Das Leiden hört auf, wo die Dankbarkeit beginnt-Ayaan Hirsi Ali

Ayaan Hirsi Ali ist eine der am meisten bewunderten und kontroversesten politischen Persönlichkeiten der Welt.

In einer streng muslimischen Familie aufgewachsen, überlebte Ayaan Hirsi Ali Bürgerkrieg, Verstümmelung, brutale Schläge und das Leben in vier unruhigen, politisch instabilen Ländern, die weitgehend von Despoten regiert wurden. Sie entkam einer Zwangsverheiratung und suchte Asyl in den Niederlanden, wo sie einen Hochschulabschluss in Politikwissenschaften erwarb, ihrer tragisch deprimierten Schwester bei der Anpassung an den Westen half und für die Rechte der muslimischen Frauen und die Reform des Islams kämpfte.

Unter ständiger Bedrohung von radikalen Islamisten muss sie rund um die Uhr von Bodyguards begleitet werden, aber weigert sich verstummen zu lassen. Schließlich erzählt Hirsi Alis Geschichte von einem Triumph über die Widrigkeiten, wie ein kleines Mädchen aus dem unterdrückerischen Gehorsam hervorgeht, um eine Islamkritikerin und Freiheitskämpferin zu werden.

Ayaan Hirsi Ali ist eine tolle Frau mit einer bewegenden Geschichte und einem unglaublich starken Charakter. Es gibt eine Menge, was man von Ayaan Hirsi Ali lernen könnte und zum Zentrum dieses Beitrags machen könnte.

Dennoch will ich mich aus aktuellem Anlass auf die Segen der westlichen Kultur konzentrieren und dir aufzeigen, dass wir extrem dankbar dafür sein können, indem ich einige pointierte Beispiele aus dem Leben von Ayaan Hirsi Ali gebe, die uns zeigen, dass viele Dinge nicht so selbstverständlich sind, wie sie erscheinen.

Gerade in der heutigen Zeit wird die westliche Kultur häufig als Patriarchat bezeichnet, das Minderheiten unterdrückt und bis in den Kern sexistisch, rassistisch und unterdrückerisch ist. Doch, wenn wir die heutige Zeit anschauen und mit der Geschichte der Menschheit vergleichen, ist die einzig angebrachte Reaktion Dankbarkeit.

Eine Metapher, die ein weniger fragmentiertes Bild des Staates liefert, ist das archetypische Bild des Vater Staats, der laut Carl Gustav Jung sowohl ein Symbol der schützenden Kultur ist aber auch gleichzeitig ein tyrannisches und unterdrückendes Element hat.

Diese Darstellung repräsentiert beide Seiten der Medaille. Auf der einen Seite sorgt der Staat dafür, dass die Ordnung gewahrt wird und die menschliche Gesellschaft nicht in anarchisches Chaos verfällt. Auf der anderen Seite beschneidet der Staat zum Teil individuelle Freiheiten zum Schutz und zum Wohl der Allgemeinheit.

Der gütige Vater- der andere Teil des Archetyps nach Carl Gustav Jung– , der die „Kinder“ vor dem Chaos beschützt, Anarchie verhindert und in Form der Gesellschaft bzw. Kultur, die durchaus auch unterdrückerische Funktionen haben, auch Sicherheit und Stabilität liefert.

Ayaan Hirsi Ali: Erfahrungen von Hass & Gewalt

Wo Ayaan Hirsi Ali aufwuchs, war überall Gewalt an der Tagesordnung. Das prägende Thema ihrer Kindheit war Brutalität gegen andere Gruppen und besonders gegen Frauen. Menschen sind in Clans organisiert und Unterschiede zwischen ihnen sind die bestimmenden Prinzipien der Identität.

Bei all den Schrecken von Hirsi Alis Kindheit, von Bürgerkrieg, täglicher Gewalt und den erbärmlichen Zuständen beschreiben die schockierendsten Abschnitte ihrer Autobiographie „Mein Leben, meine Freiheit“ ihrer Genitalverstümmelung und die ihrer Schwester- ein Prozess, dessen Ungeheuerlichkeit kaum auszudrücken ist.

„Wo ich (Ayaan Hirsi Ali) aufwuchs, ist der Tod ein ständiger Besucher. Ein Virus, Bakterien, Parasiten, Dürre und Hungersnot, Soldaten und Folter könnten jederzeit den Tod bringen. (…) Der Tod lockt viele andere dazu, sich das Leben zu nehmen, um einer trostlosen Wirklichkeit zu entkommen. Für viele Frauen kommt der Tod wegen der Wahrnehmung der verlorenen Ehre durch die Hände des Vaters, Bruders oder Ehemannes. (..) Für diejenigen, die in Anarchie und Bürgerkrieg leben, wie im Land meiner Geburt, Somalia, ist der Tod überall. – Ayaan Hirsi Ali

Aber nicht nur die offensichtlichen Schrecken menschlicher Grausamkeit, die auch noch in der heutigen Zeit in anderen Ländern existiert, ist, was uns zum Nachdenken bringt. Auch die Gleichberechtigung der Frau und der Wert des Individuums, ist etwas, das wir als selbstverständlich wahrnehmen, obwohl es bei einem Blick in die Geschichte die absolute Ausnahme ist.

„Die meisten unverheirateten somalischen Mädchen, die schwanger wurden, begingen Selbstmord. Ich kannte ein Mädchen in Mogadischu, das im Wohnzimmer im Beisein aller Familienmitglieder Benzin über sich goß und sich lebendig verbrannte. Wenn sie das nicht getan hätte, hätten ihr Vater und ihre Brüder sie wahrscheinlich ohnehin getötet. „- Ayaan Hirsi Ali

Wegen einer erzwungenen Ehe wurde Ayaan Hirsi Ali nach Deutschland geschickt, um bei einer entfernt-verwandten Familie zu bleiben, während sie auf ein Visum für Kanada wartete, um einen Ehemann heiraten, den sie nicht kannte. Mit zweiundzwanzig Jahren, allein und mit nichts als einem Kleidersack voller Papiere und Kleidern, nahm sie einen Zug nach Holland, um dem trostlosen Leben einer muslimischen Sklavin zu entkommen.

„Es war Freitag, der 24. Juli 1992, als ich in den Zug stieg. Jedes Jahr denke ich daran. Ich sehe es als meinen wirklichen Geburtstag an: die Geburt von mir als Person, die selbst Entscheidungen über mein Leben trifft. „

Ayaan Hirsi Ali ’s Alltägliche Dankbarkeit

Als Ayaan Hirsi Ali nach Holland kam, sagte sie, es gäbe zwei alltägliche Dinge, die sie wirklich erstaunt hatten und wenn wir diese Zeilen lesen, bemerken wir wie viel Glück wir haben einmal eine Außenseiterperspektive zu bekommen.
Hier einige Ausschnitte, die uns einige Dinge, die wir für selbstverstänlich halten, aufzeign, aber für Ayaan Hirsi Ali waren es Symbole der Freiheit.

Ein Taxi bestellen

Als wir frühmorgens auf dem Frankfurter Flughafen landeten, war ich von der Größe des Flughafens erstaunt. Alles um mich herum war aus Glas und Stahl und fertig gebaut, bis auf die letzte kleine Befestigung. Das hat mich beeindruckt: Wo ich herkomme, waren die Flughäfen Chaos, ständig in Bearbeitung, immer halb fertig. Und jeder um mich herum schien so sicher zu sein, wohin sie gingen. Da waren Frauen, die so alt waren wie meine Mutter, sogar meine Großmutter, mit modischen Handtaschen, die Wagen voller passender Koffer schoben. Ich war verloren.

Ich wusste, dass ich nach Düsseldorf fahren sollte, aber mein Ticket sagte München, also wusste ich, dass ich es irgendwie ändern musste. Ich ging herum und navigierte, indem ich Leute um Hilfe bat. Ich habe die Beschilderung nicht einmal bemerkt. Der Flughafen war so groß wie ein Viertel, und alles sah gleich aus: Ich fühlte mich hilflos.

Mein entfernter Onkel Mursal hatte sich bereit erklärt, mich in Deutschland zu betreuen, während ich auf mein Visum wartete. Ich war ihm nie begegnet. „Als ich endlich in Düsseldorf ankam, wechselte ich ein paar Dollar in D-Mark und rief die Nummer an, die Mursal meinem Vater gegeben hatte. Ein anderer Mann ging ans Telefon. Er war Omar, Mursals Mitarbeiter. Er sagte: „Also bist du Hirsi Magans Tochter.

Kannst du eine Adresse aufschreiben und sie dem Taxifahrer geben?“ Ich sagte ja, nahm die Adresse herunter und trat hinaus. Alles war so sauber, es war wie ein Film. Die Straßen, der Bürgersteig, die Menschen – nichts in meinem Leben hatte jemals so ausgesehen, außer vielleicht das Nairobi Hospital.

Es war so modern, dass es steril schien. Die Landschaft sah aus wie Geometrieklasse, wo alles in geraden Linien war und perfekt und präzise sein musste. Diese Gebäude waren Würfel und Dreiecke, und sie gaben mir dasselbe neutrale, fast erschreckende Gefühl. Die Buchstaben auf den Zeichen ähnelten englisch, aber ich konnte sie nicht verstehen. Es fühlte sich an, als würde man versuchen Algebra einen Sinn zu geben.

Meine Großmutter muss sich so gefühlt haben, als sie zum ersten Mal in eine Stadt ging und eine Glühbirne, ein Radio, eine ganze Straße voller Autos sah. Ich fühlte mich fremd. Es gab eine Linie für Taxis; Das Wort war auf Englisch. Aber alle Taxis waren Mercedes. In Nairobi würden solche Taxis nur in Luxushotels anzutreffen sein. Sie waren die luxuriöseste Option, die man sich nur vorstellen konnte, wirklich nur für Ausländer und Minister. Bevor ich in so ein Auto stieg, musste ich den Fahrer fragen, wie viel Geld die Fahrt kosten würde. Er sagte: „Ungefähr zwanzig Mark“, was ich bezahlen konnte. Ich fragte: „Aber wirst du mich in diesem Auto fahren?“ und der Fahrer lachte. Er war nett und sprach Englisch. Ich saß vorne neben ihm und er erzählte mir alles über Düsseldorf und wie gut und freundlich das deutsche Volk war.

Bus fahren

Und auch Busfahren ist doch etwas ganz Normales, oder?

Die Busse waren elegant und sauber. Ihre Türen öffneten sich von selbst. In der Nähe von Zeewolde schien das Land leerer und die Vegetation trockener und das Land war von breiteren Gräben durchzogen. Ich hatte eine große Chance, aber es war entmutigend. Mit zweiundzwanzig Jahren war ich zum ersten Mal allein. (…) Als ich wartete, um in einen anderen Bus umzusteigen, bemerkte ich, dass der Bus genau zur richtigen Zeit kam. 2:37, auf die Minute. So war es auch mit den Bussen in Bonn und diese Pünktlichkeit schien geradezu unheimlich. Wie um alles in der Welt könnte jemand sagen, ein Bus würde genau um 2:37 Uhr ankommen? Haben sie etwa auch geschafft die Regeln der Zeit zu kontrollieren?

Freundliche Polizisten

Und Ayaan Hirsi Ali hatte auch andere Erfahrungen mit Polizeibeamten gemacht:

Die Polizei waren für mich Unterdrücker, Eintreiber von Bestechungsgeldern. Sie waren nie hilfreich. Ich fragte ihn: „Warum hilfst du mir?“ und er lächelte und sagte: „Das sind die Regeln.“ Ich fragte: „Und ist jeder Polizist so?“ und er antwortete: „Ich hoffe es doch.“ Danach war alles möglich. Für mich war die Regierung immer böse gewesen. Sie war korrupt, doppelzüngig und unterdrückerisch. Und hier waren alle diese Leute damit beschäftigt, dir und den Ausländern zu helfen.

Warum die Gegenwart nicht so scheiße ist, wie uns immer erzählt wird

strahlende Zukunft

Ich will dir einen kurzen Einblick in die historische Grundsituation des Menschen geben:

In der Morgendämmerung des angebrochenen Jahrtausends wacht die Menschheit langsam auf, reibt sich die Augen und schlendert im Halbschlaf in Richtung Badezimmer. Sie wäscht ihr Gesicht mit kaltem Wasser, macht sich einen starken Kaffee und geht mental die To-Do-Liste durch.

Tausende von Jahren blieb die Tagesordnung der Menschen gleich. Die gleichen drei Probleme beschäftigten sowohl die Menschen des zwanzigsten Jahrhunderts China, als auch des mittelalterlichen Indiens als auch des antiken Ägyptens. Hungersnot, Krankheit und Krieg waren immer ganz oben auf der Liste. Ob Staat, Religion oder Philosophie: Alle haben einen Sinn in diesen Problemen gesucht.

Niemand kam auf die Idee, dass ein Leben ohne diese Leiden existieren könnt. Doch heute wacht die Menschheit mit einer erstaunlichen Erkenntnis auf. Die meisten Menschen denken nur selten darüber nach, aber in den letzten Jahrzehnten haben wir es geschafft, Hungersnot, Krankheiten und Krieg deutlich besser in den Griff zu bekommen. Natürlich sind diese Probleme nicht vollständig gelöst, aber sie wurden von unkontrollierbaren Schicksalsschlägen der Natur in überschaubare Herausforderungen verwandelt.

Es ist nicht mehr "göttlicher Wille " oder Bestimmung des Schicksals, dass dieses Leid existiert, sondern wir werden langsam Schöpfer unser eigenen Welt und können diese 3 Kräfte, die die Welt solange geplagt hat zum Großteil eindämmen und sogar verhindern.

Zum ersten Mal in der Geschichte sterben mehr Menschen durch Überernährung und Fettleibigkeit als durch Hungersnot. Außerdem starben mehr durch Altersschwäche als durch Infektionskrankheiten; Und mehr Menschen begehen Selbstmord, als von Soldaten, Terroristen und Verbrecher zusammen getötet werden.

Es klingt zwar hart, aber im 21. Jahrhundert ist das Risiko höher sich beim Überfressen bei Burgerking, McDonalds und co. umzubringen als durch Dürre, die Schweinegrippe oder einen Terroranschlag zu sterben.

Natürlich sollten wir daran arbeiten, die Gewalt weiterhin zu vermindern, die natürlich heute auch noch ein Thema ist. Das steht außer Frage. Doch gerade der Rückgang der Gewalt ist eine Bestätigung dafür, dass unsere Bemühungen Früchte tragen.

Hungersnot

Hunger dürre

Lass uns mit der Betrachtung der Hungersnot beginnen, die seit Tausenden von Jahren der schlimmste Feind der Menschheit ist. Bis vor kurzem lebten die meisten Menschen am Rande der biologischen Armutsgrenze. Ein kleiner Fehler oder ein bisschen Pech könnte leicht ein Todesurteil für eine ganze Familie oder ein Dorf sein. Wenn schwere Regenfälle deine Weizenernte zerstört hätten oder ein Räuber deine Ziegenherde gestohlen hätte, hättest du ein riesiges Problem gehabt.

Als schwere Dürren das antike Ägypten oder das mittelalterliche Indien traf, war es nicht ungewöhnlich, dass 5 oder 10 Prozent der Bevölkerung umkamen. Regierungen waren viel zu schwach, um alle Menschen zu retten und zu unterstützen.

Öffne ein beliebiges Geschichtsbuch und du wirst wahrscheinlich auf schreckliche Berichte von verhungerten Populationen stoßen. 1694 beschrieb ein französischer Beamter in der Stadt Beauvais die Auswirkungen der Hungersnot und der steigenden Nahrungsmittelpreise und schrieb, dass die armen Leute sogar Katzen oder das Blut von Kühe und Ochsen tranken.

Wir beschweren uns heutzutage, wenn sich der Nachmittagskuchen wegen einer Verzögerung der Bahn um 10 Minuten verzögert. Skandal !

Wenn es im "Vater unser" heißt: " Unser täglich Brot gib uns heute!", war das wirklich ernst gemeint.

In den meisten Ländern heute ist Überernährung ein weit schlimmeres Problem als Hungersnot geworden. Im achtzehnten Jahrhundert empfahl Marie Antoinette angeblich die verhungernden Massen, dass sie, wenn das Brot ausging einfach Kuchen essen sollten.

Heute folgen die Armen diesem Ratschlag. Während die reichen Bewohner von Beverly Hill Salat und gedünsteten Tofu mit Quinoa essen, wird in den Slums und Ghettos Kuchen, Cheetos, Hamburger und Pizza gegessen. Im Jahr 2014 waren mehr als 2,1 Milliarden Menschen übergewichtig, im Vergleich zu 850 Millionen, die unter Mangelernährung litten. Die Hälfte der Menschheit wird voraussichtlich bis 2030 übergewichtig sein- so die Schätzungen. Im Jahr 2010 haben Hungersnot und Mangelernährung etwa 1 Million Menschen getötet, während Fettleibigkeit 3 Millionen getötet hat.

Krankheit

Virus Krankheit

Neben der Hungersnot war der zweite große Feind der Menschheit Plagen und Infektionskrankheiten. Die geschäftigen Städte, die durch einen unaufhörlichen Strom von Kaufleuten, Beamten und Pilgern gekennzeichnet waren, waren sowohl das Fundament der menschlichen Zivilisation als auch ein idealer Brutplatz für Krankheitserreger.

Der berühmteste Ausbruch, der sogenannte Schwarze Tod (die Pest), begann in den 1330er Jahren, irgendwo in Ost- oder Zentralasien, als das Floh-Bakterium Yersinia-Pestis anfing Menschen zu infizieren. Von dort aus, auf einer Armee von Ratten und Flöhen, die Pest schnell verbreitet in ganz Asien, Europa und Nordafrika, wobei weniger als zwanzig Jahre, um die Ufer des Atlantischen Ozeans zu erreichen. Zwischen 75 Millionen und 200 Millionen Menschen starben - mehr als ein Viertel der Bevölkerung von Eurasien. In England starben vier von zehn Menschen, und die Bevölkerung sank von einer Vorplage hoch von 3,7 Millionen Menschen zu einer Nachplage von 2,2 Millionen. Die Stadt Florenz verlor 50.000 ihrer 100.000 Einwohner.

Die Pest war kein einzigartiges Ereignis, noch einmal die schlimmste Plage in der Geschichte.

Während des letzten Jahrhunderts wurde die Menschheit immer anfälliger für Epidemien, aufgrund einer Kombination von wachsenden Populationen und einem besseren Transport. Eine moderne Metropole wie Tokio oder Kinshasa bietet einen überragenden Brutplatz. Wir hätten also erwartet, in einer epidemiologischen Hölle zu leben, mit einer tödlichen Plage nach der anderen.

afrikanisches kind

Allerdings sind sowohl die Häufigkeit als auch die Auswirkungen von Epidemien in den letzten Jahrzehnten drastisch gesunken. Insbesondere ist die globale Kindersterblichkeit auf einem Allzeittief: Weniger als 5 Prozent der Kinder sterben vor dem Erreichen des Erwachsenenalters. In der entwickelten Welt beträgt die Rate weniger als 1 Prozent. Dieses Wunder ist auf die beispiellosen Errungenschaften der Medizin des 20. Jahrhunderts zurückzuführen, die uns Impfungen, Antibiotika, verbesserte Hygiene und eine viel bessere medizinische Infrastruktur zur Verfügung gestellt haben.

Alle paar Jahre werden wir durch den Ausbruch einer potenziellen neuen Pest, wie SARS 2002/3, Vogelgrippe im Jahr 2005, Schweinegrippe in 2009/10 und Ebola im Jahr 2014 von den Medien beunruhigt. Beispielsweise wurde der Ebola-Ausbruch in Westafrika als "der schwerste öffentliche Gesundheitsnotfall der Moderne gesehen“, was dich ganze Welt in Atem hielt

Im Januar 2016 erklärte die WHO die Ebola-Epidemie offiziell vorbei. Ebola infizierte 30. 000 Menschen und tötete 11.000. Ohne Frage sollten wir weiterhin darin arbeiten, dass die Ausmaße solcher Krankheiten möglichst gering gehalten werden, aber die Ära, als Ärzte nur bei Gott Hilfe suchen konnte und die Medizin hilflos war, ist wahrscheinlich vorbei.

GEWALT UND KRIEG

Gewalt Pinker

Ob du es mir glaubst oder nicht: Die Gewalt ist über lange Zeiträume immer weiter zurückgegangen, sodass wir heute in der friedlichsten Epoche der Menschheit leben dürfen. Ich weiß, dass die meisten Menschen es nicht glauben werden, da wir sehr anfällig für den Glauben sind, dass wir in einer extrem gewalttätigen Zeit leben. Besondere in den Medien ist die Gewalt anscheinend omnipräsent.

Niemand kauft eine Zeitschrift, auf der steht: „Morgen strahlender Sonnenschein“, während eine Zeitung mit der Aufschrift „Sturm über Deutschland- bringen sie ihre Kinder in Sicherheit“ weggeht, wie warme Semmel.

Vollkommen egal, wie klein der Prozentsatz der gewaltsamen Todesfälle ist: In absoluten Zahlen wird es immer genügend davon geben, um die Abendnachrichten zu füllen. Das Problem: Es entsteht ein Eindruck von Gewalt, der in keinerlei Verhältnis zur Wirklichkeit steht. Vielleicht brauchen wir gerade deshalb eine Informationsdiät?

Die neue Bedeutung des Friedens

Friedenstaube

Frieden hat sogar eine komplett neue Bedeutung erlangt. Vorherige Generationen haben Frieden für die vorübergehende Abwesenheit des Krieges gehalten. Wenn die Menschen im Jahre 1913 sagten, dass es zwischen Frankreich und Deutschland Frieden gäbe, meinten sie, dass es derzeit keinen Krieg zwischen Frankreich und Deutschland gibt, aber wer weiß, was im nächsten Jahr bringen wird.

Wenn wir heute sagen, dass es Frieden zwischen Frankreich und Deutschland gibt, meinen wir, dass es unter allen vorhersehbaren Umständen unvorstellbar ist, dass der Krieg zwischen ihnen ausbrechen könnte. Ein solcher Frieden herrscht zum Großteil nicht nur zwischen Frankreich und Deutschland, sondern zwischen den meisten (wenn auch nicht allen) Ländern. Es gibt meist kein Szenario für einen ernsten Krieg, der im nächsten Jahr zwischen Deutschland und Polen, zwischen Indonesien und den Philippinen oder zwischen Brasilien und Uruguay ausbricht.

Hier noch eine interessante Statistik: Im Jahr 2012 starben rund 56 Millionen Menschen auf der ganzen Welt; 620.000 von ihnen starben wegen menschlicher Gewalt (Krieg getötet 120.000 Menschen, und Verbrechen weitere 500.000). Im Gegensatz dazu starben 800.000 durch Selbstmord und 1,5 Millionen starben an Diabetes. Zucker ist jetzt gefährlicher als Schießpulver. (mit einem Augenzwinkern)

Zucker böse

Folgende Kräfte und Bewegungen haben zu diesen Veränderungen geführt:

Vom anarchischen Stamm zur Gesellschaft mit Gesetzen

Anarchie

Der erste große Schritt in Richtung weniger Gewalt ereignete sich vor etwa 5000 Jahren. Damals vollzog sich der Übergang von kleinen, umherziehenden Gruppen hinzu den ersten sesshaften Völkern mit einer offiziellen Führung.

In den nomadenähnlichen Gruppen, in denen unsere Vorfahren vorher gelebt hatten, war Gewalt an der Tagesordnung. Es galt das Recht des Stärkeren und es wurde ohne Skrupel ausgenutzt.

Schätzungen gehen heute davon aus, dass in diesen Gruppen ca. 15% der Menschen eines gewaltsamen Todes sterben – von anderen Gewalttaten und Grausamkeiten ganz abgesehen.

Woher kommt der Rückgang der Gewalt in den neu gegründeten Staaten? Die Führung der jeweiligen Gruppe stellte Regeln und Gesetze, die verboten, dass jeder seine Nachbarn umbringen konnte nur, weil er es gerade wollte.

Auch wenn uns diese Vorstellungen abstoßen, war es nicht immer der Fall, dass wir in riesigen Gruppen zusammenlebten. Es gab auch Zeiten, wo das menschliche Zusammenleben durchaus einer Anarchie ähnelte.

Selbstverständlich ist das Ganze eine sehr vereinfachte Beschreibung und dieser Wandel passierte nicht von heute auf morgen, aber was außer Frage steht, ist, dass das Leben in einer größeren Gesellschaft mit Gesetzen ein großen Beitrag für den Rückgang der Gewalt geleistet hat.

Zivilisation & Handel

Der nächste große Schritt hin zu weniger Gewalt war der bis heute andauernde Prozess der Zivilisierung.
Zum einen wurden in dieser Zeit die Staaten in Europa deutlich größer und stärker, so dass gegenseitige Angriffe mit einem höheren Risiko verbunden waren.

In den Jahrhunderten zuvor war Europa in unzählige kleine Länder und Fürstentümer aufgeteilt, sodass es in Europa 5000 kleine Länder und Staaten gab, die sich permanent bekriegten.

Nach und nach schlossen sich immer mehr größere Gebiete zusammen und wurden von anderen Ländern unterworfen, sodass die Anzahl enorm sank. Da ein Krieg nun enormen Verlust bedeutete, kam es zum ersten Mal zu längeren Friedenszeiten.

Zudem wurde es mit der Zeit immer lukrativer durch Handel Besitztümer anzuhäufen als durch Gewalt. Der Handel förderte den Frieden aus offensichtlichen Gründen: Mehr und mehr Menschen konnten von Handelsgeschäften leben und man hat selbstverständlich lieber lebendige Handelspartner als tote.

Der Aufstieg des Humanismus

Humanismus

Auch wenn es für uns heute selbstverständlich ist, waren die menschlichen Werte bzw. der Humanismus ebenfalls eine entscheide Welle im Rückgang der Gewalt. Im 17. und 18. Jahrhundert entstand mit dem Humanismus eine neue Weltsicht, die das Zusammenleben für immer verändern würde.

Die Grundgedanken des Humanismus, dass jeder Mensch die gleichen Rechte, die gleiche Würde und eine menschliche Behandlung verdiente verbreiteten sich nach und nach wie ein Lauffeuer in der gesamten Welt.

Besonders da der Buchdruck seit dem 16. Jahrhundert existierte, verbreitete sich die Nachricht des Humanismus enorm schnell. Der Buchdruck ermöglichte zudem Texte von anderen Menschen zu lesen, so dass der Bildungsgrad Bevölkerungsgruppe stark anstieg, was auch wieder Auswirkungen auf das positive Zusammenleben hatte.

Zeiten des Friedens & Trennung von Kirche und Staat

Krieg scheint so alt zu sein wie die Menschheit, Frieden aber ist eine moderne Erfindung.
- Henry Maine

Desweitern sind mittlerweile fast alle Länder so stark durch den Handel miteinander vernetzt, dass ein Krieg auch den Ruin der Wirtschaft bedeuten würde.

Außerdem trägt die zunehmende Trennung von Staat und Kirche dazu bei. Wie wir eindrucksvoll im Nahen Osten sehen können, ist Religion für viele Menschen in der Geschichte der Menschheit ein Grund gewesen in den Krieg zu ziehen.

Toleranz

Seit den 60er Jahren lernt unsere Gesellschaft dass jeder ein Recht auf gewaltfreies Leben hat. Der letzte große Schritt hin zu weniger Gewalt bestand darin, dass immer mehr Randgruppen gleiche Rechte zugesprochen werden.

Bei diesem Trend handelt es sich um die Fortsetzung der humanitären Gedanken aus dem 16. Jahrhundert. Grundgedanke des Humanismus ist es, dass alle Menschen Individuen sind die die gleiche Behandlung verdienen.
Daraus folgt, dass es auch egal ist, welches Geschlecht, welche Hautfarbe oder welche sexuelle Orientierung ein Mensch hat. Das ändert nichts an seinen Rechten.

Die Akzeptanz für andere Personengruppen nimmt stetig zu. In den 1960 er Jahren gaben noch 50% der weißen Familien in den USA an, dass sie wegziehen würden, wenn eine schwarze Familie in das Haus neben ihn einziehen würde. In den 80er Jahren dagegen fiel der Prozentsatz in den einstelligen Bereich.

Diese Tendenz hat sich sogar schon auf unseren Umgang mit Tieren ausgedehnt. Vor 100 Jahren wäre es undenkbar gewesen eine Diskussion darüber zu führen, wie viel Quadratmeter eine Legehenne verdient hat- ein erfreulicher Trend.
Terrorismus und Kriege befinden sich also auf dem Rückzug sondern auch die alten Alltag wird immer mehr eingeschränkt mit dem Ergebnis dass wir heute in den friedlichsten Zeiten, die es jemals gab.

Seit dem kalten Krieg

Klingt komisch, aber es ist wahr. Seit dem Ende des Kalten Krieges gibt es weniger Konflikte und Terrorismus als zuvor. Auch Bürgerkriege sind seltener geworden, da mehr und mehr Länder heute zu einer demokratischen Gesellschaftsordnung tendieren, die solche Kämpfe drastisch reduziert.

Natürlich haben wir noch die gewaltsamen und grausamen Konflikte wie z.B. in Ruanda und Jugoslawien im Kopf. Doch auch die Opferzahlen von Genoziden sind glücklicherweise gesunken. Das liegt vor allem in einem Rückgang radikaler Ideologien.

Aber was ist mit Terrorismus? Die Medien sind doch voll davon und es stellt doch momentan eine große Bedrohung dar, oder? Auch wenn die jüngsten Anschläge absolut grausam sind, fordert der Terrorismus heute absolut betrachtet weniger Todesopfer als in früheren Zeiten.

In den 60er und 70er Jahren war Terrorismus allgegenwärtig. Organisationen wie die Black Liberation Army und die Rote Armee Fraktion töteten damals viel mehr Menschen als wir uns es heute vorstellen können.

In den 80er Jahren kamen auf 1 Mio. Einwohner 2 Tote, was sich bis 2009 halbierte. Aber auch seit 2007 gehen terroristische Aktionen in der muslimischen Welt immer weiter zurück.

Wenn dich das Thema der Geschichte der Gewalt interessiert, kann ich dir folgendes Buch ans Herz legen:

Fazit

Positive Zukunft

Hungersnot, Pest und Krieg werden voraussichtlich in den kommenden Jahrzehnten Millionen von Opfern fordern. Dennoch sind sie nicht mehr unvermeidliche Tragödien außerhalb der Kontrolle einer hilflosen Menschheit. Stattdessen sind sie zu bewältigenden Herausforderungen geworden. Das soll nicht das Leiden von Hunderten von Millionen schön reden. Meiner Meinung nach ist das eine der größten Aufgaben unserer Gesellschaft.

Dankbarkeit ist die einzige angebrachte Reaktion

Dennoch ist es beinahe schon absurd, wie glücklich wir uns schätzen können in dieses goldene Zeitalter geboren zu sein.

Die Philosophen der Aufklärung, David Hume und Immanuel Kant waren sich in Bezug auf das Thema Undankbarkeit einig. Hume sagte, dass "von allen Verbrechen, deren menschliche Wesen fähig sind, das abscheulichste und widernatürlichste die Undankbarkeit" sei, während Kant Undankbarkeit als »das Wesen des Bösen« bezeichnete.

Auch William Shakespeare sagte:

Ich hasse Undank mehr an einem Menschen, als Lügen, Hoffart, laute Trunkenheit, als jedes Laster, dessen starkes Gift das schwache Blut bewohnt.

Psychologie der Dankbarkeit

Dankbarkeit beinhaltet eine gewisse Demut – die Erkenntnis, dass wir ohne die Mitwirkung anderer Menschen oder Gegenstände nicht das wären, was wir sind, und nicht das hätten, was wir im Leben haben. Außerdem geht Dankbarkeit mit der Erkenntnis einher, dass viele Taten von anderen Menschen aus Altruismus und selbstlosen Motiven entsteht. Wäre unsere Welt ausschließlich von Grausamkeit und Egoismus geprägt, gäbe es keiner Möglichkeit, Dankbarkeit zu empfinden. Durch unsere Dankbarkeit erkennen wir an, dass es auf dieser Welt Dinge gibt, die uns geschenkt wurden- einfach so.

Niemand ist geeigneter, Dankbarkeit zu empfinden, als der Mensch, der aus dem Königreich der Nacht emporgestiegen ist

- Elie Wiesel, Überlebender des Holocaust, Schriftsteller und Friedensnobelpreisträger.

Elie Wiesel weiß aus eigener Erfahrung, dass es hilfreich ist, seine Einstellung bewusst von den äußeren Umständen zu trennen. Im Alter von 15 Jahren war er in Heimatdorf (in Rumänien) von den Nazis verhaftet und auf einem Viehwagen nach Auschwitz transportiert worden. Er erlebte, was es bedeutet, sich für nichts anderes mehr zu interessieren als für das eigene Überleben in den Zeiten, wo das Leben ausschließlich durch Hunger, Leiden und bittere Kälte geprägt ist.

Irgendwie überstand Wiesel die Grausamkeit des Konzentrationslagers. Vor ein paar Jahren interviewte Oprah Winfrey ihn. Sie fragte ihn, ob er nach diesen dunklen Zeiten überhaupt noch Platz für Dankbarkeit hatte. Seine Antwort :

Doch natürlich. Gleich nach dem Krieg sagte ich anderen Menschen gern: "Danke, dass Sie leben, dass Sie menschlich sind." Und bis zum heutigen Tag ist das Wort, das mir am häufigsten über die Lippen kommt, Danke. Wenn ein Mensch keine Dankbarkeit kennt, fehlt ihm ein wichtiges Stück Menschlichkeit. Eine Person definiert sich fast schon durch ihre Einstellung der Dankbarkeit gegenüber … Für mich bedeutet jede Stunde meines Lebens eine Gnade. Und jedes Mal, wenn ich jemanden treffe und sein Lächeln sehe, empfinde ich eine tief aus dem Herzen kommende Dankbarkeit.

Aber westliche Kultur ist natürlich nur ein tyrannisches Patriarchat, wie wir an der Tatsache erkennen können, dass wir warm und bequem in unseren Häusern sitzen und wir uns nicht in einem in einem Zustand tun des absoluten Chaos gegenseitig in Fetzen reißen, frieren und verhungern. Man muss fast schon geschichtlich ignorant sein, um keinerlei Dankbarkeit zu empfinden. Daran erinnert uns Ayaan Hirsi Ali mit ihrer Geschichte

Wie Ayaan Hirsi Ali sagt:

Ich fühlte mich, als ob ich in eine andere Welt geworfen worden wäre, ruhig und ordentlich, wie in den Romanen, die ich gelesen hatte und in bestimmte Filmen, aber irgendwie hatte ich nie wirklich an sie geglaubt.

Und sie hat nicht Unrecht. Es ist ein Wunder, für das wir blind geworden sind.

Es ist schwierig in der Negativschleife zu bleiben, wenn wir einmal herauszoomen. Die richtige Perspektive lässt unsere Probleme beinahe schon winzig klein erscheinen und sorgt dafür, dass die Negativschleife sich auflöst. Manchmal ist es nämlich eine Art von Myopie oder Ichologie, die dafür sorgt, dass wir uns selbst schaden.

Starker Fokus auf uns selbst sorgt dafür, dass wir glauben, dass wir das Zentrum des Universums sind. Es gibt eine Welt jenseits unserer eigenen persönlichen Erfahrung, die mit Leuten gefüllt sind, die durch viel schlimmere Dinge gegangen sind und trotzdem unglaublich lebensbejahend sind. Wir sind nicht besonders oder einzigartig in dem Sinne, dass nur wir negativen Emotionen ausgesetzt sind.

Was wir von Ayaan Hirsi Ali lernen können

Wir leben an dem einzigen Ort, der uns bekannt ist, an dem Leben entstehen kann. Wenn das kein Grund ist, einmal unserem eigenen Kopf heraus zu kommen und die größere Perspektive zu sehen, weiß ich es nicht. Selbst Carl Sagan, der selbst im Weltraum war und die Erde von oben gesehen hat, sagte:

"Es wurde gesagt, dass die Astronomie eine charakterbildende Erfahrung ist, die uns bescheiden macht. Es gibt vielleicht keine bessere Demonstration der Verrücktheit der menschlichen Einfälle als dieses ferne Bild unserer kleinen Welt. Für mich unterstreicht es unsere Verantwortung, uns freundlicher zu behandeln und den blassblauen Punkt zu bewahren und zu pflegen, das einzige Zuhause, das wir je gesehen haben. "

Wir leben auf dem blassblauen Punkt. Und es ist ein schöner Punkt. Wir müssen uns erinnern, dass die meisten Menschen, die jemals auf der Erde gelebt haben, schon tot sind. Es gibt heute etwa 7 Milliarden Menschen auf der Erde und 115 Milliarden Menschen, die jemals in der Geschichte der Welt gelebt haben. Das bedeutet, dass 108 Milliarden Menschen tot sind. Die meisten Menschen haben bereits ihr Leben gelebt.

Um es noch einmal in ein anderes Verhältnis zu stecken. Vierzehn von fünfzehn Leuten, die jemals gelebt haben, werden nie wieder Zeit mit Freunden oder der Familie verbringen, nie wieder Schokolade essen oder einen Sonnenuntergang oder ein Championsleaguefinale sehen. Vierzehn von allen fünfzehn Menschen werden niemals wieder den Geruch des Nachbar-Grills riechen, die kalte Seite des Kissens an einem heißen Sommertag spüren oder die flackernden Kerzen eines Geburtstags-Kuchens in einer dunklen Küche, die mit Freunde und Familie gefüllt ist, ausblasen .

Zu leben bedeutet, dass du die Lotterie schon gewonnen hast. Und du bist der eine aus den 15, der noch die Chance dazu hat. Diese Perspektive macht es schwierig in der Negativschleife zu bleiben.

Hier ist eine Übung: Gehe auf ein altes Schlachtfeld oder einen Ort von historischer Bedeutung. Schaue dir die Statuen an und du wirst merken, wie viele Generationen schon vor uns hier waren und wie kurz unsere Zeit hier auf der evolutionären Skala ist. In diesen Momenten haben wir ein Gefühl der Unermeßlichkeit der Welt.

Und dann denken wir uns in eine Negativschleife, wenn das W- LAN nicht funktioniert oder uns ein Kollege oder ein Freund kritisiert, wenn wir einen Fehleinkauf machen oder jemand uns "ungerecht" behandelt hat?

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