Die Illusion des Selbst- die schockierendsten Ergebnisse der Neurowissenschaft

Dieser Blogeintrag ist nicht für Philosophen oder Wissenschaftler geschrieben, aber soll dir ein schwieriges und kontraintuitives Thema nahebringen- die Illusion des Selbst. Im Gegensatz zu dem, was die meisten Menschen glauben, hat oder hatte niemand jemals ein Selbst.
Neben der Neurowissenschaft, die den Mythos des Selbst zerschmettert, ist die Illusion des Selbst etwas, was der Buddhismus schon seit Jahrtausenden predigt.

Ich habe lange überlegt, ob ich diese Episode teile, weil es ein sehr schwieriges Thema ist, das den Menschen Angst macht. Deshalb: Achtung! Was folgt, kannst du nie wieder ungehört machen.

Jede Theorie, die Fortschritte macht, ist zunächst anfänglich kontraintuitiv.
-DANIEL C. DENNETT

Laut unserem gegenwärtigen Wissen gibt es kein Ding, keine unteilbare Einheit, das als „Ich“ bezeichnet werden kann, weder im Gehirn noch in irgendeinem metaphysischen Reich jenseits dieser Welt in Form einer Seele.

Also, wenn wir von der bewussten Erfahrung als subjektives Phänomen sprechen, was ist dieses Wesen, das diese Erfahrungen hat?

Das tägliche Erleben des Selbst

Jeden Morgen wachen wir auf und erleben eine Explosion des Bewusstseins – das helle Morgensonnenlicht, der Geruch von Kaffee und für einige von uns die Wärme der Person, die neben uns im Bett liegt. Wir sammeln unsere Gedanken, damit das „Ich“, das bewusst ist, das „Ich“ wird – eine Person mit einer Vergangenheit und einer Zukunft.

Die Erinnerungen an den Vortag kehren zurück. Die Pläne für die unmittelbare Zukunft werden neu formuliert. Der Ruf der Gewohnheit sagt uns, dass es Zeit ist, das Bad zu besuchen und auf dem Weg schauen wir in den Spiegel. Wir nehmen einen Moment Zeit, um zu reflektieren. Wir sehen uns selbst in diesem Spiegel. Das sind wir. Oder ?

In welchem Sinne ist das Selbst eine Illusion?

Die tägliche Erfahrung des Selbst ist so vertraut und doch zeigt die Neurowissenschaft, dass dieser Sinn des Selbst eine Illusion ist.
Für mich ist die Definition einer Illusion eine subjektive Erfahrung, die nicht das ist, was sie zu sein scheint. Illusionen sind Erfahrungen im Verstand, die vom Gehirn erzeugt werden. Die meisten von uns haben eine Erfahrung von sich selbst. Ich gehöre auch dazu.

Aber diese Erfahrung ist eine Illusion – es existiert nicht unabhängig von der Person, die die Erfahrung hat, und es ist sicher nicht, was es scheint. Das heißt nicht, dass die Illusion sinnlos ist. Das Erleben einer Selbst-Illusion kann tiefgreifende funktionelle Vorteile in Bezug auf unser Denken und Handeln haben, aber das bedeutet nicht, dass es als eine Einheit existiert.

Beweise für die Illusion des Selbst

Illusion des Selbst

Ich bin mir bewusst, dass das zunächst wie eine sehr seltsame und gewagte Behauptung klingt. Deshalb ist es hilfreich ein Experiment zu betrachten, das die Natur des Selbst aufzeigt. Im Jahr 1998 führten die Psychiater der Universität von Pittsburgh Matthew Botvinick und Jonathan Cohen ein Experiment durch, in dem gesunde Probanden ein künstliches Körperteil (eine Gummihand) als Teil ihres eigenen Körpers erlebten.

Die Probanden beobachteten eine Gummihand, die auf dem Schreibtisch vor ihnen lag, während ihre Sicht auf ihre eigene „echte“ Hand blockiert war. Die sichtbare Gummihand und die unsichtbare Hand des Subjekts wurden dann synchron gestreichelt.
Nach einer gewissen Zeit erleben die Probanden die Gummihand als ihre eigene, und sie fühlen sich die wiederholten Berührungen in dieser Gummihand.

Was in der Gummi-Hand-Illusion gefühlt wird, wird von Thomas Metzinger, dem Philosoph und Professor für theoretische Philosophie an der Universität Mainz, der sich auf die Philosophie des Geistes, die Wissenschaftstheorie der Neurowissenschaften und die Neuroethik spezialisiert hat, phänomenales Selbstmodell (PSM) genannt- das bewusste Modell des Organismus als Ganzes, das vom Gehirn aktiviert wird.

Abbildung by Litwak illustrations studio, 2004.

Es gibt zahlreiche weitere wissenschaftliche Hinweise für die Illusion des Selbst. Ein Beispiel dafür sind Phantomschmerzen. Selbst Kindern, die ohne Arme und Beine geboren werden, spüren ihre Hände als Teil von ihnen, obwohl sie nie welche hatten. Wenn diese Patienten gebeten werden die „Phantomfinger“ zu bewegen, werden gewisse Areale im Gehirn aktiv: das so genannte Selbstmodell.
Wenn diese Areale dann äußerlich stimuliert werden, entstehen trotzdem Schmerzen in den nicht vorhandenen Fingern.

Was sind die Lehren aus dem Experiment der Gummi-Hand-Illusion?

Was auch immer ein Teil deines PSM ist, ist Teil von dem, was du „Ich“ nennst. Du erlebst es als DEINE Hand, DEIN Gefühl, DEIN Körper oder DEINEN Gedanken, obwohl es einfach nur eine Interpretation deines Gehirns auf die Umweltreize ist.

Die Neurowissenschaft zeigt heute, dass das Selbst nicht nur ein Art Konstrukt ist, sondern auch eine äußerst selektive Art der Darstellung von Informationen, die keine vollständige Repräsentation der Wirklichkeit bildet.
Es ist höchstens ein Bruchteil.

Transient Hypofrantality und die Illusion des Selbst

Der Neurowissenschaftler Newsberg war der erste, der sich dazu entschieden hat, die Gehirne von Nonnen und tibetanischen Mönchen mit einer Technik namens" single photon emission computed tomography"( SPECT) zu untersuchen.

Diese Mönche durchlaufen eine sehr intensive Meditationspraxis und in diesen Momenten fühlen sie etwas wie eine Einheit. Es ist plötzlich nicht mehr das Ich und die anderen oder Ich und die äußere Welt, sondern alles ist eins.
Klingt esoterisch, aber lässt sich empirisch belegen.

Die Scans zeigen, dass es eine enorme Deaktivierung des rechten Parietallappen gibt, der eine große Rolle in Bezug auf das Navigationssystems des Gehirns spielt. Dieser Teil hilft uns Distanzen einzuschätzen und den Raum uns herum.
Um jedoch ein Urteil zu fällen, wie dieser Raum aussieht, muss diese Region ein Urteil fällen, wo unser Körper beginnt und wo der Rest der Welt aufhört.

Da jedoch gewisse Teile des Gehirns inaktiv sind, wird auch die Illusion des Selbst instabil und es wird erkannt, dass es kein getrenntes Selbst gibt.

Ich könnte noch eine Vielzahl von weiteren Experimenten anführen, aber das würde dich auf Dauer langweilen. Am Ende des Beitrags findest du noch eine Liste mit Büchern, die ich zu diesem Thema empfehlen kann und dir noch einen tieferen Einblick bieten können.

Was ist die Illusion des Selbst also?

Das PSM des Menschen ist wahrscheinlich eine der besten und komplexesten Erfindungen der Evolution. Es ist ein effizienter Weg, um einen biologischen Organismus zu erlauben, sich bewusst als Ganzes vorzustellen. So ermöglicht es dem Organismus, mit seiner inneren Welt sowie mit der äußeren Umgebung in einer intelligenten und ganzheitlichen Weise zu interagieren.

Die meisten Tiere sind (wahrscheinlich) zu einem geringeren Grad bewusst und ihr PSM ist nicht das gleiche wie das des Menschen. Wir stellen uns geistig als repräsentative Systeme in einer phänomenologischen Realität dar.

Kurz gesagt: Diese Fähigkeit verwandelt uns in Denker „unserer“ Gedanken. Die Illusion des Selbst ist die Basis für komplexe Gesellschaften und Kultur.

Das „Selbst“ ist kein geheimnisvolles Ding oder ein kleiner Mann im Kopf, sondern der Inhalt eines inneren Bildes bzw. einer Projektion, das wir als Zentrum wahrnehmen und als Ich bezeichnen.

Wir haben also nur eine Perspektive der Welt. Aus diesem Grund nennt Thomas Metzinger dieses Konstrukt den Ego-Tunnel.
Wir sehen keine in unserem Gehirn feuernde Neuronen, sondern nur das, was sie für uns darstellen- ein Modell der Welt.

Aber ich spüre dieses Selbst doch?

Du hast selbstverständlich das Gefühl eines Selbst, aber das ist nur ein vom Gehirn erzeugtes Modell. Es existiert nichts Dauerhaftes, keine Seele oder Ähnliches, was uns jahrelang erzählt wurde. Es ist eher mit einer Art vorübergehende Simulation vergleichbar, die vom Gehirn abhängig ist.

Viele wichtige Schichten des menschlichen Selbstmodells werden von äußeren Faktoren (Umwelt, Kultur etc…) erzeugt, aber auch genetische Faktoren formen maßgeblich unser Selbstbild- Stichwort: Big 5 der Persönlichkeit

Die Illusion des Selbst hängt von gespeicherten Informationen ab, die im Laufe des Lebens erworben wurden und dafür verantwortlich sind, wie wir die Welt interpretieren. Durch soziale Interaktion mit anderen formen wir unser Identitätsgefühl und letztlich unsere Selbstwahrnehmung.

Wir nehmen andere Menschen ebenfalls nicht als Bündel von Prozessen, Emotionen, Geschichten und Erfahrungen wahr, sondern als Individuen. Es ist schneller, ökonomischer und deutlich effizienter andere als Selbst zu behandeln.

Auch wenn du Babys in sehr jungen Jahren betrachtest, fällt dir auf, dass die Erschaffung des Selbst ein Prozess ist. Babys sprechen nicht, aber ihre Augen „entscheiden“ sich trotzdem für eine Richtung, in die sie schauen. Wo ist das Selbst in dieser Entscheidung? Wenn du darüber nachdenkst, machen wir auch einen Großteil unbewusst ohne dass ein Selbst den Befehl dazu gibt.

Es sind die Reize der äußeren Welt, die im Gehirn des Babys um die Aufmerksamkeit der Augenbewegung „konkurrieren“. Es sind Gehirnmechanismen, mit denen sie geboren sind und mit denen sie Informationen von außen suchen und dann eine Aufzeichnung dieser Erfahrungen machen.

Im Verlauf der Gehirnentwicklung, werden komplexe Modelle aufgebaut, um Vorhersagen zu machen. Die Illusion des Ich hat sich nicht plötzlich manifestiert- am zweiten oder dritten Geburtstag.

Unser Selbst ist ein Produkt unseres Verstandes. Warum haben wir die Selbst-Illusion entwickelt? Sie dient einem nützlichen Zweck.
Ohne einen Fokus bedeutet die massive Datenüberflutung in unserem Gehirn, dass wir von der riesigen Menge an Berechnungen überwältigt werden würden.

Träume und die Illusion des Selbst

Die Illusion ist ein Werkzeug, um dein Verhalten zu kontrollieren und zu planen und das Verhalten anderer zu verstehen. Immer wenn der Organismus dieses Werkzeug braucht, aktiviert das Gehirn ein PSM.

Wenn - wie zum Beispiel im traumlosen Tiefschlaf - das Werkzeug nicht mehr benötigt wird, ist es ausgeschaltet.
Das gilt nicht nur für traumlosen Schlaf. Selbst im Traum gibt es kein aktives Selbst, das sich deine Träume ausdenkt, oder? Was ist mit deinen Gedanken? Suchst du dir deine Gedanken aus? Wo kommen sie her?

Du erschaffst deine Gedanken nicht freiwillig- im Gegenteil: Du kannst vermutlich kaum aufhören zu denken. Es gibt kein Selbst, das es verhindern könnte.

Es sind nur Gedanken- wer weiß, ob sie wahr sind oder nicht?

Philosophie und die Illusion des Selbst

Rene Descartes ich denke also bin ich

Viele Philosophen haben sich der Frage nach dem Selbst angenommen, aber da dieser Blogbeitrag sonst den Rahmen sprengen würde, möchte ich nur in aller Kürze aufzeigen, dass einer der berühmtesten Sätze der Philosophiegeschichte nach den heutigen Erkenntnissen falsch ist.

Rene Descartes sagte: "Ich denke also bin ich." ("Cogito ergo sum"). Es deutet darauf hin, dass das Denken und das Bewusstsein des Denkens eine vom Körper ganz getrennte Tätigkeit sei, gab es in seiner Weltsicht eine Trennung des Geistes, das "Denken" (res cogitans) und dem, was nicht mehr als eine Erweiterung ist (darunter der Körper) (res extensa ).
Wie wir jedoch eben festgestellt haben, ist diese These falsch.

David Hume und die Illusion des Selbst

David Hume und die Illusion des Selbst

Doch es gab auch Philosophen, die sehr nahe an das heutige Verständnis des Selbst kommen sollten.

Der Schotte David Hume war 28 Jahre alt, als er 1739 sein »Traktat über die menschliche Natur« veröffentlichte. David Hume hatte die Idee, dass das Selbst ein instabiles Konzept ist. Unser Geist, argumentierte Hume, ist nicht konstant. Stattdessen ist es eine Verschmelzung von Ideen, Gedanken und Emotionen. Um es auszuprobieren, praktizierte Hume tiefe Selbstbeobachtung und suchte nach Beweisen, dass Objekte unabhängig von seinen Emotionen existierten.

Er fand, dass sein Bewusstsein seines Selbst immer in Bezug auf eine Empfindung oder Emotion, wie Kälte, Hitze, Licht, Dunkelheit, Angst, Freude, Liebe und Hass auftauchte.

Hume erkannte, dass er unfähig war, sich auf andere Weise zu erleben. Infolgedessen kam Hume zu dem Schluss, dass es kein Selbst gibt. Die Illusion entsteht aus einer Folge von Erfahrungen und Emotionen, die in unserem Bewusstsein verbunden sind, obwohl sie im Wesentlichen fragmentarisch sind. Die Illusion des Selbst besteht darin, aus diesen flüchtigen Wahrnehmungen ein Identitätssinn zu schaffen.

Die Illusion des Selbst auflösen

Buddha gleichnis pfeil

Welche Konsequenzen hat das für dich, wirst du dich vermutlich fragen. Das kann ich dir nur mit einer Geschichte beantworten.

Dies hat er durch das „Gleichnis vom vergifteten Pfeil veranschaulicht:

„Nimm an, ein Mensch sei von einem vergifteten Pfeil getroffen worden und seine Freunde und Verwandten holten einen tüchtigen Wundarzt, der Verwundete aber sagte: Nicht eher will ich den Pfeil herausziehen lassen, als bis ich weiß, ob der Mensch, der mich verwundet hat, ein Adeliger oder ein Brahmane oder ein Bürger oder ein Diener ist, wie er mit Vor- und Familiennamen heißt, ... ob er einen Bogen oder eine Armbrust benutzt hat, woraus die Bogensehne bestand, ... Dieser Mensch würde sterben, bevor er all dies erfahren hätte.“

Er zeigt das Paradoxe an der Situation auf. Buddha selbst ging es nicht um eine intellektuelle Erklärung der Welt, sondern eher darum das Leiden zu überwinden, das Teil des Selbst ist.

Dem von einem vergifteten Pfeil getroffenen Menschen sollte es zunächst nicht darum gehen, wer der Schütze war, oder von welcher Art der Bogen, sondern sollte sich um seine Rettung kümmern. Deshalb war Buddhas Rat sich auf persönliche Erkenntnis, Achtsamkeit und Meditation zu fokussieren als Theorien über ein Selbst aufzustellen, das nicht existiert. Wichtiger sei es den giftigen Pfeil aus der Brust zu ziehen und sich heilen zu lassen.

Das Problem mit einem solchen Anspruch ist jedoch, dass man die Werkzeuge, um die Illusion des Selbst über Jahre und sogar Jahrzehnte entwickeln muss und diese Fähigkeit nicht ausgeliehen werden kann, damit du es selbst testen
Leider führt das dazu, dass viele Leute dieses zugegebenermaßen aufwendige Projekt nie verfolgen.
Welche Werkzeuge meine ich?

Meditation zur Auflösung der Illusion des Selbst

Ein intellektuelles Verständnis des illusorischen Selbst zu haben, ist gut, aber wie können wir diese Wahrheit in unserem Leben erfahren? Ein Weg ist Meditation.

Im Meditationsprozess erkennst du, dass deine Gedanken und Gefühle nicht die Zügel in der Hand haben, sondern merkst, dass sie von deinem Bewusstsein getrennt sind und so wirst du nicht von ihnen getrieben werden.

Darüber hinaus zeigt die Forschung einen Zusammenhang zwischen Meditation und der Illusion des Selbst. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass unser Verstand etwa 50% unseres Wachlebens wandert. Während dieser Zeit wird eine Region des Gehirns, die als Default-Mode-Netzwork (DMN) bekannt ist, aktiver.

Diese Region ist teilweise verantwortlich für die Tendenz permanent zu denken und zu beurteilen. Im Grunde ist es die Wurzel des Begriffs "Ich", die denkende Identität.

Wenn wir uns aber auf etwas konzentrieren, wie bei der Meditation, schwächen wir die Macht des DMN. Mit anderen Worten: Wir hören auf, "uns" so viele Gedanken über uns selbst zu machen.

Meditation ist ein mächtiges Werkzeug!

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Auch ohne zu wissen, wie man meditiert, haben die meisten Menschen erlebt, wie sie ihre negativen Geisteszustände plötzlich unterbrochen haben. Stell dir zum Beispiel vor, dass jemand dich sehr wütend gemacht hat und während dieser geistige Zustand in vollem Umfang von deinem Verstand Besitz genommen hat, erhältst du einen wichtigen Anruf, der es erfordert, dass du dich von der besten Seite zeigst.

Die meisten Leute wissen, wie es ist, plötzlich ihren negativen Zustand des Verstandes fallen zu lassen und in einem anderen Modus zu funktionieren.
Bemerkst du, dass der plötzliche Wechsel deiner Aufmerksamkeit auf etwas anderes deine aktuelle Emotion verändert? Bemerkst du, wie schnell sich die Wolken verziehen können. Das sind echte Einblicke in die Freiheit. Das ist Bewusstsein.
Die Wahrheit ist jedoch, dass du nicht auf eine angenehme Ablenkung warten musst, um deine Stimmung zu verlagern.

Radikale Akzeptanz der Realität : Die Auflösung deiner inneren Zerrissenheit

ins Glück stolpern

Halt einmal kurz inne und denk darüber nach: Welches Problem habe ich im gerade im Moment - nicht heute, morgen oder 5 Stunden, sondern jetzt? Das Interessante ist, dass Probleme nur selten im Hier und Jetzt sind. Unser Verstand macht sich Gedanken, was das Ganze für unsere Zukunft oder Vergangenheit bedeutet. Es ist die Tyrannei der Geschichten, die wir uns selbst erzählen.

Carl Jung erzählt in einem seiner Bücher von einer Unterhaltung mit einem amerikanischen Indianerhäuptling, der ihn darauf hinwies, dass in seiner Wahrnehmung die meisten Weißen angespannte Gesichter, starre Augen und ein grausames Benehmen haben.

Er sagte: „Sie suchen ständig nach etwas. Wonach suchen sie? Die Weißen wollen immer etwas. Sie sind immer unruhig und rastlos. Wir verstehen nicht, was sie wollen. Wir glauben, dass sie verrückt sind."

Genauso verhalten wir uns doch manchmal. In der Hektik des Alltags suchen wir immer wieder neue Ablenkungen und kurzzeitige Betäubung. So vergessen wir, was wir eigentlich wollen: Momente, in denen wir die Zeit vergessen und so in eine Sache vertieft sind, dass nichts uns ablenken kann. Momente, in denen wir tiefe Erfüllung und tiefes Glück fühlen. Der Verstand erschafft eine Besessenheit von der Zukunft als Flucht vor der unbefriedigenden Gegenwart. Du kannst nicht nämlich beides sein, unglücklich und voll im Jetzt gegenwärtig und dankbar für den Moment.

Die Gegenwart ist weder ein Sklave der Vergangenheit noch ein Mittel zum Zweck für die Zukunft.

Fazit zur Illusion des Selbst

Das Thema Bewusstsein hochgradig komplex und ich fühle mich auch nicht dazu qualifiziert einen vollständigen und perfekten Einblick geben zu können. Dafür wären Tausende Seiten nötig und es gibt noch zu viel, was die Wissenschaft und die Menschheit allgemein nicht über das Thema Bewusstsein weiß.

Doch es gibt kaum Neurowissenschaftler, die die Datenlage kennen und anzweifeln, dass das Selbst eine Konstruktion bzw. Illusion ist.

Du fragst dich: Was mache ich mit der Information nun? Wie soll ich diese Information in mein Weltbild einbauen?

Ich weiß es nicht- bzw. ich habe keine Patentlösung dafür. Trotzdem habe ich eigene Fragen für dich, die dir einen kleinen Leitfaden geben können und einen Rahmen, um selbst darüber nachzudenken:

  • Wie kann dich jemand wütend machen, wenn du kein Selbst hast?
  • Sind deine Probleme, die dein Selbst bedrohen wirklich so groß?
  • Hast du immer noch das Bedürfnis zwanghaft an deinen Meinungen festzuhalten, wenn du nur noch nicht mal ein „Ich“ hast oder noch nicht einmal die Quelle deiner Gedanken bist?
  • Kannst du gerade im Moment von den negativen Emotionen ablassen und die Identifikation mit deinen Gedanken auflösen?
  • Die zwei besten Bücher zur Illusion des Selbst

    1 Comment

    1. […] Annahme, dass der Verstand einfach die Operation des Gehirns war, war eine Idee, die mich mit Gewalt traf; es erschütterte mein naives Verständnis der Welt. […]

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