Die Überwindung der Todesfurcht- Ernest Becker

Als Gewinner des Pulitzer-Preis im Jahr 1974 und der Höhepunkt eines Lebenswerks ist „Die Überwindung der Todesfurcht (the denial of death)“ Ernest Beckers brillante und leidenschaftliche Antwort auf das „Warum“ der menschlichen Existenz. Im Gegensatz zur vorherrschenden Schule des Denkens nach Freud, greift Becker das zentrale Problem des Leben auf- die Weigerung des Menschen seine eigene Sterblichkeit zu konfrontieren.

Dabei wirft er ein neues Licht auf die Natur der Menschheit und gibt eine Lebensbejahung, die trotz der existenziellen Angst um den Tod noch seit mehr als 20 Jahre nach seiner Schrift mitschwingt.

Beckers Hauptthese in diesem Buch ist, dass das grundlegende Problem der Menschheit, in seinem Kern die Angst vor dem Tod ist. Als das einzige Tier, das ein Bewusstsein für seine unvermeidliche Sterblichkeit hat, sei es Projekt seines Lebens diese Angst zu leugnen oder zu verdrängen und damit bestehe die Notwendigkeit durch irgendeine Art von Heldentum seinem Leben einen Sinn zu geben. Jede Heldentat, ob gut oder böse, zielt darauf ab den Tod zu überwinden und unsterblich werden.

„Die Überwindung der Todesfurcht (the denial of death)“ ist ein Muss für alle, die interessiert am Verständnis der tiefen Motivationen menschlichen Verhaltens zu sind. Becker argumentiert überzeugend, dass die Angst vor dem Tod ist die primäre Triebkraft im Menschen ist und dadurch Anlass zum Heldentum gibt.

ACHTUNG:
„Die Überwindung der Todesfurcht (the denial of death)“ ist kein Buch für sanfte Gemüter, die sich nicht mit unangenehmen Wahrheiten auseinandersetzen möchten oder Menschen, die sich nicht auf psychoanalytisches Denken einlassen wollen oder können.

Schlüsselpassagen im Buch „“Die Überwindung der Todesfurcht (the denial of death)“

Diese Stelle ist zu wichtig, um sie durch einen Übersetzungsfehler zu zerstören:

What does it mean to be a self conscious animal? The idea is ludicrous, if it is not monstrous. It means to know that one is food for worms. This is the terror: to have emerged from nothing, to have a name, consciousness of self, deep inner feelings, an excruciating inner yearning for life and self-expression – and with all this yet to die. It seems like a hoax, which is why one type of cultural man rebels openly against the idea of God. What kind of deity would create such complex and fancy worm food? Cynical deities, said the Greeks, who use man’s torments for their own amusement.” („Die Überwindung der Todesfurcht (the denial of death)“ , Ernest Becker)

Die Ironie der menschlichen Existenz ist, dass das tiefste Bedürfnis ist, frei von der Angst des Todes und der Vernichtung zu sein, obwohl es das Leben selbst ist, die sie weckt und so müssen wir uns davon zurückziehen voll am Leben zu sein. („Die Überwindung der Todesfurcht (the denial of death)“ , Ernest Becker)

„Es spielt keine Rolle, ob das System des Heldentums magisch, kulturell, religiös, primitiv oder weltlich, wissenschaftlich oder zivilisiert ist. Es ist immer noch ein System des Heldentums, in dem der Mensch versucht sich ein Gefühl des Wertes, eine kosmische Besonderheit, die ultimative Nützlichkeit für die Schaffung von einem unerschütterlichem Sinn zu erlangen. Sie versuchen dieses Gefühl durch die Befestigung eines Ortes in der Natur zu manifestieren- durch ein Gebäude das den menschlichen Wert widerspiegelt: einen Tempel, eine Kathedrale, einen Totempfahl, einen Wolkenkratzer, eine Familie, die sic über drei Generationen erstreckt. Die Hoffnung und der Glaube, dass die Dinge, die der Mensch in der Gesellschaft schafft, von nachhaltigem Wert und Bedeutung sind, dass sie überleben oder den Tod und den Verfall in den Schatten stellen, dass der Mensch und seine Werke zählen. („Die Überwindung der Todesfurcht (the denial of death)“ , Ernest Becker)

Wir wussten immer, dass es etwas Besonderes am Menschen ist- etwas Tiefes das ihn charakterisiert und ihn von den anderen Tieren unterscheidet. Es war etwas in seinem Kern, etwas, das dafür sorgte, dass er sein eigentümliches Schicksal erleiden muss, das es ihm unmöglich macht, zu entkommen. Zeitalter um Zeitalter haben Philosophen den Kern des Menschen als sein „Wesen“ oder seine „Essenz“ adressiert, etwas, das in seiner Natur fixiert ist, eine besondere Qualität oder ein Substanz. Aber nichts wurde jemals gefunden. Die Eigentümlichkeit des Menschen blieb ein Dilemma. Der Grund, warum nie etwas gefunden wurde, war, wie Erich Fromm es ausdrückte, dass es keine Essenz gab, dass die Essenz des Menschen seine ist paradoxe Natur-die Tatsache, dass er halb Tier und halb Symbol ist. („Die Überwindung der Todesfurcht (the denial of death)“ , Ernest Becker)

Die Überwindung der Todesfurcht

12,99
9.2

Lesbarkeit

7.0/10

Potenzial zum Wachstum

10.0/10

Relevanz für dein Leben

10.0/10

Tiefsinnigkeit

9.5/10

WOW-Effekt

9.5/10

1 Comment

  1. […] einen tieferen psychoanalytischen Einblick in das Thema Todesfurcht, kann ich dir Beckers Buch „Die Überwindung der Todesfurcht“ ans Herz […]

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