Der Archipel Gulag- Alexander Solzhenitsyn

Aleksandr Solzhenitsyn entlarvt in seinem Buch „Der Archipel Gulag“ den gesamten Apparat der sowjetischen Unterdrückung – den Staat innerhalb des Staates, der allmächtig regierte. Durch seine eigene Inhaftierung und Verbannung sowie durch Beweise von mehr als 200 Mitgefangenen und sowjetischen Archiven, enthüllt Solzhenitsyn Porträts der Opfer – Männer, Frauen und Kinder, die in den Arbeitslagern (Gulags) und Gefängnissen leiden mussten.

Doch „Der Archipel Gulag“ ist mehr als ein Geschichtsbuch. Das Buch fühlt sich weniger wie eine Geschichtsstunde an und eher wie ein Gespräch mit einem guten Freund, der weiß, wie man eine interessante, wichtige, herzzerreißende und unvergessliche Geschichte zusammenstellt und ausdrückt. Der Archipel Gulag 1918-1956 ist eine grausame Anklage gegen ein Regime, das hier zu einem wahren literarischen Wunder geworden ist.

Solzhenitsyn durchläuft systematisch die Schrecken eines der schwärzesten Kapitel der Weltgeschichte.
Wenn du Sympathie für die Sowjetunion und ihr Gedankengang spürst und dich traust deine eigenen Glaubenssätze zu hinterfragen, lade ich dich ein „Der Archipel Gulag“ zu lesen.

Solschenizyn beschreibt die Lager, Gefängnisse und die schrecklichen Strafzellen, in die die Insassen gedrängt wurden, um gefoltert zu werden. Diese Unglücklichen konnten keine Nachricht von ihren Liebsten erhalten, und ihre Liebsten konnten nichts über sie erfahren. Abgeschnitten von jedem früheren Leben hörten sie auf, nach der Außenwelt zu existieren.

Von jeder Würde und jeder Hoffnung beraubt, kommen einige Insassen endlich zur Annahme, und Solschenizyn beschreibt seine bemerkenswerte Wirkung auf die Seele – ein Gefühl von Ruhe und Frieden. In seinem siebten Gefängnisjahr erlebt Solschenizyn eine Epiphanie. „Rückblickend sah er, dass er sein ganzes Leben weder sich selbst noch sein Streben verstanden hatte. Im Rausch jugendlicher Erfolge habe er sich als unfehlbar empfunden und war deshalb grausam. Allmählich kam er aber zur Erkenntnis, dass die Grenze zwischen Gut und Böse nicht durch Staaten, weder zwischen den Klassen noch zwischen den politischen Parteien verläuft – sondern durch jedes menschliche Herz hindurch.

Um Böses zu tun, muss ein Mensch zuerst glauben, dass das, was er tut, gut ist. Das ist die Gefährlichkeit einer Ideologie.

In unserer gegenwärtigen Zeit des aufstrebenden populistischen Nationalismus sollten wir Solschenizyns Warnung nicht vergessen! Wie er sagt: Ich habe jedoch nicht alle Hoffnung aufgegeben, dass Menschen und Nationen trotz allem aus die Erfahrung anderer Menschen, ohne sie persönlich durchlaufen zu müssen.

Die 5 besten Zitate aus „Der Archipel Gulag“ von Aleksandr Solzhenitsyn

„Es gibt immer diesen Irrglauben, dass es hier nicht das gleiche passieren könnte. Hier sind solche Dinge unmöglich. Alles Böse des zwanzigsten Jahrhunderts ist überall auf der Erde möglich. Dennoch habe ich nicht die Hoffnung aufgegeben, dass die Menschen und Nationen trotzdem von den Erfahrung von anderen Menschen lernen können ohne es persönlich durchzustehen. Wenn es nur so einfach wäre! Wenn irgendwo böse Menschen böse Taten begehen und es nur nötig sei, sie vom Rest von uns zu trennen. Aber die Grenze, die Gutes und Böses teilt, fließt durch das Herz eines jeden Menschen.

― Aleksandr Solzhenitsyn

„Es ist ein universelles Gesetz – Intoleranz ist das erste Zeichen einer unzureichenden Ausbildung. Eine schlecht gebildete Person benimmt sich mit arroganter Ungeduld, während eine wirklich tiefe Erziehung Demut hervorbringt. “

– Aleksandr Solzhenitsyn

„Wenn wir das Böse schweigen und es so tief in uns begraben, dass es an der Oberfläche kein Zeichen dafür gibt, implementieren wir es und es wird sich in Zukunft tausendfach erhöhen.“

-Aleksandr Solzhenitsyn

„Segne das Gefängnis, segne euch dafür in meinem Leben zu sein. Als ich auf dem verrotteten Gefängnisboden lag, erkannte ich, dass der Gegenstand des Lebens nicht der Wohlstand ist, wie wir glauben, sondern die Reife der menschlichen Seele.

– Aleksandr Solzhenitsyn

„Der einfache Schritt eines mutigen Individuums besteht darin, nicht an der Lüge teilzunehmen. Ein Wort der Wahrheit überwiegt die Welt.“

– Aleksandr Solzhenitsyn

14.00
7.3

Lesbarkeit

7.5/10

Potenzial zum Wachstum

6.0/10

Relevanz für dein Leben

7.0/10

Tiefsinnigkeit

6.5/10

WOW-Effekt

9.5/10

1 Comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.