Schnelles Denken, langsames Denken- Kahneman

Schnelles Denken, langsames Denken

Daniel Kahnemans Schnelles Denken, langsames Denken ist in meinen Augen eines der einflussreichsten Werke unserer Zeit. Nicht umsonst wurde er für dieses Werk mit dem Wirtschaftsnobelpreis belohnt und hat einen großen Einfluss darauf, wie unser aktuelles Verständnis des menschlichen Gehirns betrachtet wird.
Daniel Kahneman fasst die jahrzehntelange Forschung des Nobelpreisträgers zusammen und veranschaulicht seinen herausragenden Beitrag zum heutigen Forschungsstand im Bereich der Psychologie und Verhaltensökonomie.

Aber auch für dein persönliches Leben ist das Buch Schnelles Denken, langsames Denken relevant, da es dir verhilft zu verstehen, wie wir Entscheidungen fällen, warum manche Fehlurteile so häufig auftreten und worauf wir bei unserer Entscheidungsprozess in der Zukunft achten sollten.

Wer sollte das Buch Schnelles Denken, langsames Denken lesen?

• Alle, die sich für die Fehleranfälligkeit und Irrationalität unserer Gehirne interessieren
• Jeder, der wissen will, wie wir Urteile fällen und Probleme lösen
• Unternehmer, die weniger dumme Entscheidungen treffen wollen

Wer ist Daniel Kahneman?

Dr. Daniel Kahneman gewann 2002 den Wirtschaftsnobelpreis. Bekannt wurden vor allem seine Arbeiten zu Urteilsheuristiken und kognitiven Verzerrungen. Daniel Kahneman und Amos Tversky legten die Grundlagen der Verhaltensökonomik. Steven Pinker nannte Kahneman den „wichtigsten lebenden Psychologen“.

3 zentrale Erkenntnisse aus Schnelles Denken, langsames Denken

Kahneman unterscheidet zwischen zwei Systemen des Denkens. System 1 ist schnell, intuitiv und emotional und System 2 ist langsamer, reflektierter und logischer. Das schnelle Denken hat einen größeren und durchdringenderen Einfluss durch seine intuitiven Eindrücke auf unsere Gedanken und unser Verhalten. Deshalb sollten wir uns bewusst sein, dass unsere Entscheidungen selbst die von eher emotional als rational sind. Das Zusammenspiel der beiden Systeme bestimmt unsere Denkweise, die Urteile und Entscheidungen die wir fällen und damit auch unser Handeln, Und wer könnte nicht daran interessiert sein das Handeln zu optimieren und weisere Entscheidungen zu treffen.

1. Erkenntnis aus Schnelles Denken, langsames Denken : Unsere Risikobeurteilung ist irrational

Wie wir bestimmte Ideen bewerten und Probleme angehen, hängt stark davon ab, wie sie uns präsentiert werden. Schon kleine Veränderungen der Formulierung können sich auf unsere Bewertung einer Situation auswirken. Besonders deutlich wird dieses Phänomen bei unserer Risikoeinschätzung. Die rationale Vermutung wäre, dass wir alle, sobald die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Risikos bekannt ist, eine rationale und durchkalkulierte Entscheidung in Umgang mit dem Risiko treffen würden. Die Wissenschaft beweist etwas anderes: Unsere Reaktion kann schon durch eine leicht veränderte Darstellung der Wahrscheinlichkeit anders ausfallen.
Beispielsweise schätzen Menschen die Eintrittswahrscheinlichkeit eines seltenen Ereignisses als höher ein, wenn diese Wahrscheinlichkeit als relative Zahl und nicht als statistische Wahrscheinlichkeit angegeben wird. Beim so genannten „Mr. Jones Experiment“ z.B. wurde das psychiatrische Fachpersonal einer Klinik in zwei Gruppen aufgeteilt und dazu befragt, ob es die Entlassung von Mr. Jones aus der psychiatrischen Klinik als sicher erachte.

Während die erste Gruppe die Information erhielt, dass Patienten wie Mr. Jones „mit einer 10-prozentigen Wahrscheinlichkeit eine Gewalttat verüben“. Der zweiten Gruppe wurde indes mitgeteilt, dass „von 100 Patienten wie Mr. Jones erwartungsgemäß 10 gewalttätig werden.“ Im Vergleich zu der ersten Gruppe lehnten die Befragten der zweiten Gruppe die Entlassung doppelt so häufig ab.

Hier ein weiteres Beispiel. Nehmen wir beispielsweise folgende zwei Aussagen: „Dieses Medikament schützt Kinder vor der Krankheit X, aber führt mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,001 Prozent zu ihrer Entstellung.“ Oder: „Ein Kind von 100000 wird nach der Einnahme dieses Medikaments dauerhaft entstellt sein.“ Obwohl beide Sätze dasselbe besagen, erweckt der zweite Satz das mentale Bild eines entstellten Kindes und ist daher wirkungsvoller.

2. Erkenntnis aus Schnelles Denken, langsames Denken : Unser Gehirn ist faul

Emotionen und nicht Rationalität lenken unsere Entscheidungen. Lass es uns an einem Beispiel verdeutlichen. Hier zwei hypothetische Szenarien:

1) Du erhältst 1000 Euro und musst dich dann entscheiden ob du noch einmal 500 € sicher annehmen möchtest oder lieber die 50% Chance haben willst weitere 1000 € zu gewinnen.

2) Du erhältst 2000 € und darfst dann auswählen, ob du einen Verlust von 500 € hinnehmen willst oder ob du ein 50/50 Risiko eingehen möchtest 1000 € zu verlieren.

In beiden Fällen verspricht dir die sichere Option 1500 € und die riskante Variante je nach Ausgang 1000 oder 2000 Euro. Rein rational gesehen würden wir beide in beiden Szenarien die gleiche Wahl treffen.

Dies ist aber nicht der Fall. Im ersten Szeenario entscheiden sich die meisten Menschen für die sichere Wette, während im zweiten Fall die meisten das Glücksspiel eingehen.

Kahneman erklärt es in Schnelles Denken, langsames Denken mit der so genannten Erwartungstheorie. Unser irrationales Verhalten hat drei Gründe

a) Verlustaversion: Wir fürchten Verluste mehr als wir gewinnen schätzen
b) Orientierung am Referenzpunkt.

Die Tatsache dass es in unserem Beispiel bei 1000 bzw 2000 € losgeht, hat einen Einfluss darauf, wie wir unsere Chancen bewerten.

c) Der wahrgenommene Wert muss nicht den objektiven Wert entsprechen

Obwohl der wahrgenommene Wert der Abnahme von 1000 € auf 500 Euro nicht größer ist als die Abnahme von 2000 auf 1500, nehmen wir ihn als intensiver wahr.

3. Erkenntnis aus Schnelles Denken, langsames Denken : Negativity bias

Dein Kunde sagt dir: „Ich war fast vollkommen zufrieden mit dem Produkt.“

Konzentrierst du dich auf das Lob oder das kleine „fast“?

Der negativity bias bezieht sich auf unsere Tendenz, negative Ereignisse im Vergleich zu positiven (mit gleicher Intensität) stärker zu berücksichtigen.
Unsere menschlichen Vorfahren mussten, um ihr Überleben zu sichern besonderen Wert auf lebensdienliche Dinge, wie Unterkunft, Nahrung und Fortpflanzung Acht geben. Was aber noch wichtiger war, war es von den Dingen weg zu kommen, die das Leben bedrohen könnten (Fressfeinde, Unterernährung und Aggression von anderen Menschen).

Diese Dinge haben von einem evolutionären Standpunkt aus gesehen eine höhere Dringlichkeit. Logisch! Wenn du heute keine Nahrung findest, kannst du das morgen nachholen, aber wenn du heute einen Fressfeind unterschätzt, bekommst du morgen keine zweite Chance mehr.

So haben diejenigen, die sich vorsichtiger verhalten haben eher überlebt und haben sich eher reproduziert. Und Voilà: Viele Tausende Generationen später sucht unser Gehirn immer noch eher nach Gefahren um zu überleben anstatt die positiven Aspekte des Lebens zu betrachten.

Der einzige Psychologe, der jemals einen Nobelpreis gewonnen hat ,Daniel Kahneman, fand sogar heraus, dass in intimen Beziehungen die Rate von positiven zu negativen Ereignissen eine Rate von 5:1 haben muss, damit ein negative Ereignis ausgeglichen wird.

Zusammenfassendes Fazit zum Buch Schnelles Denken, langsames Denken

Daniel Kahnemans Schnelles Denken, langsames Denken ist in meinen Augen eines der besten Psychologiebücher der letzten 20 Jahre und rekapituliert die jahrzehntelange Forschung des Nobelpreisträgers und veranschaulicht seinen herausragenden Beitrag zum heutigen Forschungsstand im Bereich der Psychologie.
„Schnelles Denken, langsames Denken“ hat unser aktuelles Verständnis vom menschlichen Gehirn stark geprägt und uns aufgezeigt, dass wir deutlich irrationaler sind als wir zu denken glauben. Dank „Schnelles Denken, langsames Denken“ und der dahinterliegenden Forschung verstehen wir heute, wie wir Entscheidungen fällen, warum manche Fehlurteile so häufig auftreten und worauf wir bei unserer Entscheidungsfindung achten sollten.

Die Kernaussage des Buchs „Schnelles Denken, langsames Denken“ ist, dass unser Denken von zwei Systemen bestimmt wird. Das erste System operiert instinktiv und erfordert wenig Energie. Das zweite System funktioniert auf einer bewussten Ebene und verlangt viel mehr Anstrengung. Um Energie zu sparen, wählt unser Gehirn (sehr vereinfacht gesagt) meist die Abkürzungen, die häufig zu drastischen Fehlentscheidungen führen. Das Ganze ist ein unbewusster Prozess. Daher ist es unglaublich wichtig, dass wir die „schnellen Urteile“ kritisch hinterfragen. Ich bin normalerweise ein sehr schneller Leser, aber im Buch „Schnelles Denken, langsames Denken“ bin ich in fast jedem Kapitel über Erkenntnisse und Ergebnisse gestolpert, die ich mir markieren musste.

An sich bietet „Schnelles Denken, langsames Denken“ einfache Konzepte und Ergebnisse, aber die Auswirkungen sind enorm weitreichend und haben, wie ich mit gutem Gewissen sagen kann, mein intellektuelles Leben bereichert. Vielleicht sorgt „Schnelles Denken, langsames Denken“ auch bei dir dafür, dass du „blinde Flecken“ in deiner Wahrnehmung erkennst, die du vorher nicht zu haben geglaubt hast. Dieses Buch wird dafür sorgen, dass du beginnst anders über Denken nachzudenken.

Schnelles Denken, langsames Denken- Kahneman

26.99
Schnelles Denken, langsames Denken- Kahneman
8.2

Lesbarkeit

6.5 /10

Potenzial zum Wachstum

7.0 /10

Relevanz für dein Leben

8.5 /10

Tiefe

10.0 /10

Interessant?

9.0 /10

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