Selbstbetrachtungen- Mark Aurel

Selbstbetrachtungen mark aurel

In seinen Selbstbetrachtungen philosophiert der römische Kaiser Mark Aurel über grundlegende Fragen wie Leben und Tod, emotionale Meisterung, die Ordnung der Welt und Gerechtigkeit. Dieses Buch war nie für die Öffentlichkeit bestimmt. Die privaten Tagebucheinträge des Kaisers sind bis heute eine grundlegende Lektüre für Philosophen du Privatpersonen, die nach emotionaler Meisterung in schwierigen Zeiten streben.

Wer hat das Buch Selbstbetrachtungen geschrieben?

Mark Aurel oder Marcus Aurelius war seit dem Jahr 161 bis zu seinem Tod der Kaiser des Römischen Reiches. Er liebte die Philosophie. Gerechtigkeit war einer der zentralen Punkte auf seiner Agenda. Dementsprechend setzte er sich z.B. für die Rechte der Frauen und Sklaven ein, was damals mehr als ungewöhnlich für einen Kaiser war.

In einer schwierigen Zeit für das Römische Reich hat der „Philosophenkaiser“ mit stoischer Ruhe und ruhiger Hand regiert. In den Selbstbetrachtungen beschreibt Mark Aurel, wie er persönlich mithilfe der stoischen Philosophie mit den emotionalen Herausforderungen des Lebens und des Kaiser-Seins umgeht.

Für wen ist das Buch Selbstbetrachtungen geeignet

• Menschen, die an stoischem Seelenfrieden interessiert sind
• Philosophieinteressierte
• Menschen, die an emotionaler Meisterung interessiert sind

Mark Aurel Selbstbetrachtungen

1. Erkenntnis aus den Selbstbetrachtungen : Das Problem sind nicht die Umstände, sondern deine Einstellung zu den Umständen

Zu Zeiten Mark Aurels war Schmerz wegen durch den Stand der Technik und der Medizin deutlich präsenter im alltäglichen Leben. Doch in den Selbstbetrachtungen schreibt Mark Aurel, dass der eigentliche Schmerz nicht von den Umständen kommt, sondern von der Bewertung der Umstände.

Es geht aber nicht nur um körperliche Schmerzen. Auch „seelische“ Schmerzen sind ein zentrales Thema in Mark Aurels Selbstbetrachtungen. Der Kaiser war mehr als qualifiziert über diese zu reden. Er verlor sowohl seine Frau als auch die meisten seiner Kinder, bevor sie erwachsen waren.

Er wehrte sich jedoch rigoros dagegen, dass der er ein Sklave seines Schmerzes werden sollte. Jeder Zeit hat man die Möglichkeit zu entscheiden in einer schwierigen Situation zu resignieren oder sich dem Schmerz zu stellen.

Noch mehr als das: Jedes Mal hast du die Wahl in einer per se neutralen Situation deine Bewertung zu vergeben. Ob du dich für den Schmerz entscheidest, ist laut Mark Aurel deine Wahl.

2. Erkenntnis aus den Selbstbetrachtungen : Vorschnelle emotionale Reaktionen trüben unseren Verstand

Ein zentrales Zeichen der stoischen Philosophie dessen Praxis in Mark Aurels Buch Selbstbetrachtungen beschrieben wird, ist der souveräne Umgang mit Emotionen.

Auch bei dem Thema Emotionen versuchen die Stoiker einen klaren Verstand zu behalten und sich nicht von den Emotionen überrumpeln zu lassen. Der Stoiker erkennt, dass der von Emotionen gelenkte Mensch häufig irrationale Entscheidungen trifft.

Daher ist ein zentrales Ziel der stoischen Philosophie Seelenruhe. Dieses zugegebenermaßen etwas altmodische Wort besagt, dass es ein wünschenswertes Ziel selbst in Zeit des äußeren Chaos in sich selbst eine „innere Festung“, die nicht erobert werden kann.

Wünsche und übermäßige Emotionen sind auf diesem Weg eher ein Hindernis, weil sie uns in Richtungen zerren, die wir gegebenenfalls gar nicht einschlagen wollen. Mark Aurel sagt in Selbstbetrachtungen, dass es das Ziel sein sollte dich nicht länger von deinen Emotionen versklaven zu lassen.

3. Erkenntnis aus den Selbstbetrachtungen : Die wichtigste Unterscheidung deines Lebens

Du hast Macht über deinen Verstand – nicht die äußeren Ereignisse. Verstehe dies und du wirst Stärke finden. – Mark Aurel

Die Hauptaufgabe im Leben ist einfach: Die Dinge zu identifizieren und zu trennen, damit ich mir eindeutig sagen kann, welche Dinge im Außen nicht unter meiner Kontrolle sind und welche mit den Entscheidungen zu tun haben, die ich tatsächlich kontrolliere. Wo mache ich dann die Unterscheidung zwischen gut und böse? Nicht in den unkontrollierbaren Ereignissen von Außen , sondern in mir selbst und meinen eigenen Entscheidungen, die alleine mir gehören.

– Epiktet

Die wichtigste Praxis in der stoischen Philosophie unterscheidet zwischen dem, was wir ändern können und was wir nicht ändern können, was wir beeinflussen und was wir nicht beeinflussen können. Wenn die Bahn sich wegen des schlechten Wetters verzögert, kannst weder du noch der Bahnfahrer es durch alle Wut oder alles wünschen dieser Welt verändern.

Wir können beispielsweise nicht das Wetter kontrollieren, aber unsere Reaktion darauf.

Ich freue mich, wenn es regnet, denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.

Der Fokus auf die Dinge, die du kontrollieren kannst

Wenn wir uns darauf konzentrieren können, klar zu machen, welche Teile unseres Tages in unserer Kontrolle stehen und welche Teile es nicht sind, werden wir nicht nur glücklicher , wir werden einen deutlichen Vorteil gegenüber anderen Menschen haben, die nicht erkennen, dass sie eine Schlacht kämpfen, die sie nicht gewinnen können.

Das ist der unglaubliche Wert unser Fragen und unseres Fokus‘. Es ist unsere Entscheidung, wie wir die Dinge bewerten. Das ist unser Feld der Kontrolle. Jede Situation ist von Grund auf neutral. Allein du vergibst die Bewertung.

Die Fokussierung auf das, was in unserer Macht ist, vergrößert und verstärkt unsere Macht. Aber jede Energie, die auf Dinge gerichtet ist, die wir nicht beeinflussen können, ist verschwendet. Um ein Hindernis als Herausforderung zu sehen, um das Beste daraus zu machen, müssen wir nur die verstehen, dass wir eine Wahl haben – eine Wahl, die allein an uns liegt.

Selbstbetrachtungen (Mark Aurel) – ein Fazit

Obwohl Mark Aurel die Selbstbetrachtungen ohne Absicht zur Veröffentlichung verfasst hat, haben sich die Selbstbetrachtungen zu einem der größten Werke der Philosophie und einer zeitlosen Sammlung von Weisheiten einen Platz in der Geschichte gesichert.

Obwohl die römischen Philosophen nicht so bekannt sind oder so häufig gelesen werden, wie die griechischen Philosophen (Platon, Aristoteles und Epikur) haben die Lehren der römischen Philosophen auch in der heutigen Zeit höchste Relevanz.
Diese Denker sind weniger daran abstrakte Theorien zu liefern, sondern vielmehr durch ihr philosophisches Verständnis in der Alltagswelt und in der Praxis besser navigieren und leben zu können.

Das Ziel eines echten Philosophen ist ein guter Mensch von tugendhaftem Charakter, Integrität, innere Stärke und einem ruhigen Geist zu werden. Doch dieses Idealbild fällt uns Menschen nicht in den Schoß, sondern ist ein bescheidenes Streben nach Selbsttransformation.

Die angesprochenen Themen: Selbstdisziplin, Kontrolle über Wünsche und Leidenschaft, Angst vor dem Tod, innere Ruhe(die innere Festung) und ein tugendhaftes Leben, sorgen dafür das die Selbstbetrachtungen von Mark Aurel verdientermaßen die Jahrhunderte überdauert haben.

Selbstbetrachtungen

8.00
8.6

Lesbarkeit

7.5/10

Potenzial zum Wachstum

9.5/10

Relevanz für dein Leben

9.5/10

Tiefsinnigkeit

8.5/10

Interessant?

8.0/10

1 Comment

  1. […] Ehrgeiz bedeutet das Klammern deines Wohlbefindens an das, was andere Leute sagen oder tun. . . Vernunft bedeutet es an deine eigenen Handlungen zu binden. – Marcus Aurelius […]

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