Warum das Klammern an positive Emotionen und Hedonismus zwangsläufig scheitern muss und dich leiden lässt

Sinn statt Hedonismus

Hedonismus oder Sinn?

Was hättest du lieber: ein glückliches Leben oder ein sinnerfülltes Leben?

Natürlich ist beides möglich aber die meisten von uns, bewusst oder nicht, wählen das Streben nach Glück über das Streben nach Sinn. Wenn du wie 45 Prozent der Amerikaner bist, setzt du Neujahrsvorsätze mit dem Ziel ein glücklicheres Leben zu führen.

Einer der beliebtesten Neujahrsvorsätze ist es, „das Leben in vollen Zügen zu genießen.“ In Umfragen listen die meisten Menschen Glück als ihren höchsten Wert auf, und Selbsthilfebücher und Lebensberater sind heutzutage Teil einer milliardenschweren Industrie.

Während dieses Streben nach Glück für viele in der heutigen Zeit eine Art Obsession ist, haben nur wenige viel Erfolg. Stattdessen ist es üblich, sein Leben in Niedergeschlagenheit zu verbringen, die entweder von kleineren Sorgen geplagt wird oder in tieferem Leid und Verzweiflung steckt.

Diese moderne Sicht des Glücks ist etwas Einzigartiges. Die antiken griechischen Tragiker zum Beispiel hielten das Leiden für allgegenwärtig und unausweichlich – nicht in unserer Macht zu überwinden. Ebenso die Buddhisten.

Während sich der Lebensstandard in der westlichen Welt stark verbessert hat und viele der Leiden beseitigt wurden, die durch Armut, Krankheit und hohe Sterblichkeitsraten verursacht wurden, die die antike Welt betrafen, ist die Tatsache, dass das moderne Individuum in einer ähnlichen Position des Leidens bleibt. Selbst inmitten äußerer Bequemlichkeiten bleibt das Leiden, und das Glück erscheint viel zu oft unerreichbar.

Eudaimonia vs. Hedonismus

Seit mindestens dem letzten Jahrzehnt hat sich die Glückseligkeit aufgebaut. Allein in den letzten drei Monaten wurden über 1.000 Bücher über Glück auf Amazon veröffentlicht, darunter Happy Money, Happy-People-Pills for all und, für diejenigen, die gerade angefangen haben, Happiness for Beginners.

Hedonismus 101

Die Ansicht, dass Glück Freude ist – Hedonismus (nach dem Griechischen Wort hêdonê, Vergnügen) – ist einer der am häufigsten akzeptierten Definitionen von dem, was Glück ist.

Im übertragenen Sinne opfert der Hedonist eine gute Zukunft für kurzzeitige Freude und kurzzeitige Befriedigung. Der Typ von Mensch, der sich dem Hedonismus verschrieben hat, tut alles um Vergnügen zu empfinden und Schmerz zu vermeiden. Es geht um puren Fokus auf kurzzeitige Freude und Verlangen, sodass alle potentiellen negativen Konsequenzen in der Zukunft missachtet werden.

Der Glaubenssatz, der dahinter steht, ist, dass durch die Vermeidung von negativen Emotionen ein konstanter Fluss von Glück und Vergnügen entsteht.

Hedonisten glauben, dass sie Glück erhalten, indem sie ausschließlich Dinge machen, die ihnen Spaß machen und von spaßiger Aktivität zu spaßiger Aktivität springen ohne die Zukunft oder den tieferen Sinn dahinter zu suchen. Mehr besitzen, mehr konsumieren, mehr kaufen, mehr Exzess, mehr Betäubung der negativen Gefühle.

Seneca zum Hedonismus

Besonders muß ich aber auch jene nennen, die nur für Suff und Sex etwas übrig haben. Sie lassen sich nämlich von den schändlichsten Trieben beherrschen. Denn wenn die anderen auch von den trügerischen Vorspiegelungen ihres Ehrgeizes nicht loskommen, befinden sie sich doch in einem schönen Wahn.- Seneca

Bildquelle: http://partiallyexaminedlife.com

Bequemlichkeit und positive Gefühle und Vergnügen sind toll und wir wollen und sollen sie alle in unserem Leben haben. Doch es ist ein Wert, den man nicht an absolut oberste Stelle stellen sollte. Frag jeden Drogensüchtigen, was die Jagd nach kurzzeitigem Vergnügen macht. Frag Menschen, die kurzzeitiges Vergnügen erlangt haben, in dem sie so viel Zucker und Fett gegessen haben, dass sie fast platzen. Hat Vergnügen ihnen geholfen ihre Probleme zu lösen?

Auch die Wissenschaft dahinter ist eindeutig: Menschen, die ihre Energie auf oberflächliches Vergnügen richten, sind anfälliger für Depression, Panik und emotionale Instabilität, falls ihnen das Vergnügen entzogen wird. Gerade weil Vergnügen die oberflächlichste Form von Genugtuung im Leben ist, ist sie auch am leichtesten zu verlieren.

Glück im Sinne von guten Gefühlen und der Anzahl der positiven Emotionen, welches ohne Sinn und Bedeutung besteht, charakterisiert ein relativ oberflächliches, selbstbezogenes oder selbstsüchtiges Leben, in dem Dinge gut laufen, Bedürfnisse und Wünsche leicht befriedigt werden.

Doch diese Definition des Glückbegriffs ist eine sehr beschränkte Sicht auf ein komplexes Thema. In der Geschichte des Glücks gab es einen anderen Begriff, der in diesem Kontext unbedingt genannt werden muss: eudaimonia

Eine Geschichte über das Scheitern des Hedonismus

Vor ungefähr 2500 Jahren wurde am Fuße des Himalayagebirges (im heutigen Nepal) ein Prinz geboren.

Die Eltern beschlossen ihn innerhalb des Palastes in einer künstlichen – perfekten – Welt groß zu ziehen. Dem Prinz sollte jeder Wunsch von den Lippen abgelesen werden und er sollte nie einen Moment des Leidens spüren. Sein Vater, der König, baute hohe Mauern, um den Prinzen von der Außenwelt fern zu halten.

Die gesamte Kindheit dieses Prinzen verlief nach diesem Muster. Trotzdem wurde der Prinz nicht glücklich und fühlte eine innere Leere. Jede Erfahrung fühlte sich blass und wertlos an. Egal, was sein Vater ihm gab: Er konnte nie einen Wert daraus ziehen. Nichts schien von Bedeutung zu sein und nichts war „genug“.

Dies hielt bis zu seinem Erwachsenenalter an, bis er bei heimlichen Ausflügen, die Schattenseiten des Lebens kennen lernte. An drei aufeinander folgenden Tagen sah er einen schwer kranken Menschen, einen alten Menschen und einen Toten. Er verstand plötzlich, dass weltliche Freuden, Schönheit, Kraft und Jugend vergänglich waren.

Als er in den Palast zurückkehrte, fand er sich in einer Existenzkrise wieder. Er beschuldigte sogar seinen Vater, der ihm nur Gutes tun wollte, dass er diese Seite des Lebens vor ihm versteckt gehalten hatte. So entschied er sich aus der sicheren Heimat zu flüchten.

Askese

Er beschloss, seine adlige Herkunft hinter sich zu verlassen.

Sechs Jahre lang widmete er sich der Askese. Nachdem er als Prinz alle Freuden des Körpers und der Sinne erfahren hatte, glaubte er jetzt, seine Emotionen allgemein – besonders die positiven Emotionen – seien das Problem und ihre Unterdrückung führe zu mehr geistiger Klarheit.

So hungerte er sich fast zu Tode – nur um später zu erkennen, dass Askese nicht nur den Körper, sondern auch seinen Geist schwächte und ihn seinem Ziel nicht näher brachte. Diese Erfahrung war ein weiterer Wendepunkt in seinem Leben – seine Abkehr von den Extremen.

Vollkommen verwirrt setzte er sich in die Nähe eines Flusses unter einen Baum und bemerkte, dass weder Reichtümer noch Leid ihm Erfüllung brachten, wenn er sie ohne Sinn verfolgte. Laut der Legende saß er insgesamt 49 Tage unter dem Baum. Man kann sich natürlich über die empirische Wahrheit der Geschichte streiten, aber das soll jetzt nicht Gegenstand dieses Blogartikels sein.

Die Lehre der Geschichte

buddha geschichte

Der Name des Prinzens war übrigens Siddhartha Gautama– auch bekannt als der Buddha. Was man aber sagen kann ist, dass Buddha zu einer Reihe von tiefen Einsichten kam.

Die zwanghafte Suche nach mehr hedonistischem Vergnügen ist eine destruktive Negativschleife.

Pinocchio, Selbsttäuschung und Hedonismus auf der Vergnügungsinsel

Aber auch moderne Filme warnen vor den Folgen des Hedonismus.

Pinocchio Vergnügungsinsel

Das erinnert an die Warnung aus dem Kinderfilm Pinocchio.

Eine Schlüsselszene ist, als Pinocchio vom bösen Kutscher getrieben, die Vergnügungsinsel betritt. Mit seinen Bergen von Eis und Pavillons voller Süßigkeiten wird die Vergnügungsinsel als ein Freizeitpark angepriesen, der der Traum eines jeden Kindes ist. Auf der Vergnügungsinsel können die Jungs alles tun, was sie wollen: Rauchen, Alkohol trinken, kämpfen, den Ort zerstören und ihren Trieben freien Lauf lassen. Auf der Insel sind sie auch frei vom Gesetz und allen Erwachsenen, die sie davon abhalten könnten, böse zu sein.

Es ist ein Ort der materialistischen Freuden -ohne Moral und Wissen.

Leider entpuppt sich dieser Traum später als Alptraum. Sobald die Jungen genug Zeit hatten, um ihren Trieben freien Lauf zu lassen, werden sie in Esel verwandelt, um für die Arbeit in den Salzbergwerken verkauft zu werden. Der Esel ist auch bei uns in der Kultur ein Symbol für Stumpfheit.

Aber wie konnte es soweit kommen? Der Fuchs verführt ihn, indem er ihm weismacht, dass er krank sei und deshalb keine Verantwortung übernehmen muss und nicht zur Schule gehen muss. Wie wir alle, ist auch Pinocchio nicht immun gegen Ausreden das zu tun, was er tun soll. Deshalb folgt er dem Fuchs auf die Vergnügungsinsel und gibt sich der Opferrolle als kranker Junge hin. Das ist der Beginn der Selbsttäuschung.

Die psychologischen Kosten der Selbsttäuschung: Warum Pinocchio uns tiefe Einblick in die menschliche Psyche geben kann

Blinder Hedonismus ist eine Form der Selbsttäuschung

Wenn wir uns vorspielen, dass das Leben immer nur rosarot ist und nie etwas passiert, das Schmerz in uns schafft, verdrängen wir Probleme. Und was passiert mit Problemen, die wir verdrängen. Sie wachsen ins Unermessliche. Genau wie Pinocchios Nase, wenn er wieder einmal zu einer Selbstlüge neigt.

dukkha

Moderne Menschen sind häufig materialistisch. Und das hat einen gewissen Nutzen, aber dadurch sind wir auch geblendet in Bezug auf bestimmte Dinge. Wir bemerken nicht, dass die grundlegenden Bestandteile unserer eigenen Wirklichkeit nicht materiell sind. Sie sind emotional. Und so haben wir absolut keine materialistische Erklärung für Schmerz und Leiden.

Häufig ist die Suche nach Hedonismus und ausschließlich positiven Befriedigungen nicht mehr als Betäubung und Selbstbetrug.

Wie unser Verlangen und Hedonismus uns im Weg steht

„Erfülle alle deine Wünsche und du wirst glücklich.“, bleibt das Mantra des modernen Lebens. Fast alle unsere Handlungen, die wir in der Gegenwart treffen, führen wir durch, um ein zukünftiges Ziel zu erreichen, das wir uns wünschen. Aber funktioniert das wirklich?

Die hedonistische Tretmühle- Warum dich ein Lottogewinn nicht glücklich machen wird

Hedonistische Anpassung

Kannst du dich an eine Zeit erinnern, in der du über eine Sache fantasiert hast und darüber geträumt hast, aber zum Zeitpunkt, als du es bekommen hast, warst du lange nicht so glücklich, wie du gedacht hättest und die Emotion war lange nicht so intensiv, wie gedacht?

Erinnere dich beispielsweise an ein Geschenk aus der Kindheit, das du unbedingt haben wolltest. aber dann als du es bekommen hast, ignoriert hast. Warum passiert das?

Unter der hedonistischen Tretmühle auch bekannt als hedonistische Adaption versteht man die Tendenz der Menschen nach einem stark positiven oder negativen Ereignis relativ schnell wieder zu einem stabilen Glückslevel zurückzukehren.

Dass Glück relativ zu sein scheint, ist eine uralte Annahme. Doch trotz der Bedeutung dieser Aussage für die Philosophie und die Gesellschaft gab es keine empirischen Studien zu diesem Thema bis zum 20. Jahrhundert. Im Jahr 1978 haben Brickman, Coates & Janoff-Bulman eine Studie durchgeführt, um die Annahme zu prüfen, dass bedeutsame Ereignisse langfristig geringe Effekte auf das subjektive Glück haben.

Um diese Annahme zu testen, wurden diverse Studien durchgeführt. In der Studie verglichen sie das Glück von drei Gruppen: eine Gruppe von Lotteriegewinner, eine Gruppe von Menschen, die durch einen Unfall gelähmt wurden und einer Kontrollgruppe.

Die Stichprobe bestand aus drei Gruppen: 22 Lotteriegewinner, 18 gelähmte Menschen und 22 Personen aus einer Kontrollgruppe. Mit allen Versuchsteilnehmern wurden Kurzinterviews durchgeführt. Das Ziel war, das jetzige, das vergangene und das erwartete Glück, sowie die empfundene Freude bei alltäglichen Aktivitäten zu erfassen.

Dafür wurde einer 6-Punkte-Skala benutzt, wobei 0 der niedrigste und 5 der höchste Wert war. Die Zeit zwischen dem Interview und dem kritischen Ereignis (Lotteriegewinn bzw. Unfall) betrug zwischen einem Monat und einem Jahr.

Schlussfolgerungen aus den Studien von Brickman, Coates & Janoff-Bulman

Sie kamen zu drei Schlussfolgerungen:

• Lotteriegewinner haben weniger Freude an alltäglichen Ereignissen als die Kontrollgruppe.

Dieser Effekt kann durch „Adaptations-Niveau-Theorie“ von H. Helson erklärt werden und führt zu der überraschenden Tatsache, dass Lotteriegewinner in der Regel nicht glücklicher sind als Menschen, die nicht in der Lotterie gewonnen haben.

• Das Glückslevel nach einmal sehr starken Einzelereignis sprang wieder auf den zuvor bestehenden Ursprungszustand zurück

• Die insgesamt positive oder negative Auswirkung eines einzigen positiven oder negativen Ereignisses sollte nicht überschätzt werden.

Auch wenn es ein kurzfristiges Hoch in den Glücksgefühlen ist, wird es wieder zum ursprünglichen Setpoint zurückspringen. Egal ob du ein neues Haus kaufst, den Job verlierst, einen Unfall erleidest oder Geld im Lotto gewinnst, nach kurzer Zeit kehrt man wieder zu diesem Setpoint zurück.

Es ist zwar schade, dass wir durch mehr Wohlstand nicht glücklicher werden, aber viel wertvoller ist eigentlich die Tatsache, dass diese hedonistische Anpassung als Auffangnetz für schlechte Zeiten sehr hilfreich ist. Unser Körper ist ein echtes Wunderwerk, wenn es darum geht uns an neue und schwierige Situationen anzupassen.

Warum Hedonismus scheitert - 3 Gedankenexperimente

Gedankenexperiment 1:Hedonismus und Robert Nozicks Erlebnismaschine

Obwohl die Glückseligkeitsindustrie weiter wächst, leiden wir als Gesellschaft mehr denn je. Diese Tatsache würde Studenten der humanistischen Tradition nicht überraschen.

Philosophen haben lange den Wert von Glück allein in Frage gestellt.

Es ist besser, ein unzufriedener Mensch zu sein als ein zufriedenes Schwein; besser ein unzufriedener Sokrates als ein zufriedener Narr.- John Stuart Mill

john stuart mill

Dazu gehört auch der Harvard-Philosoph Robert Nozick. Nozick war ein Glückskeptiker. Er entwickelte ein Gedankenexperiment, um seinen Standpunkt zu unterstreichen.

Angenommen, man könnte an eine hypothetische Maschine angeschlossen werden, die für den Rest deines Lebens dein Gehirn anregen würde alle positiven Gefühle zu erleben, die du dir wünschst.

Die ganze Zeit würdest du aber mit Elektroden an deinem Gehirn befestigt in einem Tank schwimmen. Ab und zu könnten sie den Tank verlassen und entscheiden, welche neuen Erfahrungen Sie in ihren Kopf einprogrammieren wollten.

Wenn du dich entscheidest, im Tank zu leben und dich glücklich zu fühlen, lebst du ein gutes Leben?

Robert Nozick

Glück ist nicht alles!

Ist das das Leben, das du für dich selbst wählen würdest oder für deine Kinder? Wenn wir berichten, dass Glück unser wichtigster Wert im Leben ist, wie es die Mehrheit von uns tut, würde dann das Leben im Tank nicht alle unsere Wünsche befriedigen?

Das sollte es. Wenn Glück wirklich das Endziel des Lebens ist, würden die meisten Menschen sich dafür entscheiden, sich im Tank glücklich zu fühlen. Es wäre ein leichtes Leben, in dem Trauma, Traurigkeit und Verlust für immer ausgeschaltet sind. Du könntest dich immer gut fühlen.

Die meisten Leute, denen ich diese imaginäre Wahl anbiete, verweigern die Maschine. Obwohl wir regelmäßig die uns zur Verfügung stehenden Shortcuts nutzen könnten, wie Alkohol, Schokolade, Einkaufen, Masturbation und Fernsehen, ergeben sie nicht das vollständige Bild.

Der Glaube, dass all diese Shortcuts unser Glück ausmachen, sorgt dafür, dass wir in Mitten großen Reichtums eine ganz wichtige Sache vergessen: das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung und das Bedürfnis einen Beitrag zu leisten.

Gedankenexperiment 2: Die Gefahren des Strebens nach Glück & die Feedbackschleife aus der Hölle

Hedonismus problem

Wenn du nämlich davon überzeugt bist, dass du nur positive Gedanken und positive Erlebnisse haben darfst und alles andere ausschließlich Unglück in dein Leben zieht, wird dein Gespräch mit dir selbst so aussehen:

Ich bin schon wieder gescheitert. Ach halt! Ich darf ja keine negativen Gedanken denken. Warum bekomme ich noch nicht mal das hin! Ich sollte aufhören! AHHHH! Ich habe es schon wieder getan! Ich bin so ein Versager!

Willkommen in der Feedbackschleife aus der Hölle!

Mark Manson, der Autor des Buchs „The subtle art of not giving a fuck“, hat das Problem perfekt beschrieben:

Das Verlangen nach mehr positiven Gefühlen ist an sich eine negative Erfahrung. Paradoxerweise ist die Akzeptanz der eigenen negativen Erfahrungen an ich eine positive Erfahrung.

Denn wenn wir glauben, dass es nicht okay ist, dass die Dinge manchmal nicht optimal laufen und dass es uns auch einmal nicht gut gehen darf, dann beginnen wir unbewusst, uns selbst zu verurteilen und das Streben nach Glück wird zur Feedbackschleife aus der Hölle.

The law of reversed effort (Das Gesetz der umgekehrten Anstrengung)

Hast du jemals einen dieser alten Filme gesehen, wo der Bösewicht im Treibsand stecken bleibt und je mehr er kämpft, desto schneller zieht es ihn nach unten? Wenn du jemals im Treibsand stecken bleiben solltest, sind der Kampf dagegen und das Strampeln das Schlimmste, was du tun kannst.

Was du tun musst, ist es dich zurückzulegen, deine Arme auszubreiten und so still wie möglich auf der Oberfläche schwimmend zu liegen. Dann musst du einfach wie in den Westernfilmen nach deinem Pferd pfeifen, das kommt, um dich zu retten! In dieser Situation ist es schwierig, weil jeder Instinkt dir sagt, dass du versuchen willst zu entkommen. Aber wenn du nicht aufhörst zu kämpfen, wird der Sand immer dichter und härter. Sicher ist es nicht gerade lustig still auf dem Treibsand zu liegen, aber es bewahrt dich vor dem Tod!

Alan Watts

Alan Watts

Das gleiche Prinzip gilt für schwierige Gefühle: Je mehr wir versuchen, sie zu bekämpfen oder sie von uns wegzuschieben, desto mehr ersticken sie uns.

Schlammiges Wasser wird wieder klar, indem man es in Ruhe lässt. – Alan Watts

Das Ganze wurde vom Philosophen Alan Watts “ das Gesetz der umgekehrten Anstrengung bzw. „the law of reversed effort“. Je härter wir mit dem bewussten Willen versuchen, etwas zu tun, desto weniger wird es uns gelingen. Das lässt sich 1:1 auf das Streben nach Glück übertragen. Je mehr wir Glauben irgendwas jagen oder besitzen zu müssen, um glücklich zu sein, desto mehr glauben wir, dass wir im Jetzt unglücklich sind.

Auch im Buddhismus ist diese Weisheit verankert: Es sind nicht die Schmerzen, die das Leiden erzeugen, sondern der Widerstand gegen die Realität und das, was im Jetzt ist. Schmerz ist durchaus real. Leiden dagegen ist eine Wahl.

Es sind nicht die Dinge selbst, die uns beunruhigen, sondern die Vorstellungen und Meinungen von den Dingen.- Epiktet

Der Versuch, die Dinge ausschließlich in einem positiven Licht zu sehen und permanent nach hedonistischem Glück zu streben, ist eine Haltung, die ständige Anstrengung erfordert und ist ein Verdrändungsmechanismus.

Denn, wenn die Verdrängung nicht erfolgreich ist, sind sie mit einem unerwarteten Schock konfrontiert und sinken tiefer in eine Depression. Der destruktive Glaubenssatz, dass negative Gedanken deine eigene Schuld sind und du diese nicht fühlen darfst, erzeugt massiven Schmerz.

Gedankenexperiment 3 zum Scheitern des Hedonismus

Angenommen, du wachst eines Morgens auf und entdeckst, dass du der letzte Mensch auf Erden bist. Trotz der Abwesenheit von anderen Menschen bleiben die Gebäude, Geschäfte und Straßen, wie sie die Nacht zuvor waren. Der Strom funktioniert immer noch. Es wäre eine Welt, die genauso ist wie jetzt, außer dass du allein auf der Welt bist. Du würdest natürlich sehr einsam sein, aber wir ignorieren die emotionalen Aspekte für dieses Gedankenexperiment einmal.

Stattdessen fokussieren wir unsere Aufmerksamkeit auf die materiellen Aspekte. In der beschriebenen Situation könntest du all deine materiellen Wünsche befriedigen, die du in unserer wirklichen Welt nicht befriedigen kannst. Du hättest dein Traumauto, könntest in einer Villa wohnen, sehr teure Kleidung tragen und einen Diamantring an jedem Finger tragen.

http://xn--erzhlmirmehr-icb.com/2017/10/20/eigene-motive-hinterfragen/

Die interessante Frage ist eher: Würdest du diese Dinge ohne die Bewunderung von anderen Menschen überhaupt wollen? Wäre das alles noch wertvoll, wenn alle anderen Menschen verschwunden wären?

Wahrscheinlich nicht. Dieses Gedankenexperiment zeigt, dass unsere Wünsche drastisch abnehmen würden, wenn wir niemanden beeindrucken müssten. Unsere Anforderungen würden sich wahrscheinlich auf die Befriedigung unser wesentlichen Wünsche beschränken: Nahrung, Wasser, Unterkunft…

Es ist sehr Augen öffnend und spannend zu erkennen, wie viel Energie und Zeit wir damit verbringen, die Zustimmung und Anerkennung unser Mitmenschen zu bekommen.

Wenn wir eine Zählung von unseren Wünschen vornehmen, werden wir feststellen, dass die überwiegende Mehrheit unsere Wünsche instrumentell sind. Die meiste Zeit arbeiten wir an einem Ziel, und aus diesem Grund bilden wir Wünsche, deren Erfüllung es uns ermöglicht, dieses Ziel zu erreichen.

Wir müssen die 60 Stundenwochen durcharbeiten, um befördert zu werden. Warum haben wir den Wunsch befördert zu werden? Weil wir dann mehr Geld verdienen! Um warum wollen wir mehr Geld verdienen? Um glücklicher zu sein und Schmerz zu vermeiden. Darauf läuft es im Endeffekt immer hinaus. Wir tun das, was wir tun, um Glück zu empfinden und Schmerz zu vermeiden.

Anstatt über Umwege (wie Konsum) zu versuchen zum Glück zu kommen und es aufgrund der hedonistischen Tretmühle nicht zu erreichen, können wir uns direkt dem Glück zuwenden. Erinnerst du dich an Mark Mansons Regel:

Das Verlangen nach mehr positiven Gefühle ist an sich eine negative Erfahrung. Paradoxerweise ist die Akzeptanz der eigenen negativen Erfahrungen an ich eine positive Erfahrung.

Deshalb muss Hedonismus zwangsläufig scheitern.

Eudaimonia

Der Sinn ist der andere Weg zum guten Leben.

Eudaimonia ist ein Begriff der antiken Philosophie und ist bei Pindar erstmals belegt. Es bezeichnet in philosophischen Texten eine gelungene Lebensführung nach den Anforderungen und Grundsätzen einer philosophischen Ethik und damit ein Gefühl von Sinn.

Ursprünglich bedeutete eudaimon „mit einem guten Daimon verbunden“. Gewöhnlich wird es aber mit „Glück“ oder „Glückseligkeit“ übersetzt. Diese Übersetzung ist aber unvorteilhaft, weil wir den Begriff „Glück“ heute eher mit Hedonismus verwechseln.

Als Kennzeichen des guten Lebens nach dem Maßstab der Eudaimonia galt, dass man das „Glück“ nicht von äußeren Faktoren erhofft, sondern es in sich selbst findet.

Auch wenn Sinn und Bedeutung nicht die vollständige Definition der Eudaimonia ausmachen, werde ich mich in diesem Beitrag besonders auf die Sinnkomponente fokussieren.

Eudaimonia bei Aristoteles

Aristoteles, der den Begriff eudaimonia geprägt hat, hatte tatsächlich ziemlich harte Worte für diejenigen, die Vergnügen und "das Leben des Hedonismus" verfolgten. Er nannte sie "sklavisch" und "vulgär" und argumentierte, dass der Wohlfühl-Weg zu dem guten Leben eher für Tiere geeignet sei als für Menschen.

Für Aristoteles ist Eudaimonia keine flüchtige positive Emotion. Es ist eher etwas, was du tust. Aristoteles argumentiert, ein eudaimonisches Leben zu führen, verlangt, dass man sowohl moralisch als auch intellektuell die besten Qualitäten kultiviert und seinem Potenzial gerecht wird.

Es ist ein aktives Leben, ein Leben, in dem du deine Arbeit machst und zur Gesellschaft beiträgst, ein Leben, in dem du in deine Gemeinschaft eingebunden bist, ein Leben, in dem du dein Potenzial erkennst, anstatt deine Talente zu verschwenden.

Eudaimonia ist ein Leben von gutem Charakter. Und es zahlt sich aus.

Hedonismus und die „Swamplands of the Soul“

In seinem tiefgründigen Buch "Swamplands of the Soul" spiegelt der Psychologe James Hollis die Weisheit der alten Tragiker wider und argumentiert, dass wir trotz unserer Bemühungen, den Problemen, die uns belasten, zu entkommen, für immer unfähig bleiben werden ein für alle Mal die "Sumpflandschaften der Seele" auszulöschen, die uns belasten:

Aus diesem Grund schlägt Hollis vor, dass das ultimative Ziel des Lebens nicht die das Streben nach mehr positiven Emotionen (Hedonismus), sondern die Kultivierung von Bedeutung bzw. Sinn sein sollte.

In den Worten von Hollis:

"... es gibt keine sonnenbeschienene Wiese, keine erholsame Phase des leichten Schlafes. Es gibt eher Sumpfgebiete der Seele, wo die Natur, unsere Natur, beabsichtigt, dass wir einen guten Teil der Reise des Lebens verbringen und von wo viele der bedeutungsvollsten Momente unseres Lebens herkommen werden. In den Sumpfgebieten, wo die Seele geformt und geschmiedet wird, begegnen wir nicht nur der Ernsthaftigkeit und der Verantwortung des Lebens, sondern auch seinem Zweck, seiner Würde und seiner tiefsten Bedeutung. "(James Hollis)

Hedonismus beinhaltet nicht sich dem Unangenehmen zu stellen

Es ist üblich, bei jeder Art von Schmerz oder Unbehagen reflexiv davor zu fliehen - entweder durch verschiedene Formen von Ablenkungen, Süchten oder bloßer Selbsttäuschung.

Anstatt vor Schmerzen und Unbehagen zu fliehen, hält Hollis es jedoch für notwendig, zu lernen, wie man den Schmerz annimmt und die Wahrheit erkennt, dass in jedem Sumpfland eine Entwicklungsaufgabe auf uns wartet und ein Reservoir tiefer Einsichten, die, wenn sie realisiert werden, unser psychologisches Wachstum unterstützen können.

Tägliche Impulse #003: Antifragiltiät

"In jedem dieser Sumpfland-Staaten gibt es eine Entwicklungsaufgabe ... wir müssen uns fragen, welche Aufgabe in jedem dieser düsteren Orte steckt. -James Hollis

Das Beherrschen der Kunst, die Aufgabe und die Wahrheiten, die in unserem Leiden eingebettet sind, zu entdecken und zu akzeptieren, wird uns nicht ein für alle Mal vom Leiden befreien. Vielmehr wird es uns die Fähigkeit geben, unsere Leidenszustände ständig zu überwinden.

Wenn wir uns in eine größere Sumpflandschaft begeben, mag es uns nicht glücklicher machen, es wird aber das persönliche Wachstum und die Selbstveränderung stimulieren.

Wie der Dichter Rainer Maria Rilke sagte:

Rainer Maria Rilke

"Wir haben keinen Grund, unserer Welt zu misstrauen, denn sie ist nicht gegen uns. Hat sie Schrecken, sind sie unsere Schrecken. Hat sie Abgründe, gehören sie uns.Stehen wir vor Gefahren, müssen wir versuchen, sie zu lieben. Und wenn wir unser Leben nur nach diesem Grundsatz ordnen könnten, der uns rät, dass wir uns immer an das Schwierige halten müssen, dann wird das, was uns jetzt am fremdartigsten erscheint, das werden, was wir am meisten vertrauen und am treuesten finden.

Du darfst dich also nicht fürchten, wenn vor dir eine Traurigkeit aufsteigt, die größer ist als alles, was du jemals gesehen hast;

Denn schließlich weißt du nicht, welche Veränderung diese Bedingungen in dir schaffen. (Rainer Maria Rilke)

Eudaimonia > Hedonismus

Auch wenn viele Menschen den Sinn als lebensverändernde Kraft erkannt haben will ich mich im Folgenden auf einige wenige historisch bekannte Beispiele fokussieren, die Sinn und Bedeutung im Leben in absoluten Extremsituationen gefunden haben.

Hedonismus bei den Existentialisten

Existentialismus

Gott ist tot- erkannte schon Friedrich Nietzsche. Was bedeutet das? Nietzsche verkündet den Tod Gottes nicht als freudiges Ereignis, sondern einen Grund zur Sorge. („Das Heiligste und Mächtigste, was die Welt bisher besaß, es ist unter unsern Messern verblutet - wer wischt dies Blut von uns ab? Mit welchem Wasser könnten wir uns reinigen?“)

Wie du siehst: Nietzsche zeigt auf, dass die Gesellschaft noch nicht bereit ist für den Zusammenbruch eines Wertesystems ist („Dies ungeheure Ereignis ist noch unterwegs und wandert - es ist noch nicht bis zu den Ohren der Menschen gedrungen. Blitz und Donner brauchen Zeit.“) und es massive, negative Folgen haben wird.

Eine der Folgen ist der Nihilismus und die Sinnlosigkeit. Während früher Gott der Sinn des Lebens war, steht der Mensch nun vor der Bedeutungslosigkeit, da der Glaube an Gott für viele Menschen heute kein Wegweiser mehr ist.

Wie Sartre schrieb:

"Das Leben hat keinen a priori Sinn.... Es liegt an dir, ihm eine Bedeutung zu geben, und Sinn ist nichts als die Bedeutung, die du wählst."

Der Mythos des Sisyphos

Die existenzielle Situation des Menschen ist durch die mythologische Repräsentation des Sisyphos ziemlich genau dargestellt.

Seine Strafe in der Unterwelt bestand darin, einen Felsblock einen steilen Hang hinaufzurollen. Doch der Stein entgleitet ihm immer kurz vor Erreichen des Gipfels und er musste immer wieder von vorne anfangen. Heute nennt man deshalb eine Aufgabe, die trotz großer Mühen nie abgeschlossen wird, Sisyphosarbeit.

„Und weiter sah ich den Sisyphos in gewaltigen Schmerzen: wie er mit beiden Armen einen Felsblock, einen ungeheuren, fortschaffen wollte. Ja, und mit Händen und Füßen stemmend, stieß er den Block hinauf auf einen Hügel. Doch wenn er ihn über die Kuppe werfen wollte, so drehte ihn das Übergewicht zurück: von neuem rollte dann der Block, der schamlose, ins Feld hinunter. Er aber stieß ihn immer wieder zurück, sich anspannend, und es rann der Schweiß ihm von den Gliedern, und der Staub erhob sich über sein Haupt hinaus.“

Gott ist tot- nun musst du deinen eigenen Sinn finden

Es ist heutzutage sehr üblich, dass die Menschen mit der Frage nach dem Sinn des Lebens kämpfen, die Albert Camus die "dringlichste Frage von allen" nannte. Aber diese Frage ist von entscheidender Bedeutung, wie Carl Jung kommentierte:

"Die Bedeutung macht viele Dinge erträglich - vielleicht alles."

Viele Existenzialisten haben betont, dass ein endgültige und für alle gültige Bedeutung der menschlichen Existenz unerreichbar ist.

Aber während die endgültige Bedeutung des Lebens uns verborgen bleibt, schließt es nicht aus, dass man persönliche Bedeutung oder Sinn für die eigene Existenz findet.

"Moderne ... Menschen stehen vor der Aufgabe, eine Richtung zum Leben ohne ein externes Leuchtfeuer zu finden. Wie geht man vor, um die eigene Bedeutung zu konstruieren - eine Bedeutung, die robust genug ist, um das Leben zu stützen? "(Existenzielle Psychotherapie, Irvin Yalom)

Existentielle Psychotherapie-Irvin D. Yalom

Sisyphos und Albert Camus

Camus illustriert diesen Punkt, indem er seinen Aufsatz mit einer Ode an den antiken griechischen Helden Sisyphos beendet.

Er erfüllt diese mühselige Aufgabe den Stein den Berg hoch zu schieben für die Ewigkeit. Es ist schwierig, sich eine bedeutungslosere Existenz vorzustellen, als diejenige, die Sisyphos findet.

Aber Camus möchte, dass wir sehen, dass das Leben von Sisyphos sehr wertvoll ist. In der Tat dient es uns allen als Vorbild.

Um ein bedeutungsvolles Leben zu führen, muss Camus gegenüber dem Schmerz eine Haltung des Trotzes einnehmen, was Sisyphos tut. Sisyphos, der bestraft wird, weil er die Götter getäuscht und versucht hat, dem Tod zu entgehen, beklagt nicht sein Schicksal oder hat die Hoffnung auf ein besseres Leben. Vielmehr verkörpert er die drei Qualitäten, die ein lebenswertes Leben ausmachen: Auflehnung, Leidenschaft und Freiheit.

Jedes Mal, wenn er zur Basis des Berges zurückkehrt, steht er vor einer Entscheidung: aufzugeben oder weiterzuarbeiten. Sisyphos wählt den Kampf. Er nimmt seine Aufgabe an und wirft sich in die zermürbende Arbeit, den Felsbrocken den Berg hinauf zu tragen.

Er wird zum Meister seines eigenen Schicksals. "Sein Fels ist sein Sinn", wie Camus es ausdrückt - es gibt seinem Leben Sinn und Zweck. Obwohl seine Arbeit sinnlos erscheint, ist sie durch die triumphierende Haltung, mit der er sich seiner Aufgabe nähert, mit Sinn ausgestattet.

Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.- Albert Camus

Wenn Camus uns sagt, dass wir uns Sisyphos glücklich vorstellen sollen, meint er nicht, dass er ausschließlich positive Emotionen erlebt. Er spricht über das Gefühl der Erfüllung und Zufriedenheit, das daraus resultiert, dass man sich einer schwierigen, aber lohnenswerten Aufgabe widmet.

Camus möchte, dass wir sehen, dass wir wie Sisyphos unser Leben in vollen Zügen genießen können, indem wir den Kampf mit Würde annehmen, indem wir, wie er es in seinen Notizbüchern erwähnt, das "Elend und die Größe der Welt" umarmen.

Diogenes und Alexander der Große

In einer Szene in Steven Pressfields Buch über Alexander den Großen erreicht Alexander einen Fluss, der nur durch einen Philosophen versperrt wird, der sich weigert, sich zu bewegen. „Dieser Mann hat die Welt erobert! Was hast du in deinem Leben zustande gebracht?“, ruft einer von Alexanders Männern. Der Philosoph antwortet: „Ich habe mein inneres Verlangen danach gemeistert, die Welt erobern zu müssen.“

Ehrgeiz bedeutet dein Wohlbefinden an das zu klammern, was andere Leute sagen oder tun… Vernunft bedeutet es an deine eigenen Handlungen zu binden. – Marcus Aurelius

Hedonismus vs. Eudaimonia- ein Fazit

Zwang

Versteh mich nicht falsch: Ich bin nicht dagegen, zu genießen, was das Leben zu bieten hat, einschließlich Reichtum, Freundschaft und Gesundheit, aber ich bin dagegen mein Glück von äußeren Umständen abhängig zu machen und ein spontanes Verlangen zu einem MUSS zu machen. Es geht nicht darum Wünsche zu verbannen, sondern das krankhafte „Müssen zu eliminieren.

• Ich muss reich sein.
• Wir müssen immer von jedem gemocht werden.
• Ich muss immer positiv denken.
• Wir müssen uns anpassen.

Wir Menschen glauben seltsamerweise oft, dass wir die absolute Kontrolle über uns selbst und die Welt um uns herum haben. Die Folge: Massiver Schmerz, wenn etwas nicht nach unseren Vorstellungen verläuft.

Absolute Aussagen des Müssens stellen sich gegen die Realität. Niemand kann ewig in einem idealen Zustand leben. Radikale Akzeptanz von dem, was ist, ist die Grundlage für jede Veränderung.

Eine Person, die sich entschlossen hat, ausschließlich „positiv zu denken“, muss ständig ihre Gedanken wie ein Adler kontrollieren. Das Scannen wird die Aufmerksamkeit auf die Anwesenheit von negativen Gedanken lenken.

Schmerz ist fester Bestandteil des menschlichen Lebens. Es geht darum trotzdem darüber hinauszuwachsen und Sinn im Schmerz zu finden. Oder in den Worten von Carl Jung:

"... die größten und bedeutendsten Probleme des Lebens sind alle grundsätzlich unlösbar ... sie können niemals gelöst werden, man kann nur über sie hinauswachsen ... Was auf einer niedrigeren Ebene zu den wildesten Konflikten und zu Emotionen voller Panik geführt hatte, ist von der höheren Ebene der Persönlichkeit aus gesehen nun wie ein Sturm in einem Tal, das von einer hohen Bergspitze aus gesehen wurde. Das bedeutet nicht, dass das Gewitter seiner Wirklichkeit beraubt wird. Es bedeutet, dass man, anstatt darin zu sein, jetzt darüber ist. "(Carl Jung)

Während Hedonismus im Angesicht von tragischen Ereignissen als Strategie scheint, überwindet Sinn auch Schmerzen.

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