Die Ketten der Gewohnheit: Warum du nicht üben solltest, was du nicht werden willst

Die Ketten der Gewohnheit (1)

Die Ketten der Gewohnheit: In dieser Podcastepisode sprechen wir darüber, dass alles, was du tagtäglich tust, eine Art Übung ist. Vielmehr als das: „Du kannst nicht nicht üben“ (Peter Sloterdijk) Jedes Mal, wenn du dich entscheidest das Einfache statt das „Richtige“ zu tun, stärkst du in dir die Gewohnheit das Bequeme zu wählen.

Doch selbst Warren Buffet warnte schon davor:

Die Ketten der Gewohnheit sind zu leicht, um sie wahrzunehmen, bis sie zu schwer sind, um sie zu zerbrechen.

Dabei handelt es sich nicht unbedingt um eine angenehme Wahrheit, aber die Leugnung, dass fast alle unsere Entscheidungen in unserem Leben Auswirkungen haben, ist ein Ansatz, den man nicht leichtfertig zurückweisen sollte.

Eine Geschichte über die Ketten der Gewohnheit

Lass es mich dir mit einer kleinen Geschichte erklären:

Eines Tages kommt ein kleiner Indianerjunge aus dem Stamm der Apachen zum Häuptling „Schlauer Fuchs“ und bittet ihn um Rat: In meinem Kopf herrscht ein ewiger Kampf. Dort kämpfen zwei Wölfe ohne Unterbrechung miteinander. Ein guter weißer Wolf und ein böser schwarzer Wolf.

Sag mir: Wer wird gewinnen? Erlöse mich aus der quälenden Ungewissheit! Der alte, weise Indianerhäuptling nickt, während er die Friedenspfeife weitergibt und sagt schließlich:

Es wird der Wolf gewinnen, den du fütterst!

Gefühlsgewohnheiten

Gefühlsgewohnheiten

Hinter dieser zugegebenermaßen simplen Geschichte verbirgt sich eine tiefere Wahrheit. Die Lehre ist, dass uns das, was wir oft üben/wiederholen, immer leichter fällt und langsam aber sicher zur Gewohnheit wird.

Irgendwann lasten Ketten der Gewohnheit auf dir, die nicht mehr so leicht zu brechen sind. Je öfter du zum Beispiel den Gang ins Fitnnesstudio „wegen der Umstände“ verschiebst, desto schwerer wird es dir fallen das nächste Mal zu gehen.
Das gilt aber nicht nur für Hadlungen, sondern auch für Emotions- und Gedankengewohnheiten: Das ist eine der zentralen Leiziele des Erzählmirmehr-Projekts. Ich möchte dir zeigen, dass auch Charaktereigenschaften, wie

Resilienz
Motivation
Die Kunst des Liebens
Radikale Akzeptanz der Situation
Selbstwertgefühl
Mut
• ….
Auch nur Gefühlsgewohnheiten sind, die man systematisch einüben kann, Du kannst nicht nicht üben – was immer Du tust, ist Übung.

Systemdenken und die Ketten der Gewohnheit

Systemdenken

Doch heute soll es ausnahmsweise nicht wie üblich um Denk -und Gefühlsgewohnheiten gehen, sondern um Systemdenken in Bezug auf die Ketten der Gewohnheit und deinen „Erfolg“. An dieser Stelle sei gesagt, dass Erfolg in diesem Kontext kein Synonym für Ruhm, Macht und materiellen Erfolg ist, sondern im wahrsten Sinne des Wortes ist, was der Name besagt.

Es ist das, was aus deinen Taten, Gewohnheiten und Werten er-folgt. Die Definition für deinen Er-folg ist als offen. Wenn wir heute Personen sehen, die Erfolg haben denken wir oft in erster Linie an ein Ergebnis von Talent, Glück, harter Arbeit oder einem zufälligen Gleichgewicht allen. Doch die meisten von ihnen haben bewusst oder unterbewusst eine Strategie verfolgt.
Viele Menschen denken in Zielen anstatt in Systemen und Gewohnheiten. Das wird der Komplexität des Lebens oft nicht gerecht.

Die Ketten der Gewohnheit: Systemdenken vs. Zieldenken

Was sind Ziele? Ein paar zufällige Beispiele.

• ein Jahreseinkommen von 100.000 Euro
• 20 kg bis Ende des Jahres verlieren
• ein Bestseller-Buch schreiben
• Den perfekten Partner finden

Das Problem an diesen Zielen ist, dass sie nur bedingt in deiner Hand liegen. Selbstverständlich kannst du notwendige Maßnahmen ergreifen, um die Wahrscheinlichkeit der Erreichung zu erhöhen, aber ob du jetzt wirklich 100.000 Euro verdienst liegt nur bedingt in deiner Hand.

Außerdem sind Ziele an das Ergebnis gebunden. Weil Ziele ihr Glück auf eine zukünftige Errungenschaft stützen, wird das Glück, das du im Rahmen deiner Ziele fühlst, an das Ergebnis gebunden sein. „Ich muss das Ziel erreichen, sonst bin ich wertlos.“, ist ein Gedanke, der vielen im Kopf vorschwebt.

Systeme funktionieren nach einem anderen Muster

Der Unterschied zwischen Zielen und Systemen besteht darin, dass man sich bei Zielen auf bestimmte Ergebnisse konzentriert, während Systeme sich auf Gewohnheiten und Werte konzentrieren. Damit sind Systeme eher prozessorientiert. Es geht um die Person, die du sein willst.

Benjamin Franklins Persönlichkeitsentwicklungsprogramm- die 13 Tugenden

Mit Systemen hast du die Möglichkeit riesige und unerreichbar scheinende Ziele in kleinere Brocken und umsetzbare Schritte zu zerlegen.

Ich werde die oben genannten Beispiele für Ziele wie Systeme verwenden:

• ein Jahreseinkommen von 100.000 Euro
 Erlernen und Erweitern deines Wissens über Marketing und Finanzen und deren ständige Einführung in dein Unternehmen
 Ein Buch pro Woche über Finanzen/Markting lesen
 Einmal pro Woche mit jemandem reden, der dein Ziel schon erreicht hat
 Täglich nicht vorher schlafen gehen, bis du eine neue Sache über das Geldverdienen gelernt hast

• 20 kg bis Ende des Jahres verlieren
 Gesundes und konstantes körperliches Training
 10.000 Schritte pro Tag
 SüßeSnacks durch Gemüse ersetzen
 Sehr fitten und sportlichen Leuten auf Instagram folgen und deren Gewohnheiten beobachten

• ein Bestseller-Buch schreiben
 Jeden Tag 10 Seiten in einem Klassiker der Literatur lesen und genau auf den Stil achten
 einen Blogartikel pro Tag lesen
 Jedes Wochenende konzentrierte zwei Stunden darauf verwenden scheiben zu lernen
Die Kunst des Kürzens lernen

Ich glaube, dass du das Prinzip nachvollziehen konntest und es nun auch auf deinen Er-folg anwenden kannst.

Jede relevante gute Gewohnheit verdoppelt deine Chance auf Erfolg

Gute Gewohnheiten

Bücher über Erfolg können nützlich sein. Aber aus Marketinggründen konzentriert sich ein typisches Buch auf ein einzelnes Thema (z.B Erfolg durch Social Media), um es einfacher zu machen es zu verkaufen und einen Rahmen zu bieten.

Die Erfolgsformel sollte jedoch eher: Jede für dein Ziel relevante, erworbene Fähigkeit verdoppelt deine Erfolgschancen. Das ist das wirklich interessante am Systemdenken.

Es wird schwer der Beste der Welt in deiner Disziplin zu werden. Nicht jeder kann Lionel Messi sein. ABER du kannst in mehreren Disziplinen in die oberen 10 % der Bevölkerung vordringen und dir als Folge dessen einen einzigartigen Werkzeugkasten aus Fähigkeiten erarbeiten.

Wenn du beispielsweise Unternehmer oder Selbstständiger werden willst, wird es schwierig der beste Marketer der Welt zu werden. Was wäre aber, wenn du verschiedene Fähigkeiten kombinieren würdest. Das Systemdenken würde jetzt fragen:

• Wie komme ich unter die Top 10 % in Sachen Marketing?
• Was müsste ich tun um ein Meister in Verkaufspsycholgie zu werden?
• Wie werde ich im Bereich Zeitmanagment effektiver als 90 % der Menschen auf der Erde?
• …

Um die Erfolgsformel in ihre einfachste Form zu bringen:

Gut + Gut> Ausgezeichnet

Wenn du in zwei sich ergänzenden Fähigkeiten gut wirst, wurde die Wahrscheinlichkeit, dass du ein einzigartiges Set an Fähigkeiten hast, deutlich erhöht.(Ich ignoriere zur Vereinfachung die Möglichkeit, dass du vielleicht mit der einen oder anderen Fähigkeit zu den besten Performern der Welt gehörst.)

Wenn ich sage, dass jede erworbene Fähigkeit deine Erfolgschancen verdoppelt, ist das eine sinnvolle Vereinfachung, aber keine mathematische Formel, die belegt ist. Natürlich sind einige Fähigkeiten wertvoller als andere, und die zwölfte Fähigkeit, die Sie erwerben, hat möglicherweise weniger Wert als jede der ersten elf.

Wenn du jedoch denkst, dass jede Fähigkeit deine Erfolgschancen verdoppeln kann, wirst du disziplinierter deine Handlungen steuern, weil du davon ausgehst, dass du davon profitierst eine neue Fertigkeit möglichst gut zu erlernen.

Wittgenstein: ,,Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.“

Diese Wahrheit hat der Philosoph Wittgenstein in seinem berühmten Zitat manifestiert. Je mehr du weißt, desto mehr kannst du verstehen.

Wittgensteins Aussage könnte so viel wie: Ein linguistisches System dient der Herstellung von Kontakt zwischen dem Bewusstsein und der äußeren Welt. Die äußere Welt kann nur soweit in das Bewusstsein eintreten, wie das linguistische System in der Lage ist, sie zu fassen. Wenn du gewisse Konzepte und Worte nicht kennst oder verstehst, dann bleiben dir gewisse Erkenntnisse einfach verschlossen.

Wie entscheide ich, was eine wirklich relevante Gewohnheit ist und was die Ketten der Gewohnheit verstärkt?

Eine Frage, die man sich als Folge dessen stellen kann, ist: Welche Gewohnheit würde alles andere leichter oder vielleicht sogar irrelevant machen?

Besonders hilfrich ist dabei das Paretogesetz:

Die Unwichtigkeit von beinahe allem und das Paretogesetz

Pareto

Oft tappen wir in die Falle zu denken, dass alle unser Aufgaben und Verantwortungen essentiell und extrem wichtig sind.

„Wenn ich fünf Stunden Zeit hätte, einen Baum zu fällen, würde ich vier Stunden meine Säge schärfen.“- Abraham Lincoln

Unter Effektivität versteht man das Maß der Zielerreichung zu verstehen, womit das Verhältnis vom Angestrebten zum Erreichten gemeint ist. Der dahinterliegende Aufwand spielt dabei keine Rolle.

Frage: Bringt uns diese Sache dem Ziel näher?
Unter Effizienz versteht man das Handeln so zu optimieren, dass das gewünschte Ziel mit möglichst wenig Aufwand erreicht werden kann.
Frage: Tun wir die Dinge auf die richtige Art und Weise?

Wichtig ist nun, dass du erst deine Ziele kennst (also effektiv bist) bevor du dir Gedanken machen kannst, wie du möglich effizient bist.

Angenommen du willst nach Rom gelangen. Bekanntlich führen ja viele Wege nach Rom. Wir starten in Köln und fahren mit dem Auto nach München. Von da trampen wir schließlich nach Hamburg und schwimmen den Weg bis nach Rom. Das ist effektiv, weil es uns unserem Ziel näher bringt. Macht das Sinn? Nein, weil es sehr ineffektiv ist.

In diesem Fall habe ich es natürlich sehr überspitzt dargestellt.
Wieder unser Rombeispiel, um dir Effizienz zu erklären, wenn die Effektivität jedoch fehlt: Wir haben das Ziel nach Rom zu gelangen und fliegen mit dem schnellsten Flugzeug, das zur Verfügung steht direkt nach Chile. Macht das Sinn? Nein! Wir waren zwar sehr schnell und effizient unterwegs, aber nicht effektiv.

Du wirst über diese überspitzten Beispiele jetzt zwar schmunzeln, aber genau so ergeht es vielen von uns täglich. Wir räumen zuerst unseren E-Mailordner in Windeseile auf und fühlen uns produktiv. Wir waren zwar effizient, aber haben die Effektivität vernachlässigt.

Die Ketten der Gewohnheit und die Pareto- Regel

Die Pareto-Regel oder auch 80/20- Regel ist dir vielleicht ein Begriff. Der Begriff „Regel“ hat mich lange die unglaubliche Macht dieses mathematischen Gesetztes unterschätzen lassen. Um den Hintergrund ein wenig zu erläutern: Der italienische Ökonom und Soziologe Wilfredo Pareto stellte im 19.Jahrhundert fest, dass es ein immer wiederkehrendes Muster gibt-die 80/20 Regel.

Er stellte beispielsweise fest, dass 20 % der Weltbevölkerung 80 % des Vermögens besitzen oder dass 20 % der Kunden 80 % des Ertrags eines Unternehmens ausmachen. Umgekehrt stiften aber auch 20% der Kunden 80% der Unruhe. Du hast den Punkt vermutlich schon verstanden. Wie eben gesagt, ist das Pareto-Prinzip nicht nur eine Regel, sondern eine mathematische Formel, die sich durch sich selbst teilt:

Paretogesetz

Diese 80/20 Regel kannst du fast auf jeden Teil deines Lebens anwenden. Vermutlich erzielen auch 20 % deiner Antrengungen 80% deiner Ergebnisse.

Deswegen kann es hilfreich sein die 20 % zu finden, die 80 % deiner Effiktivität ausmachen. Zurück zur Ursprungsfrage: Welche Fähigkeit oder Gewohnheit wird dein Leben und alle anderen Dige einfacher machen.

Mein Antwort war damals übrigens: Emotionale Meisterung. So ist der Podcast entstanden. Diese Fähigkeit meine Emotionen effektiv zu managen und anderen dabei zu helfen, war eine der wichtigsten Fähigkeiten

Bin ich der Beste in Bezug auf emotionale Meisterung. Vermutlich nicht! Das Einüben, das tägliche Training und Hunderte von Büchern, Videos und Podcats haben mich aber wahrscheinlich dennoch in die Top 10 % der Bevölkerung in Bezug auf diese Fähigkeit katapultiert.

Der Talent- Mythos : Die verborgene Wahrheit hinter außergewöhnlichen Fähigkeiten

Mehr zum Systemdenken:

Abschließendes Fazit zu den Ketten der Gewohnheit

Um den Kreis zu schließen, den wir zu Beginn geöffnet haben: Wir üben ohnehin permanent. Warum sollten wir nicht im System üben und damit die Wahrscheinlichkeit auf Er-folg drastisch erhöhen?

Um die Geschichte des Wolfs aufzugreifen: Welchen Wolf (Gewohnheit) willst du füttern?

Was hast du ohne dein Wissen so oft geübt, dass es schon wie eine Kette der Gewohnheit auf dir liegt?

Was willst du nicht mehr wiederholen?

Könntest Du stattdessen eine andere Gewohnheit einüben?

Mache deine Liste mit Gewohnheiten, die du brauchst um die Wahrscheinlichkeit des Er-folgs zu erhöhen. Priorisiere und fange heute noch mit der wichtigsten Gewohnheit an. Nimm dir jeden Tag zeit an dieser Gewohnheit zu üben und schon hast du begonnen dein System zu installieren.

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