich Diogenes, der Hund.
A: Philosoph, ich will dir einen Wunsch deiner Wahl erfüllen. Wie kann ich dir behilflich sein.
D: Ich habe nur einen Wunsch: Geh mir aus der Sonne.

Alexander soll daraufhin gegangen sein und zu seinen Gefolgsleuten gesagt haben:“ Wenn ich nicht Alexander wäre, dann würde ich wohl Diogenes sein.“

Wer ist Alexander der Große?

Alexander gilt als größter Eroberer der Geschichte. In nur elf Jahren, von 334 bis 323, veränderte er die bekannte Erde. Mit 33 Jahren hatte Alexander der Große das größte Reich, das die Menschheit bis dahin gesehen hatte, in seinem Besitz und saß ganze zwölf Jahre auf dem Thron Makedoniens.

Einer der mächtigsten Männer der Welt beneidet einen Philosophen, der in der Tonne wohnt, „der Hund“ genannt wird und zum Teil in der Öffentlichkeit masturbiert. Warum? Lass mich dir das Ganze mit einer Analogie erklären.

Dein Leben ist wie Monopoly

Monopoly ist ein tolles Spiel. Der Sinn ist es möglichst viel zu erwerben und am Ende alles zu besitzen. Die Häuser, die Hotels, das Geld- das viele schöne Geld. Schnell kommt man zur Erkenntnis, dass man sich voll dem Erwerb hingeben muss, um zu gewinnen.

Doch es gibt ein Haken bei dem Spiel: Am Ende kommt wieder alles zurück in die Box. All diese Häuser und Hotels, alle Bahnhöfe und die Versorgungsunternehmen, all diese Grundstücke und all das wundervolle Geld kommt jetzt zurück in die Box- ob du es willst oder nicht. Nichts davon war jemals wirklich deins.

Das Spielbrett ist dein Leben. Auch das prall gefüllte Konto, der Ruhm, die ultimative Beförderung, die Karriereleiter oder was auch immer du gerade verfolgst, wird eines Tages auch wieder in die Box wandern, wenn du in der Box unter der Erde liegen wirst.

Wie weit musst du diese Straße hinuntergehen, bevor du siehst, wo sie dich hinführt und erkennst, dass es niemals genug ist und du dir die befreiende Frage stellst: Was willst du wirklich?

Versteh mich nicht falsch: Auch ein Karriere und Geld haben in meinen Augen einen Wert, aber es geht nicht darum, was ich wertschätze, sondern darum, was du wertschätzt. Das ist meiner Meinung nach auch etwas von Diogenes lernen können. Er hat erkannt, dass selbst die Beherrschung eines Weltreichs (wie Alexander der Große) ihn nicht besser oder glücklicher machen konnte und hat sich zwei zentralen Fragen gestellt:

1. Brauche ich das alles wirklich, was mir andere als ultimatives Ideal aufzwingen wollen?
2. Gibt es vielleicht Dinge, von denen die Leute nicht wissen, dass sie es wollen und es ihr eigentliches wirkliches Endziel ist?

Diogenes hatte zum Beispiel verstanden, dass nicht die veränderlichen äußeren Umstände das Leben eines Menschen ausmachen.

Als man den Diogenes fragte, wo er nach seinem Tode begraben sein wolle? antwortete er: „mitten auf einem Feld.“
„Willst du von den Vögeln und wilden Tieren gefressen werden?

„So lege man meinen Stab neben mich, damit ich sie wegjagen könne.“
„Wegjagen? Wenn du tot bist, hast du ja keine Empfindung!“
„Nun denn, was liegt mir daran, ob mich die Vögel fressen oder nicht?“

4 kontraintuitive Dinge von denen du nicht weißt, dass du sie haben willst

Dinge, von denen du nicht weißt, dass du sie (wahrscheinlich willst): Das ist eine sehr interessante Kategorie, die wir meiner Meinung nach alle besitzen.

Das große Problem nicht zu wissen, was du wirklich willst, ist, dass du Jahre um Jahre damit verbringst einen Weg zu verfolgen, der dich gar nicht zu dem Ziel bringt, das du anstrebst. Das heißt: Egal wie schnell du voran gehst- du wirst nicht ankommen.

Ich will dir mit den folgenden Beispielen KEINE Anleitung geben, was du zu wollen hast. Das kann ich nicht. Was ich aber versuchen möchte, ist dir ein paar Impulse an die Hand zu geben, die dich selbst zum Nachdenken anregen, was du wirklich willst.

Die Macht des Moments

Die Kraft der Gegenwart

Du willst vermutlich, dass sich deine Existenz wieder magisch anfühlt, wie als Kleinkind, wo du vollkommen im Moment warst und alles neu und begeisternd war.

Halt einmal kurz inne und denk darüber nach: Welches Problem habe ich im gerade im Moment - nicht heute, morgen oder 5 Stunden, sondern jetzt? Das Interessante ist, dass Probleme nur selten im Hier und Jetzt sind. Unser Verstand macht sich Gedanken, was das Ganze für unsere Zukunft oder Vergangenheit bedeutet. Es ist die Tyrannei der Geschichten, die wir uns selbst erzählen.

Neurowissenschaftler und Autor Sam Harris beschreibt ein Bewusstsein für den gegenwärtigen Moment sogar als Gegenmittel gegen die Angst vor dem Tod. Wenn wir uns nicht zwanghaft auf die Zukunft fokussieren, werden wir uns von zwanghaften Obsessionen befreien können.

Man hört es immer wieder, wie wertvoll Zeit doch ist und dass wir sie nicht verschwenden sollen. Auch von mir hast du so etwas schon einmal gehört. Aber das ist nur die halbe Wahrheit! Zeit ist überhaupt nicht kostbar. Was uns so kostbar erscheint, ist nicht die Zeit, sondern der einzige Punkt, der außerhalb der Zeit liegt: das Jetzt. Das allerdings ist kostbar. In Wahrheit ist es das einzige, was du wirklich besitzt.

Carl Jung erzählt in einem seiner Bücher von einer Unterhaltung mit einem amerikanischen Indianerhäuptling, der ihn darauf hinwies, dass in seiner Wahrnehmung die meisten Weißen angespannte Gesichter, starre Augen und ein grausames Benehmen haben.

Er sagte: „Sie suchen ständig nach etwas. Wonach suchen sie? Die Weißen wollen immer etwas. Sie sind immer unruhig und rastlos. Wir verstehen nicht, was sie wollen. Wir glauben, dass sie verrückt sind."

Genauso verhalten wir uns doch manchmal. In der Hektik des Alltags suchen wir immer wieder neue Ablenkungen und kurzzeitige Betäubung. So vergessen wir, was wir eigentlich wollen: Momente, in denen wir die Zeit vergessen und so in eine Sache vertieft sind, dass nichts uns ablenken kann. Momente, in denen wir tiefe Erfüllung und tiefes Glück fühlen. Der Verstand erschafft eine Besessenheit von der Zukunft als Flucht vor der unbefriedigenden Gegenwart. Du kannst nicht nämlich beides sein, unglücklich und voll im Jetzt gegenwärtig und dankbar für den Moment.

Die Gegenwart ist weder ein Sklave der Vergangenheit noch ein Mittel zum Zweck für die Zukunft. Tägliche Meditation gibt dem Praktizierenden die Erfahrung in der Gegenwart zu sein- ungefiltert und weder durch die Linsen der Vergangenheit oder Zukunft.

Einen schlechten Film zum vierten Mal anschauen oder sich mit Freunden und Partnern ohne Grund zu streiten, macht nur Sinn im Licht der Ewigkeit. Wenn du deine Vergänglichkeit erkennst, wirst du deine kostbare Zeit nicht verschwenden.
Das Leben ist dann kein Problem mehr, das zu lösen ist, sondern eine Erfahrung in der Gegenwart.

Jetzt deinen kostenlosen 7- Wochen Achtsamkeitskurs sichern

privacy Spam nervt ! Ich verspreche dir nie Spam zu schicken !

Seelenfrieden statt Maximierung des Vergnügens

Geld, Macht, Ruhm, Sex, Erfolg- diese Sachen klingen nett, während ich sie dir aufzähle und das sind sie auch.

Das einzige Problem daran ist das grenzenlose Verlangen danach. Grenzenlos ist das richtige Wort. Krankhaftes Verlangen ist eine Schlucht ohne Boden.

blockquote>Sei zufrieden mit dem, was du hast. Freue dich an den Dingen, wie sie sind.
Wenn du feststellst, dass es dir an nichts fehlt, gehört dir die ganze Welt.
-LAO TZU

Das wahre Glück ist es, die Gegenwart zu genießen, ohne ängstliche Abhängigkeit von der Zukunft, um uns nicht mit den Hoffnungen oder Ängsten zu quälen, sondern mit dem zufrieden zu sein, was wir haben. Ein weiser Mann begnügt sich mit seinem Los, was auch immer es sein mag, ohne zu wünschen, was er nicht hat. -SENECA

Versuche nicht dein Glück davon abhängig zu machen, dass Ereignisse in einer Weise passieren, wie du es willst , sondern strebe danach, dass du glücklich werden kannst, mit dem, was geschieht.
- Epiktet

Lass mich einmal den bescheidenen Versuch unternehmen mich in die Reihe der großen Denker einzureihen und ein Zitat beizusteuern: Verlangen nach Mehr ist ein Vertrag, den du mit dir selbst schließt, erst wieder glücklich zu sein, wenn du das Begehrte erreicht hast.

Buddhismus und Stoizismus lehren, dass das Streben nach äußeren Gütern oder das krankhafte Streben nach Mehr, um die Welt seinen Wünschen anzupassen, immer ein aussichtsloses Streben ist. Warum ? Weil unser Verlangen nie gestillt werden kann. Die Wissenschaft bestätigt ziemlich Ähnliches.

Die hedonistische Tretmühle- Warum dich ein Lottogewinn nicht glücklich machen wird

Vielleicht kann es deshalb ein erstrebenswertes Ziel aufs andere Ende des Spektrums zu schauen. Vielleicht macht es Sinn anstatt des krankhaften Verlangens nach Mehr eher zu lernen mit dem zufrieden sein zu können, was du hast, sodass die Verfolgung deiner Ziele weniger neurotisch wird.

Das Idealbild, das hinter diesem Gedankengang steht, ist, dass du einen Verstand entwickelst, der nicht zwanghaft klammert oder etwas Bestimmtes braucht, um sich erfüllt zu fühlen.

Ob Schmerzen oder Langeweile, Höhen und Tiefen, das Gute und das Schlechte- Wie wäre es, wenn du alles im gleichen Maße akzeptieren könntest, wie andere eher angenehmere Emotionen.

Radikale Akzeptanz der Realität : Die Auflösung deiner inneren Zerrissenheit

Du willst du selbst sein- ohne Kompromiss

Du willst (wahrscheinlich) nicht cool oder beliebt sein oder von allen gemocht werden sein, sondern du selbst ohne Kompromiss und dich gut dabei fühlen und nicht trotz deiner Identität, sondern wegen deiner Identität gemocht werden. Du sagst jetzt vermutlich: Und das soll ein Geheimnis sein? Das weiß ich doch. Meine Gegenfrage ist: Weißt du es nur intellektuell oder spiegeln deine Entscheidungen auch diese Wahrheit wieder?

  • Wie oft tust du etwas, das du nur tust, um anderen zu gefallen?
  • Wie oft hast du dich mit der Erklärung zufrieden gegeben, dass man das nun mal so macht?
  • Wie oft hast du die unangenehme Wahrheit zurückgehalten, um nicht anzuecken?
  • Was hat es dich bisher schon gekostet (gemessen in Zeit, Nerven, Aufwand und Geld), dass du nicht Nein in den Momenten gesagt hast, in den es gezählt hat?

  • Es geht aber nicht nur darum äußere Probleme zu besiegen, sondern auch innere Drachen unserer eigenen Persönlichkeit. Aber wo kommt eigentlich das Wort "Person" her? Es kommt aus dem Lateinischen und heißt Maske. Per-sonare heißt "durchtönen". Damit ist nämlich die Stimme durch eine Maske gemeint.

    Carl Jung sagt ganz treffend:

    "Der Zweck der Individuation ist nun kein anderer, als das Selbst aus den falschen Hüllen der Persona (...) zu befreien. Der Individuationsprozeß hat [...] in keiner Weise ein sogenanntes moralisches Ziel im landläufigen Gebrauch des Wortes. Er erstrebt keinen Perfektionismus und soll dem Menschen nur dazu verhelfen, im weitesten Sinn wesensgetreu der zu werden, der er in der Tat ist, und sich nicht hinter jener Idealmaske zu verbergen, die so gerne mit dem wahren Wesens eines Individuums verwechselt wird (...) Niemand ist vollkommen [...]. Niemand kann es sein. Es ist eine Illusion. Das einzige, was wir tun können, ist bescheiden danach zu streben, uns selbst zu erfüllen und möglichst vollständige menschliche Wesen zu werden, und das ist schon anstrengend genug."

    Schatten Carl Jung

    Carl Jung ist berühmt für die Formulierung des Begriffs des Schattens, der Teil der Persönlichkeit von uns allen, den wir im Lauf unseres Lebens in die Dunkelheit des Unbewussten verbannen, weil wir diesen nicht konfrontieren wollen.

    Im jungen Alter erfahren wir Menschen, dass bestimmte Persönlichkeitsmerkmale, Impulse, Emotionen und Verhaltensweisen negative Rückmeldungen aus unserer Familie, von Gleichaltrigen und von der Gesellschaft hervorrufen. Diese negative Rückmeldung löst die Angst im Individuum aus, was dazu führt, dass diese "negativen" Eigenschaften unterdrückt werden. Im Laufe der Entwicklung verschmelzen diese unterdrückten Eigenschaften des eigenen Wesens, um den Schatten zu bilden - die "dunkle" Seite unseres Seins.

    Der Schatten hat viele vertraute Namen: das verstoßene Selbst, das unterdrückte Selbst oder bei Freud das ES. Wenn wir uns mit unserer dunkleren Seite konfrontiert sehen, verwenden wir Metaphern, um diese Schattenbegegnungen zu beschreiben: unsere Dämonen zu treffen, mit dem Teufel kämpfen, in die Unterwelt gehen, die Midlife-Krise oder wie eben angesprochen: den Drachen konfrontieren.

    Der Schatten ist ein moralisches Problem, welches dich herausfordert. Der Schatten in diesem Sinne stellt das Gegenstück zur Persona, der "Theatermaske" eines Menschen dar. Er enthält oft die 'negativen', sozial unerwünschten und daher unterdrückten Züge der Persönlichkeit, also jenen Teil des Ichs, die wegen möglicherweise gesellschaftsinkompatibler Tendenzen gerne unterdrückt werden.

    Die Aufgabenstellung im Leben, der jeder gegenüber steht, ist nach Jung bewusst zu werden, dass wir alle einen Schatten haben, eine dunkle Seite, etwas, das wir Ablehnen und diesen Schatten bewusst in die bewusste Persönlichkeit zu integrieren, indem wir diesen mit offenen Armen nicht als einen verabscheuungswürdigen Aspekt des Selbst, sondern als notwendigen und lebenswichtigen Teil des Seins ansehen.

    "Man wird nicht erleuchtet, indem man Lichtfiguren vorstellt, sondern indem man sich der Dunkelheit bewusst macht. Das letztere Verfahren ist jedoch unangenehm und daher nicht beliebt. "(Carl Jung)

    Wenn du dir die Grausamkeit des 20. Jahrhunderts ansiehst und das Böse, das unschuldigen Menschen angetan wurde, weißt du, dass sowohl Dunkelheit und Helligkeit die Welt ausmachen. Vollständig zu sein, heißt nach Jung zugleich voller Widersprüche sein. Man verfälscht den Menschen, wenn man ein einheitliches Bild von ihm entwerfen will.

    Wir wissen, dass beinahe alles Gute in unserem Leben nicht vollständig ohne einen Preis kommt und die Entwicklung der Persönlichkeit gehört zu den kostspieligsten Dingen. Es handelt sich um das Jasagen zu sich selber und alle Teile seines Ichs zu konfrontieren- egal, wie viel Angst es uns bereitet.

    Das ist die Botschaft, die jeder unterbewusst hören will. Blick dem Unbekannten ins Gesicht. Hör auf dich selbst zu belügen und tue, was dein Herz dir wirklich sagt. Du wirst zu einer besseren Person werden und damit zu einer besseren Welt beitragen.

    Warum konfrontieren dann nicht alle ihren Schatten? Weil es uns Angst macht und verdammt nochmal schwierig ist. Die meisten können und werden nicht zugeben, dass sie ein Problem verdrängen oder tief im Inneren nicht ausschließlich die tugendhaften, selbstlosen und guten Menschen sind, sondern stattdessen auch egoistische, zerstörerische und unmoralische Impulse und Fähigkeiten enthalten. Die meisten würden sich lieber mit einem blinden Optimismus über die Güte ihrer Natur täuschen und nach Jung damit ein fragmentierter Mensch bleiben.

    Prestige, Status, Reputation. Versteh mich nicht falsch: An diesen Dingen ist absolut nichts verkehrt, aber warum suchst du nach ihnen? Um Validierung von deinem Umfeld zu kommen oder dich selbt besser zu fühlen, dein Selbstbild zu stärken oder glücklich zu sein?

    Das Problem ist, dass man dadurch schnell zum Spielball dieser Personen wird, weil dein ganzes Selbstbild an die Anerkennung dieser Menschen geknüpft es. Was passiert, wenn du keine Anerkennung mehr von ihnen bekommst?

    Verlierst du dann deinen Wert als Mensch? Natürlich nicht. Trotzdem fühlt es sich so an. Das ist in meinen Augen reine Willkür sein Wohlbefinden an den Launen von x-beliebigen Personen abhängig zu machen.

    Von dem Geld das wir nicht haben, kaufen wir Dinge die wir nicht brauchen um Leuten zu imponieren die wir nicht mögen.

    Du willst Selbstzweifel

    Philosophie, Politik, Religion, Geschichte, Psychologie und deine eigene Persönlichkeit. Zu all diesen Themen bildest du dir eine Meinung. Aber aus einer Meinung wird schnell eine Ideologie.

    Ideologien sind oft blind für die Möglichkeit der Veränderung, weil sie einen Absolutheitsanspruch stellen. Mit einer festgefahrenen Meinung werden wir selbst blind für Verbesserungen und verbauen uns damit die Chance zu wachsen.

    Deswegen ist meine Behauptung: Selbstzweifel sind sinnvoll.

    Wenn du Ideen in der Welt hinterfragst, wie kann dann eine so komplexe Sache, wie deine Persönlichkeit davon ausgeschlossen sein.

    "Das menschliche Verständnis, wenn es einmal eine Meinung angenommen hat (entweder als die empfangene Meinung oder als eigene angenehme Meinung) zieht es alles andere heran, um diese zu stützen und damit einverstanden zu sein."- Francis Bacon

    Der so genannte Bestätigungs-Bias ist eine der so genannten kognitiven Verzerrungen und beschreibt unsere Tendenz Dinge, Menschen und Fakten in einer Weise zu suchen und zu interpretieren, die unsere eigenen langjährigen Überzeugungen stützen.

    Interessanterweise fühlt es sich so an, als ob wir einen rationalen Ansatz nutzen, aber in Wirklichkeit testen und bestätigen wir meistens nur, was wir schon glauben, wahr zu sein. Wir neigen dazu, Informationen zu begünstigen, die unsere Sichtweise ergänzen und lehnen Alternativen ab. Wir bemühen uns, solche Beweise zu suchen und ihnen große Bedeutung zu verleihen.

    Der Bestätigungsfehler beeinflusst stark, wie Menschen Informationen sammeln, analysieren und abrufen. Unser Denken wird automatisch selektiv. Wir umgeben uns selbst mit Leuten, die mit unseren Ansichten übereinstimmen.

    Wir müssen uns deshalb bemühen, unsere eigenen Gedanken von Zeit zu Zeit herauszufordern.

    Das erinnert mich an den Phönix. Der Phönix ist, ist ein Fabelwesen, der immer wieder wiedergeboren wird. Doch die Verwandlung kommt mit einem Preis- er muss vorher in Flammen aufgehen, um aus der Asche wiedergeboren zu werden. Jeder will Persönlichkeitsentwicklung, aber die Wenigsten sind bereit dafür symbolisch zu brennen bzw. seine alten Glaubenssätze herausfordern, um sie zu erneuern und daran zu wachsen.

    Phönix carl jung

    Dein Ego ist dein Feind- Ryan Holiday

    Das ist eine sehr ungewöhnliche Sichtweise auf Selbstzweifel, aber vielleicht willst du also auch einmal hinterfragen, wer du bist oder ob das, was du machst deinen Wünschen entspricht.

    Der Kreis schließt sich

    Hinterfragen diogenes

    Vielleicht liege ich aber auch falsch mit all den Gedankengängen, die ich gerade vorgeschlagen habe.Es spielt für dein Leben aber auch keine Rolle, was meine Meinung zu dem Thema ist. Mein Ziel mit dieser Ausführung ist es dich zum Nachdenken anzuregen, was dein primäres Ziel ist, an dem du dein Leben ausrichten möchtest.

    Diogenes war selbstverständlich ein umstrittener Charakter und niemand muss alles glauben, was Diogenes geglaubt hat. Trotzdem kann man von seiner skeptischen und sogar zynischen Art lernen auch seine eigenen Ziele, Wünschen und Glaubenssätze zu hinterfragen.

    Was willst du wirklich? Vielleicht weißt du auch, was du willst: Orientierst du dein Leben auch wirklich daran?

    Hinreichend lang ist das Leben und großzügig bemessen, um Gewaltiges zu vollbringen, würde man es im Ganzen nur richtig investieren. Doch wenn es uns in Genuss und Nichtstun verrinnt, wenn wir es keinem guten Zweck widmen, dann wird uns erst in unserer letzten Not bewusst, dass, was von uns unbemerkt verging, vorbei ist!- Seneca

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.