Vertraue deiner Angst ( Gavin de Becker ) – Zusammenfassung

Gavin de Becker vertraue deiner Angst

Vertraue deiner Angst. Das klingt ungewöhnlich. Die Angst hat keinen guten Ruf und wird allzu oft unterdrückt und bekämpft. Der Autor Gavin de Becker hingegen erklärt, dass die Menschen viel stärker ihrer Angst vertrauen und ihrem Instinkt folgen sollten, um sich dadurch vor gewalttätigen Übergriffen zu schützen.

Gavin de Becker beschreibt anhand vieler fesselnder Geschichten aus seiner eigenen Karriere als Sicherheitsexperte alle Facetten der menschlichen Gewalt und gibt zahlreiche Tipps, wie man Gefahrensituationen rechtzeitig erkennt. Dabei widerlegt er den Mythos, dass die meisten Übergriffe und Körperverletzungen unvorhersehbar sind. Fast immer gibt es Anzeichen, die auf einen gefährlichen Menschen oder eine gefährlichen Situation hindeuten.

Für wen ist Vertraue deiner Angst geeignet

• Opfer von Gewalt oder Missbrauch, die künftigen Schaden vermeiden wollen
• Jeder, der bedroht wurde oder sich wegen Kriminellen und Räubern Sorgen macht
• Alle, die sich vor Gewalt, Manipulation und dunkle Triade schützen wollen

Wer ist Gavin de Becker?

Der Autor des Buchs (Gavin de Becker) ist ein Sicherheitsexperte. Er war Berater im US-Justizministerium und ist – so ist dem kurzen Porträt zu entnehmen – heute Chef einer Sicherheitsfirma. In dem mehr als 400 Seiten dicken Buch geht der Autor dem Thema der Gewalt sehr differenziert auf den Grund.

Er schaut sich Gefahren- und Gewaltsituationen genau an. Dabei beschreibt er sowohl psychische Mechanismen, mit denen Opfer auf Gefahrensituationen reagieren als auch Formen der Handlung und Manipulation, mit denen Täter agieren. Sehr interessant war es für mich, in Sachen Täter- und Opferpsyche Neues zu lernen. Dazu finde ich es extrem hilfreich, dass der Autor neben der breiten Darstellung auch viele konkrete Ratschläge liefert und auch Denk- und Handlungsmuster liefert, mit denen man das eigene Gefühl / die Intuition unterstützen und schulen kann.

3 zentrale Erkenntnisse aus Vertraue deiner Angst

Vertraue deiner Angst Gavin de becker

Hattest du jemals ein mulmiges Gefühl, wenn du nachts nach Hause gehst? Oder hast du dich bei einem Fremden in der U-Bahn unwohl gefühlt? Vielleicht hast du aufgehört, jemanden zu treffen, weil die Person sich geweigert hat, nein als Antwort zu akzeptieren. Der Punkt ist: Wir waren alle in Situationen, in denen wir uns nicht völlig sicher fühlten und es gibt nur eine Sache, die uns davon abhält, tatsächlich verletzt zu werden – der Instinkt, den wir Angst nennen.

1. Erkenntnis aus Vertraue deiner Angst : Deine Intuition ist der beste Schutz vor Gefahren

Bist du jemals aus einem Traum aufgewacht, als hättest du gerade eine Vorahnung gehabt? Es ist am besten, solche Gefühle nicht immer zu ignorieren, da Träume ein wichtiger Teil der menschlichen Intuition sind. Deine Träume können dir sogar ein intuitives Gefühl drohender Gefahr vermitteln.

Michael Cantrell, ein Polizist, hat dies bei der Arbeit beobachtet und er nimmt es sehr ernst. Eines Tages sagte Cantrells Patrouillenpartner David Patrick ihm, dass er einen Traum gehabt habe, in dem er erschossen wurde. Cantrell riet Patrick, auf diesen Traum zu achten und ihn als Warnung vor einer möglichen zukünftigen Gefahr zu betrachten. Diesen Ratschlag musste Patrick beherzigen. Er ignorierte zuvor oft seine Intuition, eine Tendenz, die ihn zuvor in Gefahr gebracht hatte. Zum Beispiel hatten die beiden Polizisten einmal ein Auto mit drei Männern herangewunken. Während Cantrell in dieser Situation Gefahr gespürt hatte, hatte Patrick nichts Ungewöhnliches bemerkt.

Cantrell bemerkte, dass die beiden Männer auf dem Rücksitz sich weigerten, Blickkontakt aufzunehmen und weiter geradeaus blickten, was er intuitiv als Zeichen der Gefahr verstand, noch bevor sein rationaler Verstand reagieren konnte. Zum Glück, als Cantrell den Fahrer aufforderte auszusteigen, bemerkte er eine Waffe auf dem Boden des Wagens, bevor einer der Männer ihn aufheben konnte. Währenddessen blieb Patrick diesen Signalen unachtsam, stand ruhig neben dem Auto und rauchte seine Pfeife. Patricks Verhalten zeigt, dass das Ignorieren deiner Intuition und damit die Warnsignale lebensbedrohliche Folgen haben können. Trotz dieses Zwischenfalls und seines beunruhigenden Traums änderte Patrick seine Art nicht.

Später war Patrick allein auf Patrouille und bemerkte ein paar vorbeifahrende Männer, die bewaffneten Räubern ähnelten, nach denen die Polizei Ausschau hielt. Anstatt nach Ersatz zu rufen, konfrontierte er die Männer allein. Er zog das Auto heran und bat den Fahrer, auszusteigen. Während er ihn prüfte, zog der andere Mann eine Waffe und schoss Patrick an.
Zum Glück hat er überlebt. Der ganze Vorfall hätte jedoch vermieden werden können, wenn er seiner Intuition geglaubt hätte.

2. Erkenntnis aus Vertraue deiner Angst : Lasse dich nicht von Fremden täuschen, die versuchen, dich mit Charme und freundlichem Verhalten zu verführen

Hast du jemals deinen Schutz fallen gelassen und Vertrauen in jemanden gesetzt, von dem du dachtest, dass er ein Freund war, nur um später von dieser Person doppelt verletzt zu werden? Kriminelle benutzen eine ähnliche Taktik – sich vor dem Verrat anzufreunden – um zu bekommen, wonach sie suchen.
Dieser übliche Trick wird als forced teaming bezeichnet. Der Verbrecher gibt vor, ein Freund des Opfers zu sein, eine Form der Täuschung, die nur mit hochentwickelter Intuition durchschaut werden kann.

Solche Taktiken sind oft sehr subtil. Zum Beispiel trug eine Frau namens Kelly eines Tages eine Tüte mit Lebensmitteln nach oben in ihre Wohnung, als die Tasche zerriss. Sie hatte ein Katzenfutter gekauft, und die Dosen rollten die Treppe hinunter. Ein Mann im Treppenhaus sammelte die Dosen auf und bot an, sie in ihre Wohnung zu bringen. Intuitiv hatte Kelly Angst und versuchte sein Angebot abzulehnen. Aber der Mann bestand darauf und sagte: „Wir haben eine Katze, die wir dort zu füttern haben!“

Zu diesem Zeitpunkt hätte Kelly noch verdächtiger werden müsse. Der Fremde benutzte das Pronomen „wir“, eine Technik, die Kriminelle benutzen, um Vertrauen zu gewinnen und ein falsches Gefühl für gemeinsame Ziele oder Gemeinsamkeit zu entwickeln. Trotz des Einsatzes von forced teaming durch den Mann war Kellys erste Intuition jedoch genau richtig: Der Fremde erwies sich als Vergewaltiger und Mörder und Kelly schaffte es gerade noch zu entkommen.

Ein anderes Signal, auf das man achten muss, ist die Verwendung von verführerischem Charme. Meistens haben charmante Menschen keine finsteren Absichten, aber in den Händen eines Kriminellen kann Charme ein mächtiges Werkzeug sein, um deine Intuition zu behindern. Wenn du also eine charmante Person treffen solltest, versuche festzustellen, ob es natürlich wirkt oder ob die Person versucht, Charme zu benutzen, um dich zu manipulieren.

In Kellys Fall schien der Mann in ihrem Flur sehr freundlich und zuvorkommend zu sein, indem er ihr half, ihre Einkäufe zu erledigen. Aber ihre Intuition sagte ihr, dass er seinen Charme benutzte, um ihren natürlichen Widerstand abzulenken und in ihre Wohnung zu kommen.

3. Erkenntnis aus Vertraue deiner Angst : Schütze dich vor Kriminellen, indem du lernst Körpersprache zu lesen und Empathie zu verwenden, um ihr Verhalten vorherzusagen

Du hast wahrscheinlich schon jemanden getroffen, der einen Raum betreten kann und von allen wahrgenommen wird. Vielleicht machen sie eine einschüchternde Pose, indem sie aufrecht stehen oder versuchen, so viel Platz wie möglich einzunehmen. Ob sie es wissen oder nicht- diese Menschen benutzen Körpersprache, um Signale zu geben und es ist auch etwas, das Kriminelle tun.

Potentiell gewalttätige Menschen geben universelle Zeichen, die du beobachten kannst. Da die meisten menschliche Körpersprache universell ist und auf einer unbewussten Ebene durchgeführt wird, ist ein solches Verhalten ziemlich leicht zu erkennen. Indem du bewusst nach Anzeichen von Aggression Ausschau hältst, kannst du verhindern, dass du unangenehm überrascht wirst.

Eines der häufigsten Anzeichen von Aggression ist ein vorspringendes Kinn. Männer neigen dazu, ein größeres Kinn zu haben, und sie sind auch die Haupttäter von Gewaltverbrechen.
Weite Nasenlöcher sind ein weiteres Zeichen für drohende Gewalt. Achte auch auf Menschen, die selten blinzelnde Augen haben. Dies ist ein weiteres universelles für einen gewaltsamen Ausbruch.

Es hilft auch, einfühlsam zu sein, da man im Einklang mit den Emotionen der Menschen das Risiko eines Angriffs abschätzen kann. Wenn du dir Sorgen darüber machst, dass jemand gewalttätig wird, ist es eine gute Möglichkeit, sich selbst in die Lage zu versetzen.

Nehmen wir zum Beispiel an, du hättest kürzlich einen Mitarbeiter entlassen und er hat angefangen dir bedrohliche E-Mails zu schicken. Wenn du die Dinge aus seiner Perspektive betrachtest, könntest du versuchen, herauszufinden, was sein Ziel sein könnte. Wenn er seinen Job zurückhaben will, wird er wahrscheinlich nicht gewalttätig werden, da dies seine Chancen ruinieren würde. Auf der anderen Seite, wenn er alle Hoffnung aufgegeben hat und nur Rache will, kann es Anlass zur Sorge geben.

Die dunkle Triade: Wie du dich vor Manipulation, emotionaler Ausbeutung und der dunklen Seite des Menschen schützt

Zusammenfassendes Fazit zum Buch Vertraue deiner Angst

Weil man nicht wahrhaben möchte, dass man selbst zum Opfer von Manipulation und Gewalt werden könnte, ignorieren jedoch viele Menschen Alarmsignale, unterdrücken Antipathien – und bringen sich somit selbst in Gefahr. Besonders das Wissen über die dunkle Triade kann dich vor solchen Menschen und solchen Situationen schützen.

Gewalt kann vermieden werden. Jeder Mensch hat einen einzigartigen Mechanismus, der ihn vor drohenden Gefahren warnen soll und dich in Sicherheit bringen kann. Dieser Mechanismus heißt Angst und ist manchmal ein Geschenk. In vielen Situationen gilt also: Vertraue deiner Angst!

Vertraue deiner Angst ( Gavin de Becker )

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Potenzial zum Wachstum

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1 Comment

  1. […] Vertraue deiner Angst. Das klingt ungewöhnlich. Die Angst hat keinen guten Ruf und wird allzu oft unterdrückt und bekämpft. Der Autor Gavin de Becker hingegen erklärt in seinem Buch „Vertraue deiner Angst“ erklärt, dass die Menschen viel stärker ihrer Angst vertrauen und ihrem Instinkt folgen sollten, um sich dadurch vor gewalttätigen Übergriffen zu schützen. […]

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