FOMO – Wie die Angst etwas zu verpassen dich lähmt

FOMO

Das Wort FOMO ist aktuell in aller Munde und hat es sogar ins Oxford English Dictionary geschafft. Aber was steht eigentlich genau hinter dem Konzept FOMO, warum ist es so destruktiv und was ist unser Gegengift gegen dieses permanente nagende FOMO – Gefühl?

Philosophen haben stets nach einem Gefühl gesucht, um die Situation des menschlichen Daseins zu beschreiben. Für die Buddhisten heißt es dukkha (Schmerz, der durch Verbundenheit und Vergänglichkeit entsteht) oder für die existenzialistische Philosophie heißt es oft „Geworfenheit“.

Vielleicht gibt es auch für unser 21. Jahrhundert ein solches Konzept? Aber lass uns einmal kurz zurückspulen:
Im dritten Jahrhundert v. Chr. setzte General Xiang Yu seine Armee über den Jangtse, um gegen die Truppen der Qin-Dynastie zu kämpfen. Während seine Mannschaft schlief, verbrannte er der Sage nach alle Schiffe. Am nächsten Tag erklärte er seiner Truppe: Jetzt habt ihr die Wahl: Entweder ihr kämpft bis zum Sieg oder ihr werdet sterben.

Indem er seiner Mannschaft die Möglichkeit zur Rückkehr nahm, lenkte er ihren Fokus auf das Einzige, was zählte: den Kampf. Den gleichen Trick benutzte der spanische Konquistador Cortés im 16. Jahrhundert. Nach der Landung an der Ostküste Mexikos, so sagt man, versenkte er die eigenen Schiffe. Xiang Yu und Cortés sind wohl eher Ausnahmen.

Im meinem Bücherschrank stehen noch mindestens 10 angelesene Bücher, die ich bisher bis zum Ende durchgelesen. 7 Projekte gleichzeitig, 3 Sportarten und zu viele Interessen- aber ich will nichts davon loslassen. Kommt dir das bekannt vor? Viele von uns tun sich schwer damit die Boote hinter uns metaphorisch abzufackeln.

Was ist FOMO?

Dieses Phänomen hat mittlerweile auch einen Namen: FOMO (fear of missing out). Wikipedia sagt:

Die Angst, etwas zu verpassen (engl.: Fear of missing out, abgekürzt FOMO), ist eine Form der gesellschaftlichen Beklemmung/Angst/Besorgnis. Das Phänomen beschreibt die zwanghafte Sorge, eine soziale Interaktion, eine ungewöhnliche Erfahrung oder ein anderes befriedigendes Ereignis zu verpassen und nicht mehr auf dem Laufenden zu bleiben.

Wir sind fast paralysiert von der überwältigen Kraft der Möglichkeiten. Andererseits wollen wir auch keine der Optionen aufgeben. Warum auch?
Solange du dich nicht entscheidest, bleibt alles möglich- in deinem Kopf zumindest. Solange du dich nicht verpflichtest, gibt es buchstäblich ein Multiversum unendlicher Möglichkeiten.

In der Minute jedoch, in der du etwas wählst, brechen alle anderen Optionen (kurzfristig) und du findest dich stattdessen in der Wüste der Realität wieder. Andererseits ist es nicht mehr als eine Traumwelt. Das ständige Hin und Her lässt uns im Chaos zurück und macht viele Menschen totunglücklich.

Wie erleben wir heutzutage FOMO?

Die Angst, etwas zu verpassen, dieses unangenehme Gefühl, manifestiert sich in vielen Hinsichten.

Social Media:
Das unangenehme Gefühl, das wir empfinden, wenn wir bei Facebook und co scrollen ist häufig die Angst die falsche Entscheidung darüber getroffen zu haben, wie man seine Zeit verbringt. Vielleicht macht ja jemand etwas Besseres? Vielleicht lebt xyz ein besseres Leben? Während ich gerade hier bin, verpasse ich mein ganzes Leben.

Berufswahl:
Zweifelst du deine eigenen Lebensentscheidungen an, wenn du siehst, wie deine Freunde ihren beruflichen Lebensweg gestalten? Selbstständig? Unternehmer? Reisen und ortsunabhängig arbeiten? FOMO pur!

Gerade weil in der heutigen Zeit propagiert wird, dass jeder seinen Traumjob finden muss, in dem er sich selbst verwirklichen, ein 6-stelliges Jahresgehalt verdienen und nebenbei die Erde retten muss, ist die Berufswahl für viele junge Menschen ein Schmerzpunkt – ein Punkt für FOMO. Kein Beruf scheint der einzig wahre und richtig, wie für dich bestimmte Beruf zu sein? Auch wenn du einen sehr guten Beruf hättest, wäre der nächste Gedanke doch wieder: Gibt es noch etwas Besseres?

Unendliche Freizeitmöglichkeiten

Der ehemalige Kommilitone befindet sich gerade auf Weltreise und postet nahezu jeden Tag ein Foto aus den verschiedensten Regionen der Erde, ein anderer Freund zeigt die Bilder seiner letzten Partynacht. Dein Nachbar ist jetzt verheiratet und verbringt Zeit mit seiner Ehefrau in einem teuren Restaurant. Du selbst sitzt jedoch vor dem Smartphone und scrollst. FOMO – die Angst, etwas zu verpassen, schleicht sich langsam ein. FOMO bezieht sich aber nicht auf diesen gewissen Abend, sondern ist ein allgemeines Lebensgefühl.

Es ist ein Ertrinken in den Möglichkeiten, das ein ständiges Gefühl, dass irgendwas nicht stimmt, auslöst. FOMO ist ein ständiges Vibrieren, ein Nicht-Abschalten-Können. Eine Sucht nach Neuem, eine unendliche Suche nach dem Mittelpunkt des Geschehens.

Zwischenmenschliche Beziehungen
Wir fürchten uns davor, etwas zu verpassen, nicht dabei zu sein, während unsere Freunde und Bekannten etwas vielleicht wirklich Bedeutsames erleben. Mit dieser Angst einher gehen auch die Selbstzweifel: Habe ich etwas falsch gemacht? Waren die Entscheidungen, die ich getroffen habe, wirklich richtig? Früher konnte man einige wenige Menschen in seinem Umfeld als Vergleichsbasis aufstellen. Heutzutage hat man Hunderte von Menschen auf seinen Freundeslisten und ist digital vernetzt.

Das Gefühl von FOMO wird verstärkt, weil du dich mit der absoluten Elite auf Instagram und co vergleichen kannst. Du hast jederzeit unmittelbar das „tolle Leben des Stars“ vor Augen, während du selbst an deinem Lebensentwurf zweifelst.

Es wird nahezu gewetteifert, welcher Kontakt es schafft, seine Freunde mit der letzten Aktivität vor Neid erblassen zu lassen und diese in die Fear Of Missing Out zu drängen.
Aber auch im Rahmen der romantischen Beziehungen kann sich FOMO äußern. Nicht umsonst kursiert das Label Generation beziehungsunfähig. Wenn du per Knopfdruck über Datingapps wie Tinder Hunderte von potenziellen Partnern abrufen kannst: Warum sollte ich dann nicht nach etwas Besserem Ausschau halten. Ich könnte ja etwas verpassen. Das scheint zumindest der Gedankengang vieler zu sein.

Mehr Auswahl macht uns unglücklicher- Das Wahlparadoxon

Das Wahlparadoxon

Die Auswahlmöglichkeiten, denen Menschen jeden Tag gegenüberstehen, haben in den letzten Jahren dramatisch zugenommen. Noch vor wenigen Jahrzehnten war die Auswahl in den meisten Bereichen des täglichen Lebens eher begrenzt. Aber mit dem Fortschritt der Gesellschaft hat sich das Spektrum der Möglichkeiten im täglichen Leben enorm vergrößert. Wir stehen jetzt vor der Herausforderung, Entscheidungen zu treffen, die in der Geschichte der Menschheit einmalig sind.

In unserer Überflussgesellschaft sind wir tagtäglich mit einer endlosen Reihe an Angeboten und Möglichkeiten konfrontiert- von der Kleidung, die wir tragen bis zur Wahl unseres Mittagessens. Diese Möglichkeit zu wählen gibt uns das Gefühl der Freiheit. Das glauben wir zumindest.

In der Psychologie nennt man das Ganze: The paradox of choice (Das Paradoxon der Wahl). Dieses stellt diesen verbreiteten Glauben komplett auf den Kopf und behauptet dagegen, dass die Fülle an Wahlmöglichkeiten uns in psychischer Bedrängnis bringt und es uns unglaublich schwer macht überhaupt etwas auszuwählen. Wenn wir Entscheidungen getroffen haben, kann die Existenz von all den anderen verbliebenen Optionen uns nämlich eher unglücklich machen.

Jede Sekunde unseres Lebens treffen wir Entscheidungen und in jedem einzelnen Fall gibt es auch Alternativen, die eben jeweils andere Konsequenzen haben. Damit wächst der Druck zur „richtigen“ Entscheidung. Die Entscheidung wird zur enormen Verantwortung und zur Belastung. Nicht umsonst nennen wir es die Qual der Wahl.

FOMO- Je mehr Möglichkeiten wir haben, desto schwieriger wird es, eine gute Entscheidung zu treffen

„Soll ich mich umbringen oder eine Tasse Kaffee trinken?“, fragte der Existentialphilosoph Albert Camus und wies darauf hin, dass in jedem Bereich und jedem Augenblick unseres Lebens eine Entscheidung getroffen werden muss. Nicht nur das – es gibt immer Alternativen zu unserer Auswahl. Glücklicherweise sind die meisten unserer Aktionen jedoch so automatisch. Aber heute bieten wir ständig neue Möglichkeiten, die mehr Aufwand erfordern als je zuvor.

Neue Optionen in den Bereichen Finanzen und Gesundheit erfordern beispielsweise umfangreiche Recherche. Die meisten Menschen haben nicht das Gefühl über die grundlegendsten Fähigkeiten oder Kenntnisse in diesen Bereichen zu verfügen, um weise, fundierte Entscheidungen über so komplexe Lebensbereiche treffen zu können. Darüber hinaus stellt die Bewältigung solch anspruchsvoller Entscheidungen eine große Verantwortung für den Einzelnen dar. Tatsächlich haben die letzten Jahrzehnte eine wachsende Unterstützung und ein wachsendes Vertrauen in den freien Markt erfahren und die Last der Entscheidungsfindung von der Regierung auf das Individuum verlagert.

Die zunehmende Wirkung dieser anspruchsvollen Entscheidungen, bei denen wir selbst die letztendliche Verantwortung tragen, macht es schwieriger, weise zu wählen und kann unsere Entscheidungsfreiheit in eine erdrückende Last verwandeln.

FOMO – Je mehr Möglichkeiten wir haben, desto weniger Befriedigung erhalten wir durch unsere Entscheidungen

Angenommen, du entscheidest dich für einen Urlaub: Wie wäre es mit einer Tour nach Schweden, Kroatien oder doch Mallorca? Wie auch immer du dich entscheidest die Entscheidung beinhaltet die Aufgabe der Möglichkeiten, die die andere Option hätte bieten können.Dies sind die so genannten Opportunitätskosten. Diese sind ein wesentlicher Teil der Entscheidungsfindung. Leider verringern Opportunitätskosten unsere Gesamtzufriedenheit in den Entscheidungen, die wir am Ende treffen.

Dies wurde durch eine Studie bestätigt. Eine Gruppe von Studienteilnehmern wurde gefragt, wie viel sie für Abonnements für populäre Zeitschriften bezahlen würden. Einigen Teilnehmern wurde ein einzelnes Magazin gezeigt, während andere das gleiche Magazin neben anderen sahen. In fast allen Fällen haben die Befragten dem Magazin einen niedrigeren Wert beigemessen, als sie es neben den anderen gesehen haben.

Wann immer wir Entscheidungen treffen müssen, die Opportunitätskosten mit sich bringen, werden wir mit unserer Wahl weniger zufrieden sein, als wenn wir die Alternativen nicht kennen würden. Und je mehr Alternativen vorhanden sind, desto größer sind unsere Erfahrungen mit den Opportunitätskosten und desto weniger Freude werden wir durch die Wahl empfinden, die wir letztlich machen.

FOMO zieht im Hintergrund die Fäden in unserem Leben.

FOMO – Die überwältigende Auswahl trägt zur Epidemie der Unzufriedenheit in der modernen Gesellschaft bei

Es scheint so, als werde die Gesellschaft immer wohlhabender wird und freier die Dinge zu verfolgen, die sie verfolgen wollen. Dennoch zeichnet sich ab, dass viele immer unglücklicher werden. Bedenke, dass sich das amerikanische BIP – ein primäres Maß für Wohlstand – in den letzten dreißig Jahren mehr als verdoppelt hat, während der amerikanische „Glückquotient“ stetig gesunken ist. Schätzungen zufolge war die Depression im Jahr 2000 etwa zehnmal so hoch wie im Jahr 1900.

Also, was steckt hinter so weit verbreitetem Unglück? Einer der Faktoren könnte die Qual der Wahl und/oder FOMO sein. Wenn uns scheinbar unbegrenzte Möglichkeiten geboten werden, aber die Entscheidungen, die wir tatsächlich treffen, enttäuschend sind, tendieren wir dazu, uns selbst Vorwürfe zu machen – was zu echtem Leid führt.

Wie der Psychologe Martin Seligman herausgefunden hat, führt Versagen oder Mangel an Kontrolle zu Depressionen, wenn eine Person die Ursache für das Scheitern als global („Ich scheitere in allen Lebensbereichen“), chronisch („Ich werde immer versagen“) und persönlich („Es scheint nur ich zu sein, der immer versagt“).

Erlernte Hilflosigkeit: Wie du dir eine innere Festung aufbaust, die dich vor Verzweiflung schützt

Diese Art exzessiver Selbstvorwürfe gedeiht in einer Welt der unbegrenzten Wahlmöglichkeiten. Es ist viel einfacher, sich selbst für enttäuschende Ergebnisse in einer solchen Welt verantwortlich zu machen als für solche, in denen die Möglichkeiten begrenzt sind.

Was kannst du gegen FOMO tun?

Die Welt ist komplex und FOMO ist ein weitreichendes Problem. Daher kann ich nicht in einem kleinen Blogbeitrag eine strategische Lösung geben, die für alle Menschen in jeder Situation gilt. Dennoch werde ich einige wenige Denkoptionen zur Bekämpfung von FOMO liefern- doch nicht zu viele, um dich nicht mit dem Wahlparadoxon zu belasten.

#1 Gegengift gegen FOMO: Erkenne die hedonistische Tretmühle

Menschen, die unter FOMO leiden, vergessen, dass sie die anderen Optionen langfristig auch nicht glücklicher machen würden. Das Glück pendelt sich langfristig nämlich auf ein relativ stabiles Niveau ein.

Die allgemein bekannte Definition der hedonistischen Tretmühle (auch hedonistische Adaptation genannt) ist die Tendenz, nach einem einmaligen stark emotionalen Lebensereignis schnell wieder zu dem Ursprungslevels des Glücks zurückzuspringen. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Ereignis stark positiv oder negativ war. Man spricht auch von einer sogenannten Set-Point-Theorie des Glücks.

Was ist Hedonismus?

Ein Mensch, der sich dem Hedonismus verschrieben hat, tut alles um Glück zu empfinden und Schmerz zu vermeiden. Es geht um puren Fokus auf kurzzeitige Freude und Verlangen einen konstanten Fluss von positiven Emotionen entstehen zu lassen.

Es geht nur um die Erfüllung des aktuellen Verlangens und daher sucht er oder sie direkte Befriedigung dieses Verlangens. Dir fallen bestimmt ein paar dieser Leute ein. Alkohol, übermäßiger Fernsehkosum und andere Drogen sind für den Hedonisten das bevorzugte Mittel um kurzfristig Glück, Freude und Ablenkung zu erfahren.

Was ist die hedonistische Tretmühle genau und wie äußert es sich?

Funktioniert diese Strategie um Glück zu erlangen? Macht uns der Erfolg in der Zukunft wirklich glücklicher? Wir ackern jeden Tag, um in der Zukunft glücklicher zu sein bzw. mehr zu haben, weil wir uns davon Glück versprechen. Aber ist das wahr? Lass uns dieser Frage einmal nachgehen:

Kannst du dich an eine Zeit erinnern, in der du über eine Sache fantasiert hast und darüber geträumt hast, aber zum Zeitpunkt, als du es bekommen hast, warst du lange nicht so glücklich, wie du gedacht hättest und die Emotion war lange nicht so intensiv, wie gedacht ?

Erinnere dich beispielsweise an ein Geschenk aus der Kindheit, das du unbedingt haben wolltest. aber dann als du es bekommen hast, ignoriert hast. Warum passiert das?
Unter der hedonistischen Tretmühle auch bekannt als hedonistische Adaption versteht man die Tendenz der Menschen nach einem stark positiven oder negativen Ereignis relativ schnell wieder zu einem stabilen Glückslevel zurückzukehren.

Das Glück relativ zu sein scheint, ist eine uralte Annahme. Doch trotz der Bedeutung dieser Aussage für die Philosophie und die Gesellschaft gab es keine empirischen Studien zu diesem Thema bis zum 20. Jahrhundert. Im Jahr 1978 haben Brickman, Coates & Janoff-Bulman eine Studie durchgeführt, um die Annahme zu prüfen, dass bedeutsame Einzelereignisse langfristig geringe Effekte auf das subjektive Glück haben.

Um diese Annahme zu testen, wurden diverse Studien durchgeführt. In der Studie verglichen sie das Glück von drei Gruppen: eine Gruppe von Lotteriegewinner, eine Gruppe von Menschen, die durch einen Unfall gelähmt wurden und einer Kontrollgruppe.

Die Stichprobe bestand aus drei Gruppen: 22 Lotteriegewinner, 18 gelähmte Menschen und 22 Personen aus einer Kontrollgruppe. Mit allen Versuchsteilnehmern wurden Kurzinterviews durchgeführt. Das Ziel war, das jetzige, das vergangene und das erwartete Glück, sowie die empfundene Freude bei alltäglichen Aktivitäten zu erfassen. Dafür wurde einer 6-Punkte-Skala benützt, wobei 0 der niedrigste und 5 der höchste Wert war. Die Zeit zwischen dem Interview und dem kritischen Ereignis (Lotteriegewinn bzw. Unfall) betrug zwischen einem Monat und einem Jahr.

Schlussfolgerungen aus den Studien von Brickman, Coates & Janoff-Bulman

Sie kamen zu drei Schlussfolgerungen:

  • Lotteriegewinner haben weniger Freude an alltäglichen Ereignissen als die Kontrollgruppe.
  • Dieser Effekt kann durch „Adaptations-Niveau-Theorie“ von H. Helson erklärt werden und führt zu der überraschende Tatsache, dass Lotteriegewinner in der Regel nicht glücklicher sind als Menschen, die nicht in der Lotterie gewonnen haben.

  • Das Glückslevel nach einmal sehr starken Einzelereignis sprang wieder auf den zuvor bestehenden Ursprungszustand zurück
  • Die insgesamt positive oder negative Auswirkung eines einzigen positiven oder negativen Ereignisses sollte nicht überschätzt werden.
  • Die hedonistische Tretmühle- Warum dich ein Lottogewinn nicht glücklich machen wird

    #2 Gegengift gegen FOMO: Deine persönlichen Werte

    Wie du persönliche Werte für dein Leben bestimmen kannst – eine Schritt für Schritt- Anleitung zum authentischen Ich

    Ein machtvolles Gegengift gegen FOMO ist die Rückbesinnnung und Bewusstwerdung seiner eigenen Werte. Persönliche Werte sind ein wichtiger Anker in dem Leben jedes Menschen. Jede einzelne Entscheidung, die du in deinem Leben triffst, hängt unterbewusst mit deinem Wertesystem zusammen.

    Persönliche Werte, wenn sie nicht nur unterbewusst vorherrschen, sondern auch bewusst gelebt werden, haben das Potenzial dein Leben zu revolutionieren und deine tiefsten inneren Wünsche doppelt so schnell zu erreichen.
    Diejenigen, die ihre Werte kennen, werden Herr über sich selbst und verfallen nicht mehr so schnell in FOMO, weil sie wissen, was sie vom Leben wollen. Persönliche Werte offenbare deine wahre innerste Natur und nicht, wer du glaubst sein zu müssen um ins System zu passen. Sie sind dein Kompass- dein wahrer Norden.
    Die Antwort auf zunehmende FOMO ist also: An welchen Werten willst du dein Leben messen?

    Bestimme deine authentischen Werte

    privacy Kein Spam!

    In einer Welt, die ständig versucht dich zu etwas anderem zu machen, ist die größte Errungenschaft du selbst zu sein. -Ralph Waldo Emerson

    #3 Gegengift gegen FOMO: Sinn > Vergnügen

    Wenn du andere Menschen fragst, was sie vom Leben wollen und ihre Antwort ist: “ Ich will einfach glücklich sein, eine großartige Familie haben und einen Beruf, den ich mag.“, dann ist diese Antwort, die ich früher übrigens auch immer gegeben habe, so allgemein und standardmäßig geworden, dass sie beinahe inhaltsleer ist. Jeder will sich gut fühlen. Jeder möchte ein einfaches unbeschwertes Leben führen, sich verlieben, großartigen Sex und Beziehungen haben, ein perfektes Aussehen haben, eine Menge Geld verdienen und Respekt genießen.

    Logisch. Jeder will das.

    Viel interessanter ist jedoch die Frage: Welche Dinge sind mir so viel Wert, dass ich dafür ein wenig Schmerz auf mich nehme? Für welche Ziele, Beziehungen oder Werte bin ich bereit zu straucheln? Beinahe jeder möchte viel Geld verdienen, aber die wenigsten sind bereit 70 Stundenwochen in der Anfangszeit zu investieren. Jeder will eine glückliche Familie, aber die wenigsten sind bereit Kompromisse mit dem Partner einzugehen, empathisch zuzuhören und stundenlang an einem Samstag nachmittags Bälle im Nachbargarten zu holen, wenn der Sohn den Ball über den Zaun geschossen hat und die Kumpels Bier trinken und Fußball gucken.

    Jeder möchte weise sein und emotionale Intelligenz erlangen, aber nur die wenigsten sind bereit zu meditieren, Bücher zu lesen und die Übungen zu machen, die ich häufiger empfehle. Jeder will einen gestählten Körper haben, aber die wenigsten wollen auf bestimmte Lebensmittel verzichten, weniger essen oder stundenlang im Fitnessstudio zu schwitzen.

    Was viel eher die Richtung deines Lebens bestimmt als die Frage: „Woran findest du Gefallen?“ ( die Frage hinter FOMO ) ist die Frage: “ Für welche Sache oder für welche Menschen bist du bereit Schmerz und Unbequemlichkeit auf dich zu nehmen?“

    Ich muss es wiederholen: Solange du ein Mensch bist, der lebt und liebt, wird es nicht immer ein Strom von Glück und ausschließlich positiven Emotionen sein. Es wird kein Pfad voller Regenbögen und Einhörner sein. Wenn du dich also ohnehin entscheiden musst, kannst du auch ein Pfad wählen, der es dir Wert erscheint. Ich will dir nicht sagen, was falsch oder richtig ist, sondern DICH fragen: Was bedeutet dir so viel, dass du bereit bist dafür Unbequemlichkeit und Leid auf dich zu nehmen?
    Diese Fragen sind ein machtvolles Gegengift gegen FOMO.

    #4 Gegengift gegen FOMO: Schenke dir selbst das Geschenk von „ gut genug

    Entscheidungen sind anspruchsvoller und weniger erfüllend, wenn du ein Maximierer ( Barry Schwartz‘ Begriff) bist: jemand, der nur das Beste sucht und akzeptiert.
    Stell dir vor, dass du einen Pullover kaufst. Wenn du den absolut besten Kauf machen möchten und die Notwendigkeit siehst alle Alternativen zu überprüfen, um sicherzustellen, dass du nur den richtigen Pullover gefunden hast, könntest du ein Maximizer sein.

    Als Entscheidungsstrategie ist Maximieren eine überwältigende Aufgabe, da Maximierer nur das Beste wählen wollen. Wenn du ein Maximierer bist, hat jede Option das Potenzial, dich in ein endloses Gewirr von Überlegungen zu verwickeln.

    Nicht nur, dass sich Maximierer auf diese Weise überwältigen, aber sobald sie schließlich die Schwierigkeit der Auswahl überwunden haben und tatsächlich ihre Wahl getroffen haben, sind sie wahrscheinlicher als andere unzufrieden damit. Aus diesem Grund sind Maximierer besonders anfällig für Reue und FOMO. In einer Welt der unendlichen Wahlmöglichkeiten ist es schwierig und emotional anstrengend, ein Maximierer zu sein und sich nie auf weniger als das Beste festzulegen.

    Manchmal reicht auch ein für den Moment “gut genug” statt übertriebener Perfektionismus und Vollständigskeitswahn und ein freiwillige Beschränkung auf wenige Optionen und Minimalismus in Bezug auf die eigenen Optionen.

    Wie du die 3 Säulen des Minimalismus meisterst um den Müll aus deinem Leben zu entfernen

    Zusammenfassendes Fazit zur Destruktivität von FOMO

    Die alltäglichen Entscheidungen sind aufgrund der überwältigenden Auswahlmöglichkeiten, die uns die moderne Gesellschaft bietet, immer komplexer geworden und damit der primäre Auslöser für FOMO. Wenn die Anzahl der Wahlmöglichkeiten steigt, können auch die negativen Auswirkungen auf unser psychisches Wohlbefinden folgen.

    Je mehr Möglichkeiten wir haben, desto schwieriger wird es, eine weise Entscheidung zu treffen, und desto weniger Befriedigung werden wir aus dem ziehen, was wir tatsächlich wählen. Daher scheint es, als ob ein gewisses Maß an freiwilligen Beschränkungen unser Leben sogar bereichern kann. Seth Godin zieht eine interessante Analogie. Es gibt drei Arten von Leuten, die wir im Supermarkt sehen.

    Der Eine kommt in eine kurze Schlange und bleibt darin, egal wie langsam es ist oder wie viel schneller die anderen zu gehen scheinen. Der Zweite wechselt zwischen beiden Schlangen hin und her- in der Hoffnung ein wenig Zeit sparen zu können. Ein Dritter wechselt nur einmal – wenn es klar ist, dass sich die Wartezeit in deiner Schlang verzögert und es eine klare Alternative gibt.

    Die Lehre: Nur weil du einen Weg begonnen hast, bedeutet das nicht, dass du für immer verpflichtet bist, besonders wenn dieser Weg sich als fehlerhaft erweist. Gleichzeitig ist das keine Entschuldigung, um flüchtig oder unaufhörlich unverbindlich zu sein. Es braucht Mut, die Dinge anders zu machen und eine Veränderung zu machen, sowie Disziplin und Bewusstsein zu wissen, dass die Vorstellung von „Oh, aber das sieht noch besser aus“ ist eine Versuchung, die auch nicht endlos verfolgt werden kann.

    FOMO schmerzt. Was aber noch mehr schmerzt als FOMO, ist von Banalität zu Banalität, von vergnügen zu Vergnügen zu springen, ohne sich jemals an etwas Wertvolles binden zu können. So bleiben wir in einem ständigen Chaos von FOMO, Unzufriedenheit und Nihilismus – im beruflichen und persönlichen Lebensbereich.

    2 Comments

    1. […] es schafft, seine Freunde mit der letzten Aktivität vor Neid erblassen zu lassen und in diesen die Angst etwas zu verpassen , erwecken kannst. Das hat drastische Auswirkungen für das Glücksbefinden vieler […]

    2. Manfred sagt:

      hallo,bin 48 jahre und habe seit ich ca.13 jahre alt bin viele Ängste,hauptsächlich Angstgedanken.habe etliche Medikamente und therapien hinter mir.Habe auch noch psychophisologische Insomnie, und durch meine Gedanken immer schlechtes Gewissen.Die Schlaflosigkeit habe ich seit 2009 wo ich bei einem privaten konflikt so ein schlechtes gewissen bekam das ich nicht mehr schlafen konnte.Der Grund dafür verschand nach ca.3 Wochen aber es entstand eine verselbständigte Schlaflosigkeit,also Angst wieder nicht schlafen zu können.Es war so schlecht das ich mich so reingesteigert habe das ich 5 Tage am Stück gar nicht schlafen konnte.Die Anspannung und Angst war so groß wieder nicht schlafen zu können das immer wieder mit der Angst viel Adrenalin ausgestosen wurde das Ich nicht schlafen konnte.nach Therapien wurde es besser,aber die Angst ist immer noch da.Ich habe bei meinen Therapien schon gesagt bekommen loszulassen,annehmen,aber ich sürte ,vertand es nicht richtig,und so kämpfe ,vermeide,ich mit Abwehrverhalten gegen die Angst.Langsam spüre ich den Sinn dahinter ,aber ich habe noch einen weiten Weg mit viel Arbeit und Angst vor mir.Das abwehr verhalten spiegelt sich meistens so ,das Ich immer innerlich mit Reden,Gedanken im geiste wehre,Die Angst ist eifach so groß und erschüttert den Körper das ich einfach nicht aufhören kann innerlich Still zu sein ,also nicht zu denken.Das aber ist so schon seit Ich 13 bin.Es ist seit 4 Jahren so schlimm das Ich vor menschen Angst bekomme wenn Sie über Schlafen reden oder alles was mit schlafen zu tun hat, sogar Angst vor meiner Frau und Kind ,auch Arbeitskollegen.Kann meine Gefühle nicht zulassen ,weil Ich meine es ist falsch so zu denken und wieder ein schlechtes gewissen bekomme das Ich vor Angst nicht schlafen kann. HILFE

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