Was du aus Charles Dickens zeitlosen Weihnachtsgeschichte über Selbsttransformation lernen kannst

Charles Dickens Weihnachtsgeschichten

Charles Dickens verfasste 1843 die zeitlose Weihnachtserzählung mit dem Namen „A Christmas Carol „(deutscher Titel: Eine Weihnachtsgeschichte) mit der Intention die Aufmerksamkeit des Lesers auf die Not der Armen in der Gesellschaft Englands zu lenken und zudem an das Individuum zu appellieren häufiger über die Auswirkungen seiner eigenen Lebensweise zu reflektieren.

Charles Dickens- Eine Weihnachtsgeschichte: Handlung

Ebenezer Scrooge ist ein grausamer, bitterer und geiziger Geschäftsmann und sitzt selbst an einem kalten Weihnachtsabend allein in seinem Kontor. Sein Angestellter, Bob Cratchit, zittert im Vorraum, weil Scrooge sich weigert, Geld für das Heizen auszugeben. Auch Scrooges Neffe Fred besucht seinen Onkel und lädt ihn zu seiner jährlichen Weihnachtsfeier ein. Scrooge reagiert jedoch mit Bitterkeit und Wut auf alle anderen Menschen.

Ein bezeichnender Abschnitt, der seinen Charakter ganz gut beschreibt, ist Folgender:

Oh, er war ein wahrer Blutsauger, dieser Scrooge! Ein gieriger,
zusammenkratzender, festhaltender, geiziger alter Sünder: hart und scharf wie ein Kiesel, aus dem noch kein Stahl einen warmen Funken geschlagen hat, verschlossen und selbstgenügsam und ganz für sich, wie eine Auster.

Die Kälte in seinem Herzen machte seine alten Gesichtszüge starr, seine spitze Nase noch spitzer, sein Gesicht runzlig, seinen Gang steif, seine Augen rot, seine dünnen Lippen blau, und sie klang aus seiner krächzenden Stimme heraus.

(…)

Äußere Hitze und Kälte wirkten wenig auf Scrooge. Keine Wärme konnte ihn wärmen, keine Kälte frösteln machen. Kein Wind war schneidender als er, kein Schneegestöber erbarmungsloser, kein klatschender Regen einer Bitte weniger zugänglich. Schlechtes Wetter konnte ihm nichts anhaben.

(…)

Allein seinen Weg durch die engen Pfade des Lebens zu wandern, jedem menschlichen Gefühl zu sagen: »Bleibe mir fern«; das war es, was Scrooge gefiel.

Doch an Heiligabend wird er vom Geist seines verstorbenen Geschäftspartners Marley besucht, der zu seinen Lebzeiten ebenso geizig war, wie Scrooge.

Mit schlechten Neuigkeiten im Gepäck prophezeit er Scrooge eine Horrorvision für den Fall, dass er sein Leben nicht grundlegend ändere.

Der Geist ist an eine lange, schwere Eisenkette gefesselt. Diese Kette hat er sich mit seiner Hartherzigkeit, seiner Gier und seinem Geiz im Leben selbst geschmiedet. Doch für Scrooge gibt es noch Hoffnung. Es gibt eine Möglichkeit sich zu bessern und seine eigene, jetzt noch unsichtbare Kette abzustreifen. Dazu werden ihn drei Geister aufsuchen.

Charles Dickens- Eine Weihnachtsgeschichte: Der Geist der vergangenen Weihnacht

Um ein Uhr morgens erscheint Scrooge tatsächlich der Geist der vergangenen Weihnacht und nimmt ihn mit auf eine Reise in seine eigene Vergangenheit, wo er sich selbst als einsamen und verlassenen Knaben sieht, weil sein Vater ihm nicht vergeben konnte, dass seine Mutter bei seiner Geburt im Kindbett gestorben war.

Der Geist zeigt ihm keine rosigen Ausschnitte seiner Vergangenheit. Scrooge muss auch der Auflösung seiner Verlobung zusehen, da sein junges Ich dem Geiz verfallen ist und seine Gefühle für seine Verlobte Belle nachgelassen haben.

Diese Rückblicke auf seine Vergangenheit waren kaum zu ertragen:

Charles Dickens schreibt Folgendes:

»Geist«, sagte Scrooge, »zeig mir nichts mehr, führ mich nach Hause. Warum erfreust du dich daran, mich zu quälen?« »Noch einen Schatten«, rief der Geist aus. »Nein«, rief Scrooge. »Nein. Ich mag nichts mehr sehen. Zeig mir nichts mehr.« Aber der erbarmungslose Geist hielt ihn mit beiden Händen fest und zwang ihn, zu betrachten, was als nächstes geschah.

Charles Dickens- Eine Weihnachtsgeschichte: Der Geist der gegenwärtigen Weihnacht

Doch um Schlag zwei Uhr erscheint ihm der zweite angekündigte Besucher, der Geist der gegenwärtigen Weihnacht. Dieser führt Scrooge direkt ins Haus seines Angestellten Bob Cratchit und seiner Familie.

Dort bemerkt Scrooge Cratchits’ jüngsten Sohn Tiny Tim, der sehr schwach ist und auf eine Krücke angewiesen ist. Als er den Geist fragt, ob der arme Junge überleben wird, antwortet dieser, dass der Junge wohl sterben werde, wenn sich die Schatten der Zukunft nicht ändern.

Außerdem konfrontiert er Scrooge mit seinen eigenen leichtfertig ausgesprochenen Worten, dass wenn er schon sterben müsse, es bald tun solle, um die Überbevölkerung zu verringern.

»Geist«, sprach Scrooge mit einer Teilnahme, wie er sie noch nie empfunden hatte, »sag mir, wird Tiny Tim am Leben bleiben?« »Ich sehe einen leeren Stuhl in der Kaminecke«, antwortete der Geist, »und eine Krücke ohne Besitzer, sorgfältig aufbewahrt. Wenn die Zukunft diese
Schatten nicht ändert, wird das Kind sterben.«

»Nein, nein«, drängte Scrooge. »Ach nein, guter Geist, sag, daß es am Leben bleiben wird.« »Wenn die Zukunft diese Schatten nicht verändert«, antwortete der Geist abermals,

»wird kein anderer meines Geschlechtes das Kind noch hier finden.
Was tut es auch? Wenn es sterben muß, ist es besser, es tue es gleich und
vermindere die überflüssige Bevölkerung.«

Scrooge senkte das Haupt, da er seine eigenen Worte von dem Geist hörte, und fühlte sich überwältigt von Reue und Schmerz.

Danach statten sie Scrooges Neffen Fred einen Besuch ab. Der freundliche junge Mann lädt seinen Onkel an jedem Weihnachten ein mit ihm zu Abend zu essen, was dieser jedoch bisher immer abgelehnt hat.

Eine große Überraschung war es für Scrooge sage ich, plötzlich ein herzliches Lachen zu vernehmen. Noch größer war Scrooges Überraschung, als er darin das Lachen seines eigenen Neffen erkannte und sich in einem hellen, behaglich warmen Zimmer wiederfand, während der Geist an seiner Seite stand und mit beifälligem, mildem Lächeln auf diesen Neffen herabblickte.

»Haha!« lachte Scrooges Neffe. »Hahaha!« Wenn jemand durch einen sehr unwahrscheinlichen Zufall einen Menschen weiß, der glücklicher lachen kann als Scrooges Neffe, so kann ich nur sagen, ichmöchte ihn auch kennenlernen. Stellt mich ihm vor, und ich werde mit ihm Freundschaft pflegen.

(…)

Als Scrooges Neffe lachte und sich den Bauch hielt und mit dem Kopf
wackelte und die allermerkwürdigsten Gesichter schnitt, lachte Scrooges Nichte so herzlich wie er. Und die versammelten Freunde, nicht faul, fielen in den Lachchor ein.

»Er sagte, Weihnachten sei dummes Zeug, so wahr ich lebe«, rief Scrooges
Neffe. »Und er glaubt es auch.« »Die Schande ist um so größer für ihn, Fred«, sagte Scrooges Nichte entrüstet.

(…)

»Er ist ein komischer alter Herr«, sagte Scrooges Neffe, »das ist wahr, und
nicht so angenehm, wie er sein könnte. Doch seine Fehler bestrafen nur ihn
selbst, und ich habe keinen Grund, etwas gegen ihn zu sagen.«

»Er muß doch sehr reich sein, Fred«, meinte Scrooges Nichte. »Wenigstens
sagst du es immer.« »Und wenn schon, Liebste!« sprach Scrooges Neffe.
»Sein Reichtum nützt ihm nichts. Er tut nichts Gutes damit. Er macht sich
selbst nicht einmal das Leben damit angenehm.

(…)

»Mir tut er leid; ich könnte nicht böse auf ihn werden, selbst wenn ich’s versuchte. Wer leidet unter seiner bösen Laune? Er selber allein, sonst niemand.

Zuletzt führt der Geist ihn in ein Elendsviertel mit ärmsten Familien, denen es sogar am Nötigsten fehlt. Als Scrooge den Geist fragt, ob es denn keine wohltätigen Einrichtungen gebe, an die diese Menschen sich wenden können, musste er seine eigenen vorherigen Worte hören, ob es denn keine Gefängnisse oder Arbeitshäuser gebe.

Charles Dickens- Eine Weihnachtsgeschichte: Der Geist der zukünftigen Weihnacht

Kurz darauf aber erscheint der Geist der zukünftigen Weihnacht, eine düstere Erscheinung, verborgen von einem schwarzen Kapuzenmantel. Der Geist führt ihn zur Börse, wo einige Geschäftsmänner sich über einen kürzlich verstorbenen Kollegen lustig machen.

Es waren Kaufleute, sehr reich und von großem Ansehen. Er hatte sich immer bestrebt, in ihrer Achtung zu bleiben, das heißt in Geschäftssachen, rein in Geschäftssachen.

»Wie geht’s?« sagte der eine. »Wie geht’s Ihnen?« der andere. »Gut«, erwiderte der erste. »Der alte Knauser ist endlich tot, wissen Sie es schon?« »Ich hörte es«, antwortete der zweite. »Es ist kalt heute, nicht wahr?«
»Wie sich’s zu Weihnachten schickt. Sie sind wohl kein Schlittschuhläufer?« »Nein, nein. Habe an andere Sachen zu denken. Guten Morgen!«

Kein Wort weiter. So trafen sie sich, so trennten sie sich. Scrooge war erst zu staunen geneigt, daß der Geist auf anscheinend so unbedeutende Gespräche ein Gewicht zu legen schien; aber sein Gefühl sagte ihm, daß sie eine verborgene Bedeutung haben müßten, und er zerbrach sich den Kopf, welcher Art diese sein könnte.

Danach führt er den verwirrten Scrooge in das Geschäft eines Lumpenhändlers, der gerade mit einer Frau über den Preis einiger Gegenstände verhandelt, die sie demselben Toten gestohlen hat. Unter den Sachen befinden sich sogar ein Bettvorhang und ein Bettlaken.

Als Scrooge nach einem Beispiel für Mitgefühl beim Tod eines Menschen verlangt, bringt sein schattenhafter Führer ihn erneut zum Haus der Cratchits, die um den verstorbenen Tiny Tim trauern.

Niedergeschlagen fleht Scrooge den Geist ihn nach Hause zu bringen. Stattdessen aber stehen sie plötzlich auf einem Friedhof, wo die Erscheinung verlangt, dass Scrooge sich einen bestimmten Grabstein ansieht.

Es war ein Kirchhof. Hier also lag der Unglückliche unter der Erde, dessen Namen er noch erfahren sollte. Der Ort war seiner würdig. Rings von hohen Häusern umgeben, überwuchert von Unkraut, entsprossen dem Tod, nicht dem
Leben der Vegetation, vollgepfropft von zu vielen Leichen, genährt von übersättigtem Genuß.

Der Geist stand inmitten der Gräber still und deutete auf eins hinab. Scrooge näherte sich ihm bebend. Die Erscheinung war noch ganz so wie früher, aber ihm war es immer, als sähe er eine neue Bedeutung in der düsteren Gestalt.

»Ehe ich mich dem Stein nähere, den du mir zeigst«, sagte Scrooge, »beantworte mir eine Frage. Sind dies die Schatten der Dinge, die sein werden, oder nur deren, die sein können ?«

Immer noch wies der Geist auf das Grab hin, vor dem sie standen. »Die Wege des Menschen tragen ihr Ziel in sich«, murmelte Scrooge. »Aber schlägt er einen andern Weg ein, so ändert sich das Ziel. Sag, ist es so mit dem,
was du mir zeigen wirst?«

Der Geist blieb so unbeweglich wie immer. Scrooge näherte sich schlotternd dem Grabe, und wie er der Richtung des Fingers folgte, las er auf dem Stein seinen eigenen Namen.

EBENEZER SCROOGE

Ist alle Hoffnung verloren?

Er musste erkennen, dass der ungeliebte einsame Tote er selbst war. Scrooge bricht zusammen und gelobt auf seinen Knien sich zu bessern und die Weihnacht in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in seinem Herzen zu bewahren.

»Ich will Weihnachten in meinem Herzen ehren, ich will versuchen, es zu feiern. Ich will in der Vergangenheit, in der Gegenwart und in der Zukunft leben. Die Geister von allen dreien sollen in mir lebendig sein. Ich will ihren Lehren mein Herz nicht verschließen. O sage mir, daß ich die Schrift auf diesem Stein tilgen kann!«

Charles Dickens- Eine Weihnachtsgeschichte: Scrooge als völlig neuer Mensch

Plötzlich befindet Scrooge sich am Morgen des 25. Dezembers wieder in seinem Schlafzimmer, als wäre er nie weg gewesen. Über alle Maßen erleichtert springt er durch das Zimmer, voll guter Vorsätze für sein „neues Leben“.

Scrooge wird seinem Schwur vor den Geistern mehr als gerecht. Zunächst schickt er Bob Cratchit als anonymer Gönner einen riesigen Truthahn als Festtagsbraten und verdoppelt außerdem sein Gehalt und zwei Gentlemen, die Geld für wohltätige Zwecke sammeln und denen er am Tag zuvor noch eine Abfuhr erteilt hat, gibt er nun eine mehr als großzügige Spende.

Scrooge war besser als sein Wort. Er tat nicht nur alles, was er versprochen hatte, sondern noch mehr, und für Tiny Tim, der nicht starb, wurde er ein zweiter Vater.

Er wurde ein so guter Freund und ein so guter Mensch, wie nur die liebe alte City oder jedes andere liebe alte Städtchen oder Dorf in der lieben alten Welt je einen Freund und Menschen gesehen hat. Einige Leute lachten, als
sie ihn so verändert sahen.

Aber er ließ sie lachen und kümmerte sich wenig darum, denn er war klug genug, zu wissen, daß nichts Gutes in dieser Welt geschehen kann, worüber nicht von vornherein einige Leute lachen müssen: und da er wußte, daß solche Leute doch blind bleiben würden.

So dachte er bei sich, es wäre besser, sie legten ihre Gesichter durch Lachen in Falten, als daß sie es auf weniger anziehende Weise täten. Sein eigenes Herz lachte, und damit war er vollauf zufrieden.

Er hatte keinen ferneren Verkehr mit Geistern, sondern lebte von jetzt an nach dem Grundsatz gänzlicher Enthaltsamkeit; und immer sagte man von ihm, er wisse Weihnachten recht zu feiern, wenn es überhaupt ein Mensch wisse. Möge dies auch in Wahrheit von uns allen gesagt werden können.

Charles Dickens- Eine Weihnachtsgeschichte: Die Lehre

„Die Wege der Menschen deuten ein bestimmtes Ende voraus, auf das sie hinführen, wenn man auf ihnen beharrt. Aber wenn man von den Wegen abweicht, ändert sich auch das Ende“.

Genau das ist die zentrale Nachricht der Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens! Du allein bist der Schöpfer deines Schicksals. Dementsprechend liegt auch die Verantwortung dein Leben zu gestalten in deiner Hand.

Aber dir muss kein Geist erscheinen, um regelmäßig zu reflektieren, was deine Vision für die Zukunft ist, welche persönlichen Eigenschaften du ausleben möchtest und wie du den Menschen in Erinnerung bleiben möchtest.

Wie die Nachricht, die Charles Dickens mit seiner Weihnachtsgeschichte vermitteln möchte, besagt, wird sich auch das Ende ändern, wenn du dich heute entscheidest einen anderen Weg zu gehen.

Charles Dickens Lehre in der Anwendung

Jaak Panksepp hat eine Reihe von extrem interessanten Studien im Bereich der Neurowissenschaft gemacht. Neben der Tatsache, dass er rausgefunden hat, das Ratten lachen können und kitzlig sind, konnte er auch in Tieren nachweisen, wie sie maximale Motivation entwickeln.

Panksepp konnte die Motivation der Tiere auf wissenschaftlichem Wege messen. Stell dir also vor, du hast eine Ratte, die Futter am anderen Ende des Korridors wittert. Dadurch, dass ein kleiner Faden bzw. eine Kordel um den Schwanz gewickelt ist, kannst du die Kraft messen, wie stark die Ratte daran zieht und sich bemüht in Richtung des Futters zu kommen.

Nun stelle dir die Motivationskraft einer hungernden Ratte vor, die versucht zum Futter zu gelangen. Wie du dir vorstellen kannst, wird die Ratte mit mehr Kraft ziehen.

Wenn jedoch noch zusätzlich den Geruch einer Katze hinzugefügt wird, dann wird es für jeden offensichtlich sein, dass die Ratte versucht wegzulaufen. Nun ziehen die verschiedenen Motivationssysteme die Ratte sowohl hin zum Essen als auch weg vom Katzengeruch. Die Kombination dieser Systeme ist unglaublich stark.

Vermutlich wirst du dich fragen: Wie soll mir das nun helfen?

Maximale Motivation- Ziele und Angst

Dieses Wissen kannst du im gleichen Maß für dich nutzen. Um maximale Motivation zu erlangen brauchst du also ein lohnenswertes Ziel, das dich nach vorne zieht, aber gleichzeitig auch etwas vor dem du flüchtest- ein Szenario in deinem Kopf, das du unbedingt vermeiden möchtest und das dir vielleicht sogar ein bisschen Angst einjagt.

Die angesprochene Ratte beispielsweise schreit (unabhängig davon, ob sie jemals eine Katze gesehen hat) wegen dem Katzenduft ca. 24 Stunden am Stück. Das wären ca. 3 Monate auf ein Menschenleben gerechnet. Es wäre eine Untertreibung zu sagen, dass Ratten keinen Katzengeruch mögen.

Die Wichtigkeit der Angstkomponente ist nicht zu unterschätzen, wenn es um maximale Motivation geht. Denn obwohl du ein lohnenswertes Ziel hast, das dich nach vorne zieht, ist es wahrscheinlich, dass du besonders vor den ungewissen Aufgaben und Zielen Angst hast und deshalb zurückschreckst.

Das Versprechen einer besseren Zukunft zieht dich zwar vorwärts, aber die Angst hemmt dich. Deshalb ist eine „negative Motivation“ (ein Szenario, das eintreten könnte, wenn du alles den Bach runtergehen lässt) eine machtvolle Waffe in der Hinterhand.

Dies ist einer der Vorteile, ein autonomer Erwachsener zu sein. Du hast nicht immer die Möglichkeit das Beste zu wählen, was du bekommen kannst, sondern manchmal musst du das schwächere Gift aus zwei verschiedenen Übeln wählen. Für welches Ziel bist du also bereit in gewisser Weise Schmerzen zu empfinden, indem du die Belohnung aufschiebst.

Manchmal ist die Reue etwas nicht getan zu haben nämlich deutlich Das sagt Amazon Gründer Jeff Bezos über Reue (Siehe Video).

Niemand will irgendwann in die Vergangenheit schauen und sagen: "Hätte ich doch ..."

Ein Szenario, das du unbedingt vermeiden möchtest, hat die Möglichkeit, ebenso wie Geister aus Charles Dickens Weihnachtsgeschichte, dich zu transformieren und dich zur Reflexion über dein Leben anzuregen.

Wie du das Ganze in eine Strategie verwandelst, erfährst du hier:

Wie du maximale innere Motivation gewinnst und eine Strategie verwandelst

Nietzsches Gedankenexperiment

Friedrich Nietzsche ist in seinem Leben damals auf ein Gedankenexperiment gestoßen, das seine Weltsicht für immer verändern sollte. Was wäre, wenn du dein Leben exakt in dieser Weise wieder und wieder und wieder erleben müsstest- mit allen Höhen und Tiefen?

Wie, wenn dir eines Tages oder Nachts ein Dämon in deine einsamste Einsamkeit nachschliche und dir sagte: 'Dieses Leben, wie du es jetzt lebst und gelebt hast, wirst du noch einmal und noch unzählige Mal erleben müssen; und es wird nichts Neues daran sein, sondern jeder Schmerz und jede Lust und jeder Gedanke und Seufzer und alles unsäglich Kleine und Große deines Lebens muss dir wiederkommen, und alles in derselben Reihe und Folge -- und ebenso diese Spinne und dieses Mondlicht zwischen den Bäumen, und ebenso dieser Augenblick und ich selber. Die ewige Sanduhr des Daseins wird immer wieder umgedreht -- und du mit ihr, Stäubchen vom Staube!' -- Würdest du dich nicht niederwerfen und mit den Zähnen knirschen und den Dämon verfluchen, der so redete? Oder hast du einmal einen ungeheuren Augenblick erlebt, wo du ihm antworten würdest: 'du bist ein Gott, und nie hörte ich Göttlicheres!' Wenn jener Gedanke über dich Gewalt bekäme, er würde dich, wie du bist, verwandeln und vielleicht zermalmen; die Frage bei allem und jedem: 'willst du dies noch einmal und noch unzählige Male?' würde als das größte Schwergewicht auf deinem Handeln liegen!- Nietzsche, Friedrich: Die fröhliche Wissenschaft

Es geht nicht darum ein Argument für die Wiedergeburt zu geben, sondern dich zum Nachdenken anzuregen: Wie müsste dein Leben aussehen, dass du immer und immer wieder mit gutem Gewissen dasselbe Leben leben könntest- ohne Reue, ohne Bedauern und trotz des unvermeidlichen Schmerzes.

Auch dieses Gedankenexperiment von Nietzsche erinnert an die Geister aus Charles Dickens Weihnachtsgeschichte. Manchmal braucht es drastische neue Denkweisen um wahre Selbsttransformation einzuleiten.

„Die Wege der Menschen deuten ein bestimmtes Ende voraus, auf das sie hinführen, wenn man auf ihnen beharrt. Aber wenn man von den Wegen abweicht, ändert sich auch das Ende“- Charles Dickens

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