Benjamin Franklins Persönlichkeitsentwicklungsprogramm- die 13 Tugenden

Die 13 Tugenden: Als Benjamin Franklin ein alter Mann war, enthüllte er sein Geheimnis seines erfüllten und erfolgreichen Lebens. Es war, sagte er, eine Technik, die er in seinen Zwanzigern erfunden hatte, um seine Persönlichkeit zu verbessern.

Die Persönlichkeit, die Franklin zu gestalten begann, stand bereits auf einem starken Fundament. Seit seiner Kindheit war er laut seiner Autobiographie „der Anführer unter den Knaben“.

Obwohl Franklin an der Spitze seiner Klasse stand und anscheinend für Harvard bestimmt war, entschied sein Vater, dass er zu respektlos war, um ein Minister zu werden und schickte den 12-Jährigen bei seinem Bruder James, einem Drucker, in die Lehre.

Glücklicherweise erlaubte die Arbeit in der Druckerei Franklin, seiner Leidenschaft für das Lesen nachzugehen und gab ihm die ultimative Gelegenheit zur Selbstbildung. Beim Studium von Essays aus einer Londoner Zeitschrift lernte er so gut zu schreiben, dass er bald in der Zeitung seines Bruders satirische Stücke veröffentlichte. Er war auch willensstark genug, um seiner Lehre zu entkommen. Im Alter von 17 Jahren zog er mit nur ein paar Münzen in der Tasche nach Philadelphia.

In den nächsten Jahren hatte Franklin eine Fülle an jugendlichen Abenteuern. Aber als er sich im jungen Erwachsenenalter niederließ, fühlte er das Bedürfnis, mehr Verantwortung für sein Leben zu übernehmen. Zu diesem Zweck beschloss er, seine Leidenschaften einzudämmen, einige schlechte Angewohnheiten zu brechen und den moralischen Teil seiner Persönlichkeit aufzubauen, der allgemein als Charakter bezeichnet wird.

Der Ansatz, den Franklin zum Aufbau eines guten Charakters anwandte, begann mit der Identifizierung seiner wesentlichen Eigenschaften. Franklin war sich bereits klar über die Charaktereigenschaften, die ihn interessierten, die er „die moralischen Tugenden“ nannte. Als er jedoch eine Liste von ihnen aufstellte, stieß er auf das terminologische Problem: Die englische Sprache schloss mehr oder weniger Ideen unter demselben Namen ein. In Franklins Fall entschied er der Klarheit wegen seine Tugenden auf 13 zu begrenzen und legte kurze Erklärungen fest:

• Mäßigkeit
• Stille – Sag nichts, außer was anderen oder dir selbst nützen kann- vermeide triviale Konversationen
• Ordnung – Lass alle deine Dinge ihren Platz haben; Lasse jeden Teil deines Unternehmens seine Zeit haben.
• Entschlossenheit
• Sparsamkeit
• Fleiß
• Aufrichtigkeit
• Gerechtigkeit – Falsch niemand, indem du Verletzungen tust oder die Vorteile auslässt, die deine Pflicht sind.
• Moderation – Extreme vermeiden
• Sauberkeit
• Ruhe
• Keuschheit
• Demut/Bescheidenheit – Imitiere Jesus und Sokrates.

Nachdem er seine Liste aufgestellt hatte, begann Franklin sofort methodisch. Er erkannte, dass er diese Tugenden nicht auf einmal erwerben konnte und machte sich daran, sie einzeln zu erwerben. In dem Glauben, dass „der vorherige Erwerb von einigen den Erwerb bestimmter anderer erleichtern könnte“, ordnete er sie in dieser bestimmten Reihenfolge an: „Mäßigkeit zuerst, da sie dazu hilft die Kühle und Klarheit des Geistes hervor zu bringen.“

Was Franklin besonders im Sinn hatte, als er mit dem Fokus auf Mäßigkeit anfing, war, dass er aufhörte in Kneipen zu trinken, was ihn in der Vergangenheit vom Weg abgebracht hatte. Also konzentrierte er sich in der ersten Woche seines Programms auf Mäßigkeit.

Er fuhr dann weiter in der Liste fort und vervollständigte alle 13 in einem Vierteljahr und begann dann wieder von vorne. Tag für Tag hielt er seinen Fortschritt in einem winzigen Buch fest, in dem er durch einen kleinen schwarzen Punkt jeden Fehler, den er bei jeder Verletzung einer Tugend, kennzeichnen konnte.

Er fand diese tägliche Aufzeichnung extrem lohnenswert. Auf der einen Seite war er überrascht, „mehr Fehler zu machen, als er es sich vorgestellt hatte“, auf der anderen Seite freute er sich über »die Genugtuung, sie vermindert zu sehen.« Aber trotz seiner Fortschritte kehrte Franklin von Zeit zu Zeit immer wieder zum Programm zurück und trug seine Liste immer im Alter mit sich herum.
Bei der Beurteilung dieser lebenslangen Praxis kam er zu dem Schluss:

„Obwohl ich nie die Perfektion erreicht hatte, die ich so ehrgeizig versucht hatte zu erreichen, aber weit hinter ihr zurückblieb, war ich durch die Bemühungen ein besserer und glücklicherer Mann als ich gewesen wäre, wenn ich es nicht versucht hätte.“

Franklin hatte gute Gründe, mit den Ergebnissen zufrieden zu sein. Innerhalb eines Jahrzehnts, nachdem er sein Programm zur Selbstoptimierung in Gang gesetzt hatte, baute er ein Druck- und Verlagsgeschäft auf, das ihn reich machen würde. Mit dieser neuen finanziellen Sicherheit konnte er seine Interessen in der Wissenschaft und Staatskunst verfolgen, was zu brillanten Leistungen und weltweitem Ruhm führte.

Aber noch dankbarer als für diese Erfolge war Franklin für „die Ausgeglichenheit seines Temperaments und seine Heiterkeit in sozialen Konversationen„, die er seiner hingebungsvollen Praxis der Tugenden zuschrieb.

Er war so überzeugt vom Wert seines Selbstverbesserungsprogramms, dass er ein Selbsthilfebuch mit dem Titel „Die Kunst der Tugend“ veröffentlichte, um das zu ergänzen, was er bereits in seiner Autobiographie erklärt hatte.

Er glaubte nicht an Gott gegebenes Talent, sondern wurde stattdessen dazu erzogen, dass der wichtigste Teil der Persönlichkeit sein moralischer Aspekt sei, der durch persönliche Anstrengung erworben wird.

Für Franklin bedeutete dies, dass er seinen eigenen Charakter aufbauen konnte, indem er an den Tugenden arbeitete, die am dringendsten zu verbessern schienen. Er glaubte auch, dass ein guter Charakter seine Eintrittskarte für Produktivität und Glückseligkeit sei.

Franklin war nicht allein in diesem Glauben. Im Laufe der Jahrhunderte haben Philosophen und religiöse Führer die Entwicklung eines guten Charakters gefördert. Was Franklin vor allem von seinen Vorgängern unterschied, war seine ausgefeilte praktische Methode zur Selbstverbesserung.

Statt einfach nur Lobeshymnen von Tugenden zu singen, schrieb Franklin eine persönliche To-Do-Liste und einen Schritt-für-Schritt-Plan, um jeweils an einer Tugend zu arbeiten.

Das Ergebnis war ein Persönlichkeitsprogramm war rückblickend scheinbar sehr effektiv. Im Laufe der Jahre zogen Franklins Ideen über den Charakter viele Bewunderer an.

Er hatte auch einige Kritiker, die mit der Liste der moralischen Tugenden nicht übereinstimmten, die er hervorhob. Trotz dieser Meinungsverschiedenheiten teilten die meisten Amerikaner, die im neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhundert lebten, die Ansicht, dass der Charakter der wichtigste Teil der Persönlichkeit sei – und der Teil, der durch bewusste Anstrengung verbessert werden könne.

Was sind persönliche Werte?

Persönliche Werte sind ein wichtiger Anker in dem Leben jedes Menschen. Jede einzelne Entscheidung, die du in deinem Leben triffst, hängt unterbewusst mit deinem Wertesystem zusammen.

Persönliche Werte, wenn sie nicht nur unterbewusst vorherrschen, sondern auch bewusst gelebt werden, haben das Potenzial dein Leben zu revolutionieren und deine tiefsten inneren Wünsche doppelt so schnell zu erreichen.

Persönliche Werte lenken und leiten jede Entscheidung, die wir in unserem Leben treffen und damit unser Schicksal. Diejenigen, die ihre Werte kennen, werden nicht nur Herr über sich selbst, sondern auch Anführer und Vorbilder in der Gesellschaft.

Persönliche Werte offenbare deine wahre innerste Natur und nicht, wer du glaubst sein zu müssen um ins System zu passen. Sie sind dein Kompass- dein wahrer Norden.

Egal an, welche Person du jetzt auch denkst: Buddha, Aristoteles, Seneca, Jesus, Benjamin Franklin, Nietzsche, Walt Disney, Gandhi, Oprah Winfrey usw. Alle hatten mindestens eine Sache gemeinsam! Sie waren sich alle ausnahmslos ihren Werten bewusst und sind für sie gerade gestanden- auch wenn Widerstand von außen kam.

Es ist nicht so, dass Menschen mental stark oder mental schwach geboren wurden, sondern die Menschen, die wir mental stark nennen, haben gelernt ihre Emotionen und Gedanken zu regulieren und auch trotz schwerer Umstände nach ihren Werten zu leben.

Es reicht also nicht immer nur rational zu denken um gute Entscheidungen zu treffen. Weil wir Menschen und keine Roboter sind, müssen unser Herz und unser Verstand zusammen arbeiten um wirklich erfüllt zu leben und auch das zu erreichen, was wir erreichen wollen.

Mentale Stärke heißt also nicht eine harte Schale nach außen zu zeigen und eine starke Rolle vorzuspielen, sondern seine persönlichen Werte und sein wahres Ich auszuleben.

Oder anders formuliert, ist es deine mehr oder weniger bewusste Intention hinter dem, was du jeden Tag tust.

Etwas wert zu schätzen heißt etwas für wichtig zu halten. Dein tiefstes emotionales Verlangen- das sind persönliche Werte.

Durch persönliche Werte schaffen wir es uns Tag für Tag näher an das anzunähern, was sowohl Platon als auch Aristoteles das gute Leben nennen.

Platon: Nicht das Leben ist das höchste Gut, sondern das gute Leben.


Persönliche Werte ≠ Moral und Ethik

Henry David Thoreau

Eher als Liebe, eher als Ruhm, gib mir Wahrheit!

Quelle Wikipedia

Viele Menschen denken, dass es bei den Werten darum geht uns an die Moral der Gesellschaft zu halten und danach zu leben. Keineswegs ! Persönliche Werte sind das, was wir "wertschätzen", was uns wichtig ist und, was uns antreibt. Im Gegensatz zur Moral der Gesellschaft sind persönliche Werte einzigartig für jede Person wie ihr Fingerabdruck.

Persönliche Werte reflektieren das authentische Ich und bestimmen maßgeblich, wie wir uns Tag für Tag verhalten und formen damit unsere Gewohnheiten.

Aristoteles

Wir sind das was wir wiederholt tun. Vorzüglichkeit ist daher keine Handlung, sondern eine Gewohnheit!

Persönliche Werte sind keine Gesetze oder Befehle. Lass dir also von niemandem einreden, wie deine Werte auszusehen haben- erst recht nicht von dir. Ich bin nicht hier um dir meine Werte auf zu zwängen, sondern dir zu helfen deine eigenen zu bestimmen.

Diese sind auch nicht statisch und können sich im Verlauf der Jahre verändern. Es kann durchaus passieren, dass du zu Beginn deines Erwachsenen- Daseins alles auf den Status und die Karriere optimierst, aber sobald du eine Familie hast diese als oberste Priorität setzt.

Sowie sich deine Definition für Erfolg ändert, ändern sich auch persönliche Werte. Es ist also eine lebenslange Aufgabe.

Warum du deine persönlichen Werte kennen musst, um dein authentisches Ich auszuleben

Zeit ist eine der limitierenden Faktoren unseres Lebens. Während wir immer wieder die Möglichkeit haben neues Geld zu verdienen, ist einmal investierte Zeit für immer weg. Wenn wir unsere Hauptzeit mit persönlichen Werten verbringen, die nicht das Feuer der Leidenschaft in uns erwecken, ist der Verlust der Zeit fatal.

Vor allem Seneca spricht von der Vergänglichkeit der Zeit. Auch folgendes Zitat stammt von Seneca:

Wer den Hafen nicht kennt, in den er segeln will, für den ist kein Wind der Richtige!- Seneca

Nicht nur Seneca wusste, dass ein Zielhafen (Werte) essentiell ist, um nicht planlos auf dem Meer herum zu segeln. Auch die Grinsekatze aus Alice im Wunderland wusste das.

Die Unterhaltung siehst du in diesem Video: (01:18-01:33)

"Grinsekatze, würdest du mir bitte sagen, wohin ich gehen soll? ", fragte Alice. Die Katze antwortete: " Das hängt zum Großteil davon ab, wohin du gehen willst!"

Alice: "Das ist mir eigentlich egal! " Die Katze: " Dann spielt es keine Rolle, wohin du gehst!"

Persönliche Werte existieren- egal ob wir uns darüber bewusst sind oder nicht. Das Leben wird jedoch deutlich einfacher, wenn du deine Werte annimmst und deine Lebenspläne danach ausrichtest.

Werte sind ein Booster für deinen Erfolg oder sie bremsen Sie bei der Erreichung Ihrer Ziele. Deshalb ist es extrem wichtig sicherzustellen, dass deine Ziele und deine Werte im Einklang stehen. Nicht nach seinen Werten zu leben kann also eine wirklich große Quelle des Unglücks sein.

Wenn wir keine Möglichkeit haben unsere persönlichen Werte zu messen, können wir diesen Lebensbereich nicht verbessern.

Oft stehen unsere persönlichen Werte, Ziele und Prioritäten aber nicht in Einklang! Das kann man immer am Terminkalender der Menschen erkennen. Viele sagen, dass sie die Familie an die oberste Stelle setzen, aber verbringen dann die doppelte Zeit, die sie mit der Familie verbringen wollten, vor dem Fernsehen oder 70 Stunden im Job.

Glaubst du, dass du unter diesen Umständen zufrieden mit deinem Job sein wirst?

Zeige mir deinen Terminkalender und ich zeige dir deine Prioritäten.

Ungenauigkeiten über Werte sorgen dafür, dass folgende Fragen aufkommen

  • Was will ich eigentlich in meinem Leben?
  • Selbstständig oder Unternehmer?
  • Wie sieht mein perfekter Partner aus?
  • Was ist der Sinn meines Lebens?
  • Soll ich der Tradition folgen oder meinen eigenen Weg gehen?

  • Die Analogie des Baumes- Persönliche Werte bestimmen

    Stell dir das Ganze wie ein Baum vor. Persönliche Werte sind die Wurzeln, die uns daran festhalten, was uns wirklich wichtig ist. Kurz gesagt: Auf dem Boden halten und festigen.

    Die Stärke deiner Wurzeln bestimmt auch die Robustheit des Stammes, der Äste, der Blätter und der Früchte.

    Viele Menschen versuchen dir zu sagen, was richtig und falsch ist und wie du zu handeln hast. Doch darum geht es nicht! Es geht darum, wie du dein Leben leben möchtest. Dafür sind Tugenden als Messmaßstäbe sehr hilfreich. Wie willst du nämlich eine Sache verbessern, die du nicht misst.

    An welchen Tugenden willst du dein Leben messen? Aber sei gewarnt: In dem Moment, in dem du ein Ideal herausstellst, stellst du dir eine unangenehme Aufgabe. Du wirst zu deinem eigenen Richter. Jedes Mal, wenn du vom Weg deiner Tugend abkommst, wirst du Schmerz empfinden, weil du dein eigenes Ideal betrogen hast.

    Die Frage ist also: Wählst du den einfachen, komfortablen Weg oder den anstrengenden aber lohnenswerten Weg.

    In einer Welt, die ständig versucht dich zu etwas anderem zu machen, ist die größte Errungenschaft du selbst zu sein.
    -Ralph Waldo Emerson

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