Die Macht der Gewohnheit ( Charles Duhigg ) – Zusammenfassung

Die Macht der Gewohnheit

Die Macht der Gewohnheit veranschaulicht die Wichtigkeit von Gewohnheiten in unserem Leben und führt uns vor Augen, wie sie entstehen, wie sie wirken und wie sie verändert werden können. Die im Buch angeführten Forschungsergebnisse und Anekdoten liefern zudem einfache Anleitungen zur Veränderung von individuellen sowie organisationsinternen Gewohnheiten.

Wer sollte Die Macht der Gewohnheit lesen?

• Jeder, der gute Angewohnheiten integrieren oder schlechte Angewohnheiten brechen möchte
• Jeder, den es interessiert, inwiefern Konzerne unsere Gewohnheiten für ihre Zwecke nutzen
• Jeder, der die Routinen seines Lebens in die Hand nehmen will

3 zentrale Erkenntnisse aus Die Macht der Gewohnheit

Die Macht der Gewohnheit

1. Erkenntnis aus Die Macht der Gewohnheit : Gewohnheiten arbeiten in 3-Stufen-Loops: Auslöser, Routine, Belohnung

Ungefähr 40% von dem, was wir tun, geschieht im Autopilotmodus. Gewohnheiten sind die Art und Weise, wie dein Gehirn Energie spart. Wenn du also sechs deiner wachen Stunden damit verbringst, Dinge zu tun, die dir nicht bewusst sind, dann ist es vielleicht sinnvoll zu verstehen, was hier passiert.
Duhigg entdeckte, dass an der Wurzel aller Gewohnheiten, wie das Trinken von Kaffee jeden Morgen, eine einfache dreiteilige Schleife liegt.



Nach dem zweiten Weltkrieg hatten die meisten der Amerikaner ein großes Problem. Ich rede jetzt nicht von Traumata aufgrund des vergangenen Krieges oder von Armut, sondern von Zahnhygiene.

Aus dem einfachen Grund, dass Zähneputzen mit flourid-angreicherter Zahnpasta kein alltäglicher Akt war. Aus dem Grund nahmen sich die Hersteller der Zahnpasta Pepsodent vor eine Zahnpasta zu erschaffen, die die Bürger dazu verleitet sich täglich die Zähne zu putzen.

Heutzutage bekommen wir diese Gewohnheit schon von Kindesbeinen auf eingetrichtert, aber damals war es lange keine Selbstverständlichkeit. Und genauso wie wir in Europa heutzutage zum Teil Probleme haben eine tägliche Sportroutine zu integrieren, hatten auch die Amerikaner das Problem sich an das Zähneputzen zu gewöhnen.

Daher hat es sich die Marketingabteilung zur edlen Aufgabe gemacht die schlechten Zähne der Amerikaner zu retten- vielleicht auch ein bisschen wegen des Profits. 😉

Jetzt zurück zur oben angezeigten Graphik. Die sogenannte Gewohnheitsschleife (habit loop), die vor der Werbekampagne der Zahnpastafirma Pepsodent bekannt war, war die Strategie der Wahl.

Hier der damalige Werbespott:

[embedyt] http://www.youtube.com/watch?v=aSbPkcEMlsI[/embedyt]

Die Strategie hinter dem Werbefilm war eine einfache Gewohnheitsschleife. Der Auslöser (der unangenehme Film auf den Zähnen) sollte dafür sorgen, dass die Routine(das Zähneputzen) durchgeführt wird. Schließlich wird der Zähneputzer mit einem kühlen und angenehmen Gefühl auf der Zunge und am Gaumen belohnt.

Zuvor waren die älteren Versuche die Zahnpasta im Markt zu integrieren kläglich gescheitert, weil die Belohnung(das kühle angenehme Gefühl) fehlte. Aufgrund der Belohnung wurde das Verhalten gerne wiederholt.

Das erklärt, warum Gewohnheiten so stark sind: Sie kreieren ein neurologisches Verlangen nach der Belohnung.

Pepsodent verkaufte also keine schönen Zähne, sondern ein schönes Gefühl.

Was können wir daraus für unsere Gewohnheiten mitnehmen und umsetzen?

Wenn du also eine Gewohnheit integrieren willst, musst du folgendes tun:

    1. Finde einen einfachen und offensichtlichen Auslöser!
    2. Suche dir eine klare, alternative Belohnung für dein Verhalten. (kann auch beim Beispiel Sport ein gutes Gefühl nach dem Sport sein)
    3. Es mag offensichtlich klingen, aber viele missachten es: Am Anfang der Integration von Gewohnheiten mussten du es täglich tun.

So verläuft es mit der Integration von neuen Gewohnheiten. Zunächst musst du eine Menge Willenskraft aufbringen, aber mit der Zeit ähnelt die Kurve einer Asymptote und es wird zunehmend einfacher, weil der Vorgang.

Sobald die Gewohnheit einmal integriert ist, läuft alles auf Autopilot und du kannst deine wertvolle Energie wieder auf andere Dinge richten.

Das Verrückte an der Gewohnheitsspirale ist, dass wirklich alle Gewohnheiten nach diesem Muster ablaufen- sowohl die guten als auch die schlechten.

2. Erkenntnis aus Die Macht der Gewohnheit : Die goldene Regel der Gewohnheit

Je öfter du eine Gewohnheit verstärkst, desto mehr wird sie in deinem Gehirn gefestigt.Der Trick, um eine Gewohnheit zu ändern, ist die Routine zu ändern und alles andere unverändert zu lassen. Duhigg nennt dies die goldene Regel. Versuche nicht, der Lust zu widerstehen, sondern lenke sie. Behalte den Auslöser und die Belohnung bei, aber ändere die Routine, die als Resultat des Auslöserreizes einsetzt.

Um eine Gewohnheit zu ändern, musst du sie durch eine andere ersetzen.Jeder Raucher, der das Rauchen aufgeben möchte, weiß: Wenn das Verlangen nach Nikotin aufkommt, lässt es sich nur sehr schwer ignorieren. Der Trick besteht daher darin, diese Lust nicht missachten zu wollen, sondern sie auf eine andere Weise als durch das Rauchen zu befriedigen.

Organisation wie die anonymen Alkoholiker (AA) haben Millionen von Betroffenen beim Überwinden ihrer Süchte mit diesem einfachen Trick geholfen. Die AA fordern ihre Teilnehmer auf, eine Liste all dessen zu erstellen, was sie sich vom Trinken erhoffen.
Üblicherweise sind Aspekte wie Entspannung und geselliges Beisammensein wichtiger als der eigentliche Rausch. Die AA schlagen anschließend neue Routinen vor, die diese positiven Emotionen ebenfalls erfüllen.
Die Ketten der Gewohnheit (1)

3. Erkenntnis aus Die Macht der Gewohnheit : Deine wichtigste Gewohnheit ist deine Willenskraft zu stärken und zu schützen

Eine berühmte langjährige Studie von Walter Mitschel bewies, dass sich Vierjährige mit mehr Willenskraft (die durch ihre Fähigkeit, der Versuchung durch leckere Marshmallows zu widerstehen, ersichtlich wurde) im akademischen und sozialen Bereich als Erwachsene später besser schlugen als ihre weniger willensstarken Altersgenossen.

Nicht alle Gewohnheiten sind gleich und Duhigg sagt, dass Willenskraft bei weitem eine der wichtigsten ist, da sie uns hilft, in allen Aspekten des Lebens besser zu werden. Die gute Nachricht: Willenskraft ist erlernbar.

Es stellt sich heraus, dass Willenskraft wie ein Muskel ist: Mit zunehmendem Gebrauch erschöpft deine Willenskraft ebenso wie dein Muskel. Wenn du sie stark beanspruchst (z.B beim Erstellen deiner Steuererklärung) bleibt uns manchmal keine Willenskraft übrig, wenn wir zu Hause ankommen. Doch der Vergleich reicht noch weiter: Indem wir Gewohnheiten nachgehen, die Disziplin erfordern, indem wir z.B. eine Diät befolgen, können wir unsere Willenskraft stärken => Willenskraft-Training.

Warum deine Willenskraft wie eine Batterie ist und warum du diese mit Händen und Füßen schützen solltest

Es zwei weitere ungewöhnliche Möglichkeiten, wie du deine gesamte Willenskraft im Laufe der Zeit steigern kannst:

Plane für Worst-Case-Szenarien voraus

Bei Starbucks zeigte sich z.B., dass Mitarbeiter meistens die Willenskraft besaßen, unabhängig von ihrer persönlichen Gemütslage zu lächeln und gut gelaunt zu wirken. In Stresssituationen hingegen, löste sich diese Lässigkeit schnell auf. Die Geschäftsführer wollten es ändern und entschlossen ihre Mitarbeiter auf unangenehme Situationen vorzubereiten, indem sie ihnen einen Plan zur Verfügung stellten, der ihnen helfen sollte, auch unter Druck die für dessen Durchführung erforderliche Willenskraft aufzubringen. Mit Erfolg!

Bewahre deine Autonomie.

Andere Studien belegen, dass ein Mangel an Autonomie unsere Willenskraft beeinträchtigt. Wenn du Aufgaben von jemand anderem zugewiesen bekommst, ermüdet deine Willenskraft viel schneller.

Zusammenfassendes Fazit zum Buch Die Macht der Gewohnheit

Die Macht der Gewohnheit ist DAS Buch über Gewohnheiten. Das 2012 von Pulitzer-Preisträger Charles Duhigg veröffentlichte Juwel hat über 120 Wochen auf den Bestsellerlisten der New York Times verbracht. Zurecht!

Dieses Buch behandelt das Thema Gewohnheiten differenziert ( auch die dunklen Seiten der Gewohnheit) und in einer gut lesbaren Form, da wissenschaftliche und akademische Zusammenhänge (Neurowissenschaft, Marktanalysen, Firmenorganisation) auch in vielen Fallbeispielen näher erläutert werden.
Das Wichtigste ist jedoch, dass es ein Anlass gibt seine eigenen Angewohnheiten zu überdenken und in eine richtige Richtung zu lenken. Andererseits finde ich das Buch etwas zu sehr mit Anekdoten angereichert, was es zwar gut lesbar, aber auf der anderen Seite dann doch etwas langatmig macht.

Die Macht der Gewohnheit ist eine machtvolle Waffe. Nutze sie weise.

Die Macht der Gewohnheit

12,00 Euro
8.3

Lesbarkeit

8.5/10

Potenzial zum Wachstum

8.0/10

Relevanz für dein Leben

10.0/10

Tiefe

7.0/10

Interessant

8.0/10

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